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Arzneimittel: Weder Gnome noch Flüchtlinge verursachen Lieferengpässe

Apotheke, fotographiert von Nina Aldin Thune.

PFORZHEIM (BAFMW) Schon seit einigen Jahren kommt es häufiger zu Engpässen auf dem Arzneimittelmarkt. Zum Beispiel fehlen dann nicht nur teuere Krebsmittel, sondern auch Polioimpfstoff, Schilddrüsenhormon oder einfache Glucoselösung, um bei Menschen eine Zuckerkrankheit festzustellen. Dies berichtet unsere Mitarbeiterin Carmilla DeWinter, die einen direkten Draht zu den Weißkitteln hat. Die meisten Apotheken in Deutschland führen eine Liste von mindestens dreißig Artikeln, die sie gerne bestellen würden, die aber gerade nicht auf dem Markt erhältlich sind.

Verschwörungstheorien zu den Ursachen gibt es zuhauf. So sollen die Flüchtlinge schuld sein. Auch die homosexuelle Weltverschwörung wurde schon verdächtigt.

Zuletzt baten einige besorgte Bürger*innen uns, zu untersuchen, ob und wie Gnome oder andere Kleine Völker beteiligt seien.

Ausführliche Nachforschungen gestartet

Apotheke, fotographiert von Nina Aldin Thune. Die Pharmazie ist eine Naturwissenschaft, oder versucht im Angesicht von Homöopathie, Bachblüten und Schüßlersalzen zumindest, wissenschaftlich zu bleiben.
Apotheke, fotographiert von Nina Aldin Thune. Die Pharmazie ist eine Naturwissenschaft, oder versucht im Angesicht von Homöopathie, Bachblüten und Schüßlersalzen zumindest, wissenschaftlich zu bleiben.

Zunächst baten wir die jeweiligen Vertretungen der Kleinen Völker um eine Stellungnahme.

So meinte Al Berich, Vorsitzender der Vereinigung der Gnomen und Zwerge: „Das kann ich mir nicht vorstellen. Auch einige unserer Mitglieder lassen sich klassisch ärztlich behandeln, statt zum Heiler zu gehen. Und alle mir bekannten Eltern legen viel Wert darauf, dass ihre Kinder geimpft sind.“

Tatsächlich wird keine Fabrikanlage, die betroffen ist, offiziell oder inoffiziell von Kobolden, Gnomen oder anderen Wesen bewohnt, die für ihre Streiche berühmt sind. Einige unserer Mitarbeiter*innen fuhren hin und sahen nach, um ganz sicher zu gehen. Teilweise mussten diese Prüfungen von außen durchgeführt werden, weil die Sicherheitsdienste oder sonstige Instanzen ihnen unter den fadenscheinigsten Begründungen den Zutritt verwehrten.

Die Nachforschungen im Ausland erwiesen sich als schwieriger. Zwar sind Dienstreisen dank fliegender Teppiche und magischer Tore weder zeitraubend noch aufwendig, doch die Betreiber*innen der jeweiligen Anlagen wollten uns ungern in deren Nähe lassen.

Hier kam, wie oben auch, der TricksterDetector (TM) zum Einsatz.

Kein bisschen Magie am Werk

Einige unserer Mitarbeiter*innen hatten tatsächlich gehofft, dass sich die Kleinen Völker neue Lebensräume erschlossen haben – bundesweit sind schließlich Wälder und alte Häuser auf dem Rückzug. Leider wurden sie enttäuscht, genau wie alle anderen, die gerne einfache Antworten hätten: Die Kleinen Völker und die Flüchtlinge sind daran aber genauso wenig schuld wie die homosexuelle Weltverschwörung.

Die meisten Probleme bei Lieferengpässen sind neben Produktionsausfällen durch sogenannte „Höhere Gewalt“ und unvorhergesehen große Nachfrage vor allem der guten alten Gier zuzuschreiben. Da werden beispielsweise Zulassungen gefälscht oder Vorschriften lax gehandhabt, bis es einer Behörde auffällt und die Anlage stillgelegt wird.

Wir sprechen in diesem Falle von einem multifaktoriellen menschlichen Versagen.


Bild via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=721708

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Wahrlich, Dein Amt sagt Dir, künde vom Wirken des Bundeslurchs allenthalben und allüberall:
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Über Carmilla DeWinter

Carmilla DeWinter
Carmilla DeWinter wurde 1981 in Pforzheim geboren. Carmilla DeWinter ist ein Pseudonym. Ihr bürgerliches Alter Ego arbeitet als Apothekerin. Wenn sie nicht seriös aus dem weißen Kittel schaut, oder liest, schreibt sie.Nach einem fehlgeschlagenen Versuch Anfang der Neunziger, ein DinoPark-Ripoff zu verfassen, verlegte Carmilla DeWinter sich zunächst auf Gedichte und Liedtexte, bis sie zwischen Abitur und Studium zu viel Zeit hatte. Damals setzte sie sich bei weitgehender Nichtbeherrschung des Handwerks in den Kopf, Autorin zu werden. Mittlerweile liegt ihr Gesell*innenstück in Form der „Albenbrut“ vor.Unglücklicherweise tendiert Carmilla DeWinter zu Formen, die viel Platz brauchen, deswegen hat es ihr Alter Ego bislang nur einmal geschafft, Kurzgeschichten in einer Anthologie unterzubringen. Ein bisschen englischsprachige Fanfiction ist per Suchmaschine verfügbar.Auf Deutsch zu lesen gibt es Fantasy. Carmilla DeWinter liest und schreibt lieber Drama als Action, gerne mit mehr oder weniger Liebesgeschichte. Derzeitige Schwerpunkte: queere Figuren jeder Spezies, sowie allgemein magiebegabte Personen.

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