Start / Amtliches / Bildung, Schule und Universität / Die Wahrheit über die neun Welten der nordischen Mythologie – Teil IV

Die Wahrheit über die neun Welten der nordischen Mythologie – Teil IV

Schwarzelf Dwalin auf seiner Fledermaus

Die neun Welten aus der nordischen Mythologie kennt nicht jeder, doch Namen wie Odin, Tor und Loki sind doch fast jedem ein Begriff.
In dieser Beitragsreihe nehme ich die neun Welten und deren Wahrheitsgehalt unter die Lupe.
In Teil 1, 2 und 3 über die Wahrheit der neun Welten, habt ihr einiges über die Welten allgemein, sowie etwas mehr über die Welten Muspelheim, Alfheim, Vanaheim, Godheim, Mannheim und Jotunheim erfahren.
Nachzulesen an folgenden Stellen:

 

Runendrache vom Amulett aus “Die Erben der alten Zeit”
Runendrache vom Amulett aus “Die Erben der alten Zeit”

Vorgestellt werden insgesamt die neun Welten Muspelheim, Alfheim, Vanaheim, Godheim, Mannheim, Jotunheim, Svartalfheim, Helheim und Nifelheim.
Heute widme ich mich den letzten drei Welten: Svartalfheim, Helheim und Nifelheim.

Svartalfheim

Überlieferung:
Svartalfheim ist die Welt der Schwarzelfen, die auch Zwerge genannt werden. Sie galten als böse und wohnten unter der Erde oder in Steinen. Die Gegenden, in denen Schwarzelfen lebten, nannten sich Svartalfheim. Den Zwergen sagt man nach, sehr geschickte Schmiede zu sein, niemand aus allen neun Welten konnte sich mit ihrer Kunstfertigkeit rühmen. Fast sämtliche hervorragende und berüchtigte Waffen und Schmuckstücke, die in der Vornordischen Kultur erwähnt werden, wurden von Zwergen in unterirdischen Minen oder in Steinen geschmiedet.
Da die Zwerge den Menschen und Göttern gegenüber gehässig eingestellt waren, schmiedeten sie zu meist einen bösen Zauber mit in den Gegenstand, um den Besitzer zu schaden.
Zwerge hatten es sich auch zur Gewohnheit gemacht, Dinge, die ihnen von Menschen oder Göttern gestohlen wurden, mit einem Fluch zu belegen.

Schwarzelf Dvalin auf seiner Fledermaus Modin
Schwarzelf Dvalin auf seiner Fledermaus Modin

Die Wahrheit:
Svartalfheim ist überall dort wo sich Schwarzelfen aufhalten. Svartalfheim ist also kein spezifischer Planet. Eingeweihte wissen sogar, dass es hier bei uns auf der Erde vor Schwarzelfen nur so wimmelt, die sich unsichtbar für uns Menschen in Wäldern aufhalten.
Schwarzelfen sind gerade einmal so groß wie ein halber Bleistift, haben je nach Stamm knubbelige oder auch affenähnliche Nasen, einen seltsam wackeligen Gang, sind extrem flink auf ihren sehr kurzen Beinchen und verfügen über eine kraftvolle uralte Magie.
Schwarzelfen waren die ersten Wesen auf allen Welten. Lange vor uns Menschen bewohnten sie bereits Godheim, Vanaheim und Mannaheim. Man vermutet, sie erblickten gemeinsam mit der Tursen das Licht der Welten, denn sie gehören genau wie die Riesen zum Geschlecht der Trolle.
Schwarzelfen schmieden magische Gegenstände aus Irminsul, einem grünen Gestein aus dem Inneren Godheims. Auf ihr Konto gehen solch bekannte Waffen wie Tors Hammer und Tyrfing (ein magisches Schwert). Oder auch die Schiffe Skidbladner, das sich zu einem Tuch zusammenfalten lässt, und Ringhorne, das Luftschiff, sowie der Halsschmuck Brisingamen und der Ring Draupner, der sich selbst vervielfachen kann.
Schwarzelfen leben in Wäldern unter Baumwurzeln und schürfen das Irminsul direkt aus der Erde, wo sie tief verzweigte Tunnelsysteme anlegen. Irminsul dringt an manchen Stellen Godheims an die Oberfläche. Jedermann kann sich bedienen, doch ohne durch einen Schwarzelfen geschmiedet zu werden, ist das grüne Gestein nichts weiter als nett anzuschauender Schmuck.
Schwarzelfen beherrschen unter anderem die Kunst des Illusionszaubers. Auf diese Weise machen sie sich und ihre Dörfer für die Umwelt unsichtbar.
Schwarzelfen rufen die Bewohner des Waldes zu sich, um diese beispielsweise als Reittiere zu nutzen. Bevorzugt werden dafür Mäuse und Fledermäuse.
Die kleinen Elfen sind nicht böse, sie sind nur gern für sich und mischen sich nicht in die Belange der Menschen und anderen Bewohner der Welten ein. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Manch ein Elf war einem Magier zu Dank verpflichtet und schmiedete ihm einen magischen Gegenstand. Nicht selten gelangten die Artefakte später in falsche Hände und richteten großen Schaden auf den Welten an, was die Elfen in ihrer Ansicht bestärkte, dass sie sich nicht in die Belange anderer Völker einmischen sollten.

Helheim

Überlieferung:
Helheim, Hels Reich, war sowohl das Reich der Todesgöttin Hel als auch das Reich der Toten. Hier landeten zu meist diejenigen, die keinen Zutritt nach Walhall bekamen, also diejenigen, die durch Krankheit oder Alterserscheinungen starben.
Hel bedeutet der Tod. Die Todesgöttin soll sowohl schön als auch hässlich gewesen sein: eine Körperseite lebendig schön, die andere mit blau-schwarzer, leichenähnlicher Haut.
Hel ist eine Tochter des Gottes Loki und der Riesin Angrboda,
Hel soll sich in der Unterwelt befinden und der Weg dorthin nennt sich Helväg. Die Pforte zum Reich der Toten heißt Helgrind und wird vom Höllenhund Garm bewacht. Wenn Geister unterwegs waren, sagte man, dass Hels Pforte geöffnet war. Wenn Ragnarök über das Land kommt, soll diese Pforte weit geöffnet stehen.
Von dem Wort Hel stammt das Wort Hölle ab, im nordischen Helvete, was so viel wie Hels Strafe bedeutet.
Die Wahrheit:
Hel ist das Reich der Toten. Mehr weiß man darüber nicht, denn von dort ist noch niemals jemand zurückgekehrt. Niemand weiß, ob dort die Seelen der Verstorbenen leben, wie es dort aussehen mag oder ob es lediglich eine Bezeichnung für das Nichts ist, das uns möglicherweise erwartet. Denn wer sagt, dass wir nicht einfach in den Kreislauf allen um uns herum aufgenommen werden und aufhören zu existieren? Sämtliche „Berichte“ und Ideen sind also reinste Spekulation.
Sollte es jemals jemandem gelingen aus Hel zurückzukehren, seid ihr die ersten, die davon erfahren werden. Ich werde euch die Wahrheit nicht vorenthalten.
Ein Garm ist kein Höllenhund, sondern ein zu Vollmond verwandelter Fenriswolf, sozusagen ein Werwolf. Fenriswölfe leben im Järnveden im Süden der Bergkette Jättehem auf Godheim. Ein friedliebendes, stolzes Wesen, das sich zu Vollmond in ein unbeherrschtes Monster verwandelt.

Nifelheim

Überlieferung:
Nifelheim, bedeutet Nebelwelt oder Schattenwelt. Dort herrschte ewige Kälte. Nifelheim war eine der beider Urwelten, die bereits existierte, bevor die Erde entstand. Aus Nifelheims Eisfrost wurde einst, zu Beginn aller Zeiten, das erste Wesen erschaffen.
In dieser ungastlichen Welt herrschte der Lindwurm Nidhögg, der, der mit Hass und Bösem zustößt.
Nidhög lag die ganze Zeit am Fuße des Weltenbaumes Yggdrasil und nagte an seiner Wurzel, während er mit bösen Gedanken spielte.
Mitten in Nifelheim, an Yggdralis äußerster Wurzel, lag der Brunnen Hvergelmer. Obwohl der Brunnen die Quelle allen Lebens war, herrschten hier verzehrende Kräfte, denn hier lag Nidhögg am Strand und saugte den Toten den Leichensaft aus.
In Nifelheim gab es außerdem einen Ort, der sich Nifelhel, also Nifelhölle, nannte. Dort sollten diejenigen, die aus Krankheit und Alter gestorben waren, hingelangen, um die Qualen des Todes ein weiteres Mal zu erleben.
An Nifelheims nördlichstem Teil lag Nastrand, der Leichenstrand. Der Strand, an dem Nidhögg den Leichensaft aufsaugte.

Riss Spiralgalaxie
Riss Spiralgalaxie

Die Wahrheit:
Ja, Nifel bedeutet Nebel. Und Magier können durch den Nebel zu anderen Planeten reisen. Wie reist man zu anderen Planeten? Ja, ganz genau, durch das All. Nifelheim befindet sich also überall im Universum, zwischen den Planeten Sonnen und Asteroiden. Also zwischen aller fester Materie.
In Nifelheim kann nichts Organisches wie wir es kennen überleben. Einzig eine magische Reise durch den Nebel „faltet“ das Universum und bringt dich in wenigen Schritten an einen anderen Ort.
Ob das All als ungastliche Hölle bezeichnet werden kann, diese Antwort ist jedem selbst überlassen.

Wer mehr über die Wahrheit über die neun Welten und ihre Geschichte erfahren möchte, sollte die Biographie zweier Magierinnen lesen – Charlie und Sora. Die Trilogie ist unter dem Titel „Die Erben der alten Zeit“ im Buchhandel erhältlich.

©Marita Sydow Hamann

Quellen:
Überlieferung:
Lars Magnar Enoksen: Djur och natur i fornnordisk mytologi
Die Wahrheit:
Marita Sydow Hamann: Die Erben der alten Zeit – Trilogie

Merken

Merken

Bewerten Sie diesen Artikel

Bewerten

Zusammenfassungen

User Rating: Be the first one !

Über Marita Sydow Hamann

Marita Sydow Hamann

Naturtroll, Nordlicht (-elfe), Tierfreund. Autorin von Kinder- und Jugendbüchern, Fantasy und Romantasy

Vielleicht interessiert Sie das hier auch?

Das Bundesamt für magische Wesen ruft auf zur Teilnahme am Vampire Cup 2017. Wir wollen Blut sehen! Viel Blut!

Vampire Cup 2017 in Bonn – Das Amt will Blut sehen! Viel Blut!

BONN (BAfmW) – In diesem Jahr veranstaltet die Fachschaft Pharmazie der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms Universität Bonn in …

Messestand Leipzig 2015 des Bundesamtes für magische Wesen

Rhein Fantasy in Buch und Bild 21.-22. April 2018 – Josef Strunck Halle in Bonn

BONN (BAfmW) – Es gibt die großen Buchmessen wie in Leipzig und Frankfurt, feste Termine …

Buchmesse im Messecentrum Rhein-Main Hofheim

Buchmesse Hofheim vom 19. – 11. Juni 2017 mit dem Bundesamt für magische Wesen

HOFHEIM (BAfmW) – Am kommenden Wochenende lädt der Verlag Merlins Bookshop zur ersten Buchmesse in …

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: