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Gender-Ideologie: Bundesamt für magische Wesen gibt Entwarnung

Natürlich gendert auch das Bundesamt für magische Wesen!
Die Frauenparkplätz*innen des Bundesamtes für magische Wesen
Die Frauenparkplätz*innen des Bundesamtes für magische Wesen

Pforzheim (BAfmW) Das Bundesamt für magische Wesen erhielt in den letzten Monaten häufiger Anfragen aus Kreisen besorgter Eltern bezüglich der „Gender-Ideologie“. Selbige wird auch als „Genderismus“ bezeichnet, was wie eine ansteckende Krankheit klingt, deswegen sahen wir uns genötigt, zu recherchieren.

Dämonische Ideologie?

Beauftragt wurde Carmilla DeWinter, die sich als Sachbearbeiterin im Referat für Gleichstellung bereits etwas in das Thema eingearbeitet hatte.

So haben beispielsweise verschiedene Vertreter des Vereins Fidele Apöstelsche zu Rom e.V. (auch bekannt als „Katholische Kirche“) Schreiben zum Thema „Gender“ verfasst. Auch G. Kuby, B. Kelle und Pegida haben eine Meinung dazu. Unter anderem sei die „Gender-Ideologie“ dämonisch und hätte die „Zerstörung der bislang gültigen familiären Ordnung“ zum Ziel.

Das sind wilde Anschuldigungen, die selbstverständlich genauer untersucht werden mussten.

Was ist Gender-Ideologie?

Beispiel für Gender GAP, die Frauenparkplätz*innen des Bundesamtes für magische Wesen
Beispiel für Gender GAP, die Frauenparkplätz*innen des Bundesamtes für magische Wesen

Leider können wir Ihnen immer noch nicht genau sagen, was Gender-Ideologie eigentlich ist. Die besorgten Personen scheinen sich hier durch Glauben ein Gespenst selbst erschaffen zu haben, das sich zusammensetzt aus folgenden Umständen:

  1. Derzeit wird über die Ehe für Alle in Deutschland diskutiert.
  2.  Manche Privatpersonen, Institutionen und Gruppen bemühen sich um geschlechtergerechte Sprache, weil Menschen (und Wesen) nachweislich unter „Autoren“ etwas anderes verstehen als unter „Autorinnen“. Manche schreiben deswegen „Autor_innen“ oder „Autor*innen“. Das ist der sogenannte Gender_Gap.
  3. Einige Menschen forschen darüber, wie das Verhältnis von Geschlecht zu Kultur, Gesellschaft sowie Wissenschaften ist. („Gender Studies“).
  4. Dank eines besseren gesellschaftlichen Klimas trauen sich transexuelle, transgender und transidente Menschen (und Wesen) vermehrt an die Öffentlichkeit, um politische Forderungen zu stellen.
  5. Die „Queer Theorie“ ist eine philosophische Strömung, die seit den 1980ern sexuelle Identitäten, Machtformen und Normen analysiert und dekonstruiert. Dabei entstehen Texte, die fast nur für Eingeweihte verständlich sind.

Alle diese Phänomene hängen nicht unmittelbar miteinander zusammen – so kommt es z.B. gelegentlich vor, dass Befürworter*innen der Ehe für Alle den Gender_Gap irgendwie doof finden, oder dass Befürworter*innen des Gender_Gap die Autor*innen im Bereich Queer Theory für zu elitär halten.

Da uns hier widersprüchliche Daten vorlagen, baten wir die Infernalische Kongregation für Glaubensfragen um Aufklärung. Die Infernalische Kongregation ist zu erreichen Via Vergil 665, Dis, Sechster Höllenkreis.

Was sagen die Dämonen (und Dämon*innen)?

Ein Portrait von Lamia, Sprecherin der Infernalischen Kongregation
Ein Portrait von Lamia, Sprecherin der Infernalischen Kongregation

„Die Furcht vor der Gender-Ideologie ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Menschheit uns die Arbeit abnimmt“, gibt Pressesprecherin Lamia zu Protokoll. „In der Regel müssen wir Dämonen uns nicht mit Ideologien befassen. Die Menschheit neigt dazu, zu glauben, dass der gesunde Menschenverstand das Gegenteil von Ideologie ist, dabei handelt es sich beim gesunden Menschenverstand nur um eine Ideologie, die sehr viele Menschen teilen.“

Nach einem Beispiel gefragt, weist Lamia auf Folgendes hin: Als sich die Infernalische Kongregation gründete, war es beispielsweise gesunder Menschenverstand, dass die Erde flach sei, während nunmehr Anhänger*innen dieser Meinung mit dem Goldenen Aluhut für die absurdeste Verschwörungstheorie abgestraft werden.

Also?

„Wir beschäftigen uns gegenwärtig mit der Klassifikation von Dschinnen und Dunkelelfen. Diese Gruppen wurden durch Computerspiele der letzten beiden Jahrzehnte sehr verstört.“ Lamia zeigt ihr beeindruckendes Gebiss. „Wirklich, wir haben keine Zeit, um uns um Ideologien zu kümmern, von denen einige Menschen glauben, dass sie existieren.“

Wir können Entwarnung geben!

Wie Sie sehen, haben unserere Recherchen ergeben, dass beim derzeitigen Streit um Akzeptanz und gleiche Rechte keine übernatürlichen Mächte Einfluss nehmen. Wie immer in solchen Fällen werden diese Spannungen von ganz alltäglichen Emotionen wie Neid und Angst verursacht.


Bildquellen: Wikimedia Commons

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Feeding_demonic_imps.jpg?uselang=de

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herbert_James_Draper,_Study_for_Lamia.jpg

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Über Carmilla DeWinter

Carmilla DeWinter
Carmilla DeWinter wurde 1981 in Pforzheim geboren. Carmilla DeWinter ist ein Pseudonym. Ihr bürgerliches Alter Ego arbeitet als Apothekerin. Wenn sie nicht seriös aus dem weißen Kittel schaut, oder liest, schreibt sie. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch Anfang der Neunziger, ein DinoPark-Ripoff zu verfassen, verlegte Carmilla DeWinter sich zunächst auf Gedichte und Liedtexte, bis sie zwischen Abitur und Studium zu viel Zeit hatte. Damals setzte sie sich bei weitgehender Nichtbeherrschung des Handwerks in den Kopf, Autorin zu werden. Mittlerweile liegt ihr Gesell*innenstück in Form der „Albenbrut“ vor. Unglücklicherweise tendiert Carmilla DeWinter zu Formen, die viel Platz brauchen, deswegen hat es ihr Alter Ego bislang nur einmal geschafft, Kurzgeschichten in einer Anthologie unterzubringen. Ein bisschen englischsprachige Fanfiction ist per Suchmaschine verfügbar. Auf Deutsch zu lesen gibt es Fantasy. Carmilla DeWinter liest und schreibt lieber Drama als Action, gerne mit mehr oder weniger Liebesgeschichte. Derzeitige Schwerpunkte: queere Figuren jeder Spezies, sowie allgemein magiebegabte Personen.

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4 comments

  1. Alpha O'Droma

    Ich persönlich meine ja, dass Menschen, die sich über Personalpronomina streiten, keine echten Probleme haben. So lange man einander mit gegenseitigem Respekt begegnet, sollte das alles unwichtig sein.

    • Evtl. könnten doch auch Personalpronomina etwas damit zu tun haben, sich „mit gegenseitigem Respekt“ zu begegnen, oder?
      Und: Würden Sie das mit den „echten Problemen“ auch beispielsweise einer intersexuellen Person ins Gesicht sagen?
      Just my 2 cents.

      • Ich mag die in meinen Augen irrelevanten Diskussionen in der sog. Genderdebatte nicht. Jenen, die die sog. „Gender-Ideologie“ verteufeln, wie z.B. Kelle, Kuby und v. Storch, würde ich die Tür weisen. Bei diesen Wesen steht ein Menschenbild im Vordergund, das mir zutiefst zuwider ist.

        Ich sehe jedoch in der Diskussion, ob ein Studentenwerk Student*Innenwerk oder Studierendenwerk heißen soll, eine elende Zeitverschwendung. Und ja, das würde ich auch Personen, die sich als was auch immer definieren, ins Gesicht sagen. Habe ich auch schon.
        Ich sehe den Menschen, der mir gegenüber steht und den ich nicht auf eine Eigenschaft reduziere. Was dieser Mensch in seinem Bett veranstaltet, ist mir herzlich egal, ebenso wie er sich definiert.
        Und nebenbei bemerkt, dieses Portal gründet sich auf Humor, Satire und Fantasyliteratur. Und nicht auf Berufsbetroffenheit.
        Übrigens bekommt das BAfmW an seinem Haus demnächst Auto-, Besen- und Fahrradstellplätze mit der Bezeichnung „Frauenparkplätz*Innen“.

        • Lieber Hagen Ulrich, vielen dank für den Kommentar.
          Zur Erklärung: Mein Kommentar bezog sich NICHT auf den BAfmW-Artikel, sondern auf den vorigen Kommentar. Sorry, wenn ich das nicht deutlich genug gemacht habe. Wie Sie auf „Berufsbetroffenheit“ kommen, weiß ich allerdings nicht. Ich habe mich mit Freude auf Ihrer Seite umgeschaut und köstlich amüsiert. Dann kommentierte ich einen Kommentar, der selbst ja bereits das Feld der Satire verlassen hat. Ich habe meine Meinung kundgetan, wie Alpha O’Droma auch. That’s it.
          Den Spruch vonwegen „keine echten Probleme haben“ finde ich nicht gut und das Reden von „gegenseitigem Respekt“ eigentlich gut, an dieser Stelle allerdings inkonsequent. Aber wie gesagt: just my 2 cents.

          Beste Grüße und weiterhin gute Arbeit im BAfmW!

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