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Essenz 1 – Götterblut von Youya Lo

Essenz 1 Götterblut von Youya Lo

Als Nika ihr magisches Schutzamulett verliert, ist ihr Leben in Gefahr, denn nun kann sich die normalsterbliche, junge Studentin nicht mehr vor den Feinden ihres übernatürlichen Vaters verstecken. Doch Nika ignoriert die Bedrohung, und sogar als ihre Mitbewohnerin ermordet wird, bleibt sie lieber allein unter Fremden und wehrlos gegen mögliche Angriffe, als freiwillig in die Sicherheit ihres Elternhauses zurückzukehren. Zu Hause müsste sie früher oder später zwangsläufig Daniel entgegentreten, einem Weggefährten und engen Vertrauten ihres Vaters. Aber das wäre zu schmerzlich, denn während Nika romantische Gefühle für ihn hegt, ist Daniels Interesse an ihr rein wissenschaftlicher Natur:

Es scheint unmöglich, die Normalsterbliche ebenfalls in ein übernatürliches Wesen zu wandeln. Die dafür benötigte Essenz ist vorhanden. Aber Nika bleibt trotz aufwendigster medizinischer Maßnahmen menschlich.

Essenz 1 - Götterblut von Youya Lo
Essenz 1 – Götterblut von Youya Lo

Produktinformation

Preis: 12,95 Euro

ISBN: 978-3-946528-02-9
Taschenbuch, illustrierte und überarbeitete Ausgabe

Story: Youya Lo, Cover & Illustrationen: Cho Kohara

(c) Krakenkuss 2016

www.krakenkuss.de

Leseprobe aus Essenz 1 – Götterblut

Neujahr 2013

Daniel lehnte sich in das weiche Leder seines Sitzes und schloss die Augen. Ihm war bewusst, dass die anderen Passiegere des Linienfluges nach Paris ihn als ruhigen und ausgeglichenen Gentleman wahrnahmen, doch das war er in diesem Augenblick nicht. Noch war seine Seele unbefleckt, doch das würde sich schon sehr bald ändern, und es bereitete ihm ein größeres Unbehangen, als er vermutet hätte. Aber noch war die kleine Maschine der Air France nicht an ihrem Zielort gelandet.

Während die Flugbegleiterin ihre Ersatzbluse zuknöpfte, betrachtete Daniel die provisorische Küche der Boeing durch ihre Augen. Er nutzte die Fähigkeit der Gedankenspionage nicht gern, ganz egal in welcher Form und zu welchem Zweck, denn er respektierte die Privatsphäre der Menschen durchaus. Deshalb bemühte er sich ernsthaft, nicht zu tief in Sophies Bewusstsein einzutauchen. Leider war sie vollkommen ungeordnet; Sophies Libido spielte verrückt, und es gelang Daniel nicht, an der Oberfläche ihrer Kognition zu bleiben. Er bekam einen sehr viel intimeren Einblick, als ihm lieb war. Denn die Hauptrolle in Sophies derzeitigem Kopfkino spielte er. Daniel.

Fertig umgezogen wandte Sophie sich in der engen Bordküche um. Sie entdeckte eine Papierserviette auf dem Boden, bückte sich danach und verspürte einen kurzen aber heftigen Schwindelanfall. Sie hielt ihn für den Vorboten einer Migräne, aber Daniel wusste es besser.

So, wie der kleine Zwischenfall mit dem verschütteten Kaffee nur wenige Minuten zuvor nicht der Ungeschicklichkeit der alten Dame auf Sitz 3 zuzuschreiben war, so handelte es sich auch hierbei um ein Symptom des vermutlich schon pennygroßen Tumors, der in Sophies Großhirn Raum forderte, wo keiner war.

Die Koordinationsstörungen kamen noch nicht häufig und der Schwindel ebbte jedes Mal schnell ab. Vermutlich deshalb dachte sie gar nicht daran, einen Arzt aufzusuchen. Stattdessen dachte sie an ihn – an Daniel. Die Nummer 16, wie sie ihn insgeheim nannte, obwohl ein Blick auf die Passagierliste ihre Neugier gezähmt und seinen Namen offenbart hatte. Aber Sophie bevorzugte, ihn nach der Sitznummer zu nennen.

Sie griff nach einem Tablett und zog den Vorhang zurück, der die Küche von der ersten Klasse trennte. Keiner ihrer drei Passagiere hatte noch irgendetwas am Platz, was Sophie so kurz vor der Landung in Paris noch hätte abräumen können, und sie wusste das.

Auf viel zu hohen Absätzen und trotzdem effektvoll tänzelte sie über den Gang, vorbei an der alten Dame, deren erneute Bitte um einen Kaffee sie diesmal schlichtweg ignorierte. Sophie kam ohne Umwege zu ihm. Sie herbeizurufen, war nicht nötig.

»Kann ich noch irgendetwas für Sie tun, Monsieur Miller?«

Ihr Puls beschleunigte sich, als er ihr Zwinkern mit einem Lächeln beantwortete. Das fiel ihm zunehmend schwerer, weil ihre arglose Sympathie für Daniel ungefiltert auf ihn einhagelte und ihn beschämte. Er war nicht das unverfängliche Abenteuer, für das sie ihn hielt. Er war nicht einmal gleichaltrig. Und sie, zumindest ihm gegenüber, nicht annähernd ebenbürtig.

Das Klicken der Leuchttäfelchen über den Sitzen krachte in ihren Ohren wie ein Startschuss. Landeanflug. Anschnallpflicht.

Das kam Sophie offensichtlich gelegen. Sie beugte sich vor, so weit, dass ihre Lippen beinahe seine berührten. Ihr Knie schob sich sanft zwischen seine Beine.

Daniel achtete darauf, nicht zurückzuweichen, während er ihren Blick erwiderte. Drei Sekunden lang ließ er sie gewähren, dann schob er ihr ein Kärtchen in die Hand, die an seinem Hemd hinabglitt und befahl ihrem Unterbewusstsein freundlich aber bestimmt, sich zu mäßigen.

»Komm in einer Stunde zu dieser Adresse, dort wirst du mich finden.«

Selbstverständlich war das Kärtchen mit nichts bedruckt, und selbstverständlich bemerkte Sophie weder diesen Umstand noch die Tatsache, dass er ihr nur auf mentalem Wege einflüsterte, wo sie zu erscheinen hatte.

Als er ihre Gedanken ein letztes Mal kontrollierte, biss er die Zähne zusammen. Sophie freute sich auf die Fortsetzung dieser Begegnung, während er für den Bruchteil einer Sekunde darum betete, sie würde ihm einfach widerstehen.

 

Seit Jahrzehnten hatte Daniel größere räumliche Distanzen nicht mehr auf die gleiche Weise überwunden wie die Normalsterblichen; etwa durch konventionelles Reisen. Zwar hätte er über die dafür benötigte Zeit sogar im Überfluss verfügt, eine Notwendigkeit für diese Art des Fortkommens bestand für ihn aber nicht. Für gewöhnlich. Diesmal war es anders, deshalb musste er ausnahmsweise das Gedränge im Flughafengebäude hinnehmen, allerdings beabsichtigte er, diesen Zustand schnellstmöglich zu beenden.

Vor den vorbeiströmenden Reisenden verbarg er sich, indem er ihre Gedanken manipulierte und ihnen befahl, seine physische Präsenz zu übersehen. Den Funksendern der umliegenden Überwachungskameras schickte er einen kurzen mentalen Impuls, um die Übertragung zu stören, bevor er all die Teilchen, aus denen sein ungewandelter, übernatürlicher Körper bestand, auflöste und an einen anderen Ort teleportierte.

Das Apartment, in dem er sich schon im nächsten Augenblick rematerialisierte, war unbewohnt. Daniel ließ blickdichte Vorhänge vor den Fenstern entstehen, obwohl er nicht beabsichtigte, die Glühbirne zum Einsatz zu bringen, die in der Mitte des leeren Raums von der Decke hing. Seine Finger fühlten sich steif an, kalt und ungelenk, als er sich im Dunkeln an eines der bodentiefen Fenster stellte und durch einen Spalt zwischen der Gardine und der Wand auf die aufgeräumte Innenstadt von Paris herunterblickte.

Nichts erinnerte hier an den Jahreswechsel. Keine aufgeweichten Überreste verbrannter Feuerwerkskörper. Nur das Licht der Straßenlaternen, der Regen und die Nacht beherrschten das Bild der schlaftrunkenen Stadt. Er schob die Hände in die Hosentaschen und wartete, bis Sophies Taxi vor dem Haus hielt. Sie stieg aus, glättete den Rock ihrer Uniform und blickte zum Haus.

Da war es also, das Bauernopfer. ›Dritte Etage‹, flüsterte er stumm und steuerte die Information unmittelbar in Sophies Bewusstsein. Gleichzeitig entfernte er das Mädchen aus der Erinnerung des Fahrers.

Daniel befahl zuerst der Haustür aufzuspringen, dann der Wohnungstür. Mit jeder Etage, die Sophie erklomm, wurden ihre Schritte lauter. Der intensive Duft ihres Parfums stärker. Er würde sich noch eine Weile in der Luft halten, selbst nachdem Daniel das Mädchen fortgebracht hatte.

Er atmete durch, trat vom Fenster zurück und wandte sich um. An der Tür verstummten Sophies Schritte, sie blieb an der Schwelle stehen.

»Alors, Daniel … hier bin ich.« Ihre Augen glitzerten. Sie trat ein. Und obwohl der Ort, an den er sie gelockt hatte, kaum ihren Vorstellungen entsprechen konnte, spürte er in ihr nur freudige Erwartung. Da war keine Angst vor der Dunkelheit.

Daniel rührte sich nicht, befahl jedoch der Tür, sich hinter Sophie zu schließen. Ohne jede Vorwarnung und mit der gleichen Willenskraft, mit der er alles andere befehligte, verlangsamte er ihren Puls und begann, ihren Lungen behutsam die Luft abzuschnüren, um eine Bewusstlosigkeit zu forcieren. Dann ließ er ihren Körper langsam auf den staubigen Boden sinken. Noch schlug ihr Herz.

Er trat näher und streckte die Hand aus. Das Smartphone in ihrer Umhängetasche gehorchte und erhob sich daraus. Es strebte seiner Hand entgegen, so als wäre es einverstanden mit der bevorstehenden Überprüfung, aber Daniel musste sich überwinden, um es aufzufangen.

›Sehr gut!‹ Seit ihrer Ankunft in der Stadt hatte Sophie weder telefoniert noch Mitteilungen verschickt. Dieser Umstand reduzierte die Gefahr möglicher Komplikationen. Daniel ließ seine Fingerabdrücke auf ihrem Telefon verwischen, während es lautlos durch die Luft in die Handtasche zurückschwebte. Als nächstes erhob sich das Blankokärtchen, mit dem Daniel Sophie während des Fluges den Anschein einer Adressangabe vermittelt hatte, aus  der Tasche. Daniel steckte es ein.

Eine Weile stand er reglos da, dann ließ er sich langsam auf den Boden nieder, neben seines Opfers bewusstlosen Körper. Er zog die Beine an, stützte den Kopf auf seine Knie und wartete, bis der richtige Zeitpunkt schon beinahe verstrichen war. Erst dann erhob er sich.

Das Mädchen würde auch ohne Überwachung im derzeitigen Zustand verharren, während er den unzähligen Vorbereitungen der vergangenen Tage einige letzte, abschließende Maßnahmen hinzufügen musste. Davon hing alles ab.

Daniel teleportierte nach London, in das Hinterzimmer des Antiquitätengeschäfts seines Goldschmieds, obwohl er durchaus wusste, dass der Normalsterbliche nach acht Uhr abends nicht mehr dort anzutreffen war.

Nach all den Jahren war Flint gebrechlich geworden, deshalb ging er mittlerweile früh zu Bett. Ungeachtet dessen wollte Daniel aber wenigstens sehen, wie die Arbeit an seinem Auftrag voranschritt, doch als er an den Werksstisch des alten Goldschmieds trat, war er mehr als überrascht. Flint hatte nichts weiter getan, als einige der kostbaren Edelsteine aus ihrer ursprünglichen Fassung, nämlich einem antiken Collier, zu entfernen.

Sechs von neun Diamanten lagen inmitten des Goldschmiedewerkzeugs auf der verschlissenen Unterlage verstreut, ebenso wie die in Stücke gebrochene Fassung. Mit einem gebrauchsfertigen Amulett war so bald also nicht zu rechnen.

Daniel schluckte die Verblüffung herunter und fügte sich den Gegebenheiten. Vorerst musste eben er selbst das Schutzschild des gejagten Engelskindes bleiben. Solange, bis es das magische Amulett bekam. Deshalb hatte er doch in mühsamer Feinarbeit einen Plan konstruiert. Deshalb hatte er die Feinde infiltriert und deshalb würde er zum Mörder der jungen Stewardess Sophie werden: weil es nun einmal notwenig war. Irgendwie musste Daniel die Feinde seines wehrlosen Schützlings täuschen. Er musste Zeit schinden. Sicherheit schaffen.

Nur solange, bis das Amulett angefertigt und durch den Priester geweiht war.

Dann war seine Arbeit getan. Dann waren alle seine Schulden beglichen, bis in alle Ewigkeit. Er würde Nika den schützenden Schmuck übergeben und endlich in sein friedliches und stilles Leben im Labor zurückkehren.

Es wurde Zeit.

Also griff er nach seinem Smartphone und öffnete die App der Metro Paris Subway, die er eigens für diesen kleinen Ausflug nach Paris heruntergeladen hatte. Jetzt zeigte sie ihm an, dass er dringend aufbrechen musste. Daniel wappnete sich, bevor er die kurze Reise durch den Raum antrat.

Nur den Bruchteil eines Augenblicks später rematerialisierte er sich in der Dunkelheit derjenigen Straßenecke im Pariser Quartier Latin, von der aus sein Kontaktmann erfahrungsgemäß das Apartment des Engelskindes observierte. Daniel streckte seine Sinne aus und tastete die Gegend nach anderen übermenschlichen Präsenzen ab, bevor er seine Schritte zu diesem Handlanger Mendez lenkte.

Wo war der mysteriöse Anführer, der Daniel über Mittelsmänner mit einem Mord beauftragt hatte? Würde er dem Aufnahmeritus nicht beiwohnen, der für seinen Novizen, für Daniel, vorbereitet worden war? Offensichtlich nicht, denn Daniel konnte die Anwesheit eines dritten Umgewandelten neben seiner eigenen und Mendez´ nicht lokalisieren.

Er biss die Zähne zusammen. Wer auch immer der Drahtzieher war, er war klug genug, sich fernzuhalten.

Mendez warf soeben einen Blick auf seine Armbanduhr. Stundenlanger Nieselregen hatte sein Haar und seine Kleidung durchnässt. Rinnsale flossen entlang der Straßengräben und plätscherten die Gullys hinab.

»Guten Abend.« Daniel zwang sich zu lächeln. »Wartest du auf mich?«

Sein Kontaktmann fuhr herum.

»Miller! Was soll der Scheiß, wo warst du? Die Sache muss heute Nacht durchgezogen werden, also versau das nicht, Mann.«

»Sei unbesorgt.«

Daniel konnte die Schritte weicher Schuhsolen bereits hören. Sie näherten sich von der Metrostation, verlangsamten konstant ihre Geschwindigkeit und kamen schließlich wie erwartet zum Stillstand. Wie immer war es das Geräusch eines metallischen Klirrens, das nach einer Pause ein Weitergehen ankündigte.

Der Zeitspanne nach zu urteilen, die zwischen Stille und Metallklirren lag, hatte Nika wie üblich unter einer Straßenlaterne hinter der Ecke gestanden und nach dem Hausschlüssel gesucht.

Nika, das Engelskind mit dem problematischen Metabolismus. Die sterbliche Tochter seines alten Weggefährten Julian. Seine Schutzbefohlene und gleichzeitig sein Mordauftrag.

Nika brauchte jeden Abend gleich lange; nämlich zu lange.

Und sogar Mendez hätte das Mädchen mittlerweile bemerken müssen, wenngleich ausgestattet mit erbärmlich mageren Fähigkeiten, die kaum noch als übersinnlich zu bezeichnen waren. Offensichtlich wog die Verantwortung einer Operation wie dieser zu schwer auf seinen Schultern. Sein Kiefer knirschte vor Anspannung. Er funkelte Daniel wütend an.

»Ein Glück, dass du die Kleine nicht schon verpasst hast, Alter. Der Chef hat gesagt, sie kommt immer gegen ein Uhr zurück. Es ist gleich eins!«

»Und ich bin hier.«

»Klugscheißer.«

Wieder lächelte Daniel, und diesmal fiel ihm das sogar leicht. Mendez zu täuschen würde ein Kinderspiel werden, und nicht nur, weil die verunreinigte, vermenschlichte Essenz, mit der der Strohkopf umgewandelt worden war, nichts anderes zuließ.

Daniel begann, Mendez´ Wahrnehmung zu verschatten. Nur solange, bis Nika in die Straße einbog, die Treppenstufen zur Haustür hochlief, aufschloss und, nachdem sie das dritte Stockwerk erreicht hatte, in ihrem Apartment verschwand. Dann ließ Daniel das Licht im Treppenhaus erlöschen und gab den Verstand seines vermeintlichen Spießgesellen wieder frei.

Mendez blinzelte kurz und sah sich hastig um. »Jetzt steh hier nicht rum, Miller. Die Braut wird jeden Moment aufkreuzen, also mach dich klar, Mann.«

»Ich bin schon dabei.« Wieder drang Daniel in das Bewusstsein des Anderen. Diesmal nistete er Nikas Bild hinein. Er suggerierte Mendez, dass sie die Straße heraufkam und vor der observierten Haustür stehen blieb, fast genauso, wie es sich ein paar Sekunden zuvor tatsächlich ereignet hatte. Nur, dass Daniel diesem sterblichen Engelskind in Wirklichkeit keinesfalls auch nur ein Haar krümmen würde. Aber das bauchte dieser drittklassige Helfershelfer nicht zu merken.

Mendez´ Herzfrequenz erhöhte sich. Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn, als er zu beobachten glaubte, wie Daniel an Nika herantrat, sie packte, ein Messer aufblitzen ließ und es in ihren Hals stieß, bevor auch nur ein Schrei die Stille der Nacht durchbrach.

In Wirklichkeit geschah natürlich nichts von all dem. Doch obwohl dieses hässliche kleine Täuschungsmannöver, die grausame und blutige Aufführung nur in Mendez´ Kopf stattfand, beschleunigte sich Daniels Herzfrequenz ebenfalls, denn sein Auftritt war noch nicht beendet. Nun begann der schwierige Teil.

Nur für den Bruchteil einer Sekunde teleportierte er in die Wohnung am anderen Ende von Paris, in der der bewusstlose Körper der Flugbegleiterin Sophie lag. Kraft seiner Gedanken erhob der Körper des Mädchens sich vom Boden und folgte Daniel an den Ort, der faktisch erst in Kürze ein Tatort werden würde. Gleichzeitig löste sich die Materie der Vorhänge an den Fenstern der nun wieder verlassenen Wohnung auf, und der Staub erhob sich, um neu geordnet auf das verblichene Parkett zu gleiten und alle Spuren zu verwischen.

Mendez hatte Daniels kurzes Verschwinden, wie erwartet, nicht bemerkt. Kaum jemand hätte das vermocht.

Daniel befahl der bewusstlos bei ihm schwebenden Sophie, die er schon vor Tagen sein Opfer zu werden auserkoren hatte, auf die oberste Stufe vor dem Hauseingang zu gleiten. Er ging vor ihr auf die Knie, um Mendez die Sicht zu versperren und atmete durch.

Er zitterte. Er hatte noch nie, niemals jemanden getötet. Nicht ein einziges, lebendes Wesen in 116 Jahren. Doch jetzt war es soweit.

Er wiederholte das, was er in Mendez´ manipulierter Beobachtung bereits getan hatte. Doch diesmal in der harschen Wirklichkeit dieser verregneten Pariser Nacht. Mit Sophie. Und dafür materialisierte Daniel ein ganz reales Küchenmesser in seiner Hand. Gleichzeitig schickte er Nika in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

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Über Youya Lo

Youya Lo
In der Kunst haben Kraken eine ruhmreiche und lange Tradition.Und wurde ihnen bislang Unrecht getan, so treten wir nun den Gegenbeweis für die tentakelnden Tierchen an; denn obwohl man sie in grauer Vorzeit als fürchterliche Monster verschrie –sie können auch anders!Bis auf die notorisch exzessiven, ungezügelten und teilweise sogar gewaltbereiten Kraken historischer Aufzeichnung sind die meisten von ihnen friedlich und freundlich. Und insbesondere unsere Kraken sind bemerkenswert;mit ihren zahlreichen Tentakeln erschaffen sie Kunstwerke und verleihen ihrer Kreativität gebührenden Ausdruck. Kraken können sich aus jeglicher Gefangenschaft befreien.Der Krakenkuss Verlag wurde im Januar 2016 als GmbH gegründet und verfolgt primär das Ziel, den Manga als besondere, asiatische Form des Comics stärker im deutschsprachigen Raum zu etablieren.Hierbei steht die Förderung der deutschsprachigen Manga-Szene im Vordergrund; neben den Lesern und den so genannten Cosplayern bringt diese mittlerweile auch Künstler hervor, die ihren japanischen Vorbildern, den Manga-ka, erfolgreich nacheifern und eigene bemerkenswerte Werke kreieren. Im Zuge seines wirtschaftlichen Wachstums und des Ausbaus der Vertriebskanäle möchte der Krakenkuss Verlag zukünftig aber auch die originalen, aus Japan stammenden Manga als Lizenzprodukte zu den deutschen Fans bringen. Wie bei den bisherigen Eigenproduktionen werden hier hauptsächlich die Genres Fantasy und Boyslove im Fokus stehen.Bereits veröffentlichte Publikationen des Krakenkuss Verlags sind das Fantasy-Artbook „Shinkai Kisu – Play with me in kinky waters“, der erste Teil der eigenen Manga-Serie „Dreamcandy“ und der ersten Teil des Fantasy-Romans „Essenz“, der im Stil asiatischer Light Novels als illustrierte Ausgabe konzipiert ist.Das „Shinkai Kisu“- Artbook wurde mit mehr als 20 deutschsprachigen Künstlern auf 92 farbigen Buchseiten im Din A 4 Format realisiert. Einige der beteiligten Künstler veröffentlichen bereits seit vielen Jahren bei großen deutschen Verlagen ihre Werke. Andere stehen noch am Anfang ihrer Zeichnerkarriere, beweisen aber schon in diesem Buch ein hohes zeichnerisches Niveau.Die Manga-Serie „Dreamcandy“ richtet sich an erwachsene Leser, die sich für das Genre „Yaoi“ begeistern. Es handelt sich dabei um die im Fantasybereich angesiedelte Geschichte eines jungen Harpyienmannes, der im Verlauf der Serie viele erotische Abenteuer mit anderen fantastischen, männlichen Wesen erlebt. Der erste Band wurde im Dezember 2016 veröffentlicht, der zweite ist für Mai 2017 geplant.Auch die Light Novel „Essenz“, ebenfalls im Dezember 2016 erschienen, befasst sich inhaltlich mit queerer Literatur im Kreise von Engeln, Dämonen und Mischwesen. Ergänzt wird der Roman mit vielen farbigen Illustrationen.Zwei weitere Serien-Eigenproduktion werden voraussichtlich im Rahmen der DoKomi starten – einer Manga- & Japan-Convention, die in Düsseldorf stattfindet. Auch diese Manga-Serien werden sich mit der Liebe zwischen Männern befassen, jedoch werden hier vielmehr Romantik und Action im Vordergrund stehen als Erotik.Der Krakenkuss Verlag legt großen Wert auf die Nähe zu den Lesern und beteiligt sich deshalb regelmäßig an Messen und Conventions. So hatten Fans schon im Gründungsjahr 2016 auf Veranstaltungen wie der Leipziger Buchmesse / Manga Comic Con, der DoKomi, des Comic Salons, der Connichi oder der EpicCon die Gelegenheit zu einem ersten persönlichen Kontakt.Wir kreieren und publizieren Manga. Artbooks. Light Novels.Die Krakenkuss GmbH ist kein Druckkostenzuschussverlag.

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