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Gefangene meiner Selbst – Die dunkle Seite von mir von Talira Tal

Gefangene meiner Selbst - Die dunkle Seite von mir, ein Thriller von Talira Tal

Ein halbes Jahr, nachdem Patricia Simrot einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat, quälen sie grausame Visionen, die unabhängig von Ort und Zeit auftreten.
Ist der geheimnisvolle Rosenkavalier für die Schreckensszenarien in ihrem Kopf verantwortlich?
Patricia hofft, bei ihrem Therapeuten und ihren Geschwistern Hilfe vor dem drohenden Irrsinn zu finden. Stattdessen öffnet sie einen Käfig, in dessen Gefangenschaft sie Unglaubliches gewahr wird.
+ 4 Bonusgeschichten, die die menschlichen Abgründe auf ihre ehrlichste und grauenvollste Art und Weise widerspiegeln.

 

Produktinfomation

  • Taschenbuch: 254 Seiten
  • Verlag: Independently published (19. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1520808178
  • ISBN-13: 978-1520808178
  • erhältlich bei -> Amazon

 

Leseprobe aus “Gefangene meiner Selbst – Die dunkle Seite von mir von Talira Tal”

`La la la la la la …’
Die Melodie drang an mein Ohr, weckte Erinnerungen, die ich lieber verschüttet gesehen hätte. Das Blut, der Gestank, diese Augen. Ich würgte, noch in dem grausigen Flashback verstrickt. Die Musik verstummte. Das Bild vor meinem geistigen Auge verschwand, als hätte es nie existiert.
Irritiert sah ich mich um. Ich stand an der Bernauer Straße, mitten in Berlin, meiner Heimatstadt. Vor mir die vorbeirauschenden Autos des Feierabendverkehrs. Hier war kein Blut, keine Leiche. Ein Schauder lief mir über den Rücken. Diese Bilder. Nein, ich sollte besser sagen, diese Erlebnisse quälten mich seit Tagen. Ich wusste nicht, was sie bedeuteten. Verlor ich meinen Verstand? Ich wollte nach Hause, duschen, das Blut abwaschen. Blut? Welches Blut, zum Teufel? Ich hatte keinen Menschen getötet! Erst recht nicht dieses Kind aus meinen Erinnerungen.
Erinnerungen, wisperte mir eine Stimme zu.

Gefangene meiner selbst - Die dunkle Seite von mir von Talira Tal
Gefangene meiner selbst – Die dunkle Seite von mir von Talira Tal

Ich fuhr herum. Es war niemand da. Ich bildete mir Sachen ein. Ich wurde verrückt. Einfach so. Einfach so?
Der Nieselregen, der mir den Kragen hinunterlief, ließ mich frösteln. Ich zog meinen Mantel enger um mich. Hatte ich doch eine Tat begangen, die mich derart durchdrehen ließ?
Das Hupen eines Taxis riss mich aus meinem Gedankenkarussell. Ich hatte, ohne es zu bemerken, den Boulevard betreten und wäre beinahe überfahren worden. Pass besser auf!, schimpfte ich mit mir selbst.
Der Fahrer des Wagens schlug sich fest an die Stirn, um mir zu zeigen, für wie behämmert er mich hielt. Er hatte ja recht. Ich hätte mich in seiner Situation auch über mich aufgeregt. Kein normaler Mensch lief einfach so auf eine dicht befahrene Straße. Ich wollte nur noch nach Hause.
Der entgeisterte Blick des Taxifahrers traf mich, als ich auch noch die Dreistigkeit besaß, die Beifahrertür zu öffnen. Dunkle Augen, die mich an Schlünde erinnerten, funkelten mich aus einem wettergegerbten Gesicht kampfeslustig an.
Ich hätte sowieso keine Chance gegen ihn, wenn es zu einem Streit kommen würde. Er war mindestens zwei Meter groß, überragte mich also um gute drei Köpfe. Mit meiner zierlichen Gestalt war ich ein Witz gegen ihn. Trotz des kleinen Disputs nutzte ich die günstige Gelegenheit und ließ mich auf den weichen Ledersitz sinken. Nachdem ich ihm meine Adresse genannt hatte, setzte er sich, ohne weitere Fragen zu stellen, in Bewegung.
Elfe wurde ich seit der Schulzeit von meinen Klassenkameraden und Freundinnen gerufen. Das lag nicht nur an meiner schlanken Figur. Mein Gesicht war fein geschnitten, und meine langen weißblonden Haare bildeten den krönenden Abschluss. Mir fehlten nur noch die spitzen Ohren und die Flügel. Auch war meine Stimme glockenhell. In der Schule war mir der Spitzname peinlich. Doch jetzt, mit 26 Jahren, gefiel er mir ausgesprochen gut. Gab er mir doch so einen jugendlichen Touch, und wer wusste schon, wann sich die ersten Zeichen des Alterns zeigten?
Trotz meines Aussehens hatte ich immer noch keinen Mann. Neidische Stimmen tratschten: ’Wer will auch schon ein Model und noch dazu mit Geld? Da kommt sich doch jeder Kerl minderbemittelt vor.’ Ich wollte es einfach nicht glauben, dass mein fabelhaftes Äußeres und mein Vermögen, das ich von zu Hause mitbekommen hatte, verhinderten, dass sich ein Mann in mich verliebte. Wahrscheinlicher war es, dass ich durch den Schicksalsschlag, der mich vor einem guten halben Jahr so grausam aus meiner ach so heilen ’Barbie-Welt’ herausgerissen hatte, zu verbittert war.

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Über Talira Tal

Talira Tal
1971 erblickte Talira Tal in Dortmund das Licht der Welt. Heute lebt sie in Essen. Schon in ihrer Jugend schrieb sie Geschichten und Gedichte. Diese Leidenschaft wurde erneut nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2005 geweckt. Neben dem Schreiben spielt sie leidenschaftlich gerne Theater. Seit 2013 ist sie Mitarbeiterin beim Bundesamt für magische Wesen. Bisher veröffentliche sie, in diversen Anthologien, mehrere Kurzgeschichten. 2014 erschien ihr erster Roman, ein mystischer Erotik-Thriller. Titel: Rad des Schicksals. Verlag (Angst&Schrecken). Zeitgleich veröffentlichte sie mit Frank Vollmann eine Kurzgeschichtensammlung urbaner Märchen. Titel: Stadtprinzessin. 2016 erfüllte sie sich einen Herzenswunsch. Als Selfpublisher veröffentlichte sie den ersten und zweiten Teil einer vierteiligen Fantasy-Serie. Die Gilde der Rose –Dämonenfessel- und -Wolfsrebellion- erschienen als E-books bei neobooks und als Taschenbücher bei Amazon. An Teil III -Hexenlehre- arbeitet sie zurzeit und wurde für ihre Recherchen von einer echten Wicca in die geheimen Zauberkünste eingeweiht. Im Frühjahr 2017 brachte sie bei Amazon ihren Psychothriller „Gefangene meiner Selbst“ heraus. Mit ihren Texten möchte Talira unterhalten und manchmal auch zum Nachdenken anregen.

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