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Kim Schepper und der Aufstand der Schatten von Wolfgang Brunner

Kim Schepper und der Aufstand der Schatten Band 2, ein Fantasyroman für Jugendliche von Wolfgang Brunner

Um die skrupellosen Machtgierer des Unternehmens Kirkos Marubor daran zu hindern, die Weltherrschaft an sich zu reißen, setzen Kim Schepper und ihre Freunde alles daran, die Schatten der Lebenden und Toten für ihre Sache zu gewinnen.

Während die Kinder von Marubor die noch immer verschwundenen Probanden der anderen Experimente suchen, macht sich Kim zusammen mit den Schattenkindern auf den Weg nach Idolos, der Welt der Totenschatten.

Erschienen im Candela-Verlag

Erhältlich im Buchhandel

Produktinformation:

  • Taschenbuch: 447 Seiten
  • Verlag: Candela-Verlag (erschienen Juli 2013)
  • ISBN-10: 3-942635-30_1
  • ISBN-13: 978-3-942635-30-1
  • EUR 14,90

Das sagt die Presse:

„Die eigentliche Botschaft, die der Autor mit seinem Buch vermitteln will, ist, dass Kinder mehr in der Welt bewirken können, als man ihnen zutraut.“

Rheinische Post

„Wir haben es hier mit einem der spannendsten Jugendbücher zu tun, die ich jemals las. Wolfgang Brunner hat ein kleines Wunder vollbracht, denn all die tollen Geschichten um Verbotenes, Verborgenes und Geheimnisvolles, die ich in jungen Lesejahren verschlungen habe, erweckte er wieder zum Leben.“

Thomas Lawall, www.querblatt.com

Leseprobe aus „Kim Schepper und der Aufstand der Schatten“

Kim Schepper und der Aufstand der Schatten Band 2 von Wolfgang Brunner
Kim Schepper und der Aufstand der Schatten Band 2 von Wolfgang Brunner

Die Stellung, die er innehatte, war unbequem und er kam erst nach einer Weile auf die Idee, sich zur Seite zu drehen, damit seine Hüfte nicht länger schmerzte. Er lag zusammengekrümmt auf einem kalten Steinboden und stellte zu seiner Erleichterung fest, dass er nicht gefesselt war.

Gedämpfte Wortfetzen drangen an seine Ohren und ließen die Erinnerung an die Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit langsam Gestalt annehmen.

Cornelius Froese tastete den Boden ab, um herauszufinden, ob sich jemand in seiner Nähe aufhielt. Er bekam Kieselsteine und Sand zu fassen.

„Tom?“, flüsterte er und kniff die Augen zusammen, um den brennenden Schmerz zu beseitigen. „Bist du da?“

Anstelle einer Antwort hörte Froese ein unterdrücktes Hüsteln, das keinesfalls von einem elfjährigen Jungen kam.

„Wer ist da?“, flüsterte er in die Dunkelheit.

Er nahm an, in einem der Räume unter der Leuchtturminsel eingesperrt zu sein. Die Gespräche der Machtgierer, die Tom und ihn geschnappt hatten, wurden durch eine dicke Tür gedämpft, so dass Froese nichts verstehen konnte.

Er drehte sich auf die andere Seite und spürte eine Wand, an der er sich abstützte, um auf die Beine zu kommen. Noch immer herrschte Stille im Raum, die nur hin und wieder von dem verhaltenen Hüsteln durchbrochen wurde.

„Ist da jemand?“, erkundigte sich Froese ein zweites Mal. Er bemühte sich vergebens, das Schwarz zu durchdringen. Er registrierte undeutlich eine Gestalt, die in der Ecke kauerte und zitterte.

Dieses Mal sparte er sich die Frage, ob jemand in der Nähe sei, und schlich auf das Bündel zu.

Ein angenehmer Geruch nach Lavendel lag in der Luft, der sich intensivierte, je näher er der Gestalt kam. Froese vernahm ein leises Wimmern, blieb stehen und lauschte dem Jammern eine Weile. Dann kniete er sich vor den verhüllten Menschen und streckte vorsichtig die Hand aus.

Als er den Körper berührte, zuckte dieser ängstlich und stieß erneut ein Jammern aus.

„Keine Angst“, murmelte Froese mitfühlend und ließ von dem Lumpenhaufen ab.

„Tut mir leid“, erklang es leise zwischen den Stofffetzen. „Ich wollte nicht … Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.“

Cornelius stutzte. Die weibliche Stimme kam ihm bekannt vor, im Moment fiel ihm aber nicht ein, mit wem er sie in Verbindung bringen sollte.

„Wer bist du?“, fragte er und beugte sich nach vorne, um das Gesicht seines Gegenübers zu erkennen.

„Kennst du mich nicht mehr?“, antwortete die Stimme. „Ich weiß doch auch noch, wer du bist.“

Cornelius Froese überlegte.

Eines der Kinder aus den anderen Experimenten?

Seine Gedanken wirbelten durcheinander, als er versuchte, sich sämtliche Räume unter dem Leuchtturm ins Gedächtnis zu rufen.

Der Zirkus des Todes!

Der Schattenraum!

Das Wesen der Zeit!

Die Sterblichkeit der Ewigkeit!

Der Schrei der Erde!

Es war kein Kind aus einem dieser Räume, zumindest das wusste Froese.

„Du hast mir vor langer Zeit geholfen. Als sie mich geschlagen haben, weil das Experiment nicht geklappt hat. Wahrscheinlich dachtest du, ich wäre tot“, vermutete das Mädchen.

Plötzlich fiel Herrn Froese ein, woher er das Mädchen kannte.

Das Schweigen der Liebe!

Die Worte, die an der Tür klebten, brachten Cornelius zum Nachdenken. Er kannte die Räume der anderen Experimente und wunderte sich, diesen erst jetzt entdeckt zu haben.

Was sie da wohl erforschen?, dachte er. Liebe zu ergründen ist unmöglich. Die wollen tatsächlich mit allem Geld verdienen. Er schüttelte den Kopf. Hoffen die, eine Tablette entwickeln zu können, durch die sich Menschen ineinander verlieben? Was für eine verrückte Welt!

Er wischte weiter den Flur vor dem Raum. Dabei hing er seinen Gedanken nach und bemerkte erst nach einer Weile ein leises Wimmern hinter der Tür. Verunsichert blieb Cornelius stehen, stützte sich auf den Stil seine Schrubbers und lauschte ein paar Augenblicke.

Er überlegte, wie er sich verhalten sollte. ‚Wenn ich mich um Dinge kümmere, die mich nichts angehen, bin ich meinen Job schneller los, als ich ‚Putzeimer‘ sagen kann. Wahrscheinlich ist es am besten, ich arbeite weiter und lasse die Wissenschaftler machen, was sie wollen.‘

Er schrubbte den Boden, bis das Gejammer so laut wurde, dass er ein schlechtes Gewissen bekam, wenn er einfach weiter so täte, als höre er nichts.

Froeses Blick schweifte nach rechts und links über den Flur und als er niemanden sah, presste er sein Ohr gegen die Tür, um sicherzugehen, dass das Jammern wirklich aus dem dahinter liegenden Raum kam.

“Hallo?“, flüsterte er und wartete geduldig auf eine Antwort.

Nach einer Weile scharrte es auf der anderen Seite.

“Ich bin das Kind der Liebe. Bitte, hilf mir … bitte!“, wimmerte ein Mädchen.
Die Worte erschütterten Herrn Froese und er stellte kurzentschlossen den Schrubber an die Wand,

drückte die Klinke und stieß einen resignierten Seufzer aus, als er feststellte, dass die Tür verschlossen war.

„So geht das nicht“, stellte er fest. “Ich muss mir etwas überlegen.

Enttäuscht lehnte er sich an die Tür und schloss die Augen. Das Weinen aus dem dahinter liegenden Raum drang an seine Ohren und Cornelius unterdrücktedie aufkommenden Tränen seiner eigenen Hilflosigkeit.

„Wie heißt du?“, fragte er nach einer Weile, um das Kind abzulenken.

„Meinen echten Namen habe ich schon lange vergessen“, antwortete das Mädchen. “Sie nennen mich Meleth.“

“Bist du alleine?“

“Ja! Sie schlagen mich, weil sie meine Liebe klauen. Ich weiß nicht, warum sie das wollen, aber ich kann doch ohne sie überhaupt nicht leben, oder?“ Das Kind machte eine Pause, bevor es fortfuhr. “Was machst du da draußen? Und wie heißt du ?“

“Cornelius Froese“, gab er zur Antwort. „Ich putze die Stationen hier.“

“Weißt du was?“, sagte Meleth mit einer Stimme, die plötzlich entschlossener klang als bisher. “Ich versuche, die Tür von innen aufzumachen! Du könntest mich in den Arm nehmen, damit ich endlich wieder einmal Liebe spüren kann. Es ist nämlich lange her …“ Sie hielt inne. “Würdest du das für mich tun?“

Herr Froese nickte, obwohl er wusste, dass das Mädchen es nicht sehen konnte. “Klar nehm ich dich in den Arm.“

Ein freudiges Kichern ertönte hinter der Tür.

“Kriegst du sie denn auf?“

Es knackte, als Meleth die Kombination eintippte und damit den Sicherheitsmechanismus ausschaltete. Sie hatte die Ziffernfolge vor einiger Zeit herausgefunden, als sie einen der Männer dabei beobachtete, wie er die Zahlen eingegeben hatte.

Bedächtig trat das Mädchen aus dem Dunkel des Raums in den Korridor und blieb unsicher vor Cornelius stehen, als erwarte sie nicht mehr die erwünschte Liebe, sondern Schelte.

Sie war hübsch, und als Herr Froese ihre Augen sah, konnte er seine Tränen nicht weiter zurückhalten.

„Hallo“, flüsterte er mit einem freundlichen Lächeln und streckte Meleth die Hände entgegen. Nach anfänglichem Zögern ergriff das Mädchen seine Finger, warf sich an seine Brust und stieß ein lautes Seufzen aus.

„Es tut echt gut, von jemandem festgehalten zu werden“, flüsterte sie und presste sich noch fester an ihn. “Das ist toll. Kannst du das verstehen?“

„Ja“, antwortete Cornelius. „Was machen sie mit dir? Deine Liebe wegnehmen … Das klingt schlimm.“

„Es ist schlimm!“, bestätigte Meleth. „Sie schlagen mich.“ Sie sah Froese aus großen Augen an. „Oft befestigen sie an meinem Kopf irgendwelche Drähte, mit denen sie messen, wie schlecht oder gut es mir geht. Aber niemand berührt mich liebevoll, es sind immer nur Prügel.“

„Damit wollen sie die Liebe von dir isolieren“, überlegte Cornelius laut. „Ich sollte zur Polizei gehen.“

“Nein, bitte nicht!“ Ihre Lippen bebten. „Mein Vater wird mich schlagen, wenn er davon erfährt. Er hasst es, dass …“ Sie hielt inne und löste sich aus Froeses Umarmung. „Weißt du … ich … bin die Tochter von …“ Sie machte erneut eine Pause, als ringe sie mit sich, die Worte laut auszusprechen.

“Wessen Tochter bist du?“

Meleth schluchzte und lehnte den Kopf an die Brust des Mannes. „Mein Vater gab dieses Experiment in Auftrag. Ich bin Meleth Kitsune.“

„Du bist die Tochter von … Kitsune? Dem Firmenchef?Wie kann ein Vater so herzlos sein und seine Tochter derartigen Experimenten aussetzen? Wenn ich nur wüsste, wie ich dir helfen könnte.“

Meleth überlegte. “Du könntest jeden Tag um die gleiche Zeit hierher kommen und mich in den Arm nehmen. Ich kann die Tür öffnen und …“ Sie brach mitten im Satz ab und sah Froese erwartungsvoll an. “Wie findest du meine Idee?“

Froese nickte. “Klar kann ich das. Das ist gut, aber …“

Er drückte das Mädchen zärtlich. Als er ein Geräusch hörte, das von der anderen Seite der unterirdischen Anlage kam, zuckt er erschrocken zusammen.

“Sie kommen“, flüsterte Meleth und sprang in den Raum zurück. “Du musst gehen.“ Sie winkte ihm zu und schloss langsam die Tür, warf aber noch einen letzten Blick durch den Türspalt. „Sehen wir uns morgen?“

Cornelius Froese bejahte mit einem knappen Kopfnicken, griff zum Schrubber und setzte seine Arbeit mit einem gleichgültigen Gesichtsausdruck fort. Als ein paar Wissenschaftler an ihm vorübergingen, nickte er ihnen gelangweilt zu.

„Wir sehen uns morgen“, flüsterte er in Richtung Tür und klopfte leicht dagegen, bevor er sich dem Säubern des restlichen Flurs widmete.

Am nächsten Tag war die Aufschrift an der Tür verschwunden gewesen und von Meleth keine Spur mehr zu finden.

„Ich erinnere mich“, murmelte Froese. „Dein Name ist Meleth.“

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Über Wolfgang Brunner

Wolfgang Brunner
Im bayrischen Freising kam Wolfgang Brunner im Dezember 1964 zur Welt. Aufgewachsen ist er in München. In dieser Stadt beendete er erfolgreich seine Ausbildung zum Bürokaufmann. Danach leitete er über mehrere Jahre eine Versicherungs-Außenstelle in Rosenheim, bevor er zum Geschäftsführer eines Reisebüros für Fernreisen wurde. 2001 erfolgte dann der Umzug nach Berlin. Er ist der Meinung, dass sich ein Autor nicht auf ein Genre eingrenzen lassen muss und schreibt deshalb Geschichten aus verschiedenen Richtungen, die aber auf gewisse Weise miteinander verbunden und verwoben sind. Die Musik, die ihn bei seiner Arbeit begleitet, ist sehr wichtig für die Romane, denn ohne diese würde es die Geschichten nicht geben. Er besitzt weder Handy noch Auto, isst kein Fleisch und sieht nicht fern. Er beschränkt seine Freizeit auf wesentliche Dinge und bewegt sich deshalb meistens abseits des Mainstream. Neben Büchern, ausgefallener Rockmusik und Klassik faszinieren ihn Filme und die dazugehörige Musik. Im Juli 2009 wurde sein Debüt-Roman „Cryptanus – Der Geruch des Todes“ im Projekte-Verlag in Halle veröffentlicht. Brunner ist Mitglied im FDA - Freier Deutscher Autorenverband (Schutzverband Deutscher Schriftsteller Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.)

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