Cheia von Sandra Busch

Cheia, ein Gay Romance Fantasyroman von Sandra Busch

Lediglich ein paar leidenschaftliche Stunden wollte Draw von dem jungen Elfen in der Spelunke. Stattdessen bekommt er ihn für den Rest seines Lebens – als zukünftigen Leibwächter, einen sogenannten Cheia.

Doch Crid hat für ihn nichts weiter als Verachtung und Abscheu übrig.

Erst als Draw erfährt, auf welche Weise Crid zum Cheia ausgebildet wurde, beginnt er dessen Hass und selbstzerstörerisches Verhalten zu begreifen.

Als ein Mordanschlag auf Draw ausgeübt wird, findet er sich plötzlich in der Rolle des Beschützers wieder. Aber wird ihn das seinem Cheia näher bringen?

Produktinformation

  • Taschenbuch: 392 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (4. Dezember 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1481148966
  • ISBN-13: 978-1481148962
  • Größe und/oder Gewicht: 22,8 x 15,2 x 2,4 cm

Leseprobe aus “Cheia”

Unerbittlich drückte ihn die Hand in seinem Nacken vor dem Altar mit der gesichtslosen Statuette des Gesegneten auf die Knie. Bereits jetzt bohrten sich die am Boden liegenden Erbsen schmerzhaft durch die dünne Haut in seine Knochen. Die gesichtslose Statuette des Gesegneten beobachtete ihn ausdruckslos vom Altar her.

„Warum bist du hier?“, fragte der Priester mit den kurzen blonden Haaren. Seine Stimme klang schneidend.

„Ich war ungehorsam, Vater.“

„Du hattest die Anordnung, diesen Mann zu begleiten. Was soll ich von deiner Weigerung halten? Soll ich dich dorthin schicken, woher du kamst? Weißt du, was mit Jungen wie dir auf der Straße geschieht?“

Er schwieg, den Kopf furchtsam gesenkt.

„Die Priesterschaft führt diese Schule seit Generationen aus reiner Nächstenliebe. Wir haben dir ein Dach über den Kopf gegeben, dich gekleidet und lassen dir eine hervorragende Ausbildung angedeihen. Ein derartiger Undank wie von einem solchen Gossenbalg wie dir ist mir allerdings noch nicht untergekommen. Erkläre mir dein Fehlverhalten!“

„Vater, ich … ich wusste nicht, wohin mich dieser Mann bringen wollte. Ein Anwärter verlässt die Schule doch nur, um als Cheia zu seinem Say’imin zu gehen. Ich hatte Angst, dass ich vielleicht wie einige Mitschüler nicht wieder zurückkehre.“

„Angst oder Unwissenheit hält einen Cheia nicht von einem Befehl ab.“

„Ja, Vater. Es tut mir leid.“

„Dir kann ich versprechen, dass du immer zurückkehren wirst. Du bist für unsere Schule … sehr wertvoll.“

„Danke, Vater.“

„Allerdings werden nun deine Mitschüler wegen dir hungern müssen. Dir ist bestimmt klar, dass es für uns nicht leicht ist, so viele hungrige Mäuler zu stopfen. Da müsst auch ihr etwas dazu beitragen. Du hättest für Brot sorgen können, vielleicht sogar für ein bisschen Fleisch, wenn du mit unserem Besucher gegangen wärst. Aber da du nicht gehorcht hast, werden ihre Teller leer bleiben.“

Er unterdrückte ein jämmerliches Aufschluchzen. Wenn die anderen Jungen das erfuhren, würde er auf der Krankenstation enden. Als ob das Knien auf den Erbsen nicht schon Strafe genug war.

Cheia von Sandra Busch
Cheia von Sandra Busch

„Die nächsten drei Stunden wirst du im Angesicht des Gesegneten darüber nachdenken, ob deinem Sinn für Gehorsamkeit auf die Sprünge geholfen werden kann.“

Krachend flog die Tür der Spelunke auf. Wachsam ruckte Crids Kopf in die Höhe. Erst ein paar Herzschläge später entspannten sich seine kampfbereiten Muskeln, da es sich bloß um eine Gruppe von fünf jungen, sichtlich angetrunkenen Adligen handelte, die in den stickigen Schankraum stürmten. Crid musste über seine Reaktion lächeln, da sie ihm deutlich zeigte, wie nervös er tatsächlich war. Der Grund für seine Unruhe war sein neues Leben, das am nächsten Tag beginnen würde und auf das ihn die Priesterschaft des Gesegneten vorbereitet hatte, seit er ein Kleinkind war.

Grölend stolperten und schwankten die Adligen zwischen den Tischen entlang, strauchelten hier über den Fuß eines Nachtwächters, rempelten dort mehrere Handwerksleute an und stießen beinahe mit einem Taschenspieler zusammen. Endlich erreichten sie ihr anvisiertes Ziel – den Tresen – und schlugen lautstark mit den Fäusten darauf.

„Wein!“, riefen sie. „Bring uns Wein.“

Crid, der an einem einsamen Tisch in einer Ecke saß, beobachtete, wie der Wirt eilig mehrere Krüge mit seinem besten Roten füllte. Bestimmt verirrten sich nicht jeden Tag solch zahlungskräftige Kunden in seine Kaschemme. Wie die Schmeißfliegen umschwirrten schon die Huren die edlen Herren, von den sicher locker sitzenden Münzen der Adligen angelockt. Die ersten derben Scherze flogen durch den Raum, begleitet von ausgelassenem Gelächter. Mittelpunkt dieser fröhlichen Runde war ein Bursche, dessen zwanzigstes Wiegenfest die Adligen feierten, wie Crid den frivolen Trinksprüchen entnahm. Sein dunkelbraunes Haar hatte er mit einem Seidenband im Nacken gebändigt und im Gegensatz zu seinen Begleitern wirkte seine Kleidung beinahe schlicht. Doch der Stoff der grünen Tunika war von ausgezeichneter Qualität. An einer silbernen Kette trug er einen einfachen Anhänger in der Form eines Sterns. Crids Brauen zogen sich zusammen, als er das Schmuckstück erkannte. Das konnte unmöglich wahr sein! Dieser ausgelassen feiernde Bursche war der Sohn des Herrschers von Ta’al’baneh, ein kleines Herrschaftsgebiet zwischen mehreren hohen Gebirgszügen. Ob der herrschaftliche Papa wusste, wo sich sein Sprössling volllaufen ließ?

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Über Sandra Busch

Sandra Busch

Am 23.02.1972 warf mich ein Storch direkt über Braunschweig ab und gab mir als Fallschirm die Leidenschaft für Bücher mit auf dem ziemlich luftigen Weg.

Daher nahm ich mir bereits als Dreikäsehoch felsenfest vor, später einmal dort zu arbeiten, wo mich Bücher umgeben würden. Je mehr, desto besser.

Ich wurde Beamtin.

Um meinem Leben etwas mehr Sinn zu verleihen, besuchte ich die Abendschule, erwarb mein Fachabitur und sorgte für einen Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) im Studiengang Verwaltungsbetriebswirtschaft.

Jetzt zählte ich schon zu den wichtigen Beamten.

Ich sammelte Bücher, bis sich die Regale bogen; heiratete; ließ mich wieder scheiden; zähmte einen Drachen und strickte abends nicht nur Socken sondern auch Geschichten.

Die schrieb ich nieder und versenkte sie im Nirgendwo.

Bis eines Tages ein entscheidender Satz fiel:

Wetten, dass du es nicht schaffst, ein richtiges Buch zu schreiben?

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