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Die Drachen von Tashaa, Band IV Waldluft 1 von Kar Arian

Die Drachen von Tashaa Band 4 Waldluft 1 von Kar Arian

Brenn, Drachengefährte und Symbiont, erkundet mit seinem Drachen Berkom und dem Drachenweibchen Sheila zusammen das Drachenland Eldorado. Während das Leben mit den Drachen für Brenn eine Menge Herausforderungen bereithält, muss sich sein Freund unter den Menschen, Dies Rastelan, den Waldläufern stellen, die ihre Absetzung nicht akzeptiert haben und in den Untergrund gegangen sind. Als Brenn in Tashaa auftaucht, gerät er nichts ahnend zwischen die Fronten.

Die Drachen von Tashaa Band IV Waldluft 1 von Kar Arian
Die Drachen von Tashaa Band IV Waldluft 1 von Kar Arian

Informationen zum Buch

Teil 1: Die Waldläufer

   * Format: Kindle Edition

   * Dateigröße: 2829 KB

   * Seitenzahl der Print-Ausgabe: 386 Seiten

   * Verlag: MAIN Verlag; Auflage: 2 (22. Juni 2015)

   * Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

   * Sprache: Deutsch

   * ASIN: B00Z4T4SVO

Erhältlich bei: Amazon

Die Bände gibt es natürlich auch gedruckt: Printversion

Leseprobe aus “Die Drachen von Tashaa Band IV”

Den Wendepunkt leitete ein längerer Jagdausflug ein. Wir flogen nach Norden und nach einigen Tagen erreichten wir ein stilles Hochgebirgsareal mit weiten trockenen Hochebenen. Wir verbrachten einige anstrengende Tage, weil Beute sich rar machte und auch Wasser nicht überall in der Menge sprudelte, wie es uns gepasst hätte. Ein gewisses Maß an Gereiztheit war also an diesen äußeren Bedingungen festzumachen, aber natürlich war das keine Entschuldigung für bärbeißiges Gebrumm.

Schließlich stieg Berkom wieder auf und dann entdeckte er am Horizont einige Pünktchen. Sie flogen ebenfalls. Er zog in diese Richtung davon und ließ sich weder von mir noch von Sheila davon abbringen. Wir flogen also in die öden, staubtrockenen Lande weiter hinein, statt sie zu verlassen, wie wir es vorgehabt hatten. Die Pünktchen wurden zu dem, was ich erwartet hatte. Kreisende Geier.

„So. Nun hast du es gesehen. Es sind Geier, nichts weiter. Also, können wir jetzt umdrehen?“ Berkom kümmerte sich nicht um meine Anregung. Er flog unbeirrt weiter, auf die Geier zu. „Berkom, bitte, was hast du bloß mit den Viechern? Sie tun uns nichts. Wir wollen nichts von ihnen. Warum bist du nur so erpicht auf sie? Du willst und kannst mir nicht weismachen, dass du dich mit ihnen um ihr Aas streiten willst!“

Ich bekam keine Antwort, aber ich hatte auch nicht wirklich eine darauf erwartet. Erst als ich merkte, dass Berkom unter mir warm wurde und dann seine Haut sich heißer anzufühlen anfing, als es für unsere Unternehmung angebracht war, wurde ich misstrauisch. „Berkom? Was hast du vor?“

Er antwortete immer noch nicht. Er hatte es provoziert. Er hatte Warnungen in allen Farben und Formen bekommen, er durfte sich nicht beschweren. Ich verschmolz mit ihm.

Es war heftig. Es war derartig heftig, dass ich schwer atmend versuchte, mich zu lösen, und es nicht richtig hinbekam. Das Grauen, das mich dabei packte, war noch viel schlimmer. Ich schrie nur noch eine wilde Botschaft über die staubigen toten Lande, dann versuchte ich selbst Schwingen zu entfalten. Es klappte überhaupt nicht. Mein eigener Drache wollte sich losreißen, aber das konnte ich im letzten Moment verhindern. Die Faust, die mich umklammern wollte, war viel zu schwach. Ich wehrte ihren Griff mit einer gewissen Lässigkeit ab, dann griff ich selber zu.

Es war eine ganze Gruppe, die sich vor uns gesammelt hatte. Tahyras waren nicht so groß wie Laureants. Sie waren geschmeidig, hatten einen langen, buschigen Schwanz und dichtes kurzes Fell. Ihr Kopf erinnerte an einen Marder. Aber sie waren viel größer als Marder. Sie lebten eigentlich nicht besonders gesellig, doch diesmal hatten sie sich verbündet.

Es war mir völlig gleichgültig. Ich würde jetzt einen ganzen Stamm von dieser Rasse ausrotten, ohne mit der Wimper zu zucken. Berkom zitterte unter mir und schwankte, weil ich ihn völlig aus dem Konzept gebracht hatte. Er kämpfte um das Gleichgewicht in der Luft. Wir gingen fast wie ein Stein zu Boden, und während wir fielen, brüllte ich eine wilde Kampfansage. Noch bevor Berkom wirklich den Grund berührte, stand ich zwischen seinen schlagenden Flügeln und mitten in der Landung sprang ich mit einem langen Hechtsprung schräg über seine Schulter nach vorne. Ich ließ den Hechtsprung in einer langen Rolle in der Luft auslaufen und landete weich. Ich krachte mit voller Wucht mitten in die Gruppe der Tahyras hinein.

Feuer hüllte mich ein. Die Tahyras gilften. Zwei stürzten sich doch noch auf mich und wollten ihre Zähne in mich schlagen, aber ich kämpfte nicht, ich tötete. Tahyras lebten nicht in unmittelbarer Nachbarschaft von Sesone. Tahyras war ich noch nie wirklich so nahe gekommen. Ich verstand, warum Berkom darauf geachtet hatte. Sie waren ausgesprochen giftig. Ich brüllte nicht mehr, dazu hatte ich keinen Atem im Feuer und auch keine Zeit.

Ein großer Drache riss die Tiere unter, neben und um mich in Fetzen. Feuerstöße schlugen aus seinem Rachen und das Feuer, das mich eingehüllt hatte, schenkte mir seine Glut. Ich nutzte das Feuer, das in mir hochflammte, und ließ ein paar Kadaver in Flammen aufgehen. Es gab nur noch Kadaver. Die Tahyras hatten sich verschätzt. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass dieses Land Unterstützung ausspeien würde, wo sie sich ihrer Beute schon so sicher gewähnt hatten.

Er hatte sich hinter ein paar größeren Felsbrocken verschanzt, eine sehr gute Strategie, wenn man eine längere Belagerung überstehen wollte. Nur gelangen Belagerungen immer unter der Voraussetzung, dass man mit der nützlichen Komponente von Heeren, die zur Befreiung anrückten, operierte. *Ihr seid doch gekommen*, wisperte er ganz verschüchtert.

Mein Grollen rollte über den Himmel und ließ die toten Tahyras beben. Er hockte immer noch hinter seinem Festungswall und ich grollte erneut. Berkom leckte mir über das Genick und ich schwankte eine Sekunde lang. Wir waren ja rechtzeitig da. Also lass ihm seinen Kopf.

Das würde ich mir schwer überlegen müssen. Verdammt, hatte er überhaupt noch einen Kopf, den ich ihm abreißen konnte, oder Hammelbeine zum Langziehen, oder hatten die verdammten Tahyras ihn in Mitleidenschaft gezogen?

Ich raste hinter die Felsbrocken und zerrte einen mickrigen, kleinen, unnützen, missratenen Drachen hervor, um ihn einer genauen medizinischen Untersuchung zu unterziehen. Erling wand sich auf dem Boden zwischen meinen Händen, während ich ihn mitleidlos durchsah. *Bitte, Paps, bitte, mir fehlt nichts. Du kannst es glauben. Da auch nicht. Da fehlt mir ganz bestimmt nichts. Bitte. Und da sowieso nicht! Paps!! Bitte!*

Ich marschierte schnaubend zweimal im Kreis um ihn herum und Berkom betrachtete mich mit einem gewissen milden Gesichtsausdruck, der mich dazu brachte, ihn mit hochgezogenen Augenbrauen zu fixieren. „Was ist?“ Nichts. Gar nichts. Ich hatte gerade ein merkwürdiges Gefühl, aber das können wir ein anderes Mal betrachten. Jetzt hast du ja was anderes vor deiner Nase. Mach ruhig weiter.

Ich starrte Berkom an. Dann starrte ich Erling an. Der sollte nicht wagen, sein Milchmaul zu heben! Er wagte es nicht. Er hockte vor mir wie das personifizierte Häuflein Unglück und ich stieß einen letzten Rest heiße Luft aus. Mehr als heiße Luft kam leider nicht mehr. Ich war noch nicht abgekühlt genug, ich hätte noch ein bisschen mehr Feuer speien mögen.

„Also gut, wie bist du in diese Falle geraten?“ Erling zog den Kopf noch weiter ein. Er versprühte ein ganze Wolke Lila. Ich betrachtete sie wohlwollend. Das war eine ganz ausgezeichnete Idee von meinem Sohn. Die erste vernünftige Regung, die ich bei ihm wahrnehmen konnte. Na also.

Er räusperte sich. Er scharrte ein bisschen mit einer Vorderpranke in den Steinen herum. *Ich dachte … Ich wollte … Also, ich glaubte …* So. Er hatte gedacht, geglaubt und gehofft? Ich starrte meinen Sohn ungläubig an.

„Du hast ganz Eldorado zur Auswahl, und du meintest, du müsstest unbedingt in dieser Richtung auf Forschungstouren gehen? Du hast das prächtigste Klettergebiet der Welt vor deiner Nase und musst dringend in diese Trockenzone eindringen? Du willst mir nicht weismachen, dass dir langweilig war und du dir unbedingt die Tahyras als Sparringpartner aussuchen musstest? Nach Sparring sah das nämlich nicht aus! Oder hast du nicht geahnt, dass sie gleich ihre ganze Sippschaft mit einladen würden? Bei dem Festschmaus solltest du als Wirt auch noch zur Kasse gebeten werden! Bist du von allen guten Geistern verlassen?!? Man schlägt einen Bogen um Tahyras! Man nimmt seine Krallen in Acht!! Man sucht sich solche Gegner aus, von denen man eine Ahnung hat, und wenn man keine Ahnung hat, dann macht man sich vorher kundig!!“ Ich musste aufhören, weil mir die Luft ausging.

*Ja, Paps. Ich werde das nächste Mal besser aufpassen. Ich mache das nicht wieder. Wirklich nicht.* Eine neue lila Blase zerplatzte und gebar einen ganzen lila Bläschenschauer. Die Dinger waren überall. Sie platzten vor meiner Nase, vor meinen Augen, schienen in meinen Ohren platzen zu wollen, kurz, sie nebelten mich derartig ein, dass ich mit einem gereizten Schnauben mit meinen Armen hineinfuhr und sie verwirbelte. Schließlich nahm ich sie und ließ sie nach oben aufsteigen.

„Also gut. Wenn du deinen Fehler einsiehst, dann ist es ja gut.“ Und dann rannte ich zu meinem kleinen grauen Drachen und packte sein Milchmaul, sah in seine Augen und konnte mich nicht mehr zurückhalten. Ich drückte sein zähnestarrendes Maul an mich und tätschelte seine Schnauze. Sagen konnte ich nichts dazu, ich brachte nur eine wirre Mixtur aus Grau, Purpur, Blau und einem Stich Orange zusammen, was eher psychedelisch wirkte als sonst etwas.

Dann klemmte ich mir meinen ungeratenen Sprössling unter den Arm, grabbelte mir das rotgoldene Pendant dazu und zog mich mit ihnen in höher gelegene Gefilde zurück. Die Anwesenheit von einigen toten Tahyras schlug mir aufs Gemüt.

Berkom setzte sich hin und schlug seinen Schwanz um seine Vorderpranken. Erling legte sich hin und ich saß auf einem Felsbrocken und blickte erwachend um mich. Ich kam sozusagen zu mir. Es war eine ziemlich bemerkenswerte Erfahrung.

Die Berge sahen wieder einfach wie Berge aus, groß, mächtig, beeindruckend, alles, alles, aber sie waren keine puren Gesteinsschichten und Erzlager, die nur aus pulsierenden mineralischen Strukturen zu bestehen schienen. Ich atmete Luft und um mich war Luft und keine vielfältigen schwingenden Strömungen. Geruch war etwas, was ich roch, nicht etwas, was ich fühlte.

Berkom gab einen tiefen Seufzer von sich. Du hast es doch noch geschafft. Ich sah ihn zuerst verständnislos, dann mehrheitlich verschreckt an. Dann starrte ich meine Arme und Hände an. Ich hatte keine Flügel. Immer noch nicht. Meine Knie wurden weich. Ich hatte Berkom nicht wirklich losgelassen? Wir waren nur halb getrennt gewesen?

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Über Kar Arian

Kar Arian

Junge Leser brauchen Geschichten, die begeistern und die Fantasie anregen, daher habe ich den Schwerpunkt meines Verlages auf spannende, actionreiche und zum Lesen motivierende Abenteuergeschichten gelegt.

Seit 2015 habe ich auch Krimis und Thriller im Programm. Diese Bücher sind das „mehr“ in meinem Verlag und passen sehr gut zur Ausrichtung, denn spannende Abenteuer begeistern auch Erwachsene.

Alle Titel meines Verlages sind in den Barsortimenten Libri und KNV gelistet und damit im Buchhandel bestellbar. Alle Bücher gibt es auch im Online-Handel mit kostenlosem Versand und als preiswerte eBook-Ausgaben.

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