Bundesamt für magische Wesen https://bundesamt-magische-wesen.de Oberste Bundesbehörde für die Belange von Vampire, Hexen, Drachen und Elfen Wed, 21 Jun 2017 15:27:22 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8 Chinesischer Winddrache und Roter Drache im Garten von Sandra Kascheike https://bundesamt-magische-wesen.de/chinesischer-winddrache-und-roter-drache-im-garten-von-sandra-k/ https://bundesamt-magische-wesen.de/chinesischer-winddrache-und-roter-drache-im-garten-von-sandra-k/#respond Wed, 21 Jun 2017 09:53:52 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=138252 Roter Drache von Sandra KGuten Tag, auch ich möchte mich an der Stunde der Drachen beteiligen. Da mein Garten sehr naturbelassen ist (unfreundliche Leute sagen verwildert), habe ich das Glück, das dieses Jahr gleich zwei Drachen bei mir brüten. Der in Europa sehr seltene Chinesische Winddrache und der europäische Rote Drache. Ich hatte das große Glück, dass ich den …

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Guten Tag,
auch ich möchte mich an der Stunde der Drachen beteiligen. Da mein Garten sehr naturbelassen ist (unfreundliche Leute sagen verwildert), habe ich das Glück, das dieses Jahr gleich zwei Drachen bei mir brüten.
Der in Europa sehr seltene Chinesische Winddrache und der europäische Rote Drache.
Ich hatte das große Glück, dass ich den Schlupf des Roten Drachens ablichten konnte, man beachte, wie liebevoll das zuerst geschlüpfte Junge seinem Geschwisterchen aus dem Ei hilft. Bis zum Einsendeschluss war das Ei des Winddrachens leider noch nicht geschlüpft, so dass ich nur ein Bild der Mutter am Nest machen konnte. Aber ich hoffe auch dort auf eine erfolgreiche Brut.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Sandra Kascheike
Roter Drache im Garten von Sandra Kascheike
Roter Drache im Garten von Sandra Kascheike
Chinesischer Winddrache im Garten von Sandra Kascheike
Chinesischer Winddrache im Garten von Sandra Kascheike
 

Stunde der Drachen 2017

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Bücher von Alexa Lor im Webshop des Bundesamtes für magische Wesen https://bundesamt-magische-wesen.de/buecher-von-alexa-lor-im-webshop-des-bundesamtes-fuer-magische-wesen/ https://bundesamt-magische-wesen.de/buecher-von-alexa-lor-im-webshop-des-bundesamtes-fuer-magische-wesen/#respond Fri, 16 Jun 2017 17:39:55 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=137105 Der Lesesaal der Library of CongressDiese Titel von Alexa Lor sind im Webshop verfügbar und zwar genau hier: -> Webshop ” order_by=”sortorder” order_direction=”ASC” returns=”included” maximum_entity_count=”500″]  

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Diese Titel von Alexa Lor sind im Webshop verfügbar und zwar genau hier: -> Webshop

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Das Amt dankt mehr als 17.000 Facebook-Fans des Bundeslurchs https://bundesamt-magische-wesen.de/das-amt-dankt-mehr-als-17-000-fans-des-bundeslurchs/ https://bundesamt-magische-wesen.de/das-amt-dankt-mehr-als-17-000-fans-des-bundeslurchs/#respond Tue, 13 Jun 2017 08:48:26 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136821 Emmanuel Macron - ein Magier!BONN (BAfmW) Emmanuel Macron – Einer von uns! Magie ist etwas Schönes, und einer guten Karikatur wohnt in ihrer Wirkung stets etwas Magisches inne! Emmanuel Macron wurde geoutet, was nicht weiter schlimm ist. Und das “poschierliche Tierchen” an seiner Seite, um Bernhard Grzimek selig zu bemühen, gehört auch in die Kategorie magische Wesen. Er hat …

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BONN (BAfmW) Emmanuel Macron – Einer von uns! Magie ist etwas Schönes, und einer guten Karikatur wohnt in ihrer Wirkung stets etwas Magisches inne! Emmanuel Macron wurde geoutet, was nicht weiter schlimm ist. Und das “poschierliche Tierchen” an seiner Seite, um Bernhard Grzimek selig zu bemühen, gehört auch in die Kategorie magische Wesen. Er hat den Franzosen etwas mitgebracht und es wird sich zeigen, was dieser Höllenhund anrichten wird. Er kommt etwas brutal daher, was in seiner Natur liegt, denn der Reform-Höllenhund wird in Frankreich einiges an Arbeit haben.
Burkhard Mohr, Karikaturist für den Bonner General Anzeiger, outet Emmanuel Macron als Magier
Burkhard Mohr, Karikaturist für den Bonner General Anzeiger, outet Emmanuel Macron als Magier

17.000 Fans des Bundeslurchs

Das Amt bedankt sich bei dieser Gelegenheit bei den mittlerweiler mehr als 17.000 Fans des Bundeslurchs. Wir werden weitermachen wie bisher, und den gemeinen Bürger draußen im Lande bespaßen, aber auch manchmal entspaßen, wenn wir als Autoren, Blogger und Illustratoren der Meinung sind, dass es nötig ist. Fantasy ist eben auch ein stilistisches Mittel der Literatur und Satire, und dient nicht nur der Unterhaltung.

Beigefügte Karikatur von Burkhard Mohr erschien am heutigen Morgen des 12. Juni im General Anzeiger Bonn und widmet sich der ersten Runde der französischen Parlamentswahlen.

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Stunde der Drachen 2017: Ein Wolliger Blauschuppling bei Julia H. in Marl https://bundesamt-magische-wesen.de/stunde-der-drachen-2017-ein-wolliger-blauschuppling-bei-julia-h-in-marl/ https://bundesamt-magische-wesen.de/stunde-der-drachen-2017-ein-wolliger-blauschuppling-bei-julia-h-in-marl/#respond Thu, 08 Jun 2017 17:58:42 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136580 Wolliger Blauschuppling von Julia HäußlerSehr geehrtes Bundesamt für magische Wesen, gerne beteilige ich mich bei der Erfassung der Drachenbestände. In meinem DVD-Regal hat sich ein wolliger Blauschuppling eingenistet. Er muss wohl durch das geöffnete Fenster herein gekommen sein. Auf alle Fälle ist die Zahl der Fliegen und Spinnen in meiner Wohnung rapide gesunken. Ab und an lasse ich auch …

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Sehr geehrtes Bundesamt für magische Wesen,

gerne beteilige ich mich bei der Erfassung der Drachenbestände. In meinem DVD-Regal hat sich ein wolliger Blauschuppling eingenistet. Er muss wohl durch das geöffnete Fenster herein

Wolliger Blauschuppling, gefunden in Marl
Wolliger Blauschuppling, gefunden in Marl

gekommen sein. Auf alle Fälle ist die Zahl der Fliegen und Spinnen in meiner Wohnung rapide gesunken. Ab und an lasse ich auch mal was vom Grill liegen, was gerne angenommen wird. Zum Glück stehen Meerschweine wohl nicht auf seinem Speiseplan, mit meinen beiden versteht er sich gut, Revierkämpfe bleiben aus.

Vielleicht habe ich Glück und es gesellt sich noch ein Weibchen dazu, das Fenster ist auf jeden Fall geöffnet.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Julia H., Marl
 
Info aus dem Amt:
Beim Wolligen Blauschuppling handelt es sich um eine Art aus der Gattung der Bücher- und Lesedrachen. Absolut harmlos, sie lassen – wie das Bild ja beweist – sich gern in Bücher- und DVD-Regalen nieder. Überhaupt sehr bildungsaffine Drachen, diese Wolligen Blauschupplinge. Und völlig friedlich!
 

Stunde der Drachen 2017

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Füreinander bestimmt von Ashan Delon https://bundesamt-magische-wesen.de/fuereinander-bestimmt-von-ashan-delon/ https://bundesamt-magische-wesen.de/fuereinander-bestimmt-von-ashan-delon/#respond Wed, 07 Jun 2017 13:01:32 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136474 Füreinander bestimmt, Gay Romance von Ashan DelonTargh, ein mutiger Krieger vom Bergstamm des Welbvolkes, zieht aus, um sich den Traditionen gemäß eine Braut zu suchen. Eine Stimme aus seinen Träumen rät ihm, sich in Richtung Süden aufzumachen. Auf seiner Reise begegnet ihm Birjn, wie er ein Gestaltwandler, der ihn vom ersten Moment an fasziniert. Je näher sie sich kommen, desto mehr …

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Targh, ein mutiger Krieger vom Bergstamm des Welbvolkes, zieht aus, um sich den Traditionen gemäß eine Braut zu suchen. Eine Stimme aus seinen Träumen rät ihm, sich in Richtung Süden aufzumachen. Auf seiner Reise begegnet ihm Birjn, wie er ein Gestaltwandler, der ihn vom ersten Moment an fasziniert. Je näher sie sich kommen, desto mehr zweifelt Targh daran, dass er auf die Suche nach einer Frau geschickt wurde. Zur gleichen Zeit hat der Schamane Oman, aus Birjns Stamm, Visionen, in denen eine unbekannte Macht ihr ganzes Volk auszulöschen droht. Er prophezeit, dass die zwei Männer nur vereint der bevorstehenden Bedrohung trotzen können. Gerade, als sie ihre zarte Liebe zueinander entdecken, brechen auch schon die Horden aus Omans Visionen über sie herein. Homoerotische Gay-Mystic

 

Produktinofmation

  • Taschenbuch: 642 Seiten
  • Verlag: Independently published (25. April 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1521052905
  • ISBN-13: 978-1521052907
  • Größe und/oder Gewicht: 12,7 x 4,1 x 20,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung:
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 3660 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 644 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 1521052905
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B071H48TX9

 

Leseprobe aus “Füreinander bestimmt”

  • 1

»Und du bist wirklich fest entschlossen?«

Targh sah hoch und musste sogleich die Augen wieder zu einem schmalen Spalt zusammenkneifen, als er seinem jüngeren Bruder ins Gesicht und damit nahezu in die grelle Sonne blicken wollte. Sie stand knapp über den Zinnen des nahen Berggrades und linste dem jungen Mann, der unbemerkt herangekommen war, geradewegs über die Schulter.

Auch wenn Bartogh seine Frage nicht spezifiziert hatte, so wusste Targh doch genau, was er meinte. Denn dieser Punkt schwebte seit Tagen zwischen ihnen und keimte immer wieder von Neuem auf.

Vor einigen Wochen hatte Targh einen Entschluss gefasst, lange mit sich gehadert, nachgedacht und ihn vor wenigen Tagen schließlich der Familie vorgetragen. Es war eine Entscheidung gewesen, die sein ganzes bisheriges Leben gehörig auf den Kopf stellen würde. Für ihn war es selbstverständlich, sich an Traditionen zu halten. Seit jeher bestimmten sie das Leben in der großen, weitläufigen Talsenke. Wie der Krater eines längst erloschenen Vulkans schmiegte es sich in das Hochgebirge und verbarg sich somit weitgehend vor den Blicken und dem Treiben der übrigen Welt. Sie führten ein abgeschiedenes Leben, der Bergstamm, der zum Welbvolk gehörte, das über den gesamten Erdball verteilt war und dennoch von den Menschen strikt getrennt lebte. In kleinen, in sich geschlossenen Siedlungen verbarg sich dieses Volk vor den Augen der übrigen Menschheit. Beheimatet in den Tiefen von dichten Wäldern, nahezu unzugänglichen Gebirgsschluchten, auf Inseln weit im offenen Meer oder gar in den dunklen, kalten Wirren labyrinthartiger Höhlengänge erhielt es sich seine eigenen Traditionen. Manche der Stämme öffneten sich dem Leben, das auf der Erdkugel pulsierte, mehr, andere weniger. Der Bergstamm gehörte zu jenen, die sich jeglichem Einfluss durch die Menschenwelt, deren Entwicklungen, Fortschritte, Ideen und Denken verschloss, und sich strikt an eigene Überlieferungen und Gepflogenheiten hielt.

Füreinander bestimmt von Ashan Delon
Füreinander bestimmt von Ashan Delon

Ein solches Brauchtum war die Brautsuche.

Eine Tradition, die seit Generationen von den jungen Burschen an ihrem achtzehnten Geburtstag praktiziert wurde. Die meisten heranwachsenden Männer sahen sich aus Bequemlichkeit überwiegend in den umliegenden Dörfern in der Talsenke um, sodass sich deren Brautsuche weitgehend in Grenzen hielt. Targh hingegen weitete diesen uralten Brauch auf eine größere Umgebung aus. Er folgte einem Traum, in dem ihm eine Stimme riet, die Heimat zu verlassen und sich nach Süden aufzumachen, um seine Liebe zu finden.

Dieser Entschluss hatte nicht gerade für Begeisterungsstürme gesorgt. Normalerweise gab es für eine Familie kaum etwas Bedeutenderes, als wenn der Nachwuchs erwachsen wurde und eine eigene Familie gründete. Bei all den anderen Burschen war dies zumindest der Fall, wenn sie bekannt gaben, sich auf Brautsuche zu begeben. Meist gab es ein großes oder auch kleineres Fest – je nach Reichtum der Familie und Länge der Wegstrecke, auf die sich der Werber begeben würde. Ein weiteres wurde abgehalten, wenn er Stunden, Tage oder Wochen später mit einem jungen Mädchen zurückkehrte.

Targh würde länger unterwegs sein. Denn sich in den Süden aufzumachen hieß, das Tal und damit auch das Gebirge zu verlassen, in unbekannte Gefilde einzutreten, sich waghalsigen Abenteuern und vielleicht sogar tödlichen Gefahren zu stellen.

Seine Familie hatte den Entschluss akzeptiert, ohne ihn auch nur im Geringsten anzuzweifeln oder zu versuchen, ihn umzustimmen. Diese Brautsuche war eine feste, unumstrittene Tradition, wie weit der Werber die Suche auch ausdehnen wollte. Es stand ihm vollkommen frei. Der junge Targh war in der Geschichte des Bergstammes auch nicht der Erste, der seine Braut außerhalb des eigenen Stammes oder auch des Tales suchte. Insofern stellte es keine außerordentlich beunruhigende Besonderheit dar, eher eine unbedeutende Besorgnis, ein ungutes Gefühl, eine unangenehme Ungewissheit.

Denn trotz allem verließ selten einer vom Bergstamm das Tal – für was auch immer. Es war auch niemals notwendig gewesen, denn alles, was sie für ihr Überleben brauchten, befand sich innerhalb dieser Senke. Sie versorgten sich selbst, züchteten Tiere und Pflanzen und stellten alles eigenhändig her, was sie für ihre Annehmlichkeiten benötigten.

Doch der Traum hatte Targh nicht mehr losgelassen, seit er ihn zum ersten Mal geträumt hatte. Seitdem kehrte er beinahe jede Nacht zurück. Jedes Mal, wenn er am Morgen erwachte, hatte sich der Entschluss, sich Richtung Süden aufzumachen, noch mehr gefestigt – bis er sich schließlich seiner Familie und den Ältesten offenbarte.

Targh würde in wenigen Tagen, am Tag seines achtzehnten Geburtstages, das Tal für unbekannte Regionen verlassen. Keiner, der derzeit Lebenden, nicht einmal die Ältesten, wussten, was ihn hinter den Bergzinnen erwarten würde. Niemand war imstande ihm einen Rat zu geben, ihm zu sagen, wie er sich verhalten oder worauf er achten solle. Keine einzige Seele konnte ihm einen Reiseplan aufstellen oder ihn auf Gefahren hinweisen. Und kein einziger vermochte ihm wirklich zu beschreiben, wo genau sich die anderen Stämme des Welbvolkes vor den Augen der Menschen verbargen. Sobald Targh die Berggrade überschritt, war er auf sich allein gestellt.

Ein Gedanke, der ihn zwar mit Unbehaglichkeit erfüllte, jedoch auch mit einer gewissen Vorfreude. Sein Leben würde nicht mehr dasselbe sein, doch insgeheim freute er sich bereits auf die Abenteuer und die Dinge, die ihm auf seiner Reise begegnen würden.

»Mach dir doch nicht ins Hemd«, winkte Targh ab und grinste zu dem Jüngeren hoch. Er schob die Fische beiseite, die er soeben aus seinem Netz befreit und grob entschuppt hatte. Dann setzte er sich auf den Felsen neben dem gurgelnden Bach, der von irgendwo weiter oben dem Hang entsprang und sich in Jahrhunderten einen breiten Weg durch das Gestein gebahnt hatte. Dort oben gab es einen kleinen See, den einer seiner Urgroßväter mittels eines künstlichen Dammes angelegt und mit Fischbrut besetzt hatte, sodass man dort bequem fischen konnte. Hin und wieder verirrten sich einige der Fische den Bach hinunter, der über den Deich in den Überlauf floss und in den Bach mündete. Spannte man in den Wasserlauf ein Netz, so wurde man stets mit frischem Fisch versorgt.

»Es könnte auch gut sein, dass ich meiner Braut im Süden, am anderen Ende des Tales, über den Weg laufe und in vier Tagen wieder zurück bin.« Targh versuchte sich in einem besänftigenden Lächeln und wischte sich die schmierigen Finger an der Hose ab. »Das ist doch wirklich kein Beinbruch. Ich bin ja nicht für immer weg.«

»Aber vielleicht doch für sehr lange Zeit«, seufzte Bartogh und setzte sich neben seinen Bruder auf den Felsen, der ihnen ausreichend Platz für zwei bot. »Es gab schon lange niemanden mehr, der das Tal verlassen hat.«

»Dann ist es an der Zeit.«

Targh ließ den Blick über das Tal schweifen, das sich unter ihm ausbreitete, von seiner Position aus, zwei oder drei Handbreit in die eine und ebenso viele in die andere Richtung. Er befand sich in vielen hundert Metern Höhe und genoss von hier aus einen guten Blick über ihre Heimat. Unten angekommen, würde er vier oder fünf Wochen brauchen, um von einem Ende zum anderen zu gelangen – im Laufschritt und ohne Pausen. Um es einmal zu umrunden, wäre er doppelt oder dreimal so lange unterwegs. Eine Strecke, die er noch nie abgegangen war.

Sein Bruder seufzte abermals leise. »Gibt es denn hier kein Mädchen für dich?«, wollte er wissen.

Ein Lachen entkam Targh, obwohl er den absolut ernsten Ton seines Bruders wohl vernommen hatte. Er war der Einzige, der sich aufrichtig Sorgen um ihn machte. Keiner kannte die Gefahren, die ihn auf der Reise erwarten würden, wirklich.

Bartogh war selbst in dem Alter, in welchem er sich für das andere Geschlecht interessierte und auch schon einige Techtelmechtel aufweisen konnte. Ihren Traditionen gemäß blieb es jedoch bei kleinen Zärtlichkeiten, heimlichem Kuscheln oder verstohlenen Küssen. Es war verpönt, sich zu mehr hinzugeben, bevor man miteinander vermählt worden war. Da zeigten sich die Ältesten streng und duldeten keine Verstöße. Gegen harmlose Zärtlichkeiten und sehnsüchtige Blicke hatten sie jedoch nichts, und so wurde Bartogh bereits des Öfteren mit Mädchen erwischt.

Targh hingegen noch nie.

Es interessierte ihn nicht einmal. Tat es noch nie.

Keine einzige der jungen Frauen hatte seine Aufmerksamkeit je so sehr auf sich gelenkt, dass er sich auf mehr als Blicke und ein freundliches Lächeln eingelassen hätte. Dies war einer der Hauptgründe gewesen, warum er dem Traum folgen würde.

Für ihn gab es hier in diesem Tal keine Lebenspartnerin.

Die Sache war todernst, dennoch lachte Targh. Aus Frust oder aus Verunsicherung, oder doch, weil er wieder einmal erkannt hatte, dass er anders war, als all die anderen Jungs des Bergstammes, anders als sein eigener Bruder.

Wo fing er an aufzuzählen, was so anders an ihm war?

Eines war schon erwähnt worden. Ihn interessierten die Mädchen im Tal nicht im Geringsten. Das Zweite war sein magisches Tier.

Mit einem Bergwolf wollte niemand etwas zu tun haben, am allerwenigsten die jungen Frauen.

Jeder vom Welbvolk, ob vom Bergstamm, den Inselvölkern oder den Bewohnern von Höhlen oder Wäldern, besaß ein magisches Tier, in welches er sich zu wandeln vermochte. Welches, durfte man sich nicht selbst aussuchen. Im Allgemeinen kristallisierte es sich zu Beginn der Pubertät allmählich heraus. Dann konnte man sein Schicksal annehmen oder sein Leben lang damit hadern. In der Regel schätzten sich die meisten glücklich über das jeweilige Tier. Nur wenige zeigten sich enttäuscht, wenn sie zur Schlange, einem Vogel oder gar zu einfachen Ratten wurden. Weithin beliebt waren die Klettertiere wie Ziegen oder der Puma mit seinen scharfen Krallen und Fangzähnen. Als Ziegen besaßen sie lange Hörner und kräftige Hufe, mit denen sie sich sehr gut in einem Kampf behaupten konnten.

Sobald sich das magische Tier in einem herauskristallisiert hatte, maßen sich die jungen Leute aneinander in Wettkämpfen, um herauszufinden, welches das mächtigste Tier war.

Der Bergwolf war das Imposanteste und Stärkste unter ihnen. Allein schon deswegen wollte sich keiner der anderen jungen Männer und Frauen mit ihm messen. Ihre Niederlage war vorherbestimmt, noch bevor sie antraten.

Zudem gab es eine Legende über einen Wolf, der sich nicht entscheiden konnte, in der Steppe oder im Gebirge zu leben. Also teilte er sich und lebte fortan in beiden Gegenden. Doch die Hälfte, die in den Bergen lebte, wollte sich eines Tages nicht mehr mit nur einem Teil der Seele und Kraft zufriedengeben. Daher jagte er den Steppenwolf, tötete ihn und vereinigte sich mit der anderen Hälfte wieder zu einem Ganzen. Deswegen galt der Bergwolf als böses Tier. Der Grund, weswegen sich ihm niemand entgegenstellen wollte.

Die anderen Jungen hielten sich von ihm fern. Als Targh begriffen hatte, dass der Bergwolf sein Tier war, hatte er versucht, es so lange wie möglich zu verbergen, weil er wusste, was passieren würde. Doch irgendwann war es unumgänglich, sein magisches Tier vor der Dorfgemeinschaft zu präsentieren – eine weitere Tradition seines Stammes. Spätestens zum sechzehnten Geburtstag wusste jeder um sein Tier und hatte es in einem Ritual bekannt zu machen. Als sich Targh verwandelt hatte, herrschte lange Zeit angespanntes Schweigen. Bis die Ersten einfach aufgestanden waren und die Feierlichkeiten verließen.

Bereits vor diesem Zeitpunkt konnte Targh nicht unbedingt viele der jungen Männer zu seinen Freunden zählen. Aber an jenem Tag verlor er auch den Rest. Niemand wollte mehr etwas mit ihm zu tun haben.

Er hatte sich – zwei Jahre danach – seinem Schicksal gefügt. Ändern konnte er es nicht. Einzig seine Familie stand hinter ihm, obwohl sein Vater lange Zeit geschwiegen und ihn mit traurigem, beinahe leidendem Blick angesehen hatte. Auch er hatte nichts daran ungeschehen machen können. Das Schicksal spielte oft bizarre Spiele und bei Targh schien es sich regelrecht austoben zu wollen.

Nicht nur, dass ihn keines der Mädchen je in irgendeiner Weise erregt hätte, und er durch sein magisches Tier zum Geächteten geworden war, besaß er noch einen anderen Makel, von welchem allerdings nur er etwas wusste. Bei dem er jedoch keine Ahnung hatte, was genau da immer mit ihm passierte. Es beängstigte ihn stets aufs Neue, sodass er unablässig versuchte, es zu verhindern.

Er drehte sich um und blickte den Berghang hinauf. Dort oben war sein geheimer Platz, an den er sich verzog, wenn ihm nach Einsamkeit und Stille war. Dort oben, irgendwo zwischen scharfen Felsen und schmalen Graden, so hoch oben, dass die Vegetation hinter ihm zurückblieb. Wo die Steinadler ihre Nester bauten und er beinahe die Wolken berühren konnte. Dann saß er in seiner bevorzugten Nische, ließ den Blick über das Tal schweifen und seine Seele fand Ruhe.

»Wie lange wirst du weg sein?« Bartoghs Stimme drang in seine Gedanken ein und katapultierte ihn gnadenlos in die Wirklichkeit.

Targh zog die Schultern hoch. »Keine Ahnung. So lange es eben dauert?« Er rutschte ein wenig zur Seite, um sich eine bequemere Position zu suchen, denn der harte Fels drückte sich unangenehm in seinen Hintern. »Ein paar Monate vielleicht … Oder auch ein Jahr … Ich weiß es nicht.« Er seufzte leise. »Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.«

»Kann ich dich begleiten?«

Wieder lachte Targh und rempelte seinen Bruder mit der Schulter gegen den Arm. »Glaubst du wirklich, deine süße Danne verzichtet ein ganzes Jahr auf die heimlichen Küsse hinter der Scheune?«

Augenblicklich lief Bartogh rot an und senkte den Kopf. Für Targh stand es bereits fest, dass die Brautsuche seines jüngeren Bruders gerade mal im Nachbarhaus enden würde. So oft, wie er die beiden schon dabei beobachtet hatte, wie sie hinter der Scheune zwischen ihren Häusern verschwanden.

»Mach dir keine Sorgen«, gab Targh unbekümmert von sich, obwohl in seinem Inneren das Unbehagen regelrecht wütete. Ihm war selbst nicht wohl dabei, doch der Entschluss stand bereits fest und er würde sich nicht davon abbringen lassen. Auch nicht von seinem Bruder, dem einzigen Verbündeten hier im Tal.

»Mach ich mir aber.« Bartogh schob trotzig den Unterkiefer hervor und stieß sich von dem Felsen ab. »Machen wir ein Wettrennen?«

»Du verlierst doch sowieso immer«, winkte Targh ab, erhob sich ebenfalls vom Felsen und sammelte die Fische vom Boden auf. Er hielt sie kurz hoch. »Außerdem muss ich die erst zu Mutter bringen.«

»Feigling!«, rief Bartogh und hieb ihm scherzend in die Seite.

Targh zuckte zusammen. Aber nicht, weil ihn sein Bruder, der ihm an Statur, Körpergröße und Kraft unterlegen war, so schmerzhaft getroffen hatte. Der Grund hierfür war, dass er sich auf der Stelle in sein magisches Tier verwandelte, um den ein Jahr jüngeren mit dem lauten Brüllen eines Bergwolfes zu erschrecken. Tatsächlich wich der Junge zurück, krümmte sich ebenfalls zusammen und machte wenig später – in Gestalt eines jungen, überschwänglichen Ziegenbocks – einen gewaltigen Sprung zur Seite.

Magische Tiere waren ihren natürlichen Brüdern sehr ähnlich, sodass man sie leicht verwechseln konnte. Sie unterschieden sich jedoch nicht unerheblich in Größe, Kraft und Erscheinung. Die echten Bergziegen, die in großen Gruppen über das Gebirge zogen, waren nur halb so groß wie der Bock, der nun mit sicheren Klauen über das Gestein sprang und dem auf gewaltigen Pfoten hinterher preschenden Bergwolf zu entkommen versuchte.

Würde ein Mensch das Geschehen beobachten, würde er behaupten, dass ein großer Wolf eine Ziege zu reißen beabsichtigte. In Wirklichkeit gedachte Bartogh, sich seinem Bruder in den Weg zu stellen, damit dieser nicht an ihm vorbei kam. Denn er wusste ganz genau, dass der Ältere ihm nicht nur an Stärke und Ausdauer überlegen war, sondern auch, dass er aufgrund seines Tieres nicht die geringste Chance besaß als Erster anzukommen.

 

  • 2

Es war anstrengend, aber auf genau diesen Wettkampf hatten sie sich seit Monaten vorbereitet.

Birjn spulte sein Programm ab, bog den Rücken durch, sodass die Schultern fast den Hintern erreichten, und tauschte den Stand der Füße mit den Händen. Anschließend streckte er die Beine in einen akkurat gestreckten Handstand in die Luft. Dabei balancierte er auf dem Kopf seines Partners, der wiederum auf den Schultern eines anderen stand. Er fühlte das Zittern der angestrengten Muskeln unter sich. Jedoch waren sie ein so eingespieltes Team, dass sie genau wussten, wie weit sie gehen und wie lange sie noch durchhalten konnten.

In quälender Gemächlichkeit sanken seine gestreckten Beine zur Seite, bis er in einem perfekten Spagat verharrte. Dann nahm er eine Hand vom Kopf, reckte sie zur Seite, um den gegrätschten Handstand in vier Metern Höhe einhändig auszuführen. Dabei ließ er die Beine tiefer sinken, links und rechts an dem Arm vorbei, mit welchem er auf dem Kopf des anderen Mannes balancierte. In dieser Figur hielt er einen Moment inne, um die Beine dann wieder langsam zu einer makellosen Waage anzuheben. Nach ein paar weiteren Sekunden, in denen er in dieser Position blieb, kam er in den einhändigen Handstand zurück.

Seine Muskeln zitterten vor Anstrengung, ebenso die der Untermänner. Doch ihr Programm war noch nicht zu Ende. Wenn ihnen in den letzten Minuten ihrer Darbietung nicht noch ein fataler Fehler unterlief, war ihnen der Sieg so gut wie sicher. Es gab nur noch eine Mannschaft, die ihnen die Medaille abspenstig machen konnte. Sie lagen beinahe gleichauf. Daher durfte kein Patzer passieren.

Birjn aktivierte noch einmal seine Kräfte und begann die letzte Übung. Ein weiteres Mal ließ er die Beine nach hinten sinken, stellte sie auf die Schultern des Untermanns ab und richtete sich gerade auf. Dann ging er leicht in die Knie und sprang in einem doppelten Salto auf den Boden. Um den Schwung abzufangen, rollte er sich sofort ab und stand einen Augenblick später bereits wieder auf den Beinen. Beinahe gleichzeitig war auch der nächste Turner abgegangen, jedoch in einem einfachen Salto und kam direkt neben ihm auf. Der dritte schloss mit einem engen Überschlag auf und blieb auf der anderen Seite stehen. Birjn packte die ihm dargebotenen Hände, ging in die Knie und ließ sich vom eigenen Schwung und dem seiner Partner nach oben in die Luft werfen. In luftiger Höhe absolvierte er einen doppelten Salto und landete an gleichen Stelle wieder auf dem Boden.

Anschließend vollführte er sofort einen rückwärts ausgeführten Flick-Flack. Seine Partner folgten ihm mit einem Radschlag und einem gesprungenen Rad und standen wieder neben ihm, um ihn abermals zu packen und in die Luft zu werfen. Diesmal drehte sich Birjn jedoch mehrmals längs um die eigene Achse wie ein wirbelnder Stab und wurde von seinen Partnern in der Waagrechten aufgefangen, um sogleich auf die Beine gestellt zu werden.

Die Sprünge und Würfe beherrschten sie perfekt. Jeder Griff saß. Alles ging federleicht und elegant vonstatten. Obwohl ihre Kräfte wegen der komplizierten Kür und den kräftezehrenden Balanceakten ziemlich aufgebraucht waren, gelang es ihnen, ihre Darbietung ohne einen Patzer, einen Wackler oder einen Fehlgriff zu absolvieren.

Der Beifall setzte ein, unmittelbar nachdem Birjn mit einem weiteren Salto und einer Hechtrolle in seine Schlussposition kam und dort schweratmend verharrte.

Sie hatten es geschafft.

Jetzt kam es auf die Punktrichter an.

Birjn war sich nicht sicher, ob bei einer der ersten Übungen alles glatt gelaufen war. Während der Kür versuchte er, nicht an die zurückliegenden Figuren zu denken, sondern mit seiner Konzentration stets in der Abfolge zu bleiben. Er hatte jedoch ein sehr gutes Gefühl.

Die drei Männer lösten sich aus ihrer Schlussposition und lachten beinahe gleichzeitig auf. Als einen Augenblick später die Punkte auf der großen Anzeigetafel erschienen, brachen sie in denselben Jubel aus, der auch um sie herum lostobte.

Sie waren bereits den ganzen Nachmittag als Favoriten gehandelt worden und enttäuschten die Zuschauer nicht. Ihre Darbietung war einwandfrei und fehlerlos gewesen und sie hatten daher die goldene Medaille zu Recht gewonnen.

~ * ~

Als sich Birjn wenig später von seinen Turnkollegen löste, noch immer im Freudentaumel schwelgend, mit einem Stück glänzenden Metall auf der Brust, stellte er sich in der Umkleidekabine ans Fenster. Gedankenverloren blickte er in den Regen hinaus. Die Tropfen prasselten nun schon den ganzen Tag lang unaufhörlich vom Himmel und verwandelten die Welt da draußen in eine regelrechte Schlammgegend. Er hatte noch nicht viel von dem miesen Wetter mitbekommen. Allerdings begleitete ihn das stetige Prasseln der Regentropfen auf das metallene Dach der Turnhalle bereits seit heute Morgen, als er mit der Mannschaft zum Wettkampf angetreten war.

Dieses permanente Rauschen schadete seiner Konzentration zwar nicht, dennoch fühlte er sich erschöpfter denn je. Sein Kopf war schwer und eine Andeutung von leichtem Kopfschmerz bahnte sich an. Der Wettkampf war wirklich anstrengend gewesen und alle drei hatten ihr Bestes gegeben. Trotz des miesen Wetters und des trüben Neonlichtes, das von der Decke auf die Turner herunterleuchtete und verzweifelt versuchte, den Tag etwas zu erhellen, fühlte er irgendwie Euphorie in sich aufkeimen. Die drückende, von Hunderten von Leuten verbrauchte Luft, die ihm das Atmen zusätzlich erschwerte, konnte nichts daran ändern. Sie hatten den Wettkampf gewonnen, waren nun Landesmeister und würden in ein paar Monaten zur internationalen Meisterschaft antreten. Und nächstes Jahr ging es zur Olympiade. Darauf freute er sich trotz allem ganz besonders.

Sie waren nur eine Hobby-Mannschaft, nahmen ihr Talent eigentlich nie so wirklich ernst, doch irgendwann war in ihnen der Wunsch aufgekommen, mehr aus sich zu machen. Birjn hatte anfangs noch etwas gezögert, denn er wollte ursprünglich nicht so intensiv in die Sportakrobatik einsteigen. Die Regionalmeisterschaften genügten ihm. Höher zu steigen, hieß mehr trainieren, mehr Zeit investieren, bessere Leistungen absolvieren und wiederum mehr Zeit und Kraft in das Training zu stecken.

Für Birjn war es stets ein netter Zeitvertreib gewesen, mit welchem er einigermaßen passable Erfolge erzielen konnte. Denn für Akrobatik besaß er ein ausgeprägtes Talent. Oft genug war er von Leuten angesprochen worden, die ihn für ihren Verein oder ihre Sportgruppe engagieren wollten. Doch Birjn lehnte stets ab. Denn dies hieß auch, dass er dann die volle Aufmerksamkeit auf seine Sportlerkarriere lenken musste.

Doch das konnte er nicht.

Denn er besaß ein Doppelleben.

Niemand, außer ein paar Turnkollegen wussten, wer er wirklich war.

Niemand, außer diesem kleinen, auserlesenen Kreis ahnte, dass er eigentlich kein Mensch war.

Er war ein Welb.

 

Nicht mehr lange und er durfte endlich in seine Welt zurückkehren. Die Zeit, die er zwischen den Wettkämpfen für sich in Anspruch nehmen konnte, war rar. Aber stets verbrachte er sie bei seinen Leuten, in den tiefen Wäldern seiner Heimat, verborgen vor den Blicken der Menschen. Fast verborgen, berichtigte er sich gedanklich.

Nur die Menschen, die am Rande des Waldes wohnten, ahnten von der Siedlung, die sich weit im Inneren befand. Denn einige von Birjns Volk arbeiteten in der großen Stadt und bewegten sich ebenso unerkannt unter ihnen, wie er es tat. Sie wussten jedoch nichts Genaueres über die Eigenbrötler, die dort hausten. Die Menschen kamen selten in den Wald. Ein magischer Schutzwall verhinderte, dass sie tief eindringen und das Dorf entdecken konnten. Die Magie sorgte dafür, dass sie es sich rechtzeitig anders überlegten und umkehrten. Nur Angehörige des Waldstammes vermochten den Wall zu durchdringen und solche, die von ihnen wussten und denen sie vertrauten.

In zwei oder drei Tagen würde er wieder in seinen Wäldern jagen können, dachte er sehnsüchtig und lehnte die Stirn gegen das kalte Glas. Draußen goss es noch immer in Strömen. Bereits als Kind hatte er es genossen, im Regen durch den Wald zu streifen und den Duft des nassen Waldbodens in sich aufzunehmen. Er liebte es, den Bäumen beim Wachsen zuzusehen und ihrem Rascheln zu lauschen, wenn sie sich mit dem Wind unterhielten. Er genoss es, das Knistern und Prickeln am eigenen Leib zu spüren, das von dem pulsierenden Leben unterhalb des Waldbodens kam.

Zwei oder drei Tage noch, je nachdem ob und wann das Flugzeug bei diesem Wetter starten konnte, würde er sich noch gedulden müssen. Dann durfte er in seine Heimat zurückkehren, zurück zu seiner Familie. Zurück zu seinesgleichen.

Obwohl er gerne tat, was er tat und sich auch wie selbstverständlich unter den Menschen bewegte, fühlte er sich bei seinem eigenen Volk wesentlich wohler. Nur sie konnten nachvollziehen, wie ihm zumute war. Nur sie spürten die Magie, die in jedem Mitglied des Welbvolkes pulsierte. Nur sie wussten, dass er eigentlich zwei, nein, drei Leben führte.

Als begabter Akrobat. Als Welbkrieger und als eine Feliskatze.

 

 

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Stunde der Drachen 2017: Sichtung eines Farbwechsler-Drachens aus der Eifel https://bundesamt-magische-wesen.de/stunde-der-drachen-2017-sichtung-eines-farbwechsler-drachens-aus-der-eifel/ https://bundesamt-magische-wesen.de/stunde-der-drachen-2017-sichtung-eines-farbwechsler-drachens-aus-der-eifel/#respond Wed, 07 Jun 2017 07:51:16 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136458 Eifler Minifarbwechsler DracheSehr geehrtes Bundesamt für magische Wesen, in meinem Garten hält sich immer mal wieder ein (oder mehrere s.u.) Eifler-Mini-Farbwechsler-Drachen auf. Wenn der Nachbar grillt, huscht er hinüber um das ein- oder andere Stückchen glühende Kohle zu ergattern (im Dunkeln trotz Farbtarnung gut erkennbar), müssen dann allerdings schnellstens wieder rüber zu mir, da der Nachbarshund Drachen …

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Sehr geehrtes Bundesamt für magische Wesen,

in meinem Garten hält sich immer mal wieder ein (oder mehrere s.u.) Eifler-Mini-Farbwechsler-Drachen auf.

Eifler Minifarbwechsler Drache, beobachtet von Suse W. in E.
Eifler Minifarbwechsler Drache, beobachtet von Suse W. in E.

Wenn der Nachbar grillt, huscht er hinüber um das ein- oder andere Stückchen glühende Kohle zu ergattern (im Dunkeln trotz Farbtarnung gut erkennbar), müssen dann allerdings schnellstens wieder rüber zu mir, da der Nachbarshund Drachen nicht sehr mag.

Ein Glücksfall, daß ich heute einen gefunden habe, da sie sehr scheu sind und sich sehr gut tarnen; – das Exemplar auf dem Foto hätte ich eine Minute später nicht mehr erkennen können, man sieht dass er am Rücken schon grün wird. Ich kann also nicht genau sagen, um wieviele Drachen es sich handelt.

Meine Anschrift:

Suse W. aus E.

(Auch hier hält das Amt die Adresse der Einsenderin geheim. Sonst steht zu befürchten, dass schurkische Drachenschmuggler auf der Suche nach seltenen Drachenspezies sich im Umfeld auf die Lauer legen, um Exemplare für den Schwarzmarkt zu fangen.)

Stunde der Drachen 2017

Machen auch Sie mit bei der Erfassung der Drachenbestände in Deutschland und melden dem Bundesamt für magische Wesen in Bonn Drachensichtungen. Wie es geht und was es zu gewinnen gibt, das finden Sie hier: -> Drachenmeldung

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Stunde der Drachen 2017: Drache Elvira aus Qualhaltung befreit https://bundesamt-magische-wesen.de/stunde-der-drachen-2017-drache-aus-qualhaltung-befreit/ https://bundesamt-magische-wesen.de/stunde-der-drachen-2017-drache-aus-qualhaltung-befreit/#respond Wed, 07 Jun 2017 07:22:41 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136451 Drache Elvira im Garten von Son ja HSehr geehrte Damen und Herren des Bundesamtes für magische Wesen, in unserem Garten lebt ein sehr zutrauliches Exemplar, das wir auf den Namen Elvira getauft haben. Aufgrund ihrer Behinderung (Hörner wurden entfernt und ein Flügel gebrochen) ist davon auszugehen, dass sie als Hausdrache missbraucht werden sollte. Da sie deshalb urplötzlich nicht mehr vorzeigbar war, wollte …

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Sehr geehrte Damen und Herren des Bundesamtes für magische Wesen,

in unserem Garten lebt ein sehr zutrauliches Exemplar, das wir auf den Namen Elvira getauft haben. Aufgrund ihrer Behinderung (Hörner wurden entfernt und ein Flügel gebrochen) ist davon auszugehen, dass sie als Hausdrache missbraucht werden sollte. Da sie deshalb urplötzlich nicht mehr vorzeigbar war, wollte ihre Kerkermeisterin sie nicht mehr haben und dachte darüber nach, sie auf einer Müllkippe zum Sterben auszusetzen…

Drache Elvira im Garten von Son ja H
Drache Elvira im Garten von Son ja H

Ich habe dies mit großem Entsetzen erzählt bekommen, mich mit der Kerkermeisterin in Verbindung gesetzt und Elvira aus dieser schlechten Haltung und vor dem sicheren Tod bewahrt.

Die Drachin Elvira lebt nun zurückgezogen in unserem Garten, bekommt regelmäßig Futter, kann die anderen Wesen beobachten und ist glücklich, dass sie ihren Lebensabend trotz Behinderungen in fast freier Wildbahn verbringen darf.

Hochachtungsvoll
Sonja H. aus P.

(Dem Amt ist die Adresse bekannt, aber zum Schutze des Drachens, der viel Ruhe bedarf, und seiner Betreuerin haben wir Name und Adresse anonymisiert.)

 

Stunde der Drachen 2017

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Buchmesse Hofheim vom 19. – 11. Juni 2017 mit dem Bundesamt für magische Wesen https://bundesamt-magische-wesen.de/buchmesse-hofheim-vom-19-11-juni-2017-mit-dem-bundesamt-fuer-magische-wesen/ https://bundesamt-magische-wesen.de/buchmesse-hofheim-vom-19-11-juni-2017-mit-dem-bundesamt-fuer-magische-wesen/#respond Wed, 07 Jun 2017 06:34:01 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136445 Buchmesse im Messecentrum Rhein-Main HofheimHOFHEIM (BAfmW) – Am kommenden Wochenende lädt der Verlag Merlins Bookshop zur ersten Buchmesse in Hofheim-Wallau ein. Den Besucher erwartet ein buntes Programm, mit vielen verschiedenen Lesungen, Interviews, Live-Musik von Imbaya und natürlich Bücher aus allen Genres. Es wird ein bunter Mix bei dem sowohl Belletristik, als auch Sachbücher geboten werden. Die Cafeteria bietet gutes …

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HOFHEIM (BAfmW) – Am kommenden Wochenende lädt der Verlag Merlins Bookshop zur ersten Buchmesse in Hofheim-Wallau ein. Den Besucher erwartet ein buntes Programm, mit vielen verschiedenen Lesungen, Interviews, Live-Musik von Imbaya und natürlich Bücher aus allen Genres. Es wird ein bunter Mix bei dem sowohl Belletristik, als auch Sachbücher geboten werden. Die Cafeteria bietet gutes Essen zu vernünftigen Preisen an, darunter gibt es nicht nur Snacks und Kaffee, sondern die Auswahl aus drei verschiedenen Gerichten, natürlich findet man auch ein vegetarisches Gericht.

Buchmesse im Messecentrum Rhein-Main Hofheim

Das Bundesamt für magische Wesen auf der Manga Comic Con 2017
Das Bundesamt für magische Wesen auf der Manga Comic Con 2017

Parkplätze sind in ausreichender Zahl kostenlos an der Messehalle vorhanden, sodass die Besucher direkt ins Vergnügen starten können. Cosplayer in entsprechenden Kostümen haben freien Eintritt. Auf der Messe bietet sich die Möglichkeit ins Gespräch mit Verlegern und Autoren zu kommen, sich die Bücher anzusehen und natürlich auch zu erwerben.

Wer müde ist, einfach mal in ein neu erworbenes Buch reinlesen möchte oder einen Sitzplatz sucht, um vielleicht mit einem Autor persönlich zu reden, dem steht unsere Leseecke in direkter Nähe zur Cafeteria zur Verfügung.

Das Bundesamt für magische Wesen auf der Buchmesse Hofheim

Das BAfmW freut sich auf die Teilnahme an der Buchmesse und stellt einige Bücher seiner Autoren sowie das Programm der Fantasyplattform selber vor. Einst aus einem Witz entstanden, ist das Amt aller Ämter mittlerweile ein kleines Unternehmen geworden, welches mittelfristig Fantasyliteratur junger Autoren publizieren will.

Weitere Infos: Buch Messe Hofheim

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Die Midgard-Saga Niflheim von Alexandra Bauer https://bundesamt-magische-wesen.de/die-midgard-saga-niflheim-von-alexandra-bauer/ https://bundesamt-magische-wesen.de/die-midgard-saga-niflheim-von-alexandra-bauer/#respond Tue, 06 Jun 2017 21:26:13 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136117 Niflheim - Die Midgard-Saga, ein Fantasyroman für Jugendliche von Alexandra BauerAls Thea eines Tages von einem rotbärtigen Mann verfolgt wird, ahnt sie nicht, dass dies der Beginn von etwas Großem ist. Nach Asgard entführt, dem Wohnsitz der nordischen Götter, bekommt sie von Odin einen Auftrag: Sie soll Kyndill finden, ein Zauberschwert, das in den Händen des Feuergottes Loki die Macht besitzt, alle Götter zu töten. …

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Als Thea eines Tages von einem rotbärtigen Mann verfolgt wird, ahnt sie nicht, dass dies der Beginn von etwas Großem ist. Nach Asgard entführt, dem Wohnsitz der nordischen Götter, bekommt sie von Odin einen Auftrag: Sie soll Kyndill finden, ein Zauberschwert, das in den Händen des Feuergottes Loki die Macht besitzt, alle Götter zu töten. Zusammen mit ihrer Freundin Juli und begleitet von Thor und Wal-Freya, begibt sich Thea nach Niflheim, einer eisigen Welt im tiefen Norden. Hier ging das Schwert einst verloren. Aber auch Loki, der Feuergott der Asen, sucht nach der Waffe. Wie eine düstere Bedrohung lauert er hinter jeder ihrer Handlungen…

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 398 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (5. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1501033824
  • ISBN-13: 978-1501033827
  • erhältlich im: -> BAfmW-Webshop

Leseprobe aus “Niflheim – Die Midgard-Saga”

  1. Kapitel

Dunkelheit und Kälte umgaben Thea. Frostklirrendes Wasser stach unbarmherzig auf ihren Körper ein, lähmte ihre Glieder und umklammerte sie wie eine grausame Faust. Hektisch bewegte sie die Beine. Sie gewann an Höhe und traf unerwartet auf eine dichte Mauer. Panisch riss sie die Augen auf. Sie versuchte etwas zu erblicken, aber die Eisdecke über ihr schluckte jedes Licht. Schreiend hämmerte sie gegen die tödliche Wand und stemmte sich gegen sie – das Wasser ertränkte jedes Geräusch. Noch einmal schickte sie einen stummen Schrei in die Dunkelheit, dann sackte sie zusammen und ließ sich in die Tiefe sinken.

Ertrinken sei ein schöner Tod, hatte sie einmal gehört. Noch während sie sich ihrem Schicksal ergab und in letzten klaren Gedankenfetzen darüber nachdachte, was schief gelaufen war, vernahm sie eine Bewegung neben ihr, die ihren Geist noch einmal aufweckte – war es Juli? Eine kräftige Hand packte sie. Im nächsten Augenblick spürte sie sich im festen Griff eines muskulösen Arms. Ein Lichtblitz durchzuckte die Finsternis und erhellte die Dunkelheit hinter ihren geschlossenen Augenlidern. Dann jagte ein Donnergrollen durch die Stille. Thea spürte, wie sie nach oben trieb.

Die betäubende Kälte oberhalb des Wassers begrüßte sie unbarmherzig, aber füllte ihre Lungen mit lebensspendendem Sauerstoff. Nach einigen Atemzügen drehte sie den Kopf zu ihrem Retter und entdeckte Thor, der ebenso nach Luft japste. Er nickte ihr erleichtert zu, drehte sich auf den Rücken und brachte sie mit kräftigen Beinschlägen ans Ufer. Dort angekommen packte Thor sie unter den Armen und zog Thea das letzte Stück aus dem Wasser. Noch immer umklammerte seine rechte Hand den Hammer, der sie aus der Untiefe befreit hatte. Er ließ Thea für einen Moment unbeachtet, baute sich am Rand des Sees auf und überblickte das Gewässer mit seinen treibenden Eisstücken. Erst dann kniete er zu ihr nieder und bettete ihren Kopf in seine Hände.

„Thea, bist du in Ordnung?“

Sie konnte nicht mehr als nicken, denn die Kälte umfing ihren Körper und brachte jedes ihrer Gliedmaße zum Zittern. Gehetzt sah sich Thor um. Für einen Augenblick eilte er davon, nur um gleich wieder zurückzukommen. Abermals kniete er sich vor sie und nahm ihren Kopf in seine Hände. Besorgte Augenpaare blickten hinter dem Brillenhelm in die ihren.

„Halte durch“, beschwor er sie, bevor er aufstand. Erneut stellte er sich ans Ufer, griff in eine seiner Taschen und faltete Skidbladnir auf. Mit einem einzigen Sprung befand er sich an Deck und wühlte hektisch in den Kisten unter den Ruderbänken. Schließlich vernahm Thea ein Krachen. Thor kehrte mit den Überresten einer Kiste zurück und türmte die Scheite neben Thea auf. Mit einem Blitz aus seinem Hammer entzündete er das Feuer, ging ein weiteres Mal auf das Schiff und brachte ein Bündel, das er ans Feuer legte. Eilig faltete er Skidbladnir wieder zusammen, dann suchte er selbst die rettende Wärme auf. Die gefrorenen Wassertropfen in seinem Bart schmolzen rasch und tropften zur Erde, während er die Hände über das Feuer streckte.

Thea, nicht in der Lage auch nur ein Wort zu sprechen, beobachtete ihn lange, ehe die aufkommende Wärme sie langsamer beben ließ.

„Wo sind Juli und Wal-Freya?“, fragte Thea, als ihr der Kiefer wieder gehorchte.

Thor presste die Lippen aufeinander und seufzte. „Es ist niemand außer uns hier. Irgendetwas ist schief gelaufen.“

„Was?“, rief Thea fassungslos aus. „Was soll das heißen? Sind sie etwa…“

Thor schüttelte den Kopf. „Wal-Freya ging zuerst durch den Brunnen. Sie oder wir sind nicht dort angekommen wo wir es planten. Hier sind sie nicht, es ist ausgeschlossen, dass Wal-Freya das Eis nicht zum Schmelzen gebracht hätte.“

„Dann müssen wir zurück“, japste Thea und erntete wieder ein Kopfschütteln.

„Ich kann die Gewässer nicht beschwören, das schafft nur Freya“, erklärte er, während er eine eigenartige Konstruktion aus Ästen um das Feuer errichtete.

„Und nun?“

„Wir müssen die Kleider ausziehen und sie trocknen, vorher können wir nichts ausrichten.“ Er warf Thea eine Decke zu und legte Stück für Stück seine Rüstung ab. Seine Kleider hängte er auf die Konstruktion, dann hüllte er sich ebenfalls in eine Decke.

„Aber Juli!“, widersprach Thea.

„Wir werden uns den Tod holen, wenn wir jetzt nach ihnen suchen.“ Er deutete auf den Kleiderstapel. Thea gehorchte und hängte ihre Sachen dazu. Ohne die nassen Stoffe am Leib und in die Decke gehüllt, ging es ihr tatsächlich besser.

„Versuche ein wenig zu schlafen. Ich halte das Feuer am Brennen“, sagte Thor sanft.

Thea wollte widersprechen – wie sollte sie schlafen, wenn ihre Freundin vermisst wurde? Doch die Anstrengungen der letzten Stunden und die Kälte raubten ihr die letzten Kräfte. Tatsächlich glitt sie bald in einen traumlosen Schlaf.

 

Sie erwachte, als die Kälte sie erneut frösteln ließ. Thor saß noch immer an der Feuerstelle. Er hatte die Decke gegen seine Kleider getauscht und stocherte nachdenklich mit einem Ast in den Glutresten. Als er Theas Bewegung wahrnahm, lächelte er. Steif streckte sich Thea. Ihr Rücken, der nicht zum Feuer gelegen hatte, war eiskalt. Sie richtete sich in der Decke auf, fühlte nach ihren Kleidern und stellte zufrieden fest, dass sie beinahe trocken waren. An den Stellen, wo das Wasser noch im Stoff steckte, blieb es hart und gefroren zurück. Rasch zog sie sich an.

„Eine Spur von Juli und Wal-Freya?“, fragte Thea dabei und Thor schüttelte den Kopf.

„Nein. Wir werden nach Norden reisen, wie besprochen. Ich bin sicher, Wal-Freya wird das auch tun. Wir werden sie dort treffen.“

„Und wenn nicht?“

„Du trägst ein Teil Brisingamens“, erinnerte Thor und deutete auf Theas Brust. „Fühlst du etwas?“

Thea legte zaghaft die Hand auf das Amulett. „Nein.“

„Es ist wie immer?“, bohrte er nach.

Thea zog eine Grimasse. „Ja, ich denke schon.“

„Du würdest es spüren, wenn ihr etwas passiert wäre“, beruhigte Thor sie. „Jetzt komm! Wenn wir sie nicht finden, wird es ein sehr langer Weg nach Hause werden“, raunte er und Thea wurde klar, was die Trennung von Wal-Freya außerdem bedeutete. Thor führte auf Skidbladnir die Himmelswagen, Wal-Freya besaß die Tiere, die ohne die Wagen keine Hilfe waren. Weder für Juli und Wal-Freya, noch für Thor und sie würde es eine kurze Heimreise werden, wenn sie sich nicht wieder fänden.

„Glaubst du, Frau Holle hat uns absichtlich getrennt?“, fragte Thea.

Thor blickte erstaunt. „Wie kommst du darauf?“

„Nun, sie ist eine Riesin. Du magst Riesen nicht, keiner der Asen mag sie. Loki stammt von Riesen ab. Was, wenn sie mit ihm unter einer Decke steckt?“

„Nicht Frau Holle. Sie ist eine gute Frau“, erwiderte Thor. „Sie hilft den Menschen seit vielen Jahren, das weißt du doch.“

Wieder einmal kramte Thea in den Erinnerungen ihrer vergangenen Leben. Fern der Märchenfigur rankten sich viele Geschichten um Frau Holle. In beiden früheren Leben Theas wurde Frau Holle verehrt und geschätzt, vor allem von den Frauen.

„Ja, du hast Recht“, lenkte Thea ein. Nach einer Pause fragte sie genauer nach: „Stimmt es, dass sie die Seelen der Menschen prüft?“

Thor lächelte vielsagend und zuckte mit den Schultern. „Vielleicht ist sie ja deshalb so streng.“

Sorgfältig zog Thea die Riemen ihrer Armschienen fest. „Ich hoffe, wir müssen ihr nicht noch einmal begegnen.“

Thor warf den Kopf in den Nacken und lachte laut. „Warum? Sag nur, du bist kein gutes Mädchen.“ Er zwinkerte ihr zu. „Ehrlich gesagt, würde ich mir gerade sehr wünschen, ihr noch einmal zu begegnen. Nun komm! Lass uns Nordri finden!“

Er wartete bis Thea den Schwertgurt um ihre Hüften gebunden hatte, nickte zufrieden und stapfte los.

 

Sich an den Sternen orientierend wanderten sie nach Norden. Karg und einsam breitete sich die Landschaft vor ihnen aus. Schnee und Eis, soweit das Auge reichte. Aber anders als zu Beginn ihrer Reise hier in Niflheim war der Schnee fest, so dass sie rasch vorankamen. Nebel stieg über dem Boden auf, der sich von Zeit zu Zeit zu mächtigen Bänken aufbaute und ihnen die Sicht nach allen Richtungen raubte. Breitschultrig und unerschrocken ging Thor voran, sein Umhang wehte schwer um seine Stiefel. Trotz seiner Größe und seiner Kraft bewegte er sich gleichmäßig und ästhetisch. Thea verstand, warum ihn Generationen über Jahrhunderte hinweg bewundert hatten – einschließlich ihrer selbst. Thor, Beschützer der Menschen… Was mochte den Asen einst dazu bewegt haben, sich der Menschen anzunehmen? Sie stimmte Wal-Freya zu: Thor mochte ein Hitzkopf sein, aber stark und mächtig war er doch, ehrlich und unkompliziert, mit einem Herzen so groß wie das eines Riesen.

„Thor?“, fragte Thea nach einer Weile.

„Ja?“

„Warum seid ihr noch da? Ich meine … Ragnarök erzählt davon, dass …“, Thea zögerte es auszusprechen. Ragnarök, das vorherbestimmte Schicksal der Asen, kostete laut Überlieferung nicht nur Thor das Leben, sondern das vieler anderer Asen – auch das Odins. Zur Zeit Fengurs war es eine Zukunftsdeutung, als Thea kannte sie kaum eine der alten Sagen. Sie erinnerte sich aber, dass Ragnarök vom Untergang der Götter erzählte. Wieviel Wahrheit enthielten die Überlieferungen in Sagenform? Wusste Thor davon?

Thor sah Thea erstaunt an, ehe er den Blick wieder nach vorn richtete. Ob er dabei den Weg im Auge behielt oder in Gedanken versank, konnte Thea nicht beurteilen.

„Ich weiß“, sagte er nach einer Weile, als hätte er Theas Gedanken hören können. „Odin hat uns nie eingeweiht, was die Seherin ihm weissagte, aber wir haben die Geschichten gehört, die sich die Menschen erzählten.“

„Laut diesen Geschichten ist Ragnarök, das Schicksal der Götter, doch eingetroffen. Das hieße …“

„Ich wäre tot und Odin und so viele von uns auch. Glaube diesen Geschichten nicht. Zwar ist Balder gestorben und Ragnarök hat tatsächlich begonnen. Doch es ist noch nicht eingetroffen. Die Christen haben die Legende von Ragnarök genutzt, um die Menschen glauben zu machen, Adam und Eva seien Lifthrasier und Lif. Auf diese Weise wollten sie diese dazu bringen, sich an den neuen Glauben zu binden. Wenn Ragnarök eingetroffen wäre, dann hätte es keine Christen gegeben, die den nordischen Stämmen davon hätten berichten können. Alle Menschen wären vernichtet worden, außer Lifthrasier und Lif, die ein neues Menschengeschlecht geschaffen hätten. Ich kenne die Weissagungen der alten Zauberin gut. Ob das alles so eintreffen soll – oder zum Teil schon eingetroffen ist – weil es prophezeit wurde oder weil die Angst vor dieser Geschichte Loki dazu trieb so zu handeln, ist schwer zu sagen. Loki beschwerte sich oft, dass wir ihm immer alles Üble andächten. Das war zum Teil nicht unbegründet. Wahr ist, dass er uns oft aus schier ausweglosen Situationen geholfen hat. Ich vermisse ihn. Er war ein Freund, ein Bruder.“

„Die Geschichten erzählen auch, dass ihr Loki an einen Fels gebunden habt, mit einer giftigen Schlange über seinem Kopf…“

Thor seufzte. „Nachdem er Balder getötet hatte, hätten wir das wohl gerne getan, aber Loki entkam uns immer wieder. Es gelang uns nie, ihn zu fangen, auch wenn eure Schriften so schön davon erzählen. Diese Geschichte gehört tatsächlich ins Reich der Sagen.“ Er zwinkerte Thea zu, strahlte dabei aber gleichzeitig so viel Traurigkeit aus, dass es Thea schwer ums Herz wurde. Erst als Thor eine lange Zeit später nach vorn deutete, änderte sich auch Theas Stimmung wieder. Fröhlich verkündete er: „Wir sind am richtigen Ort gelandet! Dort endet das Himmelsgewölbe!“

Kaum hellte sich Theas Blick auf, zogen sich ihre Augenbrauen abermals zusammen. Fengur mochte an Dinge wie das Ende des Himmelsgewölbes geglaubt haben, doch sie war Thea, aufgewachsen mit dem Bild einer Planetenkugel, die sich um die Sonne dreht. Es gab kein Himmelsgewölbe, das aus einem Riesenschädel geformt und an vier Seiten von Zwergen gestützt wurde. Und doch! Aber da stand er, ein Zwerg, reglos, seine Hände über die Schultern erhoben. Hinter ihm klaffte unendliche Schwärze, die sich als breites Band entlang des Horizonts zog und alle Sterne zu schlucken schien. Der Zwerg stand auf der weißen Erde, den Kopf leicht nach vorn gebeugt. Sein Haar floss ihm lang über die Schulter und reichte bis zum Boden, ebenso wie sein Bart, dessen Spitze sich sogar auf dem Schnee rollte. Er trug einen schweren Mantel, mit eingenähtem Fell. Eine grobe Hose steckte in schwarzen Stiefeln, die ebenso grau war wie das gegürtete Oberteil. Als sich Thor und Thea näherten, hob er den Blick. Tief liegende Augen, über denen sich struppige Brauen wölbten, schauten ablehnend aus einem zerfurchten Gesicht.

„Du traust dich was!“, knurrte er und sein Blick ruhte verächtlich auf Thor.

Thea trat nahe an den Zwerg heran und äugte vorsichtig über den Rand der Landplatte. Immer noch wollte sie ihren Augen nicht trauen. Schwindelig taumelte sie zurück. Dort, wo der Zwerg stand, klaffte ein unendliches Nichts. Im Schwarz dieser Leere versagten ihr beinahe die Beine. Erst dort, wo die Hände des Zwergs begannen, leuchteten die Sterne, funkelten mit ihrem Licht und erhellten die Nacht. Er trug das Himmelsgewölbe!

„Unmöglich!“, stieß Thea verblüfft aus und legte beide Hände über ihren Mund.

Der Zwerg brummte missgelaunt. „Allerdings! Aber so sind die Asen.“

Thea verstand nicht, was Nordri damit sagen wollte. Mit dem nächsten Atemzug klärte er es aber schon auf: „Nur Odin kann auf die Idee kommen, einen unschuldigen Zwerg zu solch einer Aufgabe zu zwingen. Seit Jahrhunderten sind wir verdammt am Ende des Himmelsgewölbes zu stehen. Einsam und unbeachtet. Wenn überhaupt verirrt sich mal ein Nordfuchs hierher, oder es kommen unangenehme Typen, wie dieser Djinn. Es ist dunkel und kalt und niemand dankt uns für den großen Dienst, den wir verrichten. Versucht einer von uns zu fliehen, riskiert er, seine drei anderen Brüder in den bodenlosen Abgrund zu stürzen. Das alles ist Odins Schuld!“

Thor raunte mit einem schiefen Grinsen: „So weit ich gehört habe, waren Hönir und Lodur dabei nicht ganz unbeteiligt.“

„Alles Asen!“ Nordri spuckte aus.

„Keine Sorge, wir bleiben nicht lange“, offenbarte Thor ungerührt. „Wir suchen ein Schwert. Holle meinte, es wäre vor deine Füße geflogen.“

Die Augen des Zwerges blitzten auf. „Das Schwert. Interessant, dass auch du danach fragst. Es scheint euch Asen sehr wichtig zu sein.“

„Was meinst du damit? War Wal-Freya hier?“, fragte Thor sofort, aber Nordri lachte wonnetrunken und verneinte.

Knurrend verschränkte Thor die Hände vor der Brust. „Sondern?“

„Sucht Wal-Freya etwa auch danach? Sie könnte mit mir schlafen, dann erzähle ich ihr, wo es ist. Ich habe gehört das macht sie gerne, wenn sie etwas dafür bekommt.“

Thor machte einen schnellen Schritt auf den Zwerg zu und riss drohend die Hand hoch. Nordri zuckte nicht einmal und hob feindselig den Blick. Wie eine wütende Schlange zischte er: „So erfährst du gar nichts! Biete mir etwas an, dann sehen wir weiter.“

Unsicher ruhte Theas Blick auf Nordri. Nicht nur ihr musste auffallen, dass Thors geballte Fäuste vor aufwallender Wut bebten. Die Haut um seine Knöchel setzte sich weiß ab. Eine dicke Ader blähte sich an seinem Hals auf und sein Kiefer zuckte hektisch. Sichtlich angestrengt antwortete er ruhig: „Vergiss für einen Augenblick deinen Ärger! Wenn wir das Schwert nicht bald finden, geht vielleicht die ganze Welt unter!“

In einem zufriedenen Lächeln funkelten lange, schmale Zähne aus dem Mund des Zwerges. „So wichtig ist es also. Sehe ich aus, als würde es mich scheren, wenn morgen die Welt untergeht? Das Gegenteil ist der Fall! Wenn die Welt untergeht, dann hat dieses trostlose Dasein endlich ein Ende.“ Seine letzten Worte waren nur noch ein Spucken.

„Das kann dir doch nicht egal sein!“, stieß Thor erstarrt aus.

Nordris Brauen sträubten sich jetzt wie der Kamm eines wütenden Hundes. Ebenso knurrend antwortete er: „Und wie es das ist!“

Ehe Thor eine Dummheit begehen konnte, stellte sich Thea zwischen die beiden. Sie kniete sich vor den Zwerg und sah ihn flehend an.

„Bitte, Nordri. Es ist mein Schwert. Du hilfst nicht den Asen, du hilfst mir.“

Der dunkle Schleier um die Augen des Zwerges erhellte sich für einen Moment, als er sagte: „Du scheinst ein liebes Mädchen zu sein, gerne würde ich dir helfen, denn du hast nichts mit meinem Dasein zu schaffen.“ Doch schon verfinsterte sich sein Blick erneut: „Aber du befindest dich in schlechter Gesellschaft. Ich glaube nicht daran, damit nur dir zu helfen. Warum sollte es Thor oder Loki so wichtig sein, dass du dein Schwert zurückerhältst, wenn sie nicht einen Nutzen davon hätten.“

Thea rang schwer nach Luft, als Nordri den Namen des Feuergottes erwähnte. Thor hingegen setzte einen weiteren Schritt vor, packte den Zwerg zeitgleich am Kragen und stieß Thea mit der Bewegung hart zur Seite.

„Loki?“, schrie Thor. „Was ist mit Loki?“

Wieder starr und ungerührt verharrte Nordri in seiner Haltung. Mit einem wütenden Schrei zerrte Thor den Zwerg herum. Zum ersten Mal schien Nordri beeindruckt. Er riss Augen und Mund weit auf und starrte Thor fassungslos an. Ein grollendes Poltern umdröhnte plötzlich die Szenerie. Die Sterne über ihnen begannen wild zu wirbeln. Wie in einer umstürzenden Sanduhr rasten alle Lichtquellen jäh nach Norden. Ohne darüber nachzudenken stolperte Thea vor und fing das Himmelsgewölbe auf. Sieben Dinge geschahen nun auf einmal: Thor hob bremsend die Hand, entließ den Zwerg aus seinem Klammergriff und versuchte Thea mit einem gellenden Schrei von ihrem Vorhaben abzubringen, das Himmelsgewölbe rückte gerade, die Sterne rutschten zurück in ihre Position und Nordri hastete, ein wahnsinniges Lachen ausstoßend, davon. Thors rascher Griff nach ihm ging ins Leere.

Mit einem verzweifelten Schrei sank Thor auf die Knie. Seine Hände schlugen in den Schnee, ehe er zu Thea aufblickte.

„Was hast du getan, Thea?“

„Ich? Du hast ihn doch gepackt!“, schrie Thea zurück, die augenblicklich erkannte, in welche Situation sie sich gebracht hatte. Sie trug jetzt das Himmelsgewölbe im Norden!

Thor warf den Kopf in den Nacken, runzelte die Stirn und drehte den Kopf. Er schien den Sternenhimmel zu prüfen. Wieder zu Thea schauend, wippte er mit der flachen Hand.

„Du musst ein wenig mehr nach unten.“

Ungläubig riss Thea den Mund auf. Thor hieb sich knurrend gegen den Helm. „Entschuldige, natürlich musst du das nicht“, entgegnete er kopfschüttelnd und erhob sich ratlos.

„Hol ihn zurück!“, sagte Thea mit dünner Stimme.

Thor blickte über die Schulter. „Aussichtslos. Der ist schon über alle Berge. Er kann sonst wo sein“, erwiderte er.

„Und jetzt?“, rief Thea atemlos.

„Brauchen wir einen anderen Zwerg. Aber in Niflheim sind die schwer zu finden und ich habe keine Böcke“, grunzte Thor.

„Und jetzt?“, wiederholte Thea ihre Frage.

„Wenn du weggehst, bricht der Himmel über der Erde zusammen“, antwortete Thor arglos.

„Thor!“, rief Thea.

Der Ase hob hilflos die Hände. „Was? Ich bin nicht gut in solchen Sachen.“

„Du willst mich doch nicht etwa hier zurücklassen?“

„Nein! Niemals! Aber ich weiß auch keine Lösung! Loki wüsste eine, der verfluchte Hund!“

„Können wir es nicht mit irgendetwas abstützen?“

„Hier gibt es nichts. Außerdem wüsste ich kein Material, das stark genug dafür wäre, ein Himmelsgewölbe zu tragen.“

Thea hob fassungslos die Brauen. „Aber ich bin es?“

„Wie du siehst.“ Ein Lächeln huschte über Thors Gesicht.

„Das ist nicht lustig!“, entgegnete Thea aufgebracht.

„Stimmt“, lenkte Thor ein. Er winkelte die Arme an und legte die Handballen vor seinem Kinn zusammen. Nachdenklich tippte er die Finger aufeinander.

Eine dritte Stimme mischte sich in die Stille: „Thor! Du verdammter Esel!“

Majestätisch, mit kräftigen Schritten und von einer Aura unendlicher Stärke umgeben, nahte Wal-Freya. Ihr folgte kraftlos und stolpernd Juli, weiter dahinter, ebenso entkräftet, Tanngnjostr und Tanngrisnir. Nur Bygul und Trjegul hüpften begeistert neben der Gruppe her. Ihre Schwänze in einem krummen Bogen auf den Boden gerichtet jagten sie um die Füße der restlichen Gruppe.

„Juli“, flüsterte Thea, froh darüber, dass ihre Freundin noch lebte. Die Last des Himmelsgewölbes lag mit einem Male leichter auf ihren Händen.

Als die Böcke Thor erblickten, blökten sie fröhlich. Mit wiedererweckten Lebensgeistern rannten sie auf den Asen zu. Thor begrüßte sie begeistert, hob sie an seine Brust und kraulte ihr Fell. Auch Julis Schritt wurde schneller, nachdem sie Thea erblickte. Ihr Mund öffnete sich mit jedem Schritt ein Stückchen mehr. Als sie vor Thea stand, tasteten ihre Augen ungläubig die Umgebung ab.

„Was tust du da?“, schnaufte sie.

„Ich stütze das Himmelsgewölbe“, erklärte Thea verlegen.

„Wie das?“ Sie äugte, wie einige Zeit zuvor Thea, vorsichtig in das Schwarz des Schlunds und trat erschrocken zwei Schritte zurück. „Die Erde ist doch gar keine Scheibe!“, rief sie entgeistert.

„Nicht in eurer Wirklichkeit“, erwiderte Thor.

Mit dem ausgestreckten Finger deutete Wal-Freya auf Thea, während sie vor Thor stand. Sie sprach jedes Wort lange und mit einer Pause: „Was hat das zu bedeuten?“

Thor hob die Schultern und zog die Augenbrauen hoch. „Wir brauchen einen neuen Zwerg.“

Schreiend warf Wal-Freya den Kopf zurück und bedeckte die Augen mit der rechten Hand. Dann streckte sie knurrend die Hände und richtete sie beschwörend zum Himmel. „Kann man euch nicht ein paar Stunden alleine lassen, ohne dass ihr gleich die göttliche Ordnung durcheinander bringt? Wie hast du das wieder angestellt?“, fragte sie und bedachte Thor mit einem vernichtenden Blick.

„Wo seid ihr überhaupt gewesen?“, wehrte Thor ab.

„Nicht weit von euch, in einem anderen See. Jedenfalls gelang es uns nicht, euch aus den Augen zu verlieren, so oft wie du Mjölnir geschwungen hast, um schlussendlich den Himmel in Unordnung zu bringen. Spätestens jetzt weiß jeder Idiot, dass hier etwas vor sich geht. Wie in Hels Namen konnte das passieren?“

Thor und Thea berichteten nun abwechselnd. Wal-Freyas Blick wurde dabei immer dunkler und unheilvoller. „Du Narr, Thor! Du solltest das Himmelsgewölbe stützen müssen und nicht Thea!“

„Das wäre alles nicht passiert, wenn du dich an den Plan gehalten hättest“, polterte Thor. Fassungslos holte Wal-Freya Luft, aber Thor fuhr unbeeindruckt fort: „Ohne mich wäre Thea gestorben. Wir sollten doch alle zusammen aus einem See kommen.“

„Etwas ist schief gegangen, oder was glaubst du?“, fauchte Wal-Freya. Ehe der Streit ausarten konnte, ging Juli dazwischen:

„Das ist doch jetzt egal! Was ist mit Thea?“

Wal-Freya schnaubte. „Soll Thor an ihre Stelle treten.“

„Das ist nicht dein Ernst“, schnappte Juli.

Leise vor sich hinfluchend kniete sich Wal-Freya auf den Boden. Sie schob den Schnee auseinander, ließ etwas in der entstandenen Kuhle verschwinden und hob beide Hände darüber. Während sie die Augen schloss und konzentriert einen Spruch murmelte, stieg Rauch aus der Vertiefung auf. Rasch malte sie eine Rune in die Schwaden, die rot aufglühte und rasch größer wurde. Unaufhörlich stieg das Symbol in die Höhe, bis sie sich schließlich zusammen mit dem Rauch auflöste.

Thor sah der Rune eine zeitlang schweigend nach, dann drehte er sich zu Wal-Freya um. „Was nun?“

Auf ihrem Umhang sitzend, beide Katzen in ihrem Schoß, antwortete Wal-Freya zugeknöpft: „Warten!“

„Warten“, wiederholte Thor, stemmte die Hände in die Hüften, nickte mehrmals und sprach dabei das Wort immer wieder, als könne es dadurch schneller gehen oder als wolle er nicht begreifen, was Wal-Freya von ihm forderte. Lange lief er auf und ab, blieb mal vor Juli, mal vor Thea stehen, bedachte sie mit einem Blick und drehte weiter seine Kreise. Bald war der Schnee auf der Fläche vor ihnen glatt gelaufen. Plötzlich hob Wal-Freya den Kopf. Die anderen folgten ihrem Blick. Das Klirren von Stahl, der kontinuierlich aufeinander schlug, erfüllte die Luft. Vor den Sternen hob sich die Silhouette eines Pferdes ab. Mit wehendem Umhang, der einen großen runden Schild an der linken Seite seines Besitzers umspielte, näherte sich der Himmelsreiter. Hinter ihm leuchtete das Nordlicht in grünen Schwaden auf und flackerte so wild, als würde es von den Hufen des Tieres aufgewirbelt. Thea ahnte, wer da auf sie zustürzte. Je näher der Reiter kam, umso deutlicher wurde es. Als das Pferd schließlich mit schweren Tritten auf dem Schnee aufsetzte und vor ihnen zum Stehen kam, nahm der Reiter seinen goldenen Brillenhelm ab und warf den Kopf in den Nacken, um die langen blonden Haare mit einer leichten Bewegung hinter dem Rücken auszubreiten.

Wal-Freya erhob sich. „Skögull, gut, dass du da bist. Kommen noch andere?“

Die Walküre sprang aus dem Sattel. Noch immer trug sie den Schild am linken Arm, unter den sie nun auch ihren Helm packte. „Skalmöld und Sigrún“, antwortete Skögull und hob den Blick. Nun entdeckte auch Thea die beiden anderen Reiterinnen, die sich im wirbelnden Nordlicht näherten.

„Was ist geschehen?“, erkundigte sich Skögull, nachdem sie sich umgesehen hatte. „Wo ist Nordri?“

Wal-Freya antwortete lediglich: „Thor!“

Das schien Skögull als Erklärung zu reichen. Sie nickte verstehend und wartete geduldig bis sich die beiden anderen Walküren näherten. Auch sie nahmen als erste Handlung ihre Helme ab. Die Schildjungfer, die Wal-Freya als Skalmöld begrüßte, trug ihr schwarzes Haar kurz, Sigrún das ihre zu blonden Zöpfen gebunden. Alle drei Frauen waren mit einer Hose bekleidet, über die sich vier geschlitzte Stoffbahnen legten, welche einen Rock andeuteten. Auch Skalmöld und Sigrún hielten einen Schild am linken Arm. An Hüftgürteln mit allerlei verschnörkelten Verzierungen, baumelten wertvolle Schwerter in kunstvollen Scheiden mit edlen Griffen. Unter ihren Brustpanzern wärmte sie ein grober, fellbesetzter Stoff, der an den Unterarmen von goldschimmernden Armschienen zusammengehalten wurde. Ebenso wie zuvor Skögull brauchte Wal-Freya keine Erklärung abzugeben, warum sie gerufen wurden. Erst streifte Sigrúns Blick gleichgültig an Thea vorüber, bevor er gleich wieder auf sie gerichtet wurde.

„Was?“, stieß die Walküre atemlos aus und stellte sofort die gleiche Frage wie wenige Minuten zuvor Skögull: „Wo ist Nordri?“

„Thor“, gab Skögull trocken zur Antwort und beide Walküren nickten im Verstehen. Thor ignorierte die Frauen beflissen. Als ginge ihn die ganze Sache nichts an, legte er die Hände hinter dem Rücken zusammen und äugte mal in den Abgrund hinter Thea, mal zum Himmel hinauf.

„Ich brauche eure Hilfe“, erklärte Wal-Freya. „Skögull, Skalmöld, ihr müsst Nordri finden und ihn zurückbringen, Sigrún wird an Theas statt das Himmelsgewölbe tragen, bis ihr mit Nordri zurück seid.“

„Warum hast du ihn überhaupt von seinem Platz geholt?“, fragte Skögull an Thor gerichtet. Augenscheinlich brauchte auch sie keinerlei Erklärungen, um genau zu wissen, wer an der Situation schuld war.

Abwehrend brummte Thor: „Er wusste etwas über Kyndill, aber er weigerte sich es preis zu geben. Als er Loki erwähnte, verlor ich die Geduld.“

„Welch Seltenheit“, kommentierte Wal-Freya trocken. „Jetzt, wo er über alle sieben Berge verschwunden ist, erfahren wir sicher mehr darüber.“

„Niemand reist bis zum Ende der Welt, um einen alten Zwerg zu besuchen. Wenn Loki hier gewesen ist, dann, weil Nordri tatsächlich etwas über das Schwert weiß“, brummte Sigrún.

„Wir werden uns beeilen und ihn dann ganz genau darüber aushorchen“, sagte Skalmöld.

„Aber er sprach auch von einem Djinn, der vorbeigekommen sei“, erinnerte sich Thea.

Wal-Freya runzelte die Stirn. „Ein Djinn? Wie kommst du darauf?“

Hilfesuchend sah Thea zu Thor, der sie bereits nachdenklich anblickte. „Ja, er sagte etwas über einen Djinn, der bei ihm war“, stimmte er zu.

„Ihr müsst euch verhört haben, oder der Zwerg hat nicht mehr alle Zellen beisammen. Djinns sind Dämonen der Wüste, man wird sie vielleicht in Muspelheim antreffen, aber nicht in Niflheim“, widersprach Skögull.

„So? Ich dachte Djinns findet man in Svartalfheim“, erwiderte Thor herausfordernd.

„Aber er hat ganz sicher von einem Djinn gesprochen“, beharrte Thea.

Juli verschränkte wütend die Arme. „Wenn Thea und Thor es sagen, wird es wohl stimmen“, kam sie ihnen zu Hilfe.

Die Walküren wechselten Blicke, in die sie schließlich auch Thor einschlossen.

„Ingvar“, raunte Sigrún.

„Ingvar“, stimmte Skalmöld zu und Wal-Freya und Skögull nickten einvernehmlich.

Thors Augen wanderten von einer Walküre zur nächsten. „Ingvar, wer soll das sein?“

Sigrún hob die Schultern. „Eine Sage in Midgard erzählt von einem Wikinger, namens Ingvar, der auf seinen Reisen einst einen Djinn fand.“

Skögull nickte zustimmend. „Er soll sich einen prächtigen Palast von ihm gewünscht haben, fern jedoch von Menschen, die ihm seinen Reichtum neideten. Weit und breit sollte sich kein Dieb, kein Feind befinden, der seinen Palast in Gefahr brächte. Ein Fehler, denn nur ein Dummkopf formuliert einen derart offenen Wunsch gegenüber einem Djinn. Ingvar wachte im kalten, dunklen Niflheim auf, fern aller Menschen, so wie er es wünschte.“

„Abwegig. Er hätte sich doch sofort zurückwünschen können“, widersprach Thor.

„Es war der zweite seiner drei Wünsche. Dem Djinn noch einmal in die Falle zu gehen, wagte er nicht.“

Juli rückte die Brille über ihrem Helm zurecht. „Wieso macht ein Djinn so was? Er erfüllt dir einen Wunsch und gleichzeitig schickt er dich ins Verderben.“

„Djinns haben eine dunkle Seele. Sie hassen es zu dienen. Wenn sie mit ihrer Wunscherfüllung einen Schaden herbeiführen können, dann zögern sie nicht. Ingvar bezahlte sein Verlangen nach Reichtum mit einem Dasein in Niflheim.“

„Seid ihr sicher, dass er noch hier wohnt?“, fragte Juli.

Sigrún hob die Brauen und hielt die Hände entschuldigend vor sich. „Es ist nur eine Sage. Kaum einer von uns ist je in Niflheim gewesen.“

„Und wie sollen wir diesen Ingvar dann finden?“

„Was sollen wir überhaupt mit ihm. Nordri ist es, den wir suchen müssen“, erwiderte Thor.

Energisch schüttelte Thea mit dem Kopf. „Wenn Loki das Schwert von ihm bekommen hätte, dann wüsstet ihr sicher schon davon. Nordri kannte es! Als wir ihn darauf angesprochen haben, war er nicht verwundert, im Gegenteil. Er redete so, als wüsste er ganz genau, wovon wir sprechen. Loki ist weg und Nordri auch. Der Djinn ist der einzige, der uns vielleicht etwas über das Schwert sagen kann.“

Thor schien nicht überzeugt, lenkte jedoch auf Theas Worte hin ein: „Also müssen wir Ingvar finden, dann haben wir auch den Djinn. Wen können wir nach Ingvar fragen? Frau Holle?“

„Nicht doch!“, rief Thea und Wal-Freya knurrte ebenso abwehrend. Dennoch stimmte sie Thor zu: „Ehe wir Wochen nach ihm suchen, werden wir sie fragen. Es schmeckt mir ganz und gar nicht, dass Loki bei Nordri gewesen ist. Wir dürfen keine Zeit verlieren.“

„Und was, wenn wir diesmal noch weiter voneinander getrennt werden?“, rief Thea.

Thor schmunzelte breit. „Noch trägst du ja das Himmelsgewölbe, wir werden also immer wissen, wo du bist.“

Alle lachten, nur Thea und Juli war nicht zum Lachen zumute.

Wal-Freya wandte sich an Skögull und Skalmöld. „Ihr beiden, geht nun und beeilt euch auf der Suche nach Nordri! Lasst uns eine Nachricht zukommen, sobald ihr ihn gefunden habt! Sigrún, befreie du Thea!“

Entschlossen nickten Skögull und Skalmöld. Ohne zu zögern sprang Skögull zurück in den Sattel und setzte ihren Helm auf. Skalmöld tat es ihr gleich. Zusammen lenkten sie die Pferde herum und stoben davon. Sigrún stieg von ihrem Pferd, schlüpfte aus dem Griff ihres Schilds und befestigte ihn am Sattel. Mit einem Klaps auf das Hinterteil ihres Tieres verabschiedete sie sich von ihm. Wiehernd galoppierte es los, stieg rasch in den Himmel auf und verschwand vor den Sternen. Ohne Widerspruch, mit keinem Wort des Vorwurfs oder einer Missbilligung ging Sigrún auf Thea zu. Der wurde unendlich schwer ums Herz.

„Es tut mir leid“, entschuldigte sie sich aufrichtig. Sigrún lächelte.

„Kein Sorge, Thea. Ich vertraue Skögull und Skalmöld. Es wird nicht lange dauern bis sie Nordri finden. Du trägst keine Schuld. Du hast dafür gesorgt, dass die Welt in ihren Fugen bleibt und indem du nach dem Schwert suchst, tust du es weiterhin. Deine Aufgabe bei der Suche ist wichtig, hier wirst du nicht gebraucht.“

Sie trat neben Thea und hob das Himmelsgewölbe an. Erleichtert nahm Thea die Arme herunter. Zögernd blickte sie die Walküre an, die ihr aufmunternd zunickte. „Wir sehen uns in Sessrumnir.“

Thea nickte wortlos und schloss sich ihren Freunden an, die bereits auf sie warteten.

 

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Stunde der Drachen 2017: Meldung einiger Hausdrachen https://bundesamt-magische-wesen.de/drachenzaehlung-2017-meldung-einiger-hausdrachen/ https://bundesamt-magische-wesen.de/drachenzaehlung-2017-meldung-einiger-hausdrachen/#respond Tue, 06 Jun 2017 18:07:13 +0000 https://bundesamt-magische-wesen.de/?p=136427 Drachin vor der Niederkunft bei Vampirin Anne K.Sehr geehrte Damen und Herren des Bundesamtes für magische Wesen, ich zähle zwar als Vampirin, beherberge aber dennoch neben vier Werkatzen auch ein kleines Rudel verschiedener Drachen. Leider nun alleine, da mein Mann, ein Werwolf, leider vor zwei Jahren an einer tückischen Werwolfkrankheit verstarb. Meine Drachendame konnte ich gestern kurz fotografieren. Sie ist im Moment …

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Sehr geehrte Damen und Herren des Bundesamtes für magische Wesen,

ich zähle zwar als Vampirin, beherberge aber dennoch neben vier Werkatzen auch ein kleines Rudel verschiedener Drachen. Leider nun alleine, da mein Mann, ein Werwolf, leider vor zwei Jahren an einer tückischen Werwolfkrankheit verstarb.

Drachin vor der Niederkunft in einem Drachenkorb (eignet sich auch für Katzen) bei Vampirin Anne K.
Drachin vor der Niederkunft in einem Drachenkorb (eignet sich auch für Katzen) bei Vampirin Anne K.

Meine Drachendame konnte ich gestern kurz fotografieren. Sie ist im Moment lieber allein, denn sie steht kurz davor, ein oder mehrere Eier zu legen.

Sie war leider gestern auch sehr unleidlich, was darauf schließen lässt, dass es bald soweit sein muss.

Ihr Partner feierte gestern schon einmal Babyparty, er lag leider zu später Stunde sternhagelvoll mit einer Flasche Absynth im Eingangsbereich. Ich hoffe, dieser Absturz war eine einmalige Sache. Schließlich müssen wir uns alle ja beherrschen. Nicht auszudenken, wenn die Muggel davon etwas mitbekommen hätten.

Irgendwas mit der dunklen Seite der Macht.
Irgendwas mit der dunklen Seite der Macht.

Unser Ältester murmelt seit gestern Nacht immer nur einen Satz: Ich habe es in meiner Kristallkugel gesehen! Er nervt damit ein wenig. Aber er hat Recht. Von daher lassen wir ihn reden. Schließlich hat er es auch nicht leicht. Sein jüngster Sohn ist etwas auf die schiefe Bahn geraten. Er spielt lieber mit dem Sohn der Nachbarn. An sich nette Leute, nur reden sie etwas viel von einer dunklen Seite der Macht.. was auch immer das bedeuten soll. Als moderne, angepasste Vampirin muss es nicht zwingend dunkel sein.

Naja, soviel zu meinen vier Drachen. Ich muss jetzt leider noch etwas jagen gehen. Da der künftige Drachenvater heute mit einem extremen Kater kämpft, ist er nicht in der Lage, seine Frau zu versorgen.

Und bevor sie mir wieder den Salon abfackelt, kümmere ich mich um ihr Wohlbefinden.

Ich empfehle mich mit einem freundlichen Gruß,

Eure Anne
Ein verkaterter Drache bei Vampirin Anne K
Ein verkaterter Drache bei Vampirin Anne K
Die lieben Kleinen beim Spielen bei Vampirin Anne K
Die lieben Kleinen beim Spielen bei Vampirin Anne K

Stunde der Drachen 2017

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