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Kinderbuch "Gefahr in Immergrün" von Karim Pieritz

Das dritte Kinderbuch der Leuchtturm der Abenteuer-Reihe

Der „schreckliche Pirat Obertatze“ ist den Kindern bei ihrem letzten Abenteuer auf die Erde gefolgt. Jetzt hat er Tims kleine Schwester Lisa in den magischen Wald von Immergrün entführt.

Gefahr in Immergrün, Band 3 der Reihe Leuchtturm der Abenteuer von Karim Pieritz

Gefahr in Immergrün, Band 3 der Reihe Leuchtturm der Abenteuer von Karim Pieritz

Michael und Tim folgen den Spuren, aber dann werden sie von einem Kampfroboter mit Laserstrahlen beschossen. Sie flüchten in eine unterirdische Forschungseinrichtung, als sich plötzlich am Detektor eines Teilchenbeschleunigers ein Portal in eine andere Welt öffnet. Auf einmal taucht auch noch der berüchtigte Einbrecher auf, der die Stadt unsicher macht. Er entpuppt sich als böser Zauberer und Mitglied der gefährlichen Bruderschaft vom grünen Mond. Mit Mondstein-Magie will er Michael und Tim in Zombies verwandeln.

Auf Himmelblau sucht das Bärenmädchen Sali für ihr „Geheimprojekt“ einen Weltraumanzug. Auf dem Markt der Bärenstadt trifft sie einen Händler, der ihr einen Raumanzug zeigen will. Sie verschwindet mit ihm alleine in seinem Zelt – aber er ist auch ein Zauberer der Bruderschaft!

Können Michael und Tim dem Einbrecher entkommen und wird es ihnen ohne die Hilfe von Purzel gelingen, Lisa zu retten? Wie kämpfen sie gleichzeitig gegen den Piraten, den Kampfroboter, den Zauberer und andere Monster? Und kann sich Sali aus ihrer Klemme befreien?

Produktinformation

  • Taschenbuch: 152 Innenseiten, 5 farbige Illustrationen
  • eBook (epub, alle Reader)
  • Amazon Kindle

Leseprobe des dritten Kinderbuch-Abenteuers

Der Händler

Auf dem Planeten Himmelblau gibt es im Hafen der Bärenstadt einen Markt, der in der gesamten Milchstraße berühmt ist. Seit jeher trifft sich die ganze Stadt auf dem Marktplatz mit seinem großen schmiedeeisernen Tor.

Die 8-jährige Zauberschülerin Sali ist oft hier, um mit ihrer Mutter einzukaufen. Sie genießt die fremden Gerüche und die bunten Farben der Gewürze und Stoffe.

Heute ist sie wieder dort und schlendert mit ihrer zerrissenen blauen Glückshose gemächlich an den Ständen entlang. Ein Händler schreit: »Haushaltshilfen und alles für jeden Zweck!« Neugierig bleibt sie vor seinem Zelt stehen. Die anderen Bären interessieren sich nicht für ihn und laufen vorbei.

»Was suchst du denn?«, fragt er und sieht sie an. »Möchtest du eine Haushaltshilfe?«

Sali schaut sich nervös um und flüstert: »Haben Sie vielleicht einen Raumanzug?«

Der Händler ist ein großer Bär mit dunkelbraunem Fell. Er trägt eine Weste, einen schwarzen Umhang und hat eine Sonnenbrille auf der Nase. »Komm in mein Zelt, dann zeige ich dir meine Raumanzüge«, brummt er.

Sali sieht sich um und entdeckt ihre Mutter ganz in der Nähe bei einem Obststand.

»Diese roten Knubbel«, sagt ihre Mutter gerade zu einem älteren Bären mit grauem Fell, »sind also Erdbeeren?«

»Ja«, antwortet er und richtet sich stolz auf, »aus meinem eigenen Gewächshaus mit Samen von der Erde.«

Ihre Mutter kostet eine Erdbeere und ruft begeistert: »Köstlich!«

Der Obsthändler lächelt zufrieden, aber als er Salis Blick bemerkt, macht er ein ernstes Gesicht.

»Wenn du einen Raumanzug kaufst, dann gebe ich dir eine Haushaltshilfe kostenlos dazu«, sagt der Bär mit der Sonnenbrille plötzlich. Sali schreckt aus ihren Gedanken auf. Der Händler hält mit einer Pfote die Zeltplane zur Seite.

»Okay«, murmelt Sali. Ohne weiter nachzudenken, geht sie hinein.

*

Es ist dunkel und riecht nach Heu, wie in einem Zirkuszelt. Der Verkäufer ist verschwunden. Sali sieht undeutlich mehrere große Käfige, in denen sich schattenhafte Gestalten befinden. Langsam gewöhnen sich ihre Augen an die Dunkelheit und sie erkennt, dass in den Käfigen Bären sind. Unter ihrem Fell spürt sie eine Gänsehaut. Sofort bereut sie, mit diesem Fremden in ein dunkles Zelt gegangen zu sein. Sie dreht sich um, aber der Ausgang ist verschwunden. Wo ist sie hereingekommen?

»Hier ist das gute Stück«, sagt plötzlich der Händler, der mit einem weißen Raumanzug vor ihr steht. Sie schaut zum Anzug und dann in das Gesicht des Bären. Seine Sonnenbrille ist verschwunden und seine Augen starren sie an. Sie sind grün, leuchten von innen und drehen sich. Das linke Auge dreht sich im Uhrzeigersinn und das rechte Auge gegen den Uhrzeigersinn. Sali macht einen Schritt zurück.

»Oh, Entschuldigung«, brummt der Bär, »ich vergesse manchmal, die Brille aufzusetzen.« Er holt eine Sonnenbrille aus seiner Westentasche, setzt sie auf und reicht ihr den Raumanzug. »Gefällt er dir?«

Sali nimmt und untersucht ihn. Dann sagt sie enttäuscht: »Das ist ein Kostüm.«

»Aber natürlich«, bestätigt der Händler, »was denn sonst? Willst du etwa einen echten Raumanzug?«

Sali nickt.

»So etwas habe ich nicht«, sagt der Bär. »Da musst du schon zur Erde gehen. Soweit ich weiß, fliegen diese Verrückten ins Weltall. Dabei sollten sie sich ängstlich in ihren Erdlöchern verkriechen. Wenn die wüssten, was sie da draußen erwartet …« Der Händler grinst und zeigt seine gelben Zähne. Sali macht erschrocken einen Satz zurück. Schließlich reicht sie ihm den Anzug mit zitternden Armen.

»Bist du nicht dieses zaubernde Mädchen? Die Schülerin von Bärlo?«, fragt der Bär plötzlich.

»Ja«, haucht Sali leise und geht noch einen kleinen Schritt zurück. Sie schaut sich nervös nach allen Seiten um.

»Was erwartet denn die Menschen von der Erde im Weltall?«, fragt Sali, aber der Händler ist schon wieder verschwunden. Sie zuckt vor Schreck zusammen, als sie hinter sich ein lautes Grunzen hört. Sie dreht sich um und sieht, wie sich zwei Bären in einem Käfig streiten. Sie geht näher an den Käfig heran und schaut hinein. Der linke Bär hat ein braunes Fell und ist jung und kräftig. Der rechte Bär hat ein graues Fell und ist alt und gebrechlich. In einer Pfote hält er einen toten Hasen an den Ohren. Beide tragen nur einen Lendenschurz und haben leuchtend grüne Augen, wie der Händler. Jedoch drehen sie sich nicht.

»Du kaputtmachen!«, brummt der ältere Bär wütend und deutet auf den Sandhaufen zwischen ihnen.

»Ich jetzt Hunger!«, brummt der jüngere Bär zurück. »Will Hasen fressen, JETZT!«

»Erst Pyramide wieder aufbauen!«, schreit der ältere Bär.

»RUHE!«, dröhnt eine Stimme hinter Sali und sie hört daraufhin nur noch ein lautes Piepen. Die Bären setzen sich sofort auf den Boden und zittern vor Angst.

Das Piepen in ihren Ohren wird leiser. Sie dreht sich um und sieht den Händler. Er hält ein Zepter in der rechten Pfote, das dem ihres Zaubermeisters ähnelt. Jedoch ist kein Kristall auf der Spitze, sondern ein leuchtender grüner Stein.

»Begrüßt unsere neue Haushaltshilfe«, brummt er und schaut Sali an. Seine Sonnenbrille ist wieder verschwunden und seine Augen drehen sich wie verrückt. Der Stein auf seinem Zepter leuchtet heller und heller, als plötzlich eine Plane zur Seite geworfen wird und grelles Licht vom Marktplatz hineinfällt.

»Sali!«, ruft ihre Mutter. »Komm sofort hier raus!«

Der Händler hält sich geblendet eine Pfote vor die Augen. Mit der anderen Pfote fuchtelt er mit dem Zepter herum. Sali läuft in das Licht und tastet nach ihrer Mutter. Sie spürt erleichtert, wie sie fest zugreift und sie hinauszieht. Gemeinsam flüchten sie über den Marktplatz.

Der Teddybär

Es ist früher Nachmittag und die Sonne steht hoch über dem Park der Grundschule Immergrün. Es ist warm und windstill und nur wenige Kinder sind im Ferienhort. Michael und Tim beobachten Jan, wie er auf dem Sportplatz mit einem Fußball spielt.

»Komm«, sagt Tim, »wir besuchen meine Schwester. Jan schießt uns sonst wieder einen Ball an den Kopf.«

Sie gehen in den Garten der benachbarten Kita. Lisa sitzt im Sandkasten mit einem Teddybären in einem rosafarbenen Kleid. Er trägt eine dazu passende Haube.

»Der kommt mir bekannt vor«, flüstert Michael.

»Der ähnelt einem Piraten von Himmelblau«, antwortet Tim und runzelt die Stirn.

»Ja«, flüstert Michael, »aber er hat keine Augenklappe.« Er beugt sich zu Lisa herunter.

»Hallo, was hast du denn da?«, fragt er lächelnd.

»Das ist mein neuer Teddy«, antwortet sie und strahlt über beide Ohren. »Der kann sogar brummen, wenn man ihn so hält.« Sie dreht ihren Teddy auf den Kopf und schüttelt ihn heftig an den Beinen. Der Bär macht ein brummendes Geräusch.

»Wo hast du den Bären denn her?«, fragt Michael.

»Gefunden«, antwortet sie.

»Mama sollte ihn mal waschen. Der stinkt«, sagt Tim, hält sich die Nase zu und würgt.

»Am besten in der Kochwäsche«, lacht Michael.

»Dann schrumpft er aber«, entgegnet Lisa. »Duschen ist besser.« Sie zieht dem Bären das Kleid aus, wirft einen Haufen Sand auf ihn und reibt ihn damit ein. Im Anschluss klopft sie ihm kräftig das Fell sauber und zieht ihn wieder an. Die Jungs beobachten sie dabei grinsend.

Nach einer Weile sagt Tim: »Komm, wir schauen uns dein Buch an.«

Sie gehen zu einer Parkbank in der Nähe und setzen sich. Michael schlägt sein magisches Bilderbuch auf.

»Guten Tag«, sagt Billy.

»Guten Tag«, antworten die Jungs wie aus einem Munde.

»Kannst du uns was über die Bären erzählen?«, fragt Tim.

»Natürlich«, antwortet Billy lächelnd. »Die Bären waren einfache Bauern und ihr Land war sehr fruchtbar. Als eines Tages die Sonne nicht mehr aufging, vertrocknete das Land und verwandelte sich in eine Ödnis ohne Leben.« Das Buch macht eine kurze Pause.

»Für Zauberei fehlte ihnen der magische Kristall. Um zu überleben, mussten sie sich also anders helfen. Ihre Nahrung bauen sie nun in Gewächshäusern an und die dafür nötige Energie gewinnen sie aus der Wärme des Vulkans.

Um die frühere Hafenstadt herum entstanden unzählige Fabriken. Die Bären waren lange Zeit große Erfinder und bauten unglaubliche Dinge. Sie errichteten schwebende Brücken über das Meer und bohrten gewaltige Tunnel. Sie flogen sogar zum weißen Mond.«

»Wahnsinn«, sagt Tim begeistert.

»Den Bewohnern von Himmelblau wurde klar, dass man zu jedem Ort reisen kann, an dem eine magische Eiche steht«, erzählt Billy. »Deshalb wollten sie auch auf anderen Planeten solche Bäume pflanzen.«

»Keine schlechte Idee«, murmelt Michael.

»Die Bären bauten daher vor langer Zeit ein Raumschiff und schickten es zu allen bewohnten Welten der Milchstraße. Die Reise dauerte viele Jahrtausende und nur ein Roboter konnte das überleben. Er landete auf jedem Planeten und pflanzte die Eicheln ein.«

»Schlau«, sagt Tim.

»Leider vergaßen die Bären all ihr Wissen mit der Zeit und ihre tollen Bauwerke zerfielen zu Staub«, erzählt Billy. »Viele Bären glauben heute nicht einmal mehr, dass sie wirklich auf dem weißen Mond gewesen sind. Jetzt bauen sie nur noch Spielzeuge.«

»Schade«, seufzt Michael.

»Aber ich habe so das Gefühl, dass sich das bald wieder ändern wird«, sagt Billy. »Die Bärenkinder von heute sind sehr schlau und abenteuerlustig. Ich bin mir sicher, wir werden noch von ihnen hören.«

»Was geschah mit dem Roboter, der die Eicheln gepflanzt hat?«, fragt Tim.

»Auf dem letzten Planeten der Reise vergrub er das Raumschiff und sich selbst«, antwortet das Buch. »Dann schaltete er sich ab.«

»Cool«, sagen Michael und Tim gleichzeitig.

*

Obertatze sitzt im Sandkasten und belauscht grimmig die beiden Jungs. Sie blättern in einem magischen Buch, das ihnen Geschichten vorliest. Das Menschenmädchen Lisa baut eine Sandburg.

Bring mir dieses Mädchen zurück, hat Kapitän Urs gesagt. Hat der eine Ahnung davon, wie schwer diese Menschen sind? Ich könnte ja kaum dieses kleine Kind hier wegschleppen, grübelt er.

Lisa legt ihre Buddelsachen zur Seite und betrachtet den Bären nachdenklich. »Du bist gar nicht so kuschelig«, murmelt sie. »Du bist so borstig. Ich muss dich striegeln.« Sie zieht ihm das Kleid am Rücken hoch und kratzt mit einer Plastikharke über sein Fell.

»Gnnh«, macht Obertatze und spannt die Muskeln an.

»Ich muss doller striegeln«, murmelt Lisa.

Von den beiden Jungs hört Obertatze plötzlich lautes Gelächter. Der Blonde ruft: »Weißt du noch den echten Namen von Obertatze?«

Der Schwarzhaarige antwortet: »Pipi oder so?«

»Nein, Pupu«, sagt der Blonde und lacht Tränen. Auch der andere klopft sich auf die Schenkel.

»Aber der Nachname ist noch besser! Wie war der doch gleich?«, fragt der Schwarzhaarige.

»Pummelschnösel«, ruft der Blonde vergnügt.

»Nein«, entgegnet der andere, »Pummeldösel.«

Wieder lachen die beiden Jungs und halten sich die Bäuche.

»Es reicht«, brummt Obertatze, »Mädchen ist Mädchen und die hier ist leichter!« Er steht auf und nimmt Lisa ihre Plastikharke weg. Sie starrt ihn mit offenem Mund an, als er die Harke in hohem Bogen wegwirft. Dann zupft er sich sein Kleid zurecht und packt sie. Er wirft sie sich über die Schulter und rennt zum Zaun.

»Hilfe«, schreit sie und strampelt mit den Beinen.

*

Michael und Tim drehen sich erschrocken um. Der Teddybär im rosafarbenen Kleid trägt Lisa auf seinem Rücken. Er klettert mit ihr durch das Loch im Gartenzaun und verschwindet im Wald.

»Auweia«, sagt Tim entsetzt.

»Wir müssen ihr helfen«, ruft Michael und springt auf. Dabei lässt er das Buch fallen. Er rennt zum Zaun und klettert dem Bären hinterher.

»Nicht schon wieder«, stöhnt Billy, als er auf dem Boden landet. »Aua«.

Tim hebt das Buch auf und legt es auf die Parkbank. Dann folgt er Michael.

Weitere Informationen: www.leuchtturm-abenteuer.de

(C) Karim Pieritz, Oktober 2013

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Über den Autor : Karim Pieritz


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