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Die Legenden der Verfluchten – Die goldene Morgendämmerung von Nathalie Kutscher

Die Legenden der Verfluchten - Morgendämmerung, ein Fantasyroman von Nathalie Kutscher

Deutschland im Jahre 1822. Aurelia Teichner ist Novizin in einem Kloster bei Trier. Trotz ihrer tiefen Religiosität, wird sie von dunklen Träumen und Visionen heimgesucht. Immer wieder sieht sie einen Mann, der sich ihr als Absalom zu erkennen gibt. Doch wer ist dieser furchteinflößende Mensch, dem Aurelia sich gleichzeitig so verbunden fühlt? Erst durch das Auftauchen des überspannten Vampirs Jean wird Aurelias Familiengeheimnis gelüftet und sie erfährt, wer Absalom ist. Ein vampirischer Jäger, der es auf ihr Leben und das ihrer Mutter abgesehen hat. Wird sie gegen den grausamen Untoten und der hocherotischen Leidenschaft die sie für ihn empfindet bestehen können?

Produktinfo

Leseprobe aus “Die Legenden der Verfluchten – Die goldene Morgendämmerung”

London / England, 1452

Die Legenden der Verfluchten von Nathalie Kutscher
Die Legenden der Verfluchten von Nathalie Kutscher

Absalom war gerade sieben Jahre alt, als seine Eltern starben. Die Pest wütete in ganz Europa und raffte Millionen von Menschen dahin. Auch Englands Hauptstadt London wurde nicht verschont, und der dunkle Schleier des Todes legte sich über die Stadt an der Themse.

Absalom wurde in Londons Armenviertel geboren. Seine Mutter kümmerte sich wenig um die drei Kinder, denn sie sorgte für den Lebensunterhalt der Familie und schuftete in einer Wäscherei. Absaloms Vater war ein stadtbekannter Säufer und hielt, mit Ausnahme einer zünftigen Kneipenprügelei, nicht viel von körperlicher Ertüchtigung. An dem Tag, als seine Familie dahinsiechte, empfand Absalom kein Gefühl. Trotz seines zarten Alters war er selbstständig und unabhängig. Er erfuhr nie die benötigte Mutterliebe und von seinem Vater, kannte er nur harte Schläge mit dem Gürtel.

Er überlebte als einziges Familienmitglied die Pest. Als seine Eltern und auch die Geschwister tot waren, schleppte er die verwesenden Körper in den Hinterhof des Hauses und zündete sie an. Fasziniert sah er zu, wie die lodernden Flammen die Familie verzehrten.

Anschließend ging er zurück, wickelte sich ein Tuch um Nase und Mund und säuberte das Haus. Draußen wütete der „Schwarze Tod“ weiterhin und Absalom fühlte sich in seinem Elternhaus am sichersten. Er war zu jung, um zu verstehen, warum er als einziger nicht erkrankt war. Ob es Gottes Gnade war oder er einfach nur verdammtes Glück hatte, das war dem Jungen ziemlich egal. Absalom ging daran, in den Geheimverstecken seiner Mutter nach ein paar Pennys zu suchen. Er fand gerade so viel, dass es für eine Woche Lebensmittel reichte – wenn er sparsam war. Über das Danach machte er sich keine Gedanken. Die Familie hatte nie weit in die Zukunft geschaut, denn wer wollte ein so trostloses Leben jahrzehntelang führen? Absalom war es gewohnt, von der Hand in den Mund zu leben und kam auch mit wenig aus. Er fand einige Gläser Dörrobst, mit denen er es sich auf der schmuddeligen Matratze seiner Eltern gemütlich machte.

Während er die Trockenpflaumen in sich hineinstopfte und sich immer wieder die laufende Nase am Hemdsärmel abwischte, sah er sich in dem kargen Zimmer um. Er war froh, dass er endlich alleine war. Er hatte keine Schläge mehr zu befürchten, und musste nachts nicht mehr das unterdrückte Weinen seiner Mutter anhören, wenn sein Vater sie wieder einmal verprügelte. Während draußen in den Straßen immer mehr Tote aus den Häusern gebracht wurden, saß er auf einem wanzenverseuchten Bett und genoss die Stille. Absalom kaute auf einem Stück zähem Obst und überlegte, was er als nächstes tun könnte. Gesättigt kuschelte er sich in eine stinkende Decke und schlief bis zum nächsten Morgen durch.

Als er erwachte, erwartete er im ersten Moment Geschirrgeklimper aus der Küche. Doch alles war ruhig. In einem kurzen Anflug von Panik strampelte er die Bettdecke zur Seite und sprang auf. Dann dämmerte es ihm: Seine Familie war tot. Und zum ersten Mal seit dem Erkranken und dem Tod seiner Eltern empfand Absalom Trauer. Eine kleine Träne kullerte über seine rote Wange und er fühlte sich plötzlich unendlich allein. Er war noch ein Kind, welche Chance hatte er also, alleine zu überleben? Während er weinend in der kalten Küche stand, hämmerte jemand heftig an die Tür.

Absalom war starr vor Schreck. Er sah sich nach einer Fluchtmöglichkeit um, doch dieses winzige Loch, welches er sein Zuhause nannte, besaß nur einen Ausgang. Geistesgegenwärtig stopfte er sich die Pennys in seine abgewetzte Hose und öffnete nach erneutem Klopfen die Tür.

Draußen stand der Abt der Gemeinde und hielt sich ein Tuch vor den Mund. Vorsichtig spähte Pater Edwin in den spärlich beleuchteten Raum.

„Bist du alleine, Junge?“, fragte er mit einer schnarrenden Stimme, die an das Krächzen einer Krähe erinnerte. Absalom nickte und wischte sich den Rotz von der Nase.

„Wo sind deine Eltern?“, wollte Pater Edwin wissen und musterte den vor Dreck starrenden Absalom.

„Tot!“, antwortete der Junge knapp und kratzte sich den juckenden Kopf.

„Bist du gesund?“

Absalom nickte erneut. Pater Edwin gab zwei Männern ein Zeichen. Sie packten Absalom unsanft und schleppten ihn aus dem Haus. Zeternd versuchte er sich loszureißen, aber die Männer waren zu stark.

Sie steckten ihn in eine vergitterte Kutsche, in der sich noch weitere Kinder befanden. Während er zwischen weinenden Kindern jeglichen Alters saß, sah er, wie man die Möbel aus seinem Elternhaus schaffte und auf der Straße verbrannte. Die Männer gingen dabei sehr gründlich vor und ließen nichts übrig.

So erging es jedem Haus, an dem sie Halt machten und noch mehr verwaiste und völlig hilflose Kinder holten. Bald glich sein gesamter Bezirk einem riesengroßen Scheiterhaufen. Überall loderten Feuer, und es stank nach Tod und verfaulten Körpern.

Wie Absalom bald von einem rothaarigen Bengel namens Chad erfuhr, wurden sie ins städtische Waisenhaus gebracht. Ihm fuhr es durch Mark und Bein. Absalom kannte die Geschichten, die man sich über das Waisenhaus erzählte. Entschlossen presste er die Lippen aufeinander und plante bereits vor seiner Ankunft die Flucht. Der rote Chad schien seine Gedanken zu erraten.

„Mach dir keine Hoffnung. Da kommste nicht mehr raus“, sagte er im Dialekt der Arbeiterklasse.

„Was geht dich das an?“, gab Absalom zurück.

Chad grinste  und verschränkte die Arme hinter dem Kopf.

„Nichts. Ich sag nur, dass du erwischt wirst. Bist doch nur ein blöder Bengel.“

Absalom ballte die Hände zu Fäusten.

„Halt die Klappe. Wer bist du denn, dass du mich hier vollquatschst?“

„Chad Andrews“, antwortete der Junge.

„Was?“

„Na, du wolltest doch wissen, wer ich bin. Ich bin Chad Andrews. Du darfst mich aber Chad nennen“, sagte er lachend.

„Ach, halt’s Maul. Wen interessiert‘s, wer du bist? Bist doch auch bloß einer, dessen Eltern die Beulenpest hatten und jetzt irgendwo brennen.“

Irgendein Kind heulte bei diesen Worten auf, und Absalom sah in das Gesicht eines schluchzenden Mädchens. Eine Welle von Mitleid überschwemmte ihn, als er die weinenden Kinder sah.

War er denn der einzige, der seine Familie nicht vermisste?  Er versank in Gedanken und wurde von der holprigen Kutschfahrt durchgeschüttelt.

„Hey, sag mal, wie heißt du denn überhaupt? Oder soll ich dich nur blöder Bengel nennen?“, hörte Absalom Chad rufen.

„Absalom. Und jetzt halt endlich dein Maul.“

„Absalom? Wo hast du denn den Namen her? Biste ein Zigeuner oder was? Siehst ja fast wie einer aus.“

„Ich bin kein Zigeuner“, zischte Absalom wütend. Er wünschte sich von ganzem Herzen, dieser rothaarige Trottel würde seinen Mund halten.

„Oh, ich verstehe. Bist bestimmt ein Jude. Habt ihr gehört, Leute? Wir haben hier einen Juden an Bord“, rief Chad übermütig.

Absalom platzte der Kragen. Er wühlte sich zu Chad durch und rammte ihm seine Faust ins Gesicht. Unter den Kindern brach Tumult aus. Einige schrien erschreckt, andere fingen an zu weinen, nur Chad lachte mit blutender Nase.

„Hast ja richtig was in den Armen, du blöder Bengel.“

Absalom starrte Chad einen Moment lang an, doch dann fiel er in Chads Gelächter mit ein.

„Und du hast einen verdammt harten Schädel, Rotschopf“, kicherte er.

Von diesem Moment an waren Chad und Absalom unzertrennlich. Absalom erfuhr, dass Chad dreizehn Jahre alt war und seinen Vater nie kennengelernt hatte. Seine Mutter war eine Hure mit ständig wechselnden Liebhabern, und so wusste er nicht einmal, wer sein Vater war.

Chad war schon früh auf sich alleine gestellt und klaute sich alles zusammen, was er brauchte. Es war nicht das erste Mal, dass er sich in der Gitterkutsche auf dem Weg ins Waisenhaus befand. Die Polizei und die Jugendfürsorge griffen ihn ständig auf der Straße auf, und er musste nächtelang in den überfüllten Schlafsälen auf seine Mutter warten. Diesmal würde ihn niemand mehr abholen, denn seine Mutter teilte das Schicksal ihrer Nachbarn – den Pesttod.

Darum war er froh, Absalom getroffen zu haben. Er mochte den kleinen, dunkelhaarigen Burschen mit den kobaltblauen Augen. Chad war zwar großmäulig, hatte das Herz aber am rechten Fleck. Und so nahm er sich vor, auf seinen neuen, kleinen Freund aufzupassen.

………………………………………………………………………………………………………………..

Mit den Bewegungen einer Raubkatze schlich der Eindringling durch die dunklen Flure des Klosters. Er fühlte sich wie im Paradies, denn er roch den süßen Duft von Unschuld. Diese Nacht würde er zeitlebens nicht vergessen. Leise öffnete er die eine oder andere Tür und warf einen Blick in die Kammern. So konnte er vorab ein erstes Auswahlverfahren treffen. Die verführerischen Leiber der jungen Mädchen lagen in den Betten und er konnte sich nicht zurückhalten. Es war ein Schlaraffenland. Süße, frische Früchtchen in allen Altersgruppen waren bereit, von ihm gepflückt zu werden. Vorsichtig schlüpfte er in eines der Zimmer, trat an das Bett einer hübschen Brünetten und streichelte ihr sanft das Haar. Dann beugte er sich hinunter und biss ihr brutal in den Hals. Er trank einen Schluck, und ehe das Mädchen zum Schrei ansetzen konnte, brach er ihr das Genick.

„ Welch köstlicher Tropfen“, sagte er, als teste er einen teuren Wein und widmete sich Bett Nummer zwei.

Auch von dem darin befindlichen Mädchen nahm er nur einen Schluck und tötete anschließend auch sie. Ohne eine Spur des Bedauerns ging er wieder aus dem Zimmer. Sie würden alle ihm gehören. Eine Nacht der Delikatessen lag vor ihm. Und so setzte er sein grausiges Spiel fort. Doch bei all den Sinnesfreuden, die ihn erwarteten, durfte er seinen Auftrag nicht vergessen. Er wusste nicht, wie das Mädchen aussah, welches er suchte. Er hatte nur einen Namen: Aurelia Teichner. Mit ihr würde er sich besonders viel Zeit nehmen, und jeden Augenblick genießen. So lange Jahre schon war er auf der Suche nach ihr und ihrer Mutter. Doch bis jetzt hatte er Anäis noch nicht gefunden und Konstantin – sein Auftraggeber – war bereits tot, das jedenfalls erzählte man sich. Doch er hatte nicht ohne Grund einen solch guten Ruf, also würde er seinen Auftrag erledigen. Er war von dem neuen Oberhaupt Gérald losgeschickt worden, um dieses Mädchen zu finden. Sie war eine Gefahr für alle Vampire, denn sie war das einzige lebende Kind aus einer Verbindung von einer Vampirin und einem Menschen, der noch dazu ein Geistlicher war und einer Gesellschaft von Vampirjägern angehört hatte. Er verfolgte ihre Spur bis nach Deutschland und landete schließlich in Trier. Von da an war alles weitere ein Kinderspiel. Eine dortige Klosterschülerin hatte ihm alles verraten, was er wissen musste.

‘Kleine, ungehorsame Hannah’, dachte er und lächelte teuflisch.

Das Mädchen schlich sich gemeinsam mit einer Freundin des Nachts aus dem Kloster und suchte in der Stadt eine kleine Abwechslung vom Kirchendasein.

Es war ein leichtes für ihn, dieses naive Ding auf Abwegen zu führen, und nachdem er in ihren Geist eingedrungen war, erzählte sie bereitwillig alles über das Kloster und seine Bewohner. Hannah erwähnte, dass eine Mitschülerin nachts von Träumen heimgesucht wurde, und sie auch sonst etwas seltsam war.

Ihr sei zu Ohren gekommen, sagte sie, dass dieses Mädchen einer Mitschülerin Blut von der Hand geleckt hatte, und sie seien deshalb zerstritten. Und da erfuhr er die Namen, die er brauchte. Aurelia Teichner und Greta Wagner. Nachdem er nun alles wusste, vergnügte er sich mit Hannah, denn was gab es sinnlicheres als eine Jungfrau? Während er sich immer und immer wieder mit ihr vereinte und währenddessen von ihr trank, starb das arme Ding an Entkräftung. Der Jäger bekam nicht einmal mit, dass er seinen letzten Samen in eine Tote ergoss. Danach warf er sie in den Fluss, wo sie für immer ein nasses Grab fand.

„Dumme Göre“, murmelte er, als er an das Mädchen dachte.

Und nun war er hier im Himmel der Köstlichkeiten. Die alten Nonnen hatte er sofort umgebracht, denn nie im Leben würde er seinen Gaumen mit dem Blut alter Jungfern beleidigen oder gar der Fleischeslust mit diesen greisen Vetteln frönen. Es schüttelte ihn bei dem Gedanken daran.

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Über Nathalie Kutscher

Nathalie Kutscher
Das Licht der Welt erblickte ich am 21.02.1973 in Oberhausen, mitten im „Ruhrpott“. Dort verlebte ich meine Kinderjahre, meine Schulzeit und machte dort auch meine Ausbildungen. Als Erstes lernte ich den Beruf als Baumschul/Garten und Landschaftsgärtnerin und arbeitete auch eine Zeit als Solche. Mit vierundzwanzig Jahren jedoch, entschied ich mich für eine Umschulung und ging in die Krankenpflege. Doch das alles hat wenig mit Schreiberei zu tun. Bücher sind für mich – seit ich lesen kann – meine ständigen Begleiter und treuen Freunde. Schon sehr früh erwachte in mir der Wunsch, selbst ein Buch zu schreiben, doch am Anfang waren es nur kleine Aufsätze, die ich freiwillig für die Schule schrieb und natürlich das ultimative „geheime“ Tagebuch, welches ich mit allerhand Gedichten und Anekdoten füllte. Zum Glück existieren diese Aufzeichnungen nicht mehr. Mit etwa siebzehn Jahren schlug ich meiner besten Freundin vor, einen Roman zu schreiben. Es war eine Mischung aus unseren eigenen Erlebnissen und Fiktion. Mit meinen Eltern machte ich kurz zuvor eine Amerika – und Kanadareise und so verlegte ich den Schauplatz für das Buch kurzerhand nach New York. Doch auch die Wahl, die Geschichte in einer der wohl tollsten Städte der Welt spielen zu lassen, ließ den Roman nicht unbedingt besser werden. So bin ich froh, dass auch dieser Erguss meiner Hirngespinste nie an die Öffentlichkeit gelangt ist. Danach schrieb ich erst einmal nichts mehr, sondern las lieber Bücher von Leuten, die es können. Mein Interesse galt der Geschichte und Mythen anderer Länder und ich verschlang alles, was ich über die First Natives und Ägypten in die Finger bekam. Ein weiterer Amerikaurlaub folgte, ebenso einer in mein gelobtes Land Ägypten, wo ich kurzzeitig auch hinziehen wollte.Jahre später – ich war bereits verheiratet – wachte ich morgens auf, und sagte zu meinem Mann:„Ich schreibe einen Roman!“Da ich eigentlich in allen Lebensbereichen recht kreativ bin, mich für alles Mögliche interessiere und ein ziemlich durchgeknallter Zeitgenosse bin, wunderte mein Mann sich nicht über diese Aussage. Also setzte ich mich hin und begann – per Hand – zu schreiben. Monate, Jahre vergingen und mein Roman wuchs stetig. Leider wurde er nicht fertig, denn wir beschäftigten uns zwischendurch mit einem anderen Wunsch, der uns keine Ruhe mehr ließ. Wir wollten, für andere gänzlich unverständlich, die wunderschöne Stadt an der Emscher verlassen und in ein anderes Land ziehen. Kanada war unser erster Traum, doch letztendlich wurde daraus Island. 2008 packten wir unsere Sachen, verschifften sie auf die Insel hoch im Norden und durften drei Jahre dieses schöne Land genießen. Leider hat uns die Bankenkrise, die Island schwer erschütterte, einen Strich durch die Rechnung gemacht und schweren Herzens haben wir unsere Zelte dort wieder abgebrochen. Aber manchmal gestalten sich schwere Zeiten zu einem wahren Segen. Wir durchlebten ein paar wirklich harte Monate, in denen wir nicht wussten, was uns am nächsten Tag erwartete. Kurz zuvor lernte ich im Internet eine Deutsche kennen, die nach Finnland ausgewandert war und auch schrieb. Irgendwann gab sie mir den Tipp, bei einer Ausschreibung mitzumachen. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, dass Verlage so etwas anboten. Ich hätte mich vorher auch nie getraut, mein Geschreibsel einem Verlag anzubieten. Doch in der damaligen Situation hatte ich sowieso nichts mehr zu verlieren, also setzte ich mich hin und begann zu schreiben. Das Thema war Wölfe und da diese zu meinem Lieblingstieren gehören, war die Novelle in vier Tagen fertig. Jetzt kam mir mein angelesenes Wissen über die First Natives und meine Liebe zu Kanada zu Gute, denn all das, verarbeitete ich zu der Geschichte „Wolfslegenden – Die Hüterin“. Tatsächlich bekam ich wenig später eine Veröffentlichungszusage von dem Verlag und wäre beinahe vor Stolz geplatzt. Danach sprudelten die Ideen nur so aus mir heraus und ich schrieb mir die Finger wund. Es folgten weitere Veröffentlichungen in Anthologien, bis ich schließlich 2011 meinen Roman „Der Kuss des Meeres“ begann. Er spielt in Island und ist ein düsterer Mysteriethriller, in dem auch eigene Erfahrungen eingeflossen sind.Kurz danach zogen wir zurück nach Deutschland, jedoch nicht wieder ins Ruhrgebiet, sondern nach Unterfranken. Hier lebten wir in einem kleinen Haus mit unseren vier Katzenmädels und einem Streunerkater, der uns als Schmusesklave und Futterquelle auserkoren hatte. Mittlerweile haben wir uns im schönen Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt und ich hoffe, es ist die letzte Station unserer Reise. Für die Zukunft ist geplant, dass wir selber Gemüse anbauen und irgendwann weitestgehend autark leben können.2012 ging es weiter Berg auf mit dem Schreiben. „Der Kuss des Meeres“ wurde bei ChiChili veröffentlicht, ich bin mittlerweile in vielen Anthologien vertreten, schreibe für ein Tierschutzprojekt mit Namen „Eine Feder für Tiere“, welches über Facebook ins Leben gerufen wurde und eine Vereinigung verschiedener Autoren ist, habe alte Projekte wieder hervorgeholt und sie überarbeitet.Des Weiteren schreibe ich für das Projekt "Jedes Wort ein Atemzug", wobei der Erlös an Organisationen gegen Gewalt geht.2014 trennte ich mich von meinem Verlag, fand jedoch kurz darauf einen neuen Verlag, wo die meisten meiner Bücher ein neues kuscheliges Heim gefunden haben. Nebenbei veröffentliche ich aber auch in Eigenregie.Unter dem Pseudonym Ava Pink schreibe ich auch Erotik.Da ich schon immer ein großer Geschichtsfan war, ist es nicht verwunderlich, dass viele meiner Romane und Geschichten einen historischen Hintergrund haben.Aus meinem einstigen Wunsch, meinen Namen irgendwann einmal auf einem Buch lesen zu dürfen, ist für mich Realität geworden und ich bin noch lange nicht am Ende. Allem Desinteresse und Unkenrufen, seitens von Freunden und Familie zum Trotz, habe ich mich durchgesetzt und meinen größten Traum Wirklichkeit werden lassen. Es macht mich unbeschreiblich glücklich, den Beruf als Autorin leben zu dürfen.Neben der Schreiberei ist die Fotografie meine größte Leidenschaft. Meine Bilder kann man auch für, z.B. Cover, auf Anfrage bei mir erwerben.Ende 2014 habe ich meinen Job in der Pflege an den Nagel gehängt. Zum einen aus gesundheitlichen Gründen, zum anderen, um meinem Traum vom Schreiben zu leben, ein Stückchen näher zu kommen. Daher habe ich mich im Juli 2015 als Lektorin und Autorin selbstständig gemacht.Weitere Infos dazu: kutscher-lektorate.jimdo.comDas Jahr 2017 begann für mich mit einem weiteren Höhepunkt. Ab sofort bin ich nämlich als stellv. Verlagsleitung beim Telegonos Verlag tätig.Natürlich kann man mich auch für Lesungen buchen!

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