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Lirsha – Gefährliches Verlangen von C. Cowan

Lirsha - Gefährliches Verlangen von Celice Cowan

Celice der Sukkubus lebt in der Welt der Assassinen. Eines Tages lernt sie den attraktiven und geheimnisvollen FBI -Agenten Aramis kennen und es beginnt eine unglaubliche Leidenschaft, in der immer mehr Geheimnisse das Tageslicht erreichen. Celice muss sich ihrer Vergangenheit entgegenstellen und eine Entscheidung für die Zukunft treffen bei der ihr keiner helfen kann.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 340 Seiten
  • Verlag: tredition (8. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3849538788
  • ISBN-13: 978-3849538781
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 2,2 cm

Paula Beßrich wurde 1989 in Ludwigsfelde geboren, wuchs in Berlin auf, wo sie auch lebt. Ihre Vorlieben beziehen sich auf Fantasy Romane, welche sie nun auch selber schreibt. Bei „Lirsha – Gefährliches Verlangen“ handelt es sich um ihren ersten Roman einer Serie. Dämonen, Assassinen und eine gefühlvolle erotische Geschichte füllen dieses Buch.

 

 

Leseprobe aus Lirsha – Gefährliches Verlangen

Ich hätte diesen Auftrag nicht annehmen sollen, dachte ich mir. Okay, ablehnen ging auch nicht, und deswegen hockte ich nun hier auf einem Dach bei dreißig Grad im Schatten. Um das ganze noch abzurunden, in dunkler Kleidung.
Perfekt. Einfach perfekt.
Lirsha - Gefährliches Verlangen von Celice Cowan
Lirsha – Gefährliches Verlangen von Celice Cowan

Ihr fragt euch sicherlich was ich hier machte. Jedenfalls nicht sonnen. Denn meine Aufgabe war es Personen aufzuspüren, sie zu beschatten und . . . umzubringen.

Ich bin ein Assassine und meine Name ist Celice, aber das war nicht alles, bin bin kein Mensch, ich bin ein Dämon, ein Sukkubus um genau zu sein. Und das machte es mir nicht immer leicht.
Aber jetzt musste ich mich auf meinen Auftrag konzentrieren, der gerade eben das Gebäude verlassen hatte. Ich beeilte mich von dem Dach zu kommen, um mein Opfer nicht aus den Augen zu verlieren. Die Straßen waren wie immer überfüllt, perfekt um unterzutauchen. Mit jedem Schritt kam ich ihm näher, die Klinge war gezogen, und es fehlten nur noch ein paar Meter.
Und dann sah ich wie ein anderer Mann plötzlich auf meinen Auftrag zulief.
Fuck! Wer war der Typ? Wenn er mich jetzt entdecken würde könnte ich auffliegen, bemerkte ich. Und das wollten wir ja schließlich nicht. Also schlitterte ich schnell in den Schatten eines Hauses, und genau in dem Augenblick war er der Meinung sich zu mir zu drehen. Seine Augen trafen meine, und ich hatte das Verlangen, ihm in die Arme zu springen. Was völlig absurd war.
Er zog seine Augen zu einem forschenden Blick zusammen und meine ließ ich so unschuldig wie möglich wirken. Als er einen Mundwinkel nach oben zog, musste ich mir innen auf die Wange beißen. Was für ein Grinsen, schoss mir durch den Kopf, und ich knallte mir mental eine runter. Dein Auftrag du dumme Kuh!
Wieder fädelte ich mich unter die Massen, aber so wie es aussah konnte ich meinen Auftrag in den Wind schießen. Dieser Typ klebte immer noch bei meinem Opfer, und beobachtete die Umgebung wie es nur ein Profi konnte, und ich konnte es nicht riskieren das er etwas mitbekam. Was zu hundert Prozent passieren würde, also schlich ich zurück auf ein Dach um ihnen darüber zu folgen.
Von einem Dach zum anderen, und immer darauf geachtet die Zielperson nicht aus den Augen zu verlieren. In einer Stadt wie New York nicht leicht, und nach einer dreiviertel Stunde gab ich auf. Dieser andere Typ wich einfach nicht von seiner Seite. Müssen Freunde oder Kollegen sein, dachte ich mir in einem Anflug von Enttäuschung, als ich von dem Dach kletterte.
Dieser Mann schien darin ausgebildet zu sein, seine Umgebung zu beobachten. Er wusste genau auf was er achten musste, und filterte unwichtig von wichtig. Das alles in dem Bruchteil einer Sekunde wie es schien.
Unten angekommen blickte ich auf die Strecke die ich zurückgelegt hatte, und verdrehte die Augen. Toll, gefühlte tausend Kilometer von meinem Wagen entfernt.
Also machte ich mich seufzend auf den Weg, zwischendurch ging ich in den einen oder anderen Laden, weil Frau konnte nicht einfach vorbeilaufen, wenn sie etwas schönes entdeckte. Irgendwann aber entdeckte ich die beste Erfindung von allen. Nämlich mein Auto. Mein schöner Audi. Freudestrahlend schmiss ich meinen Einkauf in den Kofferraum und fuhr nach Hause.
Auf dem Heimweg trällerte ich fröhlich zu meiner Lieblingsband Linkin Park. Nicht jeder Manns Geschmack aber ich mochte sie, laut und Texte mit Sinn. Dabei hatte ich eigentlich keinen Grund, um fröhlich trällern zu können. Ich hatte meinen Auftrag vermasselt, und ich wette es dauerte nicht lange bis ich Meldung bekam.
Als ich dann in meine Einfahrt fuhr, merkte ich das die Sonne bereits unterging. Habe ich echt den ganzen Tag dafür gebraucht? Dachte ich verwundert, aber dann fiel mir mein Shoppinganfall ein, und ich zuckte gleichgültig mit den Schultern, als ich direkt vor meiner Haustür parkte. Ich schlenderte pfeifend zum Kofferraum und als ich sah was da alles drin war, fiel mir die Kinnlade herunter.
War das wirklich so viel was ich gekauft hatte? Wunderte ich mich. Na ja, Frau braucht eben viel, dachte ich mir selbst eine Entschuldigung aus.
Also hievte ich die keine Ahnung wie viele Tüten in das Haus und ließ sie gleich hinter der Tür fallen. Mein Haus war nicht groß aber auch nicht klein. Es hatte zwei Etagen. Die Räume waren alle ziemlich hell – es reichte wenn mein Leben düster war.
Im unteren Bereich fand man einen Vorraum mit Torbogen – sehr schick – der zum Wohnzimmer mit der offenen Küche führte – auch sehr schick. Ich liebte den Vorraum, so stand der Besuch – wenn ich denn mal welchen hatte – nicht gleich in meinem Wohnzimmer.
In dem Vorraum befand sich auch die leicht geschwungene Holztreppe die nach oben führte, und die
Garderobe eben. Und oben fand man Schlafzimmer – mit
begehbaren Kleiderschrank und angeschlossenem Bad – sowie ein Gästezimmer und ein Gästebad. Alle Räume waren ziemlich groß und ich liebte es.
Aber jetzt hatte ich nur eines vor . . . duschen, und zwar lange. Als ich anschließend zum Kleiderschrank ging, hätte ich mir am liebsten in den Arsch gebissen, als ich merkte das ich meine neuen Klamotten unten gelassen hatte. Egal, Jogginghose und T-Shirt tun es auch, dachte ich mit einem Schulterzucken.
Hinterher ging ich in das Wohnzimmer, wo ich eine Nachricht auf meinem Anrufbeantworter entdeckte. Kann nur von Jamina sein, dachte ich mit einem Grinsen. Also drückte ich auf den Knopf um sie abzuhören.
Und sie war von Jamina.
Sie wollte das ich in die Pathologie komme. Warum? Wunderte ich mich plötzlich und irgendwie fühlte ich mich unwohl, und hatte keine Ahnung warum überhaupt.
Gedankenverloren sah ich mich in meinem Wohnzimmer um. Es war groß, und mit einer großen Sitzreihe ausgestattet. Vor der ein hellbrauner Couchtisch stand. Ansonsten hatte ich noch Regale und kleine Schränke in meinem Zimmer stehen, und meinen Fernseher an der Wand. Mein Flur und Wohnzimmer waren mit Laminat ausgelegt. Was eine ziemlich spaßige Angelegenheit war.
Wuschelsocken an, und wie ein Ninja durch das Zimmer geschlittert.
Aber jetzt hatte ich Hunger und war müde. Das einzige was ich heute noch machen würde, war essen und schlafen.
2
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich erschöpft. Ich hatte nicht besonders gut geschlafen.
Diese Augen, seine Augen. Diese kräftigen grünen Augen folgten mir bis in den Schlaf. Wer war dieser Typ, dachte ich grimmig, als ich mich ins Badezimmer schliff und wagte es gar nicht in den Spiegel zu sehen. Ich duschte schnell und zog mich an, einfache Jeans und Top.
Und dann tat ich es doch und schaute in den Spiegel.
Da stand sie, eine Figur mit Rundungen wo sie eine Frau haben sollte. Meine Hüfte war breit, und meine Brüste füllten eine ordentliche Männerhand aus. Ich hatte eine schmale Taille, und lange braune Haare die knapp bis zur Taille reichten. Die geradezu danach schrien, mit einer Haarbürste gebändigt zu werden.
Glatze wäre das beste, stellte ich fest als ich mich durch die Mähne kämpfte. Irgendwann gab ich auf, und band meine Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen. Anschließend ging ich in die Küche, und hatte so viel Schwung im Gang, dass ich mir erst einmal die Hüfte an meiner Kücheninsel stieß.
Geht ja super los heute. Wenn jetzt noch die Kaffeemaschine streikt, beginne ich einen Krieg. Aber ich bekam meinen Kaffee, und während ich genüsslich schlürfte hörte, ich ein seltsames aber zugleich vertrautes Geräusch an meiner Haustür.
Mit meiner Kaffeetasse in der Hand schlich ich zur Tür,
öffnete sie und fluchte. Da steckte eine Nachricht mit einem Pfeil an meiner Tür.
„So langsam sieht meine Tür aus, als wollte jemand mit einer Axt einbrechen,“ murmelte ich und zog den Pfeil samt Nachricht ab.
Eine Nachricht von dem Ältesten der Assassine: ich sollte sofort erscheinen und mich für mein Versagen verantworten. Wie haben die das so schnell erfahren? Fragte ich mich, und das nicht das erste mal, ich wusste bereits was auf mich zukommen würde.
Also zog ich mir Schuhe an und stieg in mein Auto.
Mein Weg führte mich an den Arsch der Welt – mitten in die Pampa – in der Nähe von Brookhaven. Zu einem Gebäude das aussah, als sei es dem Mittelalter entsprungen.
Ich wartete nur noch auf die Hofnarren.
Ich ging durch die riesige Eingangstür, durch die selbst T-Rex hätte gehen können, und direkt zum Ältesten. Denn ich wusste das er es hasste zu warten. Als ich die Tür zu seinem Reich öffnete, wurde ich auch schon empfangen. Wie ein Häftling an den Oberarmen gepackt und zum Richter geführt, dann zwang man mich auf die Knie.
Ja ich hab euch auch vermisst.
„Celice schön dich zu sehen,“ sagte Aljosha. Ja ihm gefiel es, weil er wusste was kommen würde.
Aljosha war ein kräftig gebauter Mann, der seine Hände stets hinter dem Rücken hielt. Sein graues Haar schimmerte im Licht silbern, und seine blauen Augen wirkten kalt, ja schon fast tot.
„Die Ehre ist ganz meinerseits,“ gab ich frech betont zurück, und bekam auch gleich die Quittung dafür. Eine
Hand fiel von einem seiner Helferlein auf mich herab,
und gab mir eine schöne Backpfeife.
„Stop!“ rief Aljosha. „Wenn du ihr den Kiefer brichst, kann sie schlecht reden.“ Sein Blick wanderte zu mir. „Also Celice, warum hast du deinen Auftrag nicht durchgeführt?“
„Ich war an der Zielperson dran, aber . . .“ ich verstummte. Ich konnte ihnen doch nicht sagen, dass jemand dazwischen kam. Sie würden ihn aufspüren und töten.
Und warum zum Geier interessiert mich das? Ich kenne diesen Mann doch gar nicht!
„Aber?“ hakte Aljosha nach.
„Aber ich habe ihn aus den Augen verloren. Ich weiß das es hätte nicht passieren dürfen und es wird nicht noch einmal passieren.“ plapperte ich vor mich hin, in der Hoffnung ihn milde zustimmen.
„So etwas hat nie zu passieren. „Celice!“ schrie er. „Ich weiß das du so schnell niemanden aus den Augen verlierst. Du hättest untertauchen sollen, dich heranschleichen, und ihm die Klinge verpassen sollen!“
„Das weiß ich,“ sagte ich leise. „Es wird nicht wieder vorkommen!“
„Du wirst jetzt deine Strafe erhalten! Bist du bereit?“
Dämlicher ging die Frage gar nicht, ob ich nun bereit war oder nicht, dass interessierte ihn doch nicht.
„Bleibt mir ja nichts anderes über,“ konterte ich.
„Für deine frechen Antworten und deinem verpatzten Auftrag wirst du fünfzig Hiebe mit der Geißel erhalten! Bringt sie weg und fangt an.“
Oberkörper frei und angekettet wartete ich auf den ersten Hieb, und er kam ohne Vorwarnung. Genauso wie die anderen. Mal kamen die Hiebe schnell hintereinander und mal gab es eine kurze oder längere Pause.
Die Pause galt aber nicht zu meiner Erholung. Jedes mal wenn mein Rücken sich beruhigte, schnitten die Klingen der Geißel erneut durch meine Haut, und Muskeln. Und es fühlte sich jedes mal an, als würde ein Stück von meinem Rücken herausgerissen.
Irgendwann hatte ich es dann geschafft, und wurde völlig benommen in ein Zimmer gebracht. Wo ich mich um mich selbst kümmern musste. Also wusch ich erst einmal das Blut ab, und verband meinen Oberkörper. Während ich vor Schmerz immer wieder zusammenzuckte.
Kurz darauf öffnete sich die Tür.
„Du sollst noch einmal zum Ältesten!“ sagte Aljoshas Helferlein und schloss dir Tür wieder.
Ich begab mich sofort zu Aljosha, wollte ihn nämlich nicht wieder verärgern.
„Du wolltest mich noch einmal sehen?“
„Celice, du bekommst eine weitere Chance. Erledige deinen Auftrag!“
„Wird erledigt!“ sagte ich ernst.
„Wegen deinen Wunden,“ er grinste, „hast du eine Woche für deinen Auftrag! Und jetzt hau ab!“ winkte er mich mit einer lässigen Geste weg.
3
Drei Tage waren seit meiner Bestrafung vergangen. Drei Tage an denen ich fluchend durch mein Haus ging, und mich auf meinen zweiten Anlauf einstellte.
Wenn dieser Typ wieder dazwischen kommt, leg ich den gleich mit um, dachte ich, weil ich keine Lust hatte noch einmal ausgepeitscht zu werden. Du spürst ihn auf, legst ihn um und verschwindest.
Das war mein Plan.
Ich legte strategisch versteckt meine Waffen an und fuhr schnell in die Stadt, und diesmal lungerte ich nicht auf einem Dach herum. Oh nein, das tat ich mir nicht noch einmal an. Nein, ich saß in einer Bar und hatte meine Zielperson direkt im Visier. Jetzt brauchte ich nur noch die passende Gelegenheit.
Und während ich so wartete, kam mir ein komischer Gedanke. Aljosha war nicht sehr begeistert über den verpatzten ersten Anlauf; okay das war er nie, wenn so etwas passierte. Aber bei dieser Zielperson war er anders, irgendwas war komsich, ich wusste nur noch nicht was. Aber das würde ich schon noch herausfinden . . . früher oder später.
Mein Opfer schien heute ein wenig angeheitert zu sein. Wenn der so weiter macht wird das ein Klacks, dachte ich mir schadenfroh. Ich hoffte nur das er den anderen Typen nicht herbestellte.
Als Taxi oder so.
Und so wie es aussah würde mein geliebtes Opfer
gerade für kleine Zwerge gehen. Das war meine Chance!
Ohne groß Aufsehen zu erregen begab ich mich in Richtung der Toiletten, – wenn man die so nennen konnte – so jetzt musste ich in die Herrentoilette, und gerade als ich eintreten wollte, quatschte mich irgendein Typ an.
„Das ist aber das Männerklo,“ lallte er.
„Ja das weiß ich, aber bis die Barbies auf dem Damenklo fertig sind hab ich eingepinkelt! Also wenn es der Männerwelt nichts ausmacht!“ damit wandte ich mich ab und trat endlich ein.
Wow, leer hier drin! Stellte ich begeistert fest, und suchte mein Opfer. Ich fand ihn in der letzten Kabine, leise öffnete ich ein paar Knöpfe von meinem Oberteil und ging hinein. Jetzt kam meine Verführungskunst als Sukkubus zum Einsatz.
Mein Hand wanderte leicht an seinem Arm hinauf, als er sich verwundert umdrehte. Meine Fresse ist der dicht! Bemerkte ich. Ich schloss die Kabinentür und machte mich an seinem Hemd zu schaffen. Der Kerl merkte gar nicht was ihm geschah, – vielen Dank Fick-mich-Ausstrahlung.
Er war geil, wollte einen Fick, und sah in mir seine Chance. Also öffnete ich mein Oberteil weiter, forderte ihn auf mich zu berühren. Was er auch machte und genau in dem Augenblick, in dem er meine Brust aus meinem BH befreien wollte, rammte ich ihm meine schmale versteckte Klinge in den Hals.
Ich packte ihn schnell damit er mir gar nicht meine Klamotten versaute und setzte ihn auf das Klo.
Wie ein Schatten verschwand ich aus der Herrentoilette, und stellte fest das die immer noch leer war. Müssen Kerle denn nie pinkeln, oder was? Fragte ich mich und stellte fest, dass ich darauf lieber keine Antwort haben wollte. Noch völlig bei dem angewiderten Gedanken bezahlte ich meine Drinks und fuhr zum Ältesten, um mitzuteilen, dass mein Auftrag erledigt war. Ein bisschen Urlaub wäre gut, was für ein schöner Gedanke der da durch meinen Kopf jagte.
Aljosha war völlig begeistert, als ich ihm die Klinge mit dem Blut vor die Füße warf. Irgendwas stimmt hier nicht, schoss mir wieder durch den Kopf.
„Celice, ich wusste das du mich nicht noch einmal enttäuschen würdest!“
„Urlaub wäre gut,“ antwortete ich frech. Fuck! Hatte ich das jetzt wirklich laut gesagt? Und verpasste mir auch schon mental eine Backpfeife.
„Du willst Urlaub? Warum sollte ich dir welchen geben?“ fragte er selbstsicher.
„Na ja, dieser Mann den ich umlegen sollte, schien sehr wichtig für dich zu sein, und entweder sagst du mir warum oder gibst mir ein paar Tage frei.“ stammelte ich.
„Sehe ich das richtig? Versuchst du mich zu erpressen?“ hakte er nach.
„Ich würde das eher verhandeln nennen, Ältester!“ Jetzt hab dich mal nicht so!
„Du bekommst keinen “Urlaub“ und ich sage dir auch nicht was es mit dem Opfer auf sich hat, ganz im Gegenteil du kannst dich auf deinen nächsten Auftrag vorbereiten! Du wirst extrem vorsichtig Vorgehen müssen, du wirst nämlich einen Agenten umlegen! Sein Name ist Aramis, du erhältst alle weiteren Papiere wenn du gehst.“
„Agenten? Und wie lange soll der Auftrag gehen?“ Ich
soll einen FBI-Agenten killen, geht es dem noch gut oder was? Dachte ich verärgert. Als nächstes den Papst oder keine Ahnung wen!
„Du wirst eine Weile für diesen Auftrag brauchen, weil du auch Informationen sammeln sollst. Angeblich soll dieser FBI-Agent damit beschäftigt sein unsere Clans auseinanderzunehmen! Ich will das du ihn um den Finger wickelst, schnappe dir sein Vertrauen und quetsch ihn aus. Als Sukkubus sollte dir das nicht schwer fallen! Du beginnst nächste Woche mit deinem Auftrag.“ er schüttelte den Kopf. „So wie es aussieht bekommst du doch ein paar Tage Urlaub. Und jetzt verschwinde.“
Ha! Urlaub! Auch wenn es nur ein paar Tage waren. Und zur Feier des Tages gönnte ich mir ein halbes Dutzend Donuts und einen Bubble Tea.
Yammi.
Als ich gemütlich an den Geschäften vorbei-schlenderte, bemerkte ich plötzlich, dass weiter vorne Polizeiautos standen, und der Bereich vor dem Laden in dem ich gestern meinen Auftrag ausgeführt hatte abgesperrt war. Und weil ich ja überhaupt nicht neugierig war, lief ich rüber und machte den Hals lang.
Einige Leute drehten sich zu mir um und schauten blöd, was vielleicht daran lag, dass ich trotz der Leiche – mein Opfer – genüsslich mein Getränk schlürfte. So wie ich das mitbekam wurde nur festgestellt, dass er anscheinend betrunken war, und ihm mit einer Klinge die Halsschlagader durchtrennt wurde. Armer Junge, dachte ich und ging weiter, als ich merkte das keine wichtigen Infos vorhanden waren.
Doch dann sah ich ihn wieder. Er wirkte ziemlich
wütend und verletzt, und . . . er sah natürlich genau in dem Augenblick zu mir, als ich ihn entdeckte. Er biss sich verführerisch, – verführerisch? – so meinte ich das jedenfalls, auf die Unterlippe. Was mich feucht werden ließ.
Ich wandte mich schnell ab, und ging weiter. Was zum Teufel war das?
Ob Jamina noch wach ist?fragte ich mich, um mich von diesem Mann und seinen Lippen abzulenken. Ich schaute auf die Uhr. Es war kurz nach zehn, also würde ich einfach mal vorbeifahren und klingeln.
Und sie war zu Hause.
„Hey Celice, schön das du vorbeikommst!“ begrüßte sie mich stürmisch. Himmel!
„Ja, ich habe nichts zu tun, und dachte mir ich tue mir etwas langweiliges an.“ gab ich grinsend zurück.
„Na danke aber auch,“ antwortete sie mit gespielter Empörung. „Komm rein, ich mache uns einen Kaffee.“
Kaffee nach zehn Uhr Abend kam immer gut – Schlaflosigkeit ahoi.
Ich folgte ihr den kleinen Flur entlang bis zu ihrer kleinen Küche. Jaminas Haus war klein, aber fein. Wie man so schön sagte. Unten befand sich Wohnzimmer und Küche, im Wohnzimmer führte eine schmiedeeiserne Wendeltreppe nach oben zum Schlafzimmer und Badezimmer.
„Hast du das mit den merkwürdigen Morden gehört?“ fragte sie mich, als sie das Kaffeepulver in die Kaffeemaschine füllte.
„Ich habe nur einmal in der Zeitung darüber gelesen. Gibt es denn was neues?“ fragte ich, so unschuldig wie ich war, als ich mich an den Küchentisch setzte.
„Nein, immer noch das gleiche, keine Spuren, keine
Hinweise,“ meinte sie. „Aber . . .“
Aber? Ein “aber“ ist nie gut. „Aber, was?“ hakte ich nach.
„Ich habe bei meinen Untersuchungen festgestellt, dass es keine “moderne“ Klinge ist. Sie weißt Merkmale auf die eher zu einer Klinge aus dem Mittelalter oder so passt.“
„Das klingt ja merkwürdig und interessant zugleich.“ antwortete ich als sich Jamina zu mir an den Tisch setzte, und mir den Kaffee reichte.
„Du kennst dich doch mit so etwas aus oder? Kannst du nicht mal mit in die Pathologie kommen und dir das ansehen? Wer weiß vielleicht entdecken wir was neues.“ gab sie voller Elan von sich und nippte an ihrem Kaffee.
„Ja klar, ruf mich an wenn ich mit deinen Leichen spielen soll,“ neckte ich sie.
„Ha ha, du mal wieder. So und jetzt sagst du mir das du endlich einen Freund hast!“
„Ich habe endlich einen Freund!“ antwortete ich Mädchenhaft.
„Echt?“ sie schaute mich verblüfft an.
„Nein.“
„Und warum sagst du das denn?“ meckerte sie mit einem Schmollmund.
„Du hast doch gesagt, ich soll das sagen,“ lachte ich.
„Du doofe Kuh!“ sie warf lachend ein Küchentuch nach mir.
„Muuuh!“
„Nein, jetzt mal im erst. Du brauchst wirklich einen Kerl und damit meine ich einen festen Freund, Fräulein!“ tadelte sie mich mit erhobenen Finger.
„Ach?“ ich zog eine Augenbraue nach oben. „Und warum hast du keinen?“
„Ist einfach nicht der richtige dabei,“ schmollte sie mal
wieder. „Du weißt es muss gleich der Funke springen, und wenn das nicht nach ein paar Minuten passiert, versuche ich es gar nicht erst!“ sie unterstrich ihre Worte mal wieder mit dem Finger.
Ich ärgerte sie indem ich schwungvoll meinen Kopf ihrem Finger folgen ließ. „Celice, nimmst du mich überhaupt ernst?“
„Oh ja, das tue ich,“ gab ich grinsend zu.
„Toll wäre ein Mann, wenn man ihn sieht und gleich fasziniert ist. Wenn man einfach nicht aufhören kann ihn anzusehen,“ schwärmte sie.
Fasziniert? Ich war oder besser gesagt bin ich fasziniert. Diese Augen und dieses Grinsen, und wie er sich auf die Unterlippe biss. Der Mann schreit nach durchmachte Nächte, dachte ich grinsend.
„Celice? Hallo? Befindest du dich noch auf diesem Planeten?“ riss mich Jamina aus meinen heißen Träumereien.
„Ääh, ja anwesend. Hast du was gesagt?“
„Du warst eben fett am grinsen, woran hast du gedacht? Los sprich!“ drängelte sie.
„Okay,“ ich verdrehte die Augen. „ich habe einen Typen getroffen der mich fasziniert hat, so glücklich?“ meinte ich etwas genervt, weil ich wusste, dass das sowieso nichts wurde.
„Wow, und wie heißt er? Wie sieht er aus?“
„Wie er heißt weiß ich nicht, und er sie WOW aus. Wie ein Mann der sich nicht zu fein ist anzupacken, und dann diese Augen und sein Grinsen,“ ich seufzte sehnsüchtig. „Der Mann schreit danach, dass er nicht so schnell schlapp macht!“ zwinkerte ich ihr verschwörerisch zu.
Jamina sah mich mit offenen Mund an und ich fragte mich, wann ich es das letzte mal geschafft hatte das sie
sprachlos war.
„Du . . . bist fasziniert . . . von einem Mann?“ fragte sie und faste mir an die Stirn. „Krank bist du nicht, oder?“
„Hey! Für alles gibt es das erste Mal,“ lachte ich.
„Na dann? Ran an den Mann!“ sie prostete mir mit der Kaffeetasse.
4
Wieder zu Hause angekommen, musste ich ständig an das Gespräch mit Jamina denken. Ich war wirklich angetan von diesem Mann. Seit ich ihn das erste mal gesehen hatte, ging er mir nicht mehr aus dem Kopf. Ob ich ihn mal wiedersehe? Fragte ich mich hoffnungsvoll. Und selbst wenn ich ihn treffen würde und er Interesse hätte, könnte das überhaupt was werden? Oder besser gesagt, könnte ich das? Ein demütiger Gedanke. Wieder mal war meine Angst als Assassine entdeckt zu werden, größer als meine Sehnsucht nach einem Partner.
Seufzend ging ich nach oben. Ich wollte einfach nur duschen und mich ins Bett schmeißen, und das tat ich auch. Nur war das mit dem ins Bett schmeißen gar nicht so leicht. Also das mit dem Bett schon, aber schlafen war eher das Problem. Am Ende lag ich wach im Bett, ich wälzte mich von einer Seite zu anderen. Toll, jetzt kann ich wegen diesem Typen nicht schlafen! Dachte ich grimmig. Seine Augen verfolgten mich. Ich stand auf und holte meinen iPod und hörte leise Musik. Nach einer Weile schlief ich dann endlich ein.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, lag mein iPod auf dem Fußboden – lief noch – und mein Bett sah aus, als hätte ich um mein Leben gekämpft. Ooookay? . . . da hat wohl jemand unruhig geschlafen, dachte ich schlaftrunken.
Ich hievte meine Beine aus dem Bett und schaltete den iPod aus. Nach einer Dusche nahm ich mir mit einer Tasse Kaffee, meine Informationen für meinen nächsten Auftrag vor. „Dann wollen wir mal sehen,“ murmelte ich.
Ich blätterte gemütlich durch die Papiere, und ärgerte mich das ich noch nicht mal ein Foto oder Nachnamen hatte.

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Über Tess McConnar

Tess McConnar
Tess McConnar (Paula Beßrich) wurde 1989 in Ludwigsfelde geboren und wuchs in Berlin auf, wo sie auch lebt. Ihre Vorlieben beziehen sich auf Fantasy Romane, welche sie nun auch selber schreibt. Sie hat aber auch kein Problem damit einen guten Thriller zu lesen, bei denen sie Sebastian Fitzek bevorzugt. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Diana Rowland und Larissa Ione. Eigentlich liest sie alles was interressant ist und Fantasie fordert, wohingegen sie bei ihrem abendlichen Fernsehprogramm, Crime Serien und Dokus übers Weltall, Planeten und Übersinnlichen bevorzugt. Bei ihrem Buch „Lirsha – Gefährliches Verlangen“ handelt es sich um ihren ersten Roman einer Serie. Dämonen, Assassine und eine gefühlvolle erotische Geschichte füllen dieses Buch.

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