Die Drachen von Tashaa, Band IV Waldluft 2 von Kar Arian
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Die Drachen von Tashaa, Band IV Waldluft 2 von Kar Arian

Die Drachen von Tashaa 4 Waldluft 2 von Kar Arian

Eine harte Zeit liegt hinter Brenn und dem Drachenkommandanten Dies Rastelan, doch die Hoffnung auf eine Atempause zerschlägt sich, als sie die Nachricht erhalten, dass mehrere Drachen gleichzeitig in das Fürstentum von Tashaa eingedrungen sind. Dem Drachengefährten eines Felsendrachen steht eine Begegnung bevor, die ihm den Tod bringen kann, denn auf ihn warten drei Walddrachen!

Die Drachen von Tashaa Band 4 Waldluft 2 von Kar Arian
Die Drachen von Tashaa Band 4 Waldluft 2 von Kar Arian

Informationen zum Buch

* Format: Kindle Edition
* Dateigröße: 6464 KB
* Seitenzahl der Print-Ausgabe: 356 Seiten
* Verlag: MAIN Verlag; Auflage: 2 (15. Juli 2015)
* Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
* Sprache: Deutsch
* ASIN: B010562X9E

Die Bände gibt es natürlich auch gedruckt: Printversion

 

Leseprobe aus Teil: Die Drachen von Tashaa, Band IV Waldluft 2

Die Situation entglitt mir in sanftem diffusem Waldlicht. Die Strategie, die ich nicht fand, verpuffte wie ein Bovist unter einer Fußsohle.

Ein leises Rascheln ließ mich erstarren. Ich lauschte und wagte nicht den Kopf zu heben. Ganz vorsichtig weiteten sich meine Nasenlöcher und fingen den Geruch von Wald ein, den Geruch von Wald und etwas mehr.

Drachenhaut rieb sich an der Borke von Baumstämmen. Das leise Schaben jagte mir ein Prickeln das Kreuz hinunter. Langsam hob ich meinen Kopf, langsam stand ich auf. Grünes Waldlicht huschte über die Ahnung eines mächtigen Körpers, dort, etwas weiter weg, zwischen den Bäumen, nicht ganz klar erkennbar.

Sie waren da.

Vorsichtig drehte ich meinen Kopf und äugte in die andere Richtung. Braun und grün schimmerte es kurz zwischen den Bäumen auf. Ein leises Blasen schickte den nächsten Schauer über meinen Rücken. Ich kam mir vor wie das Reh, das den Anschluss an sein Rudel verloren hatte und von Wölfen umstellt worden war. Ihre Augen flackerten zwischen den Bäumen auf, verloschen, noch griffen sie nicht an, aber sie umschlichen mich, sie würden mich bald packen. Unwillkürlich machte ich einen Schritt zur Seite.

Ein neuerliches leises Blasen drang zu mir. Es raschelte. Sie kamen nicht wirklich näher, aber ich wich automatisch zurück. Sie trieben mich subtil vor sich her und als ich die Lichtung durch die Bäume blitzen sah, kam Verzweiflung in mir auf. Ich wollte nicht dort hinaus! Ich wollte im Schutz des Waldes bleiben. Dort draußen auf der Lichtung würden sie mich stellen! Dort würde ich keine Chance mehr haben, zu entkommen.

Idiot. Ich hatte sowieso keine Chance, ich hatte nie eine gehabt. Was sollte also der Unsinn? Besser war es, es schnell hinter mich zu bringen!

Ich holte tief Luft und trat rasch auf die Lichtung hinaus, stellte mich in die Mitte und fühlte mich beschissen. Dann hörte mein Denken irgendwie auf.

Es raschelte erneut, wie wenn eine Schlange auf einen zukroch, Schuppen sich an Schuppen rieben, was Quatsch war, denn diese Drachen hatten noch ihre Babyhaut, dann erschien der Drache vor mir.

Sie war groß. Sie war viel größer, als ich es mir gedacht hatte. Ich hatte die Walddrachen gesehen, von einem Hügel aus, wie sie durch das Tälchen gezogen waren.

Man konnte es in etwa mit dem vergleichen, was geschah, wenn man eine Boeing am Himmel sah, vom Terminal aus wartend am Start durch das große Fenster vor sich hatte, oder wenn sie direkt auf einen zurollte. Das Flugzeug wurde immer größer, und zwar exponentiell, nicht linear.

Das Drachenweibchen war grünbraun gefärbt, das Braun überwog. Auch Walddrachen hatten ein Jugendkleid. Sie würde erst in der Häutung zu ihrer endgültigen grünen Färbung finden.

Aber die typischen Merkmale der Walddrachen hatte sie schon ausreichend entwickelt, um sämtliche Gedanken aus meinem Kopf zu vertreiben. Ihr langer Hals war von dünnen Stacheln gekrönt und ihr langer Schwanz von Zacken. Der Schwanz war überproportional lang. Sie hatte einen langen Rücken, war eher kurzbeinig und ihre Läufe waren stabil gebaut. Am Kopf befanden sich Stacheln, drei Stück an jeder Seite, über den Augen ein kleinerer, zum Scheitel hin zwei längere. Sie waren ziemlich dünn und eher länglich. Mein Eindruck, ich sollte diesen Stacheln besser nicht zu nahe kommen, war bestimmt nicht verkehrt.

Die Stacheln hatte das Drachenweibchen jetzt angelegt, ihr Gesicht bekam so einen etwas länglichen Zug. Ihre Schnauze war ebenfalls eher länglich und ihre Nasenlöcher groß. Die Brust und die Unterseite des Halses waren braun gerippt und ihre Krallen hellbraun.

Sie schnob ganz leise. Ich zuckte zusammen und versuchte mich zusammenzureißen. „Es ist nicht das, wonach es aussieht.“ Ich holte tief und verzweifelt Luft.

Links von mir raschelte es und das zweite Drachenweibchen schob sich aus dem Wald. Sie war grüner als das große Drachenweibchen direkt vor mir. Die bräunlichen Facetten ihres Körpers schienen sich mehr auf ihren Kopf, ihre Füße und ihren Schwanz zu beschränken. Der war auch lang, sehr lang. Er endete, wie auch bei dem Weibchen vor mir, in einer lang gezogenen Spitze, die zackenlos war, aber jetzt schon mit kleinen Schuppen bedeckt war. Ich keuchte inzwischen leise. Ich konnte immer noch nicht wieder richtig denken.

„Sie haben mich nicht geschickt, damit ihr mich …“ Damit ihr mich fressen könnt, hatte ich sagen wollen. Ich kriegte es nicht über die Lippen. „Wir … Sie … Ich …“ Ich stotterte verzweifelt und hob leicht meine Arme, streckte meine offenen Handflächen dem Drachenweibchen entgegen, Zeichen der friedfertigen Prägung meiner Mission.

Ein Drachenschwanz zischte durch die Luft, schlang seine Spitze um mein linkes Handgelenk und holte mich mit einer peitschenden Bewegung von den Beinen. Das kleinere Drachenweibchen hatte sich ein wenig auf die Seite gedreht und mit seinem Schwanz zugepackt.

Ich flog der Länge lang nach links, der Arm wurde mir fast aus der Schulter gerissen, ich konnte mich gerade noch so mit der rechten Hand abfangen und abstützen. Ein zweiter Drachenschwanz kroch um das rechte Handgelenk, umschloss es, bevor ich ihn abwehren konnte, und riss meinen Arm nach rechts zur Seite.

Der Schmerz schoss durch meine Schultern, als die Drachen mich umbarmherzig zwischen sich ausspannten. Ich schloss keuchend die Augen. Der Angriff war so schnell gekommen, dass ich mich nicht mehr hatte wehren können. Jetzt hatten sie mich auf dem Rücken liegend, auf dem Boden, vor ihren Schnauzen, eingefangen.

Es hatte noch nicht einmal richtig angefangen, da war es auch schon vorbei. Es war vorbei.

*Was ist das?* *Es riecht nett.* *Dürfen wir es aufteilen?*

Ich riss die Augen auf und versuchte mich aus dem Griff der beiden Drachen herauszuwinden. Keine Chance. Bibbernd blieb ich liegen, hob meinen Kopf und sah den dritten Drachen vor mir an. Ich machte den Mund auf, aber meine Kehle versagte mir ihren Dienst. Meine Hände öffneten und schlossen sich, ohne dass ich es eigentlich wollte, es war wie ein Reflex. Ich ließ meinen Kopf nach hinten auf den Boden sinken und ächzte. Der Drachenkopf über mir wendete sich hin und her und beäugte mich von allen Seiten. Ich bibberte weiter.

*Es sieht ganz interessant aus.* *Nett.* *Also was nun, teilen wir es auf?* *Nun warte doch erst mal ab, ich packe es jetzt erst einmal aus! Vorher kann man doch sowieso nichts sagen.*

Ein Drachenkopf schwebte aus der Höhe auf mich herunter und grüne Augen bohrten sich in meine. Ich hob doch wieder meinen Kopf und starrte zurück. Der Drache hob seinen Vorderlauf, und seine Krallen kamen von oben herab auf mich zu, wurden größer und größer, füllten mein Blickfeld und ich sackte auf den Boden zurück. Mein Mund war plötzlich staubtrocken.

Ich zuckte im Griff der Drachenschwänze. Ich fühlte sie um meine Handgelenke. Ich konnte nicht wegkriechen.

Die Tatze senkte sich auf mein Gesicht zu, dann machte sie eine kleine Bewegung nach vorne und Krallen pressten sich auf meinen Körper, auf meine Schultern, auf meine Gurgel. Ich bebte jetzt am ganzen Körper.

Die hellbraunen Krallen fuhren langsam und sehr spürbar über meinen Körper. Sie hatten sich unter mein Hemd gedrückt und zertrennten das Leder mühelos und geradezu entnervend bedächtig. Der Drache schälte mich geradezu aus meiner Kleidung und ich hätte am liebsten gebrüllt. Ich verschluckte alles Mögliche. Die Drachenschwänze hielten meine Arme ausgespannt auf dem Boden und ich konnte mich nicht wehren.

Die Pranke kam zurück und wischte beinahe beiläufig über meinen Körper. Die zertrennten Lederstücke, meine Kleidung, wurden von meinem Körper entfernt. Ich schauderte zusammen.

Das Drachenmaul beugte sich zu mir herunter.

Das würden sie nicht schaffen! Sie würden mich nicht einfach wehrlos auffressen können! Einen Trumpf hatte ich schließlich noch in der Hinterhand.

Mein eigener Drache würde mich beschützen, damit konnte ich sie überraschen und vielleicht entkommen. Kein Drache würde sich meinem eigenen Drachen entgegenstellen, wenn er ihn zum ersten Mal sah.

Aber wenn ich zu diesem Mittel griff, gab ich mich völlig geschlagen. Dann gab es keinen einzigen Weg mehr, den ich mit diesen Drachen gemeinsam gehen konnte.

Das Maul des Drachen öffnete sich und ich durfte eine Reihe ausgereifte Drachenzähne ansehen.

Das hier war eine Kuh. Auch bei Drachen waren die Kühe kleiner, schmaler, zierlicher als die Bullen.

Das Gebiss vor mir vermittelte mir nicht diesen Eindruck. Die ganze Kuh machte mir nicht diesen Eindruck.

Walddrachen waren groß. Sie waren erheblich größer als Felsendrachen. Ich bebte.

Das Maul schloss sich fast und dann traf mich ein Klumpen grauer Schleim. Das Walddrachenweibchen bespuckte mich. Der Schleimklumpen traf meinen Magen und ich zuckte wie unter einem elektrischen Schlag zusammen. Der nächste Schleimklumpen traf meine Schulter und ich drehte angeekelt meinen Kopf zur Seite.

Der Drache ließ seine Zunge hervorzüngeln und spielte einen Moment mit ihr vor meinem Gesicht. Ich schnappte nach Luft. Dann begann ich mich panisch herumzuwerfen.

Die beiden Drachenschwänze reagierten mitleidslos, sie spannten mich zwischen sich aus, wie wenn ich auf einer Streckbank liegen würde. Ich knirschte mit den Zähnen vor Schmerz und die Drachen ließen etwas locker. Ich ächzte.

Der große Drache über mir hatte gewartet. Jetzt kam ihre Zunge und fuhr über meinen Magen, verteilte den Schleim über meinen Körper. Ich zitterte unter der Berührung wie Espenlaub. Ich spürte die Drachenspucke wie eine breiige, zähe Masse über meinen Körper fließen.

Es war nicht einfach ekelhaft. Es war grauenvoll.

Drachenspucke hatte besondere Auswirkungen. Sie konnte ganz erstaunliche Wirkungskräfte entfalten. Diesmal fühlte es sich nur nach einem an. Sie bereiteten mich dafür vor, dass ich besser rutschte. Durch den Drachenschlund in ihren Magen.

Sie bereiteten mich für ihr Mahl vor.

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Über Kar Arian

Kar Arian
Junge Leser brauchen Geschichten, die begeistern und die Fantasie anregen, daher habe ich den Schwerpunkt meines Verlages auf spannende, actionreiche und zum Lesen motivierende Abenteuergeschichten gelegt.Seit 2015 habe ich auch Krimis und Thriller im Programm. Diese Bücher sind das „mehr“ in meinem Verlag und passen sehr gut zur Ausrichtung, denn spannende Abenteuer begeistern auch Erwachsene.Alle Titel meines Verlages sind in den Barsortimenten Libri und KNV gelistet und damit im Buchhandel bestellbar. Alle Bücher gibt es auch im Online-Handel mit kostenlosem Versand und als preiswerte eBook-Ausgaben.

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