Drachenfluch 2: Dämonendämmerung von Sandra Gernt
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Drachenfluch 2: Dämonendämmerung von Sandra Gernt

Drachenfluch 2 Dämonendämmerung, ein Gay Romanceroman von Sandra Gernt

Jiru und Ilajas sind sich näher gekommen, doch ihnen bleibt kaum Zeit: Callin ist unterwegs, sobald er eintrifft, wird Jiru unweigerlich nach Cha’ari gebracht werden, um seine Bestimmung zu erfüllen. Die Dämonen wollen ebenfalls, dass er seiner Bestimmung nachkommt, sie haben dabei allerdings etwas anderes im Sinn als die Zauberschmiede …

Produktinformationen:

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 501 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 192 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00HKMNBHK

Leseprobe aus “Drachenfluch 2 Dämonendämmerung

„Nichts ist schwieriger als der Einstieg. Der erste Zug kann bereits über alles entscheiden. Sieg oder Niederlage, Ruhm oder Untergang. Zu Beginn werden alle Figuren willkürlich auf das Spielbrett gesetzt. Das Schicksal entscheidet, wer die erste Wahl trifft, um seine Truppen zu ordnen. Ein meisterlicher Spieler weiß, wie er seinem Kontrahenten zu begegnen hat: Täuschung, aggressive Attacke oder Verhandlung.“

Zitat aus: „Gont-Ra: Eine Einführung in das Regelwerk des Spiels der Meister“, von Tark Daransohn, 977 vor Harans Krönung

„Sie tun’s.“

„Wetten, dass nicht?“

„Und ob. Ich weiß es.“

„Du hast keine Ahnung von Menschen, Kleiner.“

„Nur, weil ich ein paar Jahrtausende jünger bin als du …“

„… und erst bei einem Menschen abhängen durftest, der zufällig noch lebt, während ich fast dreißig hatte …“

„Was bedeutet, dass deine Menschen durchschnittlich nicht älter als dreißig wurden, erbärmlich wenig für einen Zauberschmied. Andernfalls könnten es nicht so viele in lediglich rund tausend Jahren gewesen sein.“

„Nicht meine Schuld. Ich hatte nie etwas damit zu tun. Meine überlegene Stellung bringt meinen Menschen eben viel Magie und Macht. Macht vertragen sie nicht allzu gut, darum sterben die talentiertesten von ihnen stets jung.“

„Sprich, du weißt nicht, wie sich anständige Menschen benehmen und ich hab eben DOCH mehr Ahnung als du!“

Drachenfluch 2 Dämonendämmerung von Sandra Gernt
Drachenfluch 2 Dämonendämmerung von Sandra Gernt

„HEY! Jungs? Könntet ihr vielleicht die Klappe halten? Ich versuche zu schlafen.“

Jiru seufzte innerlich, als er von drei Dämonen gleichzeitig ignoriert wurde. Er wusste nicht, worüber sich Sursel und Hiks stritten, es interessierte ihn auch nicht. Eigentlich wollte er nichts als weiterschlafen. Wie hielt Ilajas diesen Krach bloß aus und schaffte es, dabei selig zu schlummern?

„Der hat Hiks Tag und Nacht bei sich, er ist also Kummer jeder Art gewöhnt“, dachte Kaba mit seinem für ihn charakteristischen Kichern. Sursel und Hiks brüllten sich derweil munter weiter an und schienen dabei auch noch jede Menge Spaß zu haben, falls Jiru ihre Emotionen richtig interpretierte. Das, was Dämonen ausstrahlten, war in jeder Hinsicht unmenschlich.

„Nur weil meine Tentakel kürzer als deine sind, und du dank deines Ranges zwei mehr hast als ich, brauchst du nicht so zu tun, als wäre ich gerade eben erst geschlüpft!“

„Du bist gerade erst geschlüpft, Hiks. Das ich überhaupt mit dir rede liegt allein an meiner Duldsamkeit gegenüber dem Nachwuchs. Ohne Jungschuppler würde unser Volk irgendwann aussterben. Von daher, spiel ruhig, aber glaube nicht, du könntest mit uns Erwachsenen mithalten.“

„Dass ich dir überhaupt zuhöre, du halbvertrockneter Knitterpanzer …“

Die einfachste Methode, den Lärm zu minimieren wäre, seinen Kopf von Ilajas’ abzurücken. Dann wäre Hiks sofort von ihm getrennt. Allerdings hatte Ilajas sich im Schlaf halb über Jiru gerollt und verdammte ihn so zur Bewegungslosigkeit. Wobei es sich durchaus gut anfühlte, warme Haut auf seinem Rücken zu spüren, die Nähe eines Menschen, den er wirklich gern mochte und das eben nicht nur körperlich. Auch wenn ihn die gelegentlich aufflackernden Bilder verwirrender, fremder Träume in seinem Bewusstsein irritierten, Ilajas beruhigte seine zerrissene Seele. Wenn sie auf diese befremdliche Art verbunden waren, plagten ihn keine Ängste, die Dämonen erschienen weniger erschreckend. Die Zukunft, in der er als Sklave zwei Zauberschmieden zu Willen sein musste, die ihn beide begehrten, sowie Zuchtbulle für sämtliche magiebegabten Frauen dieser Welt, brachte ihn nicht völlig zur Verzweiflung. Ilajas tat ihm gut …

Die plötzliche Stille ließ ihn aus seinen dahintreibenden Gedanken auffahren.

„Was ist?“, dachte er nervös. Die drei Dämonen belauerten ihn, das spürte er deutlich. Hatte er sie beleidigt?

„Keineswegs. Ruh dich aus, Jiru“, dachte Sursel und sandte ihm die Empfindung von freundlichem Tätscheln der Schulter. Er wartete angespannt, ob sie ihn in den Schlaf zwingen würden, indem sie erneut die Kontrolle über seinen Körper übernahmen, doch sie blieben still und zogen sich zurück, bis er sie kaum noch wahrnahm. Er wand sich ein wenig, bis er genug Abstand zu Ilajas hatte, um dessen mittlerweile lebhaften Träume nicht mehr zu sehen – das war zu intim, es stand ihm nicht zu. Zumal es wirklich verwirrend war, sich als Teil eines fremden Traumes zu erleben. Verwirrend und schön, denn es war zärtlich, was da mit ihm angestellt wurde …

Kurze Zeit später schlief Jiru ein, genießend, sich behütet fühlen zu dürfen.

„Das ist fast perfekt“, dachte Sursel und brachte Jiru dazu, sich wieder an Ilajas’ Kopf anzulehnen. Hiks war trotz seines lächerlichen Alters erstaunlich brauchbar. Ohne ihn würden sie die Gelegenheit des Jahrtausends verpassen. Bis jetzt schien sich allerdings alles ganz nach Plan zu fügen …

Callin streckte die Arme hoch, um Nesri aus dem Sattel zu helfen. Seine westwindländische Blume sprang anmutig zu Boden, schien eigentlich keine Hilfe nötig zu haben, doch Callin spürte dank ihrer magischen Bindung, wie erschöpft sie war. Sie verbarg es hinter einem tapferen Lächeln, obwohl sie wusste, dass es ihn nicht täuschen konnte, bevor sie ihren Platz zwei Schritte hinter ihm einnahm. In der Abgeschiedenheit seiner Gemächer zeigte sie Vertrautheit, auch wenn sie niemals ihre Rolle als ergebene Sklavin aufgab. Hier in der Öffentlichkeit würde sie nichts tun, was seinem Ansehen als respektablen Herrn schaden könnte. Ein vollkommeneres Geschöpf konnte nirgends auf Nahibs Boden wandeln …

Callin übergab die beiden Pferde einem Knecht, glücklich, ihnen entkommen zu sein. Bevor er das Essen dieser Taverne versuchen wollte, die er als Platz zum Übernachten ausgewählt hatte, musste er sich dringend waschen. Er hasste es, nach Pferd und Schweiß zu stinken! Schlimm genug, dass er aus Platzgründen kaum Gepäck mitgenommen hatte und sich darum nicht so häufig umziehen konnte, wie es seinem Reinlichkeitsbedürfnis entsprach. Genauso wie er es hasste, sich in die Niederungen der Menschheit zu begeben und mit Ausdünstungen und Gerüchen aller Art belästigt zu werden. Er wappnete sich und schaffte es, nach außen hin unbeteiligt zu bleiben, als er die Taverne betrat und sogleich von einer Wolke umhüllt wurde, in der sich Schweiß, Bier, Schnaps, Erbrochenes und Kohleintopf zu einem übelkeitserregenden Ganzen vermischten. Callin hatte Schlimmeres überstanden, als er seinem Verbündeten im Kerker Gesellschaft leistete – und nebenbei Jiru gefunden hatte. Bei manchen alchimistischen Experimenten entstanden ebenfalls fürchterliche Gerüche. Trotzdem gelang es ihm nicht, sich dagegen abzuhärten.

In Anbetracht der Aufmerksamkeit, die Nesri von dem Pack erhielt – größtenteils Bauern, Händler und Söldner – nahm Callin seine Blume beim Arm und schaffte sich mit finsteren Blicken Platz. Seine kalte Ausstrahlung, die ihn als Zauberschmied kennzeichnete, tat ihr Übriges. Niemand belästigte sie, er konnte sich unbehelligt an den Tischen vorbeischieben und den Wirt überzeugen, ihm unverzüglich ein Zimmer zu geben und Essen dorthin bringen zu lassen. Er atmete erleichtert auf, sobald er die Tür schließen konnte, womit er Gestank und Lärm hinter sich ließ. Nesri eilte sofort zum Fenster und stieß die Holzläden weit auf. Es war ein erbärmlich eingerichteter Raum, wie es zu erwarten gewesen war. Warum teilte kaum jemand seinen Sinn für das Schöne? Auch ohne viel Geld konnte man aus einfachen Räumen ein behagliches Heim zaubern. Ein paar getrocknete Blumen, ein handbesticktes Tischtuch, geschnitzte Figuren, dazu ein Mindestmaß an Sauberkeit genügten doch! Die Natur bot reichhaltige Farben, warum färbte man diese Laken nicht, um die Flecken darauf zu mildern? Aber solche Gedanken waren sinnlos. Callin verschwendete ein wenig Magie, um den dreckigen Kasten, auf dem eine schmierige strohgestopfte Matratze lag, von Ungeziefer zu befreien und in eine saubere Schlafstatt zu verwandeln. Auch die zerfledderten Laken, Kissen und Decken brachte er in einen angemesseneren Zustand.

„Eigentlich müsste man mir Geld bezahlen, statt welches von mir zu fordern“, brummte er.

„Ihr seid müde, Herr, lasst mich Euch verwöhnen“, sagte Nesri. Ihre kleinen, geschickten Hände befreiten ihn von der Kleidung, sie wusch, massierte und umsorgte ihn, bis Callin sich tatsächlich entspannen konnte. Allein dafür hatte es sich gelohnt, sie mitzunehmen.

Wie er es hasste, reisen zu müssen! Hätte Uray, dieser elende Narr, Jirus Bindung nicht Yaris überlassen! Hoffentlich war der Junge tatsächlich so wohlauf, wie Callin es über das schwache Seelenband zu spüren glaubte …

Callin schreckte hoch. Irgendetwas hatte ihn geweckt, er konnte jedoch keinen Grund dafür entdecken. Es war mitten in der Nacht, alles schien ruhig zu sein. Selbst in der Gaststube unter ihnen war das Stimmengewirr und Gelächter verstummt. Nesri schlief in seinen Armen, eingerollt wie ein Kätzchen, mit dem Rücken an seinen Bauch gekuschelt. Vielleicht lag es am Essen? Zwar hatte er mittels Magie den matschigen Kohleintopf aufgewertet, da er aber lediglich vorhandene Materie beeinflussen und nichts Neues erschaffen konnte, waren keine Wunder möglich.

Callin rückte herum, bis er eine bequeme Lage gefunden hatte, und schloss die Augen. Er brauchte den Schlaf, morgen ging die Tortur weiter, die Reise war noch nicht beendet.

In diesem Moment hörte er etwas. Ein Knarren von alten Holzdielen. Nicht ungewöhnlich, alle Gästezimmer des Hauses waren belegt. Gewiss wollte jemand zum Abtritt schleichen, statt sich mit einem Nachttopf abzumühen. Oder ein Knecht war auf dem Weg ins falsche Bett. Kein Grund zur Aufregung. Trotzdem griff er nach dem Beutel, den er auf Reisen immer am Körper trug und zog eine der darin enthaltenden Bleikugeln heraus. Jede einzelne davon war mit einem wirkungsvollen Kampfzauber belegt, außerdem waren sie harte Wurfgeschosse. Sicherlich war das übertriebene Sorge. Es machte ihn wahnsinnig nervös, nicht in seinem eigenen Bett schlafen zu dürfen, umgeben von Leibwächtern und Dienern, die jederzeit ihr Leben für ihn geben würden. Sie alle hatte er zurücklassen müssen, denn wer zu dieser regenarmen, warmen Jahreszeit reiste, tat sich selbst mit Gold schwer, ein freies Zimmer zu bekommen. Je größer die Gruppe, desto größer die Gefahr, in den Herbergen abgewiesen zu werden und schlimmstenfalls in einem Stall oder, Nahib bewahre! in der freien Wildnis übernachten musste. Zudem fiel man mit einem schwer bewaffneten Krieger an der Seite unweigerlich auf und lockte damit die Räuber erst recht heran.

Ein Knistern am Türschloss riss Callin aus seinen wirren Gedanken. Da war ein Zauberschmied am Werk!

Lautlos glitt er aus dem Bett und postierte sich dergestalt, dass er jeden Eindringling mit seinen Kugeln erwischen konnte, ohne selbst ein direktes Ziel zu bieten. Aufs Höchste angespannt wartete er. In den Schlund mit ihnen, warum griff man ihn an, während seine Nesri bei ihm war? Er musste sie um jeden Preis beschützen!

Die Tür öffnete sich einen Spalt breit. Kein Licht, er konnte es lediglich hören. Trug sein Feind etwa keine Laterne bei sich? Gleich …

Die Tür flog auf, etwas wurde in den Raum geworfen. Callin sah keinen Angreifer, trotzdem schleuderte er seine Kugel. Ein greller Blitz flammte auf, ließ ihn am ganzen Leib gelähmt und geblendet stürzen. Nicht einmal schreien konnte er noch. Sein eigener Zauber, der den Gegner auf ähnliche Weise hätte lähmen sollen, schien wirkungslos verpufft zu sein. Er hörte Schritte, es waren mindestens zwei Männer.

„Ich hab sie!“, zischte jemand.

Nesri! Nahibs Gnade, diese Schweine wollten Nesri entführen. Da sie keinen Laut von sich gab, war sie vermutlich von dem feindlichen Zauber ebenfalls getroffen worden. Callin spürte lediglich ihre Angst in sich, die sich mit seiner eigenen mischte.

Jemand beugte sich über ihn, pflückte den Beutel aus seinen erschlafften Händen. Purer Hass brandete in seinen Adern. Sollte einer dieser Bastarde es wagen, sich an seiner Blume zu vergehen, dann …!

„Welch ein Vergnügen ist es, dich hilflos am Boden liegen zu sehen“, flüsterte eine tiefe Stimme an seinem Ohr. Callin erkannte sie nicht sofort, aber rasch kehrte die Erinnerung zurück. Eralt, ein mittelmäßiger Zauberschmied, der mangelndes Talent mit Skrupellosigkeit auszugleichen versuchte. Vor vielen Jahren hatte er bereits mit diesem Kerl zu tun gehabt, der Artefakte kaufen, sie jedoch nicht für den ausgehandelten Preis bezahlen wollte. Von einer solchen Ratte überlistet zu werden, schmerzte unglaublich hart.

„Du musst um dein erbärmliches Leben nicht fürchten, Callin. Im Gegenteil, es ist uns heilig. Nur solange du und dein spezieller Freund Yaris leben, ist euer gemeinsamer Sklave wertvoller als Gold und Edelsteine, nicht wahr?

Woher weißt du davon?, brüllte er innerlich. Niemand sollte von Jiru wissen, nicht bereits jetzt.

„Wir wollen ein bisschen von deinem Reichtum, mein Lieber, ein bisschen Geld, Geschmeide und einige deiner vortrefflichen Artefakte. Und damit meine ich selbstverständlich nicht dieses Spielzeug hier. Damit du nicht auf dumme Ideen kommst, behalten wir deine Sklavin als Pfand. Du magst sie besonders gern, nicht wahr?“ Eralt tätschelte ihm mit einem widerlichen spöttischen Lachen die Wange.

„Willst du dir das eigentlich gefallen lassen, Callin?“

Hätte er gekonnt, wäre er zusammengefahren. Da war eindeutig eine laute Stimme in seinem Kopf, gemeinsam mit einer Art … Präsenz. Eine fremdartige und zugleich merkwürdig vertraute Präsenz, eindeutig nicht menschlich.

„Ich bin Kabashallzkaryillsavin, dein Dämon. Rang: Ka’upti, also ein bisschen Respekt, wenn ich bitten darf. Du hast trotzdem die Erlaubnis, mich Kaba zu nennen.“

Der Dämon kicherte, was die Verwirrung nicht linderte.

„Die Details lassen sich später richten, Callin. Du willst diese Made zerquetschen, oder? Und den Kerl, der gerade deiner Nesri an die … na, die runden Dinger, die ausschließlich Frauen haben … Du weißt schon. Den würdest du liebend gerne auf kleiner Flamme rösten, nicht wahr?“

Eigentlich wollte er gerade brüllen vor Zorn, aber das war unmöglich.

„Nicht unmöglich, bloß etwas schwieriger. Pass auf. Gestatte mir, die Kontrolle über deinen Körper zu übernehmen. Das könnte ich auch ohne deine Erlaubnis tun, wir wollen allerdings unsere lange, fruchtbare Geschäftsbeziehung nicht mit einer feindlichen Attacke beginnen, oder? Sag einfach ja, und ich werde Eralt mitsamt seinem Freund für dich überwältigen. Die Morde kannst du danach selbst genießen. Wenn dir das zu schmutzig ist, tu ich dir den kleinen Gefallen.“

„Was verlangst du dafür?“, dachte Callin hastig. Sein Dämon sprach zu ihm! Ausgerechnet jetzt!! Das konnte kein Zufall sein.

„Kein Zufall, nee. Ich verlange nichts. Wir Dämonen haben ein eigenes Interesse daran, Jiru heil und gesund zu bewahren, was das Wohlbefinden seiner Meister mit einschließt.“

Callin wurde bewusst, dass Eralt inzwischen mit seinem Kumpan sprach. Etwas darüber, dass er Nesri … Ihr Götter!

„Ja, ja verdammt, mach endlich!“, schrie er innerlich.

Einen Moment später stürzte er in Dunkelheit und wusste nichts mehr.

Es schienen mehrere Stunden vergangen zu sein, als Callin wieder zu sich kam und sich langsam aufrichtete. Sein Körper gehorchte ihm willig und ohne Schwierigkeiten. Da er sich stark genug fühlte, verwandelte er den Stiefel, gegen den er beim Hinsetzen gestoßen war, in ein magisches Artefakt, das den Raum mit hellem Licht erleuchtete. Sein Blick fiel auf Eralt, der regungslos am Boden lag. Neben ihm befand sich ein fremder Mann – hager, grauhaarig, gewiss schon über fünfzig – der kein Zauberschmied war, ihm fehlte die dämonische Aura. Beide waren gefesselt, geknebelt und bei Bewusstsein. Sie zappelten wütend umher und starrten ihn an, als er sich regte. Nesri lag auf dem Bett. Sie schien zu schlafen oder ohnmächtig zu sein. Ihr Nachtgewand war zerrissen, doch zumindest körperlich wirkte sie unversehrt.

„Der Alte hat sie ein wenig betatscht, nichts Schlimmeres“, ließ Kaba sich erneut vernehmen. „Ich hab dir die Kerle erst mal lebendig gelassen. Du weißt ja, abmurksen kann man sie immer noch.“

„Was ist mit Nesri? Ist sie …“

„Es gibt einen wunderbar nützlichen Handgriff, verbunden mit ein bisschen Magie, mit dem man Menschen für Stunden selig in die Traumnetze schicken kann. Ohne ihnen zu schaden. Deiner Blume geht es wunderbar und sie wird sich an wenig erinnern, sobald sie erwacht. Übrigens wird sie sich von Lärm, Geschrei und so weiter nicht stören lassen, du brauchst dich nicht zurückzuhalten.“

Callin zögerte. Leichen bedeuteten grundsätzlich Mühsal, Schmutz und Unannehmlichkeiten. Die Kerle umzubringen würde bedeuten, dass er in diesem Raum nicht mehr bequem schlafen konnte und am Morgen Ärger mit dem Wirt bekäme. Die beiden am Leben zu belassen würde lediglich dazu führen, dass sie ihn mit Rachegelüsten verfolgten. Normalerweise hatte er seine Bediensteten, die ihm diese Sorgen abnahmen. Reisen waren schlicht und ergreifend eine Strafe für jeden zivilisierten Mann!

„Interessanter Gedankenansatz“, dachte Kaba, schon wieder mit einem albernen Kichern. „Bislang kannte ich nur Menschen, die sich vor dem Töten genieren. Gewissensbisse, Moral, du kennst das ja. Das ist aber nicht dein Problem, du magst bloß den Schmutz und Gestank nicht, wenn sämtliche Muskeln im Augenblick des Todes nachgeben, Blase und Darm sich entleeren …“

„Das Blut nicht zu vergessen. Blut ist wirklich eklig. Es vernichtet kostbare Stoffe und zieht unwiderruflich in weiches Gestein und Teppiche.“ Callin schüttelte sich angewidert, was Eralts wütenden Gesichtsausdruck zu Misstrauen und Furcht wandelte. Er beschloss, es praktisch anzugehen und entfernte ihm den Knebel.

„Woher wusstest du, dass eine Doppelbindung geglückt ist?“, fragte er in höflichem Ton. „Keine Lügen oder Ausflüchte bitte.“

„In Yaris’ Haushalt wohnt ein Diener, den ich bereits seit Jahren schmiere. Seit ich erfahren habe, dass du dein eigenes Spielchen mit diesem Uray treibst. Das wiederum weiß ich, da ich beim Besuch in deinem Haus ein nützliches Artefakt hinterlassen habe. Es meldet mir, wann immer ein Zauberschmied über deine Schwelle tritt.“ Eralt wirkte mächtig zufrieden mit sich selbst, dabei war Callin sich sicher, dass dieses gut aussehende Bürschchen unfähig war, eine solche Zauberleistung zu vollbringen.

„Erzähl mir mehr darüber“, bat er freundlich und strich seinem Gefangenen dabei fürsorglich das lange nussbraune Haar aus dem Gesicht. Ja, ein hübscher junger Mann. Nicht mit Jiru zu vergleichen, trotzdem war ein solcher Körper bei dieser missratenen Seele verschwendet. „Erzähl mir, was du getan hast, damit ich dieses Artefakt nicht spüre.“

„Er befindet sich direkt bei deiner Eingangstür, wo du mehrere eigene Schutzartefakte angebracht hast, dadurch konntest du ihn nicht bemerken.“ Eralt entspannte sich langsam, schien zu glauben, dass er mit dem Leben davonkommen würde. Nun, es konnte nicht schaden, ihn noch ein wenig länger in Sicherheit zu wiegen.

„Wie meldet er dir, dass ich magisch begabten Besuch bekomme?“, wollte Callin wissen. Lächeln, ganz schmal, nicht zu dicht aufrücken …

„Es gibt ein Gegenstück. Kommt ein Zauberschmied bei dir vorbei, erhitzt es sich.“

„Und es sagt dir auch, um wen es sich handelt? Oder musst du dafür bei mir spionieren kommen?“

Eralt errötete und drehte den Kopf weg. Dafür konnte es mehrere Gründe geben und Callin war nicht sicher, ob es ihn überhaupt interessierte, was dahintersteckte.

„Es sollte dich sehr interessieren“, dachte Kaba. Dieser Dämon schien tatsächlich alles lustig zu finden, er kicherte schon wieder. „Ich wette, er hat dieses Gegenstück bei sich. Schau mal in seiner linken Hosentasche nach. Ich meine, von dort eine Präsenz zu spüren, die nicht mit der seines eigenen Dämons übereinstimmt.“

Callin unterdrückte das Ekelgefühl, das ihn bei dem Gedanken überfiel, was alles in dieser Tasche stecken könnte. Diesen Kerl berühren zu müssen, der Nesri anfassen wollte, war bereits eine Zumutung! Außerdem war er ungewaschen und bräuchte dringend eine Rasur.

Ja, er war von eher zimperlichem Gemüt, was Reinlichkeit betraf und in vielerlei anderer Hinsicht. Callin war ein Ästhet und verwöhnt durch Diener, Sklaven und Luxus. Doch feige war er ganz bestimmt nicht!

Eralt protestierte lautstark, als Callin ihn abtastete, bis er endlich eine kleine Marmorfigur entdeckte. Eine Darstellung der Göttin Darina, Hüterin der Türschwelle. Exakt dieselbe Figur hatte er tatsächlich an der Wand neben der Haustür angebracht. Er hatte diese wirklich schöne Statue bei einem berühmten Bildhauer gekauft und eigenhändig mit einem Schutzzauber belegt. Jeder, der sich gewaltsam Zutritt in sein Haus verschaffen wollte, bekäme diesen Zauber schmerzlich zu spüren … Das zumindest war der Plan gewesen.

„Du hast meine Schutzfigur ausgetauscht?“, fragte er entsetzt, als er die wahre Bedeutung verstand. Das war ein götterlästerlicher Frevel, den er nicht einmal einer solch primitiven Kreatur wie Eralt zugetraut hätte.

„Das war lächerlich einfach, da du nicht die Figur selbst geschützt hattest und ich von dir persönlich über die Türschwelle gebeten wurde“, murmelte Eralt trotzig.

„Halte das Ding mal höher“, bat Kaba plötzlich. „Wenn ich einen besseren Blick darauf habe, kann ich vielleicht erkennen, welche dämonische Präsenz hinter dem Zauber steckt.“

„Du meinst, der Widerling hat es nicht selbst getan?“ Das überraschte Callin wenig, der Kerl besaß tatsächlich nicht allzu viel eigene Begabung.

„Eher gar keine, zumindest in magischer Hinsicht. Klauen, betrügen und so weiter kann er prima“, murmelte Kaba konzentriert. „Ich hab nachgeschaut, welchen Dämon er abbekommen hat, während ich ihn fesselte. Ein jämmerlicher Illibson ist es, ein Dämon zweiten Ranges. Der Kerl ist also kaum mächtiger als Ilajas, wobei der wenigstens eine Menge Verstand besitzt. Du kennst Ilajas, nehme ich an?“

„Ist das der Vetter von Yaris?“

„Exakt. Ein guter Junge … Aha, ja, ich kenne den Dämon, der für die Erschaffung dieses Püppchens da seine Magie ausbluten musste. Lass mich mal in deinen Erinnerungen nachschauen, ob du bereits mit dem zugehörigen Zauberschmied zu tun hattest. Ich bin gut darin, die Präsenzen von Dämonen zu erkennen.“

Callin drehte die Götterfigur langsam zwischen den Fingern, damit die beiden Gefangenen nicht mitbekamen, dass er gerade geistig anderweitig beschäftigt war. Er empfand die Idee, mit seinem Dämon zu kommunizieren, eher verstörend. Auch dessen Sichtweise – eben dass Zauberschmiede die Dämonen beraubten, um Magie wirken zu können, missfiel ihm. War es nicht abscheulich unrein, eine solche Kreatur des Schlundes in sich zu tragen, mit ihr Geist und Körper zu teilen, sie in seinen intimsten Gedanken und Erinnerungen einlassen zu müssen? Es hatte Callin stets beruhigt, dass sein Dämon nie einen Laut oder irgendein Zeichen von sich gegeben hatte!

„Und so wäre es bis ans Ende deiner Tage geblieben, mein Schatz, wenn du nicht ausgerechnet Jiru versklavt hättest. Glaub mal, wir empfinden es als mindestens ebenso verstörend, peinlich, unangenehm und irgendwie schmutzig, in einem Menschen festzustecken und ihnen die kostbare magische Essenz unseres Daseins zu überlassen … Ah, da isser ja!“

Die Erinnerung an einen kleinen, verknöcherten, uralten Zauberschmied tauchte vor Callins geistigem Auge auf.

„Tibaut von Strugas?“, rief er laut aus, bevor er sich zurückhalten konnte. „Du hast dieses Artefakt von Tibaut?“, setzte er rasch an Eralt gewandt hinzu, der erschrocken nickte.

„Woher weißt du …?“

„Halt’s Maul!“, befahl Callin harsch, ganz und gar nicht sein stets beherrschtes, höfliches Selbst. Tibaut war ein Mann, den er stets für ehrenhaft gehalten hatte. Vieles, was er über die Karslande wusste, seit er mit blutendem Herzen hergekommen war, hatte Tibaut ihn gelehrt.

„Der Alte hat das meiste seiner Macht verloren“, stammelte Eralt. „Er ist sehr vergesslich und zittrig und wird bald heimkehren zu den Göttern. Wann immer ich komme und ihm eines seiner Artefakte abkaufen will, dankt er mir auf Knien und mit Tränen in den Augen.“

„Unfug, der Kerl ist unanständig gesund für `nen derart alten Menschen, der ist ein Zwischenhändler von Yaris’ Zaubertränken“, rief Kaba mit zwitschernder Stimme und wildem Kichern dazwischen. „Der spielt den Mümmelgreis, um den Preis für sein Zeug in die Höhe zu treiben und vielleicht noch kostenlose Informationen abzustauben, wetten? Eralt hat vielleicht sogar ein bisschen Anstand und Respekt im Leib, wenn er ihn tatsächlich bezahlt, auch wenn er es wirklich gut versteckt.“

„Glaubst du, dass Tibaut ein weiteres Gegenstück für seinen Privatgebrauch haben könnte?“, fragte Callin niedergeschlagen. In diesem Fall wüsste noch jemand über seine Geschäftsbeziehungen mit Uray Bescheid. Da allgemein bekannt war, dass er ständig Sklaven nach Nadur schickte, angeblich, um Yaris die kostbare Enzyklopädie zu stehlen, brauchte es kein Genie, um die wahren Absichten zu entschlüsseln.

„Geh ruhig davon aus, dass inzwischen halb Karsland davon erfahren hat, dass die Doppelprägung gelungen ist. Und das rein zufällig die beiden reichsten Zauberschmiede seit Harans Tagen daran beteiligt sind. Du solltest dich beeilen, von der Straße runterzukommen, die Aasgeier werden sich glücksjauchzend auf dich stürzen, um Gold und Gefälligkeiten von dir zu erpressen. Jiru zu besitzen macht dich angreifbar, jeder weiß, dass du für ihn aus deinem sicheren Versteck kriechen musst. Man wird sicherlich auch versuchen, dich zu entführen, um Yaris zu erpressen, der dich dringend braucht. Umgekehrt genauso, Yaris sollte nicht mehr allein irgendwo spazieren gehen.“

„Wunderbare Aussichten.“ Callin starrte finster auf die beiden Männer hinab. Ein einfacher Mord kam nicht infrage.

„Ich werde ein Exempel statuieren“, murmelte er. „Jeder Aasgeier soll davon hören und sich fürchten. Niemand greift mich oder mein Eigentum an!“

„Callin …“ Mit weit aufgerissenen Augen starrte Eralt zu ihm auf. Angstschlotternd. Jämmerlich.

„Es wird nicht weh tun, mein Lieber“, versicherte Callin freundlich. Er legte beiden je eine Hand auf den Kopf und konzentrierte sich. Haare waren nicht der beste Träger, um Magie in einen lebendigen Körper zu schmieden. Auch wenn es totes Material war, es bestand eine enge Verbindung zur Haut, die die Zauberei stark erschwerte. Doch er wollte verflucht sein, bevor er einen einzigen Gegenstand an dieses Lumpengesindel verschwendete!

Sie wimmerten beide in Todesangst, versuchten vergeblich, ihm zu entkommen. Der ältere Mann benässte sich und begann zu weinen, während Eralt es mit Betteln um Gnade versuchte, bevor er sich auf Gebete an Nahib verlegte – bis er die Fähigkeit zur sinnvollen Sprachbildung verlor. Callin hatte ihnen den Verstand mit einem Zauberbann belegt. Zurück blieben zwei sabbernde, greinende Wahnsinnige, die für den Rest ihrer Tage in einem immerwährenden Albtraum gefangen waren.

„Grausam und effektiv!“, dachte Kaba mit einem anerkennenden Pfeifen. „Man könnte dich fast zum Ehrendämon ernennen. Tsss, ich hätte schon viel früher aufwachen und zuschauen sollen!“

Callin seufzte verhalten. Das war nicht gerade ein Kompliment, auf das er stolz sein konnte. Ehrendämon, also bitte!

Erschöpft von der Zauberei quälte er sich auf die Beine, um sich anzuziehen und seine Sachen zu packen. Vorbei war sie, die süße Nachtruhe! Der Wirt war bestimmt längst wach geworden bei all dem Gebrüll und Gepoltere in diesem Raum, da konnte er auch gleich zu ihm gehen und die Zeche bezahlen.

Behutsam küsste er seine Nesri wach, damit sie ihm zur Hand gehen konnte. Sie war ein wenig desorientiert und erschrak über den Anblick der wimmernden Männer, doch Callin beruhigte sie mit ausführlichen Erklärungen und liebevollen Küssen. Sehr schnell hatte sie sich gefangen und beeilte sich, alles zusammenzupacken und sich sittsam anzukleiden.

„Wir hatten über Ilajas gesprochen, erinnerst du dich?“, fragte Kaba fröhlich

„Ja, warum?“

„Du wirst den Burschen lieben, mein Schatz. Hm – zumindest er liebt jemanden, nämlich deinen schnuckeligen Jiru. Sein Zustand dürfte ersten Grades sein. Verliebt nennt ihr das, glaub ich. Seltsames Wort, klingt so nach Huups, war ein Versehen! – Worte mit –ver sind bei euch meines Wissens nach eher negativ belegt, oder?“

Callin stolperte beinahe vor Überraschung.

„Ist das so?“, fragte er dann eisig beherrscht, das unsinnige Geplapper ignorierend. „Und Jiru selbst? Erwidert er diese Liebe?“

„Oh, das würde er bestimmt, gerne, die zwei sind auch ein zuckersüßes Pärchen, was sogar ich eingestehen muss. Romantik ist ja einem wackeren Dämon eigentlich von Natur aus fremd, aber ihr Menschen könnt unsereins tatsächlich das Hirn zermatschen mit euren ganzen Gefühlen … Nein, Jiru kann nicht und er wagt es auch nicht, da er schon Yaris und dich lieben muss und wirklich gar keinen Spaß dabei hat. Trotzdem braucht er seinen Ilajas. Der Bengel hält ihn an Leib und Seele zusammen. Darum solltest du Ilajas ehren und huldigen, er sorgt schließlich dafür, dass dein Goldjunge bei Verstand bleibt.“

Callin brannte innerlich, doch ein süßes Lächeln von Nesri lenkte ihn ab. Das Biest der Eifersucht, das ihm kurz ins Herz gebissen hatte bei dem Gedanken, dass Jiru – sein Eigentum! – ihm womöglich untreu war, verschwand augenblicklich. Sollte Jiru lieben und brauchen, wen immer er wollte. Er hatte Herz, Seele und Verstand an dieses göttergleiche Geschöpf verloren, das gerade mit strahlendem Gesichtchen vor ihm stand. Auch wenn er wusste, dass sie Kilajas Tochter war und ihm lediglich hinterherspionieren sollte.

„Wahre Liebe, ich sag’s ja, Menschen! Einfach widerwärtig.“ Kaba kicherte ausgelassen, was eindeutig nicht angewidert klang. „Sei unbesorgt, mein Schatz. Deine Nesri hat dir längst ihr Herz geschenkt, und das nicht bloß aufgrund des Zauberzwanges. Sie würde ihre eigene Mutter verrecken lassen, um dich zu beschützen. Die einzige Lüge, die sie dir gegenüber hartnäckig aufrecht erhält, ist die zarte Hilflosigkeit, die sie wirklich gekonnt spielt. Nesri ist die Tochter einer Matriarchin, stark und absolut fähig, ohne männlichen Schutz zu überleben. Dass die Natur sie mit einem solch zerbrechlichen, männergefälligen Körper gestraft hat, ist der wahre Fluch ihres Lebens.“

„Du kennst meine Gedanken, Dämon. Ich weiß, dass meine Blume aus Diamant und Stahl geschmiedet ist. Genau deshalb liebe ich sie … Ein echtes Weibchen wäre längst an mir zerbrochen.“

Callin beugte sich hinab, um seine Liebste zu küssen, dankbar, dass der Dämon sich endlich zurückzog. Dass er es sich gefallen lassen musste, von einem Schlundgeschöpf mein Schatz genannt zu werden, war einfach unerhört!

„Lass uns aufbrechen, meine Schöne. Böse Männer sind mir auf den Fersen, wir müssen uns eilen, um dieser Wildnis zu entkommen.“

Er sah den hasserfüllten Blick, den sie Eralt und dessen glücklosen Gefährten zuwarf. Mitleid verschwendete sie jedenfalls nicht an diese erbärmlichen Gestalten, und das war gut so.

Kaum eine Stunde später saßen sie auf ihren Pferden und ritten unter dem von der aufgehenden Sonne erglühenden Himmel weiter. Nesri sprach kaum, doch gelegentlich belohnte ihn seine Gefährtin mit einem glücklichen Lächeln. Wer brauchte schon Diener, Sklaven, Reichtum, wenn er eine solche Frau an seiner Seite haben durfte?

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Über Sandra Gernt

Sandra Gernt
Sandra Gernt wurde am 17.03.1976 in der Nähe von Düsseldorf geboren, und lebt mit ihrer Familie noch heute in einem Dorf am Niederrhein. Nach Abschluss der Realschule begann sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete bis zur Geburt ihrer Kinder mit Begeisterung in diesem Beruf. Leider musste sie ihn aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und arbeitet seit 2009 hauptberuflich als Autorin und Lektorin, sowohl für den Dead Soft Verlag als auch selbständig. Meistens spielt die Handlung in phantastischen Welten und umfasst die Palette von Märchen für Kinder bis Horror. Mit „Die Ehre der Am’churi“ hat sie sich zum ersten Mal in das Reich homoerotischer Phantasien gewagt. Weitere Pseudonyme sind u.a. Sonja Amatis (Gay Crime) und Lea Baldow (Hetero/zeitgenössisch)

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