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Der Zwischenfall mit dem Steinbach-Pentagramm in Bonn

Vor den Trümmern der Experimentellen Abteilung für Schwarze Magie (Konrad Adenauer Haus)in Bonn
Denn sie wissen nicht was sie sehen. Unter der Staubwolke verbirgt sich schwärzeste Magie: Überrste des Steinbach-Pentagramms Foto: Barbara Frommann
Denn sie wissen nicht was sie sehen. Unter der Staubwolke verbirgt sich schwärzeste Magie.
Foto: Barbara Frommann

BONN (BAfmW) Eine heftige Diskussion über Erika Steinbach wurde über Jahre hinweg auf den Fluren und in der Teeküche des Bundesamtes geführt, bis die Mitarbeiter – magische wie nichtmagische Wesen – mehrheitlich zu dem Entschluß kamen, daß dieses düstere Kapitel aufgearbeitet werden muß. Transparenz und Offenheit herrscht heute, das Bundesamt für magische Wesen ist nicht der Vatikan, wo vergleichsweise viel dunklere Geschichten in den Archiven schlummern und finstere Gestalten in komischen Röckchen durch die Dikasterien schleichen.

Natürlich huschen auch mal seltsame Gestalten über die Flure des Bundesamtes für magische Wesen, das bringt die aufopferungsvolle Tätigkeit des Amtes zum Wohle der magischen wie nichtmagischen Bevölkerung so mit sich. Aber wir haben sie weitestgehend im Griff, die alten Vampirfürsten, Dämonen, Hexer und sogar die Knöllchenverteiler, denn unsere Hexen brauchen mittlerweile keine städtischen Parkplätze mehr für ihre Besen.

Aber was sich 2003 in Bonn abgespielt hat, das war dann doch erfreulicherweise einmalig und es ist nur glücklichen Umständen und den vereinten Bemühungen von Dämonen, Vampiren und Hexen zu verdanken, daß Bonn noch existiert.

Noch ist nicht ganz aufgeklärt, was sich damals im Dezember 2003 ereignete, aber es steht fest, daß im heutigen Stadtviertel Telekom City, dem früheren Bonner Regierungsviertel ein Experiment fehlschlug, das leicht ganz Bonn hätte auslöschen können. Dort stand einstmals die CDU-Zentrale, auch als das Konrad-Adenauer-Haus bekannt. Gleich in Reichweite der früheren Britischen Botschaft. Nachdem die CDU Bonn in Richtung Sibirien verließ und somit eine der Warnungen des Begründers und Namensgebers ignorierte, die da lautete, dass gleich hinter der Elbe Sibirien begänne, zog die Experimentelle Abteilung für Schwarze Künste und Pentagramme des BAfmW in den verlassenen Bau ein.

Erika Steinbach und das Steinbach-Pentagramm – Das schwärzeste Kapitel der Geschichte

Ein fassungsloser Augenzeuge vor den Trümmern der Experimentellen Abteilung für Schwarze Künste und den Resten des Steinbach-Pentagramms. Foto: Barbara Frommann
Ein fassungsloser Augenzeuge vor den Trümmern der Experimentellen Abteilung für Schwarze Künste und den Resten des Steinbach-Pentagramms. Foto: Barbara Frommann

Was sollte schon groß passieren, dachte sich die Amtsleitung. Wer konnte auch ahnen, daß der Dämon, der zuletzt 1985 unter dem Begriff „Schlesien bleibt unser“ auftauchte, dort beschworen werden sollte?

Böse Hexen und Magier, die seinerzeit schwärzeste Magie trieben, erschufen das später nach Erika Steinbach so benannte Steinbach-Pentagramm, um aus dem Dunkel der Geschichte einen der schwärzesten Dämonen zu beschwören, der je bekannt wurde. Sei eigentlicher Name darf wie der Namen so vieler Dämonen nicht genannt werden, die glücklicherweise vertrieben werden konnten. Doch manche dieser Vertriebenen werden immer wieder beschworen und löcken ihren häßlichen Stachel wider jede Vernunft.

Mit dem Steinbach-Pentagramm sollte er beschworen werden. Doch – so nehmen wir es im Amt jedenfalls an – der Dämon weigerte sich und begann mit Erika Steinbach zu diskutieren. Er hielt sie hin, was uns wertvolle Zeit gab. Wir mutmaßen, daß er, so schwarz wie seine verkommene Seele war, doch irgendwo noch einen Funken Verstand hatte. Fassungslos soll Erika Steinbach daraufhin in eine solche Wut geraten sein, daß der Dämon aus dem Pentagramm zurück in sein Höllenloch flüchtete. Er hätte uns Arbeit ersparen können, wenn er uns‘ Erika gleich mitgenommen hätte. So blieb es dem Amt überlassen, Erika Steinbach ihre Zauberkräfte zu nehmen und an den äußersten rechten Rand der für uns erreichbaren schwarzen Hölle zu verbannen.

Dort treibt sie ihr Unwesen und bereitet gelegentlich noch dem queeren Referat für Gay Fantasy Kopfschmerzen. Schwule Vampire, Drachenreiter und Elfen reagieren mit spontanen Unmutsbekunden und Herpesausbrüchen, wenn der Name Steinbach fällt. Doch soll sie selbst in ihrer neuen Umgebung zunehmend auf Unverständnis stoßen. Wie dem auch sei, die Vertreter der schwarzen Hölle haben glaubwürdigen Unterlagen zufolge schon 1949 geäußert, nicht zaubern zu können, was sich auch immer wieder bestätigt hat. Wir vom Bundesamt für magische Wesen hoffen, daß das unselige Treiben der Erika Steinbach dort unter Kontrolle ist.

Erfreulicherweise haben selbst einige Vertreter der schwarzen Hölle erkannt, daß mit bestimmten bösen Geistern einfach kein Staat mehr zu machen ist. So wurde vor der Bundestagswahl 2013 darauf verzichtet, einem gewissen Norbert Geis, auch ein übler Dämon aus jenen dunklen Ecken des Ewiggestrigen, mithilfe einer Beschwörung Sitz und Stimme zu verleihen. In Bayern nennen sie das “Aufstellen von Wahlkreiskandidaten”.

Selbst die Hölle will Erika Steinbach nicht

Bundestagswahl 1949 - Schon damals gab die CDU zu, nicht zaubern zu können
Bundestagswahl 1949 – Schon damals gab die CDU zu, nicht zaubern zu können

Augenzeugen aus dem Bundesamt für magische Wesen erinnern sich, daß kurz vor der Beschwörung deutliche Warnhinweise auftauchten. So roch es, nein es stank geradezu nach Schwefel im Bonner Regierungsviertel, ein untrügliches Zeichen für schwarze Magie. Beherzte Mitarbeiter der Stadtwerke Bonn informierten auf den üblichen Wegen das Bundesamt für magische Wesen, ein Hilfstrupp rückte aus, denn zunächst wurde ein Gasleck vermutet. Aus dem Referat Unsichtbare kamen Mitarbeiter zu Hilfe, die unter höchster Gefahr für Leib und Leben das ehemalige Gebäude der CDU durchsuchten und bald das unselige Treiben von Erika Steinbach entdeckten.

Es wurde beschlossen, mit brachialen Methoden in das Geschehen einzugreifen und notfalls das Pentagramm zu unterbrechen. Lieber wollten wir Erika Steinbach dem wütenden Dämon opfern und sie so elegant loswerden – wir geben es ja zu. Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hätte das bedeutet. Dämon satt, et Erika iss fott und das Geschehen getarnt.

Ein erster massiver Eingriff von außen mit einer Abrißbirne zerstörte das Pentagramm und ein gräßlicher Wutschrei ertönte, als Erika Steinbach ihr Vorhaben gescheitert sah, Schlesien auf magische Weise an Deutschland anzugliedern. Entgegen unserer Annahme flüchtete der Dämon ohne sie und die Abteilung Innere Sicherheit des Bundesamtes für magische Wesen griff ein.

Mehrere mutige Vampire griffen sich die zeternde Erika Steinbach. Blut und Wasser schwitzend und mit spitzen Fingern brachten die Vampire sie weit weg. Wenn man einmal gesehen hat, wie Vampire Blut schwitzen, dann weiß man, wie hart der Kampf war. Andere Mitarbeiter hatten ein Abrißunternehmen gerufen, was die Zerstörung des Gebäudes dann professionell fortsetzte.

Spontane Verbrüderung der Bonner mit anwesenden Vampiren

Nur die Abrißbirne konnte die schwärzeste aller Hexen und das Steinbach-Pentagramm stoppen
Nur die Abrißbirne konnte die schwärzeste aller Hexen und das Steinbach-Pentagramm stoppen

Geschockte Zuschauer wurden mit falschen Erinnerungen versehen. Natürlich möchten wir uns dafür entschuldigen. Das Blitzdingsen war damals nötig, auch für Ihre geistige Gesundheit. Heute würden wir das nicht mehr machen. Einige Zuschauer widerstanden dem Blitzdingsen und als sie von den beteiligten Vampiren erfuhren, was sich dort wirklich abgespielt hatte, kam es von Seiten der dankbaren Bonner zu spontanen Verbrüderungsszenen mit den erschöpften Vampiren. Es wurden Blutkonserven aus dem nahegelegenen Johanniter-Krankenhaus geholt, damit unsere Jungs ihre Kräfte regenerieren konnten.

“Lävve Jung”, so steht es im Protokoll über das Gespräch eines fassungslosen Bonners mit einem der Vampire des Amtes, “lävve Jung, do hesse ne Bloody Mary. Et iss doch jot, dat alles jot jehange iss! Näh, wat fürn Driss mit dä Erika! Wat hätt dat Mädsche da bloss jemaht?!”

Unsere Vampire waren angenehm überrascht und auf vorsichtige Rückfrage, ob man als Bonner denn mit Vampiren klar käme, hieß es dann, man hätte in Bonn und Kurköln bayerische Kurfürsten aus dem Hause Wittelbach und die französischen Besatzer ertragen sowie aktuell eine schlesische Zipfelmütze im Kölner Dom am Hals, da käme es auf ein paar Vampire nun wirklich nicht an.

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Wahrlich, Dein Amt sagt Dir, künde vom Wirken des Bundeslurchs allenthalben und allüberall:

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Über Hagen Ulrich

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Hagen Ulrich, Jahrgang 1967, lebt mit Ehemann und sieben Katzen in Bonn am Rhein. Hexen, Drachen, Vampire und andere magische Wesen sind kein Problem, wenn man sie ordentlich verwaltet. Schließlich hat in Deutschland alles seine Ordnung. Basierend auf dieser Idee, entwickelte er die Idee einer Behörde, die sich um die Belange magischer Mitbürger kümmert. So entstand das Bundesamt für magische Wesen. Hagen Ulrich kam nach dem Besuch einer Ladys Night zu Twilight zum Schreiben und veröffentlicht seine Romane im Himmelstürmer Verlag in Hamburg.

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Ein Kommentar

  1. Avatar

    Die Konfrontation mit Magie ist für den Durschnittsbürger meist weniger schlimm als Experten vermuten 🙂

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