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Die Drachen von Tashaa, Band V Schattenluft Teil 1 von Kar Arian

Die Drachen von Tasha V Schattenluft 1, ein Fantasyroman von Kar Arian

Ein Drache taucht in Tashaa auf, und der Drachenkommandant weiß sofort: Dieser Drache muss nach Eldorado gelangen! Nur, wie wird Brenn das aufnehmen? Manches, was verloren schien, wird wieder gefunden. Doch was, wenn es nicht geblieben ist, was es war, sondern sich verändert hat? So kommt es zu einer schicksalhaften Begegnung an der Spalte von Sandragrab.

Die Drachen von Tashaa Band V Schattenluft 1 von Kar Arian
Die Drachen von Tashaa Band V Schattenluft 1 von Kar Arian

Informationen zum Buch

  • ISBN eBook 978-3-945118-73-3
  • ISBN Print 978-3-945118-71-9
  • Verlag: MAIN Verlag; Auflage: 2 (29. Dezember 2014)
  • Erhältlich bei: Amazon
  • Print bei Dreams to read
  • ePub | Mobi
  • Kindle Dateigröße: 3017 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 368 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00QFN1992

Leseprobe aus Die Drachen von Tashaa, Band V Schattenluft 1

Eine heftige Regenböe fuhr über die vier Reiter hinweg. Graupel mischte sich hinein. Die Männer beugten ihre Köpfe tiefer über die Hälse ihrer Pferde und galoppierten weiter. Die Hufe platschten durch den aufgeweichten Boden des schmalen Wegs, dem sie folgten.

Es schüttete mit unverminderter Heftigkeit, als sie vor dem Gasthaus absaßen, die Pferde den Knechten übergaben und in die Gaststube traten. Erst drinnen hoben sie ihre Köpfe, nahmen die Hüte ab, von denen das Wasser geradezu in Bächen herab troff und öffneten ihre langen Regenmäntel. In der Gaststube war es kurzfristig still geworden. Die Männer, die sich hier versammelt hatten, warfen den vier Neuankömmlingen beobachtende Blicke zu. Dann begannen sie, sich wieder den eigenen Gesprächen zuzuwenden, Hände griffen nach Bierkrügen.

Die vier jungen Männer zogen ihre Mäntel aus und hängten sie zu den anderen nassen Jacken und Mänteln neben der Türe. Das Gespräch im Gasthaus versiegte schlagartig. Die vier Männer trugen unter ihren Mänteln olivgrüne Uniformen.

Sie gingen zum Tresen, und die anderen Gäste beobachteten sie jetzt mit jäh erwachtem Interesse. Die Gesichter der jungen Männer waren hart, ihre Haare kurz geschnitten, ihre Schritte fest und sie gingen miteinander durch den Raum, als müssten sie einen Angriff abwehren.

Die kurzfristige Stille wurde von gedämpftem Murmeln unterbrochen. Verstohlen stießen sich einige Männer gegenseitig an. Der Wirt hatte seine Hände auf den Tresen sinken lassen und sah den Vieren entgegen. „Können wir heute bei Euch Unterkunft bekommen?“ „Und etwas zu essen?“ Der Wirt nickte schweigend. Dann deutete er auf einen freien Tisch in der Nähe des Tresens. „Ist Gulasch in Ordnung?“ Die vier nickten. „Und bringt uns auch etwas zu trinken.“

Dann setzten sie sich und die anderen Gäste starrten sie unvermindert weiter an. Den vier Männern schien das nichts auszumachen. Sie schienen daran gewöhnt zu sein. Sie schienen nichts anderes erwartet zu haben.

Der Wirt stellte Schalen vor ihnen auf den Tisch. „Scheußliches Wetter heute, nicht?“ Die vier nickten. „Ja, und noch haben wir nicht mal die Hälfte des Weges hinter uns.“ „Ihr kommt aus Tashaa?“ Sie nickten, richteten sich in den Stühlen etwas auf, griffen nach den Löffeln und tunkten sie in die heiße Gulaschsuppe.

„Ihr seid auf dem Weg zum Sperrgürtel?“ Die vier warfen dem Wirt einen Blick zu. Sie lächelten leise. Gefährlich. Mit halb zusammen gekniffenen Augen. „Ja. Wir sind auf dem Weg zum Sperrgürtel.“

Durch die ganze Schankstube ging ein Raunen. Die anderen Männer rührten sich verhalten in ihren Stühlen. „Drachenläufer“, murmelten sie sich gegenseitig zu. Die vier Uniformierten sahen sich wissend gegenseitig an. Dann aßen sie.

Dies Rastelan öffnete seinen Kleiderschrank und holte eine Hose heraus, suchte sich die passende Weste und ein Hemd dazu und betrachtete das Ensemble dann sinnend. Doch, das würde für den kleinen Empfang heute Abend passend sein. Nicht zu prächtig und nicht zu einfach, genau richtig für diese Geselligkeit eben.

Die Fürstin empfing die Gesandtschaft des Herrschers von Swinturn und er würde mal wieder neben ihr stehen. Er würde wie immer der Mann an ihrer Seite sein. Jetzt befand sie sich in den wichtigen Verhandlungen über das Handelsabkommen, weswegen die Gesandtschaft eigentlich um ein Gespräch mit der Fürstin in der Burg von Tashaa nachgesucht hatte.

Dies Rastelan schnaubte missbilligend. Kokosnüsse. Vermutlich ging es mal wieder um Kokosnüsse. Oder Olivenkerne. Vordergründig. In Wahrheit ging es um etwas anderes, aber das wurde nicht bei dieser Konferenz beredet.

Der Oberste Konsiliator der Fürstin von Tashaa klappte das Buch zu, das er in der Hand gehalten hatte und stellte es an seinen Platz in seinem Bücherschrank zurück. „So.“ Mehr sagte er nicht. Swinturn war ein kleines Land und es lag ziemlich weit weg. Aber man informierte sich eben trotzdem, das gebot die Höflichkeit.

An einem kleineren Tischchen saßen zwei andere Männer in bequemen, niedrigen Sesseln, ebenfalls nicht mehr die jüngsten, so wie er selbst. Der Konsiliator war allerdings mit Abstand der Älteste im Raum.

„Wie viele Agenten haben sie diesmal mit der Delegation ins Land geschmuggelt?“ „Vier.“ „Vier?“ Die beiden anderen Männer nickten. Der Konsiliator schüttelte seinen Kopf. „Sie werden immer dreister und immer dümmer. Als ob ihnen das auch nur das Geringste nützen wird! Sie sollten es so langsam doch begriffen haben!“

„Na ja,“ einer der beiden Männer lehnte sich zurück und überkreuzte seine Beine, was einen wohlberechneten Eindruck von Gemütlichkeit zum Ausdruck bringen sollte, „sie hoffen eben immer noch, dass sie irgendwo etwas mehr heraus bekommen können, als wir ihnen mitzuteilen gewillt sind. Ich hoffe bloß, dass wir nicht wieder ein paar Idioten bis fast zum Sperrgürtel verfolgen müssen, wie vor einem halben Jahr.“

„Diese Spione können schon ziemlich hartnäckig sein, aber zum Glück hat es bislang jedenfalls noch keiner geschafft, weit genug zu kommen, um wirklich bis ins Sperrgebiet vorzudringen.“ „Sie sind einfach Dummköpfe. Allesamt. Wie kann man nur in den Sperrgürtel eindringen wollen!“

Die beiden Männer schüttelten ihre Köpfe. Der Konsiliator lächelte ein wenig. „Sie haben eben nicht unsere Erfahrungen. Aber sie glauben, sie wären schlauer als wir. Na schön, dann gebt unseren Protektoren die entsprechenden Order, damit wir nicht irgendwann einmal einem hochwohlgeborenen Gesandten erläutern müssen, warum seine Agenten nicht mehr in diesem Land zu finden sind, obwohl sie ganz augenscheinlich nicht ausgereist sind.“

Ich ließ die Luft entweichen und ließ mich enttäuscht auf den Bauch fallen. Jetzt war mir zum dritten Mal hintereinander weg eine Gruppe Bergziegen durch die Lappen gegangen! So viel Pech hatte ich schon sehr lange nicht mehr gehabt. Immer passierte im letzten Moment etwas Unvorhergesehenes.

Gerade eben war der Wind umgesprungen, nachdem ich mich über eine halbe Stunde lang formgerecht auf Zehen- und Fingerspitzen angeschlichen hatte und die Bergziegen hatten mich in der allerletzten Sekunde in die Nase gekriegt. Das letzte Mal vorher hatten mir ein paar aufmerksame Murmeltiere einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rachsüchtig wie ich war, hatte es daraufhin Murmeltierbraten statt Bergziege gegeben.

Und jetzt? Ich warf dem großen roten Felsbrocken, der inmitten von anderen großen Felsbrocken herumlag und plötzlich ein paar Augen bekommen hatte, einen missmutigen Blick zu. „Brackengänse?“, äußerte ich ziemlich verstimmt. Wenn man die Murmeltiere nicht mitzählte, hatten wir uns jetzt schon ein paar Tage hintereinander von Brackengänsen ernährt und es wurde Zeit für einen nachhaltigeren Menüwechsel. Wenn nur die Bergziegen nicht so verflucht flink auf den Beinen gewesen wären!

Vielleicht sollte ich doch mal wieder eine Nachtjagd einschalten. Das hatte ich schon länger nicht mehr gemacht. Das hatte ich schon länger nicht mehr nötig gehabt, um genau zu sein. Na schön, dann komm und lass uns ein paar Brackengänsen das Leben schwer machen.

Sheila sagte nichts, als wir mit unserer Beute ankamen. Sie warf mir nur einen sprechenden Blick zu und ich wäre am liebsten in den Boden versunken. Wie peinlich! Mein ungenügender Jagderfolg war mir wirklich peinlich. So ein Versager war ich eigentlich sonst nicht. Ich wusste einfach nicht, warum ich momentan eine solche Pechsträhne hatte.

*Wir müssen nicht hier bleiben, weißt du.* Sheila hatte sich an Berkom gekuschelt und ich wollte demnächst an meiner üblichen Schlafstelle verschwinden. Die Dämmerung war fast vorüber, es war Zeit, schlafen zu gehen. „Ich weiß. Aber ich will nicht.“ *Sturheit siegt, was?* Ich grummelte Sheila an. Es wurmte mich einfach, dass ich die Bergziegen nicht erwischt hatte. Das war alles. *Na schön. Dann bleiben wir noch ein bisschen hier, bevor du ein Bergziegentrauma entwickeln kannst.* Ich grummelte Sheila gleich noch mal mit einer Runde Bassbariton an. Sie benahm sich ungehörig. Das Drachenweibchen kicherte und zwickte Berkom spielerisch ins Genick. Der große Drachenbulle schüttelte seinen Kopf und grollte. Dann stieß er ein wenig Wasserdampf aus und drehte sich ein bisschen. Ich machte einen Hopser zur Seite und wartete, bis er eine angenehme Position gefunden hatte.

Berkom legte seinen Kopf auf Sheilas Seite und ich betrachtete meine beiden Drachen. Dann witterte ich über den Felshang und die nächsten Gebirgszüge hinweg. Es war alles in Ordnung, keine Gefahr weit und breit. Wir konnten in Ruhe schlafen, obwohl wir uns weit weg von unserem eigenen Territorium befanden.

Am nächsten Tag bekam ich noch eine Chance für die Bergziegen, die aber wieder nicht von Erfolg gekrönt war und danach sammelte Berkom mich schlicht und ergreifend ein. Wir brachen auf und flogen ein paar Kilometer nach Nordwesten.

Mein Protest hielt sich in Grenzen. Schließlich war ich nicht so blöd und würde wirklich traumatisiert werden, bloß weil mir ein paar Ziegen durch die Lappen gegangen waren! Künstlerpech gehörte zum Leben dazu. Das wusste ich schon lange.

Die Gegend, die wir jetzt erreichten, gefiel mir überhaupt nicht. Die Hochebene war ziemlich groß und ziemlich trocken, fast eine Halbwüste. Hohe Säulenkakteen wuchsen überall, gelbgraue Felsen lagen herum, einzelne karge Tafelberge und Plateaus vervollständigten den abweisenden Gesamteindruck. Die Sonne schien um ein paar entscheidende Nuancen heftiger auf uns herab zu brennen.

Nein, diese Gegend gefiel mir nicht. Ich deckte meine Augen mit der Hand ab und spähte in die Steppe hinaus. Weiter weg schien die Luft zu flackern. Die Gazellen verschmolzen geradezu perfekt mit ihrer Umgebung, ihr gelblichbräunliches Fell mit den weißen und schwarzen Flecken ließ sich kaum aus dem sie umgebenden Farbgemisch herauslösen.

Sie zupften von ein paar dornigen Gestrüppen kleine Blättchen ab. Vorsichtig warf ich meinen Drachen einen Blick zu. Sie beobachteten mich völlig entspannt und eher mit einer Art ruhiger Wachsamkeit. Also gut, sie wollten mir die Tour nicht vermasseln. Sie wollten zusehen, wie ich mich mit den Gazellen schlug.

Diesmal nahm ich einen kleinen Umweg in Kauf. Die Geländeformation legte mir nahe, mich durch eine Senke und in Deckung durch ein kleines Kakteenfeld mit der Sonne an die Gazellen anzuschleichen. Es gelang mir auch ganz hervorragend.

Die Gazellen wedelten mit ihren Schwänzchen und Ohren, um die allgegenwärtigen Fliegen zu vertreiben. Ab und zu kratzten sie sich mit ihren Hufen an den Hälsen. Hin und wieder warf eines der Tiere seinen Kopf hoch, um zu sichern. Aber diesmal war es windstill und ich robbte ohne das leiseste Geräusch näher heran.

Die Gruppe war nicht sehr groß, etwa zehn Tiere hatten sich bei den dornigen Büschen eingefunden. Welches davon Böcke und welches Ricken waren, konnte ich nicht genau unterscheiden. Ich kroch noch ein Stückchen näher und begann die einzelnen Tiere genauer ins Visier zu nehmen, um mir ein geeignetes Stück als Beute auszusuchen.

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Über Kar Arian

Kar Arian

Junge Leser brauchen Geschichten, die begeistern und die Fantasie anregen, daher habe ich den Schwerpunkt meines Verlages auf spannende, actionreiche und zum Lesen motivierende Abenteuergeschichten gelegt.

Seit 2015 habe ich auch Krimis und Thriller im Programm. Diese Bücher sind das „mehr“ in meinem Verlag und passen sehr gut zur Ausrichtung, denn spannende Abenteuer begeistern auch Erwachsene.

Alle Titel meines Verlages sind in den Barsortimenten Libri und KNV gelistet und damit im Buchhandel bestellbar. Alle Bücher gibt es auch im Online-Handel mit kostenlosem Versand und als preiswerte eBook-Ausgaben.

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