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Die Wahrheit über die neun Welten der nordischen Mythologie – Teil I

Schwarzelf Dwalin auf seiner Fledermaus

Die Wahrheit über die neun Welten aus der nordischen Mythologie von Marita Sydow Hamann – Teil 1

Die neun Welten aus der nordischen Mythologie kennt nicht jeder, doch Namen wie Odin, Tor und Loki sind doch fast jedem ein Begriff.
In dieser Beitragsreihe nehme ich die neun Welten und deren Wahrheitsgehalt unter die Lupe.

Die drei Welten

Laut alten Sagen wurde die Welt zu Beginn als drei Segmente gesehen. Man dachte sich die Erde als eine runde Scheibe, die vom großen Weltenmeer umgeben war.
In der Mitte dieser Welt hatten die Götter ihre Heimat, die Riesen – die Tursen – hausten im Hinterland und die Menschen lebten genau dazwischen.
Laut der Götter bedurften die Menschen ihres Schutzes – und zwar vor den Riesen –, daher errichteten sie mit Hilfe der Augenbrauen des Riesen Ymer einen mächtigen Schutzwall. Die geschützte Burg in der Mitte dieses Schutzwalls nannten die Götter Midgård, da sie genau in der Mitte zwischen Götter und Riesen lag.
Das Reich der Götter nannte sich Godheim, was „die Heimat der Götter“ bedeutet. Die wichtigste Burg der Asa-Götter, der Asen, hieß Asgård. Hier hielten sich die bedeutsamsten Götter auf.
Die Riesen hatten ihre Behausungen in den unzugänglichen Bergregionen. Ihre Welt hieß Jotunheim. Die wichtigste Burg der Bergriesen nannte sich Utgård – die Burg des Hinterlandes.
Der Bereich der Menschen grenzte sowohl an das Land der Götter als auch an das Gebiet der Riesen. Ihre Welt nannte sich Mannheim.
Laut der alten Sagen sammelten sich Götter, Riesen und Menschen also um denselben Planeten, der Erde.

Die neun Welten

Zu Beginn gab es also in der Vorstellung der Menschen drei Welten – die der Götter, die der Riesen und die der Menschen.

Sagengleicher Wasserfall im Gebirge Jättehem auf Godheim

Später erweiterte sich die Anzahl auf neun. Diese neun Welten sind genau in der folgenden Reihenfolge entstanden: Muspelheim, Alfheim, Vanaheim, Godheim, Mannheim, Jotunheim, Svartalfheim, Helheim und Nifelheim.

Die Wahrheit:

Alle diejenigen, die „Die Erben der alten Zeit“ gelesen haben kennen natürlich die Wahrheit über die neun Welten. Unsere Vorväter haben zum großen Teil recht, doch so einiges wurde über die lange Zeit verdreht und somit verfälscht überliefert.

Dann wollen wir die Dinge doch einmal richtig stellen:
Ja, es gibt die neun Welten Muspelheim, Alfheim, Vanaheim, Godheim, Mannheim, Jotunheim, Svartalfheim, Helheim und Nifelheim. Allerdings sind sie etwas anders gelegen als die nordische Mythologie es überliefert, und ihre Bewohner sind nicht immer mit denen in den Überlieferungen zu vergleichen.
In der Reihe „Die Wahrheit über die neun Welten“ werde ich die neun Welten vorstellen, und zwar in der oben angegebenen Reihenfolge. Dazu werde ich zum einen eine Zusammenfassung der Überlieferungen und zum anderen eine Zusammenfassung der Wahrheit liefern.

In diesem ersten Teil der Wahrheit über die neun Welten, werdet ihr Muspelheim und Alfheim kennenlernen.

Muspelheim

Überlieferung:
Muspelheim, die Feuerwelt, war das Reich der Feuerriesen – der Eldtursen. Hier herrschten gleichermaßen schaffende und zerstörende Feuerkräfte.
Muspelheim war eine der beiden Urwelten, die bereits vor der Erde existierten. Gemäß den nordischen Urvätern sollten die Feuergeister – Muspells Söhne – die Erde durch Flammen zerstören, wenn Ragnarök (das Schicksal der Götter) sich dem Ende zuneigt. Denn genau die Macht, die dem Eisriesen Ymer seine Kraft verliehen hatte, sollte auch am Ende der Zeit für den Untergang sorgen.
Der Herrscher von Muspelheim war der Feuerriese Surt – der von Ruß geschwärzte – dessen Kräfte durch ein brennendes Schwert symbolisiert werden. Es wird gesagt, dass es stärker als die Sonne leuchten soll.

Die Wahrheit:
Muspelheim ist eine der Welten in der die Überlieferung fast gänzlich mit der Wahrheit übereinstimmt.
Hier herrscht tatsächlich der Feuerriese – der Eldturs – Surt. Der Planet ist von Vulkanen geprägt, es ist dort im wahrsten Sinne des Wortes „feurig“.
Was in „Die Erben der alten Zeit“ nicht erläutert wird, doch für einige interessant sein mag: Surt besitzt ein brennendes Schwert. Dass es aber heller leuchten soll als die Sonne, ist einfach frei erfunden.
Ragnarök geht mit Eis und Feuer in die Geschichte der Menschheit ein, doch Surt und seine Feuerriesen aus Muspelheim sind vollkommen unschuldig an dieser Katastrophe. Einzig und allein hat sich der böse Magier Oden – der einst den Namen Loke trug –, für die Ereignisse auf der Erde zu verantworten.
Genaueres dazu ist im 3. Teil der Trilogie „Die Erben der alten Zeit“ nachzulesen. Die Bände sind eine Biographie zweier Frauen – Charlie und Sora –, die das Schicksal der Welten in ihren Händen halten.

Lichtelfe aus Alfheim

Alfheim

Überlieferung:
Alfheim ist die Welt der Elfen. Hier hausten die guten Lichtelfen. Der Ausdruck Lichtelfen wurde verwendet, um sie von den bösen Schwarzelfen zu unterscheiden, auch Zwerge genannt. Diese Welt wurde deshalb auch oft als Ljosalfaheim bezeichnet.
Die Menschen stellten sich die Lichtelfen als eine Art Mischung aus Menschen und Göttern vor. Sie sollten wunderschön sein und eine Gestalt heller als die Sonne haben. Alles was irgendwie glänzte, sahen unsere Vorväter daher als mit den Lichtelfen verwandt an.
Der Fruchtbarkeitsgott Frej – der Herr – aus dem Geschlecht der Vanen herrschte in Alfheim.

Die Wahrheit:
Hier gibt es so einiges richtigzustellen:
Als erstes war Frej natürlich kein Gott – es gibt keine Götter – sondern ein Magier der alten Zeit.
Die Lichtelfen sind demnach auch nicht eine Mischung aus Mensch und Götter. Sie sind nicht einmal Menschen.
Lichtelfen sind libellenartige Wesen mit menschlichen Zügen, die – nicht grösser als 10-20 Zentimeter – in Bäumen leben. Sie bilden Kolonien, leben in zart rosa zuckerwatteähnlichen Kokons und ziehen in Schwärmen aus, um sich Nahrung zu beschaffen. Lichtelfen leben von Elfenmilch, einem Nektar einer rosafarbenen Orchidee.
Frej herrschte auch nicht über die Lichtelfen, er stellte sie lediglich unter seinen Schutz, um diese wundervollen und fröhlichen Wesen vor habgierigen Menschen und Magiern zu bewahren. Denn die von Lichtelfen gesammelte Elfenmilch hat eine sehr begehrte berauschende Wirkung. Mit Met gemischt, in Fässern gelagert und gereift ergibt sich noch dazu ein äußerst gefährliches, sinnesbeeinflussendes Getränk – der Odrörer.
Alfheim ist auch keine eigene Welt sondern lediglich die Bezeichnung aller Orte auf dem Planeten Godheim an denen Lichtelfen leben. Alfheim – Heimat der Lichtelfen.

Wer mehr über die Wahrheit über die neun Welten und ihre Geschichte erfahren möchte, sollte die Biographie zweier Magierinnen lesen – Charlie und Sora. Die Trilogie ist unter dem Titel „Die Erben der alten Zeit“ im Buchhandel erhältlich.

©Marita Sydow Hamann

Homepage der Autorin

Quellen:
Überlieferung:
Lars Magnar Enoksen: Djur och natur i fornnordisk mytologi
Die Wahrheit:
Marita Sydow Hamann: Die Erben der alten Zeit – Trilogie

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Über Marita Sydow Hamann

Marita Sydow Hamann

Naturtroll, Nordlicht (-elfe), Tierfreund. Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, Fantasy und Romantasy

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