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Der dunkle Feind von Ardy K. Myrne

Der dunkle Feind, ein Fantasyroman von Ardy K. Myrne

„Wie lange ein Traum verweilt, hängt immer davon ab, wie sehr man hoffen, lieben und hassen kann.“  Das Leben der siebzehnjährigen Sarah nimmt eines Tages eine plötzliche Wendung: Nicht nur ihre älteste Freundin Hettie offenbart ihr eine unglaubliche Gabe, auf einer Party fällt Sarah auch noch einem ungeladenen Gast in die Arme. Wer ist der mysteriöse junge Mann, der für so viel Ärger sorgt und ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will? Als sie von ihrem Gastgeber erfährt, dass ihre Zufallsbekanntschaft ein Vampir sein soll, glaubt sie ihm nicht und beschließt, dem Ganzen selbst auf den Grund zu gehen. Dabei betritt sie eine Welt, die ihre eigene für immer verändert.

Produktinformationen:

Der dunkle Feind von Ardy K Myrne
Der dunkle Feind von Ardy K Myrne

E-Book:
· Format: Kindle Edition

  • Dateigröße: 1493 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 310 Seiten
  • Verkauf durch:Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00K8TOTEGPrint:
    · Taschenbuch: 308 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (10. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1500422096
  • ISBN-13: 978-1500422097
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 2 x 21,6 cm

Leseprobe aus „Der Dunkle Feind“

Noch vor dem Zwielicht war ich aufgebrochen und saß nun schon fast eine Stunde auf den Stufen vor der Eingangstür. Drinnen regte sich kein Luftzug, und die Sorge zerfraß mein Herz.

Kurz nach der Dämmerung – ich hatte die Stirn auf meinen Armen platziert, die auf angezogenen Knien lagen, und starrte trübsinnig die Stufen unter mir an – stand der Mentor in der Auffahrt.

Es war, als sei er geradewegs aus dem Boden empor geschossen, ich hatte keine Schritte gehört und keinen Schatten gesehen. Erschrocken fuhr ich auf und starrte ihn an – und er starrte zurück.

„Guten Abend, junge Dame.“

Sein kalt höflicher Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass ich hier nicht willkommen war. Es schien mir, als habe er mit meinem Auftauchen überhaupt nicht gerechnet, und das verwirrte mich. Der ganze Mann verwirrte mich. Er stand nur da, die Hände in den Manteltaschen und sah auf mich herab. Ich erinnerte mich fröstelnd an unsere erste Begegnung und wünschte, Corbian wäre hier.

Ich stand auf, strich meine Kleider glatt und erwiderte seine Begrüßung, aber mehr bekam ich nicht heraus.

Ein paar Augenblicke später fragte er endlich: „Warum bist du hier?“

„Wegen Corbian“, antwortete ich. Wieso musste er das noch fragen?

Und dann sah ich einen Schatten über sein Gesicht huschen. „Willst du herein kommen?“

Ich weiß nicht, was mir mehr Gänsehaut bereitete: der Schatten oder seine nun süßliche Stimme. Ich folgte ihm trotzdem ins Haus.

Er öffnete eines der Zimmer im unteren Flur, wies mir einen Platz auf einem alten Ledersofa zu und ging, um mir ein Glas Wasser zu holen. Der Raum diente als Wohnzimmer, machte aber nicht den Eindruck, als würde er regelmäßig benutzt. Es sah eher aus wie eines dieser altmodischen Katalog-Arrangements, mit einer leichten Staubschicht auf dem Tisch und in den Regalen der Schrankwand. Als einziger Wandschmuck diente eine große Pendeluhr. Außer dem schwingenden Perpendikel war nichts zu hören, und mir war, als hätte ich den Atem angehalten, seit dem ich über die Türschwelle getreten war. Die Atmosphäre schnürte mir den Brustkorb zu, und es wurde kaum besser, als er mit dem Wasserglas zurückkam und ich einen Schluck davon trank.

„Corbian ist nicht hier“, konstatierte der Lehrer und setzte sich in einen Sessel mir gegenüber.

„Haben Sie ihn gesehen? Geht es ihm gut? Ich wusste nicht, was ich tun sollte!“

Als er sah, dass meine Augen die ersten Tränen nicht mehr verbergen konnten, brach sein Eispanzer etwas auf.

„Was ist passiert?“

Natürlich musste er davon wissen, denn er fragte mich nicht mit der besorgten Art, wie es ahnungslose Angehörige tun, eher wie ein Polizist einen Zeugen vernehmen würde. Und so reglos nahm er meinen Bericht auch auf.

Ich erzählte ihm nicht alles. Den Wortwechsel zwischen Corbian und den Schlägern ließ ich aus. Es schien mir nicht angemessen, derart ins Detail zu gehen, zumal er mir gegenüber auch nicht gerade der Herzlichste war.

„Haben Sie ihn gesehen?“, wiederholte ich meine Frage noch einmal.

Doch statt mir zu antworten, fragte er seinerseits: „Wieso bist du nicht gleich weggelaufen?“

Habe ich schon gesagt, dass dieser Mann mich verwirrte? Seine ganze Art brachte mich aus der Fassung!

„Weil ich ihn liebe!“, antwortete ich spontan und verbarg meine Empörung nicht.

Und dann wurde mir klar, was ich gesagt hatte. Dass ich es noch nie so gesagt hatte!

Der Lehrer höhnte: „Wäre es dann nicht besser gewesen, du hättest getan, was er von dir verlangt hat?“ Er lachte kurz auf und fuhr fort: „Du scheinst ein nettes Ding zu sein. Du sorgst dich, und du bist mutig. Aber hast du einmal daran gedacht, dass du dir vielleicht den Falschen ausgesucht hast? Was sehen deine Augen, wenn du in die Welt hinein schaust? Was sieht dein liebesblinder Blick?“

Etwas brannte in meiner Kehle. Eine verzweifelte Wut keimte auf, die nur von meiner nervösen Angst in Schach gehalten wurde. Es war ein Fehler, dass ich hergekommen war.

„Mir zuzuhören ist kein Fehler, junge Dame. Deine Augen zu verschließen, wäre ein Fehler.“

„Was?“, erschrocken fuhr ich auf. Hatte er etwa –?

„Was du denkst, kann ein Blinder von deinem Gesicht ablesen. Du solltest dich beruhigen. Du solltest mir zuhören.“

Ich stolperte über die Couchlehne und blieb dahinter stehen. Was für ein Schild!

„Ich wünschte, du wärest immer so achtsam wie jetzt. Deine Naivität wird dich nämlich nicht beschützen. Lass deine Augen offen, junge Dame, bevor du in dein Unglück rennst.“

„Was ist mit Corbian?“

Sein Lachen klang bitter und amüsiert zugleich. „Du wirst mir nicht zuhören, nicht wahr?“ Er musterte mich durchdringend, bis ich das Gefühl hatte, dass sein Röntgenblick meine Knochen schmelze.

„Also gut, junge Dame, dann such ihn im Südviertel.“

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Über Ardy K Myrne

Ardy K Myrne
Ardy K. Myrne wurde 1977 in Thüringen geboren und lebt seit 1999 In Koblenz. Sie schreibt Kurzprosa, Gedichte und Romane. Ihre besondere Liebe gehört den Geschöpfen des Zwielichts und der Dunkelheit. Schon als Teenie war Ardy K. Myrne ein großer Vampirfan und ist es auch heute noch. Damals erschienen die Vampirromane von Anne Rice und prägten das Vampirbild der Neunziger. Ardy K. Myrne hat ihre Bücher verschlungen und fand es besonders interessant, dass sie der Monstrosität der Vampire eine menschliche Note verliehen hat. Zwischenzeitlich gab es das Twilight-Phänomen, das den Archetypus des Vampirs sehr weichgespült hat. Deshalb ist es ihr ein Bedürfnis, den Vampiren im ihren Werken ihre Zähne zurückzugeben. Bisher erschienen: „Der dunkle Feind“ (Vampirroman) sowie: „Blutstreue“ und „Das Raubtier“, zwei Vampir-Kurzgeschichten.

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