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Hexenwahn 1484: Frauen auf dem Scheiterhaufen – Ausstellung im Museum Humpis-Quartier

Die Hexen - Hexenwahn in Ravensburg

BONN (BAFMW) – Ende des 15. Jahrhunderts war der Bodenseeraum eines der Zentren von Hexenwahn und Hexenverfolgung in Europa. Mindestens 48 Frauen wurden als Hexen bei lebendigem Leib verbrannt. Dies war die erste große systematische Verfolgung von Frauen als Hexen im christlichen Abendland. Der Stadt Ravensburg kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu: Der päpstliche Inquisitor Heinrich Institoris führte persönlich die Hexenprozesse in der Reichsstadt durch.

Hexenwahn in Ravensburg - Frühe Hexenverfolgung am Bodensee, eine Ausstellung im Museum Humpis Quartier
Hexenwahn in Ravensburg – Frühe Hexenverfolgung am Bodensee, eine Ausstellung im Museum Humpis Quartier

1484 trat Institoris vor die Bürger von Ravensburg und forderte sie auf, ihm Frauen zu nennen, die sich der Hexerei verdächtig gemacht haben. Sechs Frauen wurden festgenommen und unter Folter befragt. Ihnen wurde vorgeworfen Hagelunwetter und Überschwemmungen zusammen mit Teufeln und Dämonen herbeigezaubert zu haben. Nach tagelangen Qualen gestanden Agnes Bader und Anna Mindelheimer mit dem Teufel im Bunde zu sein. Das Stadtgericht Ravensburg verurteilte sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Nach demselben Verfahren wurden auch die anderen 46 Frauen im Bodenseeraum inhaftiert, gefoltert und verbrannt.

Ausstellung zum Hexenwahn im Museum Humpis-Quartier

Die Erfahrungen aus seiner Ravensburger Verfolgungspraxis hat Institoris in den berühmt-berüchtigten Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) aufgenommen, dem von ihm verfassten Handbuch für “Hexenjäger”. Das 1486 erschienene Werk hatte verheerende Wirkung für die weitere Verfolgung in Europa, die bis ins 18. Jahrhundert 40.000 bis 60.000 Todesopfer forderte. Der Hexenhammer gehört zu den frauenfeindlichsten und verhängnisvollsten Büchern der Weltliteratur.

Die Hexen - Aus der Ausstellung Hexenwahn in Ravensburg
Die Hexen – Aus der Ausstellung Hexenwahn in Ravensburg

Die Ausstellung setzt sich mit der spätmittelalterlichen Vorstellung von Magie und dem Hexenbegriff der Zeit auseinander. Sie konfrontiert die Besucher anhand der Ravensburger Verfolgung mit einem Inquisitionsprozess und beleuchtet die Täter, ihre Psyche und Motive. Doch gibt sie auch den Opfern ein Gesicht und zeigt die Folgen für die Menschen auf, damals wie heute. Denn die Thematik ist nach wie vor aktuell: Noch immer werden in Afrika und Südamerika Frauen und Kinder als Hexen verfolgt und hingerichtet.

Gemeinsam mit der Sonderausstellung wird die vierte und letzte Kabinettausstellung “Hexenwahn 1484: Frühe Hexenverfolgung in Ravensburg” eröffnet. Durch die beiden Opfer Anna Mindelheimer und Els Frauendienst erfahren die Besucher vom Ravensburger Hexenprozess. Die Kabinettausstellung wird ermöglicht durch den Lotto Museumspreis Baden-Württemberg und Fördermittel der BW-Bank, dem Landgericht und Amtsgericht Ravensburg, der Familie Dr. Gröber und vielen privaten Förderern.

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Wahrlich, Dein Amt sagt Dir, künde vom Wirken des Bundeslurchs allenthalben und allüberall:

Über Hagen Ulrich

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Hagen Ulrich, Jahrgang 1967, lebt mit Ehemann und sieben Katzen in Bonn am Rhein. Hexen, Drachen, Vampire und andere magische Wesen sind kein Problem, wenn man sie ordentlich verwaltet. Schließlich hat in Deutschland alles seine Ordnung. Basierend auf dieser Idee, entwickelte er die Idee einer Behörde, die sich um die Belange magischer Mitbürger kümmert. So entstand das Bundesamt für magische Wesen. Hagen Ulrich kam nach dem Besuch einer Ladys Night zu Twilight zum Schreiben und veröffentlicht seine Romane im Himmelstürmer Verlag in Hamburg.

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