Dracula Untold, Vampir mit Sinn für familiäre Werte

BONN (BAFMW) – Im Februar 2015 erscheint Dracula Untold als DVD, Anlaß für das BAfmW, sich den Film noch einmal anzusehen. Regisseur Gary Shore nahm sich 2014 der Vorgeschichte zu dem von Bram Stoker erzählten Leben des transsylvanischen Fürsten Vlad III. Dracula an und schuf aus Sicht des Bundesamtes für magische Wesen einige begrüßenswerte neue Ansätze, die zur besseren Integration von Vampiren in die moderne Welt führen könnten.

Die Geschichte von Fürst Vlad III. Dracula

In Anlehnung an die historischen Tatsachen lebte Vlad III. in seiner Jugend am Hofe des türkischen Sultans und war ein enger Freund des späteren Sultans Mehmed II. Fatih. Nach erfolgreich überlebter Jugend kehrt er nach dem Tod seines Vaters in die Heimat zurück und wird dessen Nachfolger. Er heiratet Mirena und bekommt den Sohn Ingeras.

Vampir mit Familiensinn, Vater und Sohn Dracula

Vampir mit Familiensinn, Vater und Sohn Dracula

Jugendfreund Mehmed hat als Sultan große Expansionspläne und läßt seinen Gesandten Hamza Bey eine Forderung überbringen. Er fordert aus der ihm unterstehenden Provinz Transsylvanien 1000 Jünglinge zur Kampfausbildung. Früher kannte man das auch in Deutschland, da hieß das Wehrpflicht.

Fürst Vlad Dracula unternimmt alles, um das zu verhindern. Zum Schluß wählt er das letzte Mittel, das ihm noch offensteht. Er sucht im Reißzahngebirge ein dort hausendes Ungeheuer auf, das regelmäßig über seine Umgebung herfällt, um an das Blut der Opfer zu gelangen. Preis der Unsterblichkeit, denn Caligula, so der Name des hier vorgestellten Vampirs, ging ganz klassisch einen Pakt mit dem Teufel ein, um unsterblich zu werden. Er hat mit seiner Seele den dafür üblichen Preis gezahlt. Der Teufel trickste ihn noch zusätzlich aus, und legte neben magischen Fähigkeiten eine veritable Lichtallergie drauf, so dass der Vampir Caligula zu einem sonnenlichtlosen Dahinvegetieren in der Nacht verdammt ist.

Vlad ist bereit, dieses Schicksal auf sich zu nehmen, um Familie und Land zu retten, und läßt sich – zunächst befristet auf Probe – ebenfalls zum Vampir wandeln. Er hat drei Tage Zeit, in denen er auf das Trinken von Blut verzichten muß, um danach wieder Mensch zu werden. Alternativ heißt es, Blut trinken, noch stärker werden, aber Vampir bleiben.

Mit der Kirche in Gestalt von Mönch Lucian im Nacken, der für alternative Lebensformen nicht eben viel übrig hat, sieht sich Vlad III. fast einem Zweifrontenkrieg gegenüber. Lieber fest im Glauben, aber dafür untergehen, als ein Dasein als Vampir mit einer gewissen Perspektive, das ist des Mönches Devise.

Es kommt zu vielen blutigen Kämpfen, die darin gipfeln, dass der türkische Sultan auf seinem Feldzug Draculas Sohn Ingeras in die Hände bekommt und nach einem schweren Kampf schließlich von Vlad besiegt wird. Vorher schon starb Draculas Gattin, als sie sich von den Zinnen der Burg stürzte. In einer dramatischen Szene hauchte sie ihr Leben in Draculas Armen aus, und der geschockte Teilzeit-Vampir, in dem Bestreben, wenigstens seines Sohnes Leben und das seiner Untertanen zu retten, geht auf das Angebot Mireas ein, ihr Blut zu trinken. Damit verzichtet Vlad III. Dracula auf ein Leben als Mensch, gewinnt aber zusätzliche Kräfte und wandelt seine restlichen verbliebenen Kämpfer ebenfalls zu Vampiren. Der nunmehr mächtige Vampir ruft die Dunkelheit herbei, so dass er und seine Vampire den Kampf gegen die Türken aufnehmen können.

Leider haben diese Vampire jedoch ganz klassisch nur Blut im Sinn und Dracula erkennt, dass mit diesen Vampiren im Sinne des Wortes kein Staat zu machen ist. Aus moderner Sicht gesehen, ist das völlig klar, denn mit Alkoholikern kann man schließlich auch keine Whiskey-Destille betreiben. So sieht sich Vampir Vlad Dracula gezwungen, zum Schutze seines Sohnes nach erfolgreichem Kampf die Sonne ihr Werk tun zu lassen. Er überlebt jedoch mit Hilfe eines namenlosen Helfers und in der Schlußszene sieht man den Vampir einige Zeit später, sehr viel später übrigens, eine Frau treffen, die die Wiedergeburt von Mirena sein könnte. Aber auch Caligula taucht wieder auf.

Fazit:

Dracula Untold ist ein netter Film mit sehr viel Action und sehr guten visuellen Effekten. Vampire beweisen Familiensinn (zumindest einer). Manches ist sehr klischeehaft und flach, wie zum Beispiel die Darstellung des türkischen Sultans und seines Gesandten. Da hätte man durchaus etwas mehr an den historischen Quellen bleiben können, das hätte dem Film mehr gegeben. Luke Evans gibt dem Vampir Dracula einige sehr sympathische Züge, was bei den Nebenrollen leider total fehlt.

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