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Im Glanz der Welten von Åsa Böker

Im Glanz der Welten von Asa Böker

Die sechzehnjährige Silke aus dem schwedischen Silvbro flüchtet nach einer Mobbingattacke in die Anderswelt »Nordland«. Nach dem Übergang begegnet sie zwei gleichaltrigen Mädchen, die sich bereits im Leben behaupten mussten: Yrsas Mutter wurde als Hexe verbrannt und Unna ist gezwungen, als riesenhafte Missgeburt in der Schmiede ihres Vaters zu schuften. Zusammen machen sich die Mädchen auf, dem Jahrhundertereignis Nordlands zu folgen: Leit. Unter Bewachung von grimmigen Soldaten ziehen eintausend zwangsrekrutierte Pflückerinnen aus, um die heiligen Diamantblumen zu ernten, die im unwegsamen Moor Fenmarken wachsen. Den Befehl über alle hat der ehrgeizige Anführer Crispin Silberschwert, der die Ehre seiner Familie wiederherstellen muss. Doch die Arbeit im Moor ist gefährlich und nicht alle Mädchen werden Leit überleben.

Im Glanz der Welten von Asa Böker
Im Glanz der Welten von Asa Böker

Produktinformation

Im Glanz der Welten

E-Book (alle Shops, beliebige Formate):

  • ISBN:         978-3-946608-00-4
  • Sprache:      Deutsch
  • Seiten:       ca. 324 Seiten
  • ET:           01.05.2016
  • Dateigröße:   1334 KB
  • Preis:        4,99 €

 

Taschenbuch (Buchhandlung Wortwerke, Amazon, Verlagsshop):

  • ISBN:         978-3-946608-01-1
  • Sprache:      Deutsch
  • Seiten:       ca. 324 Seiten
  • ET:           01.08.2016
  • Preis:        10,99 €

 

Verlagshomepage: www.valkyren-verlag.de

Leseprobe aus: Im Glanz der Welten

 

Die beiden reden über sie, da ist Silke sich sicher. So leise wie sie kann, schleicht sie sich mit ihrem Teddy unter dem Arm aus dem Bett. Sie stellt sich vor die Wohnzimmertür, damit sie besser hören kann. Mama und Papa sitzen mit dem Rücken zu ihr auf dem Sofa. Eine Diele knarrt unter ihren Füßen, aber die Eltern reden weiter, sie haben nicht bemerkt, dass sie wach ist.

»Ich finde das nicht normal«, wiederholt Papa. Er hat Mamas Schal, den selbstgehäkelten mit den Rosen, um die Schultern geschlagen. Papa sieht aus, als würde er immer noch frieren, obwohl das Holz im offenen Kamin brennt.

»Aber Jan, sie ist erst fünf Jahre alt, und es ist in diesem Alter nicht ungewöhnlich, Fantasiefreunde zu haben«, protestiert Mama.

»Vielleicht. Aber nicht auf diese Weise. Ist es nicht sonderbar, dass ihre sogenannte Freundin genauso aussieht wie sie selbst und nur mit ihrer Mama zusammenlebt?«

»Nicht ihrer Mama, sie wohnt nur mit ihrer Mutter zusammen!« Mama nippt an ihrer Teetasse. »Ich finde, du übertreibst mal wieder mit deinen Psychoanalysen.«

»Vielleicht wären wir besser nach Mallorca geflogen, statt dieses einsame Häuschen zu mieten. Es würde ihr guttun, mit wirklichen Freunden in ihrem Alter zu spielen.« Papa wirkt verärgert.

»Wir haben gesagt, dass wir deinetwegen nichts Anstrengendes unternehmen wollen. Vielleicht nach deiner letzten Chemo …«

Silke hält den Atem an. Schon wieder sprechen die über Papas Krankheit, ihr Magen zieht sich vor Unruhe zusammen.

»Ingrid, du weißt ganz genau, was die Ärzte sagen.«

Sie schauen sich an, sagen aber nichts. Papa ergreift nach einer Weile wieder das Wort.

»Wenn ich nächsten Sommer wieder gesund sein sollte, kaufen wir ihr ein Pony.«

Der Gedanke an ein eigenes Pferd macht Silke hellhörig, und sie geht noch ein paar Schritte heran, um nur ja kein Wort zu verpassen.

»Natürlich wirst du bis dahin gesund sein«, antwortet Mama und hört sich fast ärgerlich an. Sie spricht in einem sanfteren Ton weiter: »Rate mal, was sie heute sagte, als ich sie fragte, ob sie nicht ihre Fantasiefreundin zu uns einladen möchte?«

Papa stöhnt. »Ich finde, du solltest sie darin nicht auch noch bestärken.«

»Ach, sei doch froh, dass deine Tochter so eine lebhafte Fantasie hat.«

Mama streichelt Papa über den fast kahlen Kopf.

»Sie sagt, Ylva darf nicht so weit von ihrer Mama, äh, Mutter weggehen. Außerdem gibt es da, wo sie wohnen, Trolle

»Sie heißt nicht Ylva!« Jetzt kann Silke es nicht lassen, ihnen zu widersprechen.

Beide Eltern drehen sich zu ihr um.

»Sie heißt Yrsa, habe ich doch gesagt!« Silke stampft mit dem Fuß auf, um das zu unterstreichen.

»Aber meine kleine Elfe, ich dachte du schläfst.« Mama erhebt sich vom Sofa, und nimmt sie auf den Arm.

»Yrsa heißt sie!« Sie dreht Mamas Haare mit dem Zeigefinger zu einer Locke.

»Sicher, aber jetzt sollst du schlafen. Morgen ist ein neuer Tag, an dem ihr zusammen weitere Abenteuer erleben könnt.« Ihre Mutter trägt sie zurück ins Bett.

»Yrsa hat versprochen, mir zu zeigen, wo ein paar Wolfur ihre Höhle haben. Die haben vier Welpen«, flüstert Silke. So leise, dass es Papa nicht hören kann.

»Wolfur, ja?« Sie deckt Silke mit der blumigen Decke zu. »Das hört sich fast wie Wölfe an. Du versprichst mir aber, vorsichtig zu sein?«

»Mhm … nichts ist gefährlich, solange man weiß, was man tut, sagt Yrsa. Aber vor Trollen und Draugar sollte man sich hüten.«

Mama zieht die Augenbrauen hoch und streicht ihr eine Haarlocke aus der Stirn.

»Draugar? Das klingt nach ein paar sehr gemeinen Wesen.« Sie setzt sich auf das Bett, und legt ihre Hände in Silkes. »Wie hast du eigentlich diese Yrsa getroffen?«

»Ich muss zu dem großen Stein gehen. Dann habe ich geblinzelt und Yrsa war da, und wenn ich nach Hause gehen möchte, muss ich nur noch mal blinzeln.«

Silke dreht sich um und schläft ein.

 

 

Es sollte zehn Jahre dauern, bis sie Yrsa wiedersehen würde.

 

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Über Åsa Böker

Åsa Böker
Åsa Böker wurde 1975 in Uppsala, Schweden, geboren. Nach einem erfolgreichen Biologiestudium zog es die kreative Autorin nach Hamburg, wo sie im Jahr 2000 ihren deutschen Ehemann heiratete, mit dem sie zwei wunderbare Kinder hat. Im Moment lebt die Familie in Manila, wo das exotische Großstadtleben sie zu neuen Geschichten inspiriert. »Im Glanz der Welten« ist Åsa Bökers Debütroman, der 2014 bereits in Schweden veröffentlicht und von den Lesern begeistert aufgenommen wurde.

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