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Inagi II: Kristallblut von Patricia Strunk

Inagi Kristallblut, ein Roman von Patricia Strunk

Siegesgewiss bricht die goharische Armee ins Zentrum Inagis auf, um die gefürchteten Drachen endlich zu vernichten – nicht ahnend, dass Kanhiro zur selben Zeit die Inagiri zur Rebellion aufstachelt. Die Kämpfe gegen die Echsen fordern immer höheren Blutzoll. Ishira, die gezwungen wird, ihre Gabe für die Gohari einzusetzen, bangt um das Leben ihres Bruders. Doch nicht nur um seines, denn ihr Herz beginnt sich gegen ihren Willen Yaren zuzuwenden. Eine schockierende Entdeckung lässt Ishira an sich selbst verzweifeln und zu allem Überfluss droht ihr auch noch die Kontrolle über ihre Kräfte zu entgleiten.

„Liest sich atemberaubend gut runter.“ A.I.S.
“Ein wundervolles Fantasy-Werk, das in keinem Bücherregal fehlen sollte.” Karoline Degasperi auf amazon.de
“Ein rundum gelungener Fantasyroman, sagenhaft episch, schön leicht geschrieben und mächtig spannend.” Bücherbaby auf Leserkanone.de

Kristallblut von Patricia Strunk
Kristallblut von Patricia Strunk

Die Trilogie:
Band I: Kristalladern (2012 / 2014)
Band II: Kristallblut (2014)
Band III: Kristallherz (2015)

Produktinformation:

  • Format: Kindle Edition, Tolino Edition und Taschenbuch
  • Dateigröße: 749 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 440 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. und andere Online-Buchhandlungen
  • Verlag: BoD (19. Juni 2014), Qindie
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00L5MVTVQ
  • ISBN-10: 3739216255
  • ISBN-13: 978-3739216256

 

Leseprobe aus Inagi II – Kristallblut:

Wie eine gepanzerte Schlange wand sich die goharische Armee durch den Wald, eine Schneise aus umgehauenen Bambusstangen und zerfurchter Erde hinter sich zurücklassend. Solange sie auf den Straßen unterwegs gewesen waren, die Inuyara mit den Minensiedlungen im Nordosten verbanden, hatten sie keine großen Schwierigkeiten gehabt sich fortzubewegen. Doch jetzt, da sie das besiedelte Gebiet hinter sich gelassen hatten, gab es nur noch vereinzelte Jägerpfade und Wildwechsel, die das Heer nicht benutzen konnte, und so blieb den Kireshi nichts anderes übrig, als sich entlang der Talsohle quer durch den Wald zu schlagen. Nun, genau genommen waren es nicht die Kireshi, die Äxte und Schwerter schwangen: Es war keine Frage gewesen, dass den Söldnern die Aufgabe zukam, der Armee den Weg zu bahnen. Überhaupt hatten die Raikari bisher für alle schweren Arbeiten herhalten müssen, so dass in Ishira bald der Verdacht keimte, dass ihnen in den Augen der Gohari kein wesentlich höherer Stellenwert zukam als Sklaven. Doch falls die Söldner sich ungerecht behandelt fühlten, ließen sie es sich nicht anmerken. Ohne zu murren taten sie, was die Befehlshaber ihnen auftrugen, und blieben ansonsten unter sich.

Kiresh Yaren war mit den Kundschaftern zu einem Erkundungsritt aufgebrochen und hatte Ishira in der Obhut Mebilors gelassen. Zwischendurch hatte sie immer wieder ein paar Worte mit dem Heiler gewechselt, doch seit geraumer Weile unterhielt er sich mit Rohin. Ishira hatte nur mitbekommen, dass es um die Wirkstoffe irgendwelcher Substanzen ging, aber da dieses Thema sie nicht sonderlich interessierte und sie die Hälfte davon ohnehin nicht verstand, war ihre Aufmerksamkeit rasch erlahmt. Doch sobald ihre Gedanken auf nichts Bestimmtes gerichtet waren, brach sich sofort wieder die Angst Bahn. Angst, sich auf einer Reise ohne Wiederkehr zu befinden. Um ihren Geist zu beschäftigen, ließ Ishira ihren Blick über die Landschaft schweifen und versuchte, die kuriosen Formen der Felsen zu deuten, die vereinzelt aus den Bambusstauden aufragten. Schräg vor ihr standen zwei Frauen mit Kiepen auf dem Rücken und stritten miteinander, die Hände gestikulierend erhoben. Ein Stück weiter erinnerte eine bemooste Formation an die Ruinen einer Festung mit einem halb eingestürzten Turm.

Nachdenklich fuhr Ishira mit der Zunge die Innenflächen ihrer Zähne entlang. Möglicherweise hatten ihre Vorfahren einst tatsächlich hier gesiedelt. Vorausgesetzt, sie waren dabei den Amanori nicht in die Quere gekommen. Zwar hatten die Echsen die Menschen früher nicht angegriffen, aber sie hätten wohl kaum ein Eindringen in ihren Lebensbereich toleriert.

Beim Gedanken an die Amanori wanderte Ishiras Blick nach oben, schätzungsweise zum hundertsten Mal in den letzten Tagen – als hätte Kiresh Yaren sie mit seiner zwanghaften Beobachtung des Himmels angesteckt. Der Ausschnitt, den sie zwischen den sich im Wind wiegenden Bambusstangen sehen konnte, war wie all die Male zuvor grau und leer. Seit ihrem Aufbruch hatte sich noch kein einziger Amanori gezeigt, aber Ishira fiel es schwer zu glauben, dass die Echsen sie noch nicht entdeckt hatten.

„Eigentlich ist es ein Wunder, dass unsere Gegner uns nicht schon längst empfangen haben, so wie wir uns durch den Wald wälzen“, sprach Mebilor ihre Gedanken aus. „Eine Horde wildgewordener Umasus könnte keine auffälligere Spur hinterlassen.“

Rohin zuckte zusammen. „Wollt Ihr sagen, die Drachen könnten schon ganz in unserer Nähe sein?“

Ishira wusste, dass der junge Gelehrte sich außerhalb der Stadtmauern Inuyaras ungefähr so wohl fühlte wie ein Keiko, den man aus seiner Behausung gezerrt hatte. Sie hatte keine Ahnung, inwieweit er freiwillig hier war, um den Einsatz der von ihm entwickelten Geschütze zu koordinieren, aber sie glaubte aus einigen seiner Äußerungen herausgehört zu haben, dass der Statthalter auch auf ihn Druck ausgeübt hatte. „Sie sind jedenfalls nicht so nahe, dass ich ihre Aura wahrnehmen könnte“, beruhigte sie ihn.

Rohin entspannte sich sichtlich. Rührte sein Vertrauen in sie daher, weil sie ihm damals in Noroko geholfen hatte? Oder weil er wusste, dass die Gohari sie in der Hand hatten?

Ishira wandte sich im Sattel um, aber von ihrer Position aus konnte sie ihren Bruder, der neben dem Kutscher auf einem der Munitionswagen mitfuhr, nicht sehen. Doch sie wusste auch so, dass er Handfesseln trug und scharf bewacht wurde. Die Gohari kannten seinen Wert: Kenjin war das Pfand, um sie gefügig zu machen. Ishiras Finger schlossen sich fester um die Zügel ihrer Stute. Sie würde nicht zulassen, dass ihr kleiner Bruder von den Gohari misshandelt wurde, nur weil er das Pech hatte, sie zur Schwester zu haben. Aber ihr Plan, mit ihm zu fliehen, hatte sich bisher als undurchführbar erwiesen. Obwohl die letzte menschliche Ansiedlung bereits fünf Tagesreisen hinter ihnen lag, hatten die Gohari ihre Vorsichtsmaßnahmen nicht gelockert. Keine Chance, Kenjin zu befreien. Dabei standen ihre Aussichten, heil aus den Bergen herauszukommen, schon jetzt alles andere als gut und mit jedem Schritt, den sie noch tiefer in die Wildnis vordrangen, sanken sie weiter. Langsam lief ihr die Zeit davon.

Dachte Ishira allerdings daran, was sie erwartete, falls ihr Plan fehlschlug, war es vielleicht besser, es gar nicht erst zu versuchen. Aber auch im Falle einer erfolgreichen Flucht würden ihre Schwierigkeiten danach erst richtig anfangen. Nach Hause war es zu Fuß eine Reise von vielen Tagen. Ishira war nicht einmal sicher, ob sie den Weg nach Soshime finden würde. Es wäre schon schwierig genug gewesen, wenn sie sich auf den Handelsstraßen hätten fortbewegen können, aber natürlich kam das nicht infrage. Sie würden sich ständig verbergen müssen, weil die Gohari sie mit Sicherheit verfolgen würden. Das hieß, Kenjin und sie würden vielleicht einen ganzen Mondlauf benötigen, um ihr Heimatdorf zu erreichen. Wovon sollten sie sich unterwegs ernähren? Vom Jagen oder Fallenstellen hatten weder Kenjin noch sie Ahnung und allzu viele essbare Pflanzen kannte sie auch nicht. Den Minensiedlungen konnten sie sich nicht nähern ohne Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden. Die Kireshi in der Garnison würden ohne zu zögern die Hunde auf sie hetzen. Ein Schauder lief Ishiras Schultern entlang, als sie an die riesigen Bluthunde dachte. Wäre Kiresh Yaren nicht gewesen, hätten einer von ihnen ihr damals in Ebosagi den Garaus gemacht. Doch selbst wenn Kenjin und sie es allen Widrigkeiten zum Trotz bis nach Hause schafften: Was würde sie dort erwarten? Würde Kanhiro überhaupt noch da sein?

Der Gedanke an ihren Freund weckte die leise Traurigkeit, die in den vergangenen Wochen ein vertrauter Begleiter geworden war. Noch nie war sie so weit und so lange von ihm getrennt gewesen oder war es so ungewiss gewesen, wann sie ihn wiedersehen würde. Seit Kiresh Yaren sie vor beinahe zwei Mondläufen ins goharische Feldlager geschleppt hatte, hatte sie jeden Tag die Ankunft eines Boten gefürchtet, der die Nachricht überbrachte, dass die Inagiri sich erhoben hatten, und die Kireshi zu den Waffen rief. Den Ahnen sei Dank, war kein Bote gekommen und die Armee war wie geplant ausgerückt. Obwohl diese Tatsache Ishira hätte beruhigen sollen, war dies nur zum Teil der Fall. Sie zweifelte nicht daran, dass es Kanhiro gelungen war, die Dorfbewohner von seinen Plänen zu überzeugen. Wahrscheinlicher war, dass er von dem Feldzug erfahren hatte und deshalb abwartete. Ishira biss sich auf die Lippen. Nichts konnte den Sturm noch verhindern. Nur wo würde sie sein, wenn er losbrach?

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Über Patricia Strunk

Patricia Strunk
Autorin aus Berlin, Jahrgang 1971. Schreibt, weil sie nicht anders kann, und ist vornehmlich in phantastischen Welten unterwegs, die sie selbst erschafft. Wenn ihr danach ist, verfasst sie auch Gedichte und Kurzgeschichten. Bisherige Veröffentlichungen: Die asiatisch inspirierte Inagi-Trilogie, ein Gedichtband und mehrere Kurzgeschichten. Selfpublisherin, weil das einfach Spaß macht. Mitglied bei Qindie, im FDA, im Selfpublisher-Verband, im Tintenzirkel und im BAfmW.

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