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Mächtiges Blut – Nachtahn 1 von Sandra Florean

Mächtiges Blut, ein Urban Fantasyroman von Sandra Florean

Dorian Fitzgerald ist reich und gut aussehend. Und er ist der wohl älteste Vampir auf Erden. Er wurde mit sehr mächtigem Blut geschaffen und hat es seit jeher als seine Aufgabe betrachtet, diejenigen seiner Art auszulöschen, die das Geschenk der Dunkelheit, die Dunkle Gabe, nicht verdient haben. Als er die junge Louisa in einer Disco entdeckt, ist er sofort fasziniert und will sie als Mann beeindrucken, nicht als Vampir. Doch ohne seine Vampirmagie muss er Hartnäckigkeit beweisen und ahnt nicht, in welche Gefahr er sie dadurch bringt.

Die Vampirin Trudy bringt Louisa in ihre Gewalt und versucht, über sie an Dorian und sein mächtiges Blut heranzukommen. Ihr Plan missglückt, doch Dorians Tarnung fliegt beinahe auf. Obwohl er sich geschworen hat, bei Louisa keine Vampirmagie spielen zu lassen, muss er um ihrer selbst willen ihre Erinnerung verändern.

Doch Trudy gibt nicht auf. Sie wendet sich Hilfe suchend an eine ältere Vampirin. Die bösartige Mary, Dorians einzige Nachkommin, sieht ihre Chance gekommen, ihren Schöpfer erneut zu quälen. In ihrem Haus schmiedet sie einen teuflischen Plan …

Mächtiges Blut von Sandra Florean
Mächtiges Blut von Sandra Florean

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2931 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 383 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verlag: bookshouse (2. April 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00JG63W1S

Leseprobe aus „Mächtiges Blut – Nachtahn 1“

1

Wie schon an so vielen Abenden zuvor tauchte ich an jenem Freitag voller Vorfreude auf einen amüsanten Abend in das mitreißende Nachtleben der Großstadt, in deren Nähe ich lebte, ein. Angefangen in einem Klub mit dem nichtssagenden Namen R7. Ich genoss das pulsierende Leben um mich herum und sog die von Rauch und menschlichen Ausdünstungen geschwängerte Luft ein. Als ich mich wie üblich an die Tanzfläche stellte, um den Tanzenden zuzusehen, blieb ich an einer unscheinbaren Brünetten hängen. Ich hätte nicht sagen können, warum mein Blick gerade an ihr haften blieb. Im Gegensatz zu den vielen anderen aufgedonnerten Schönheiten wirkte sie eher schlicht. Lange rotbraune Haare, figurbetonte schwarze Bluse mit kurzen Ärmeln, enge Jeans – alles nicht bemerkenswert. Wahrscheinlich hätte sie in einem eng anliegenden Kleid für mehr Aufsehen gesorgt. Die Figur dafür hatte sie allemal.

War es ihr suchender Blick, der unauffällig hierhin und dorthin schweifte, oder ihre hingebungsvolle Art zu tanzen, die einen Mann hoffen lassen konnte, sie auch bei anderen Gelegenheiten so hingebungsvoll erleben zu können? Oder die kraftvollen Bewegungen schlanker Arme, die auf einen starken, eigenwilligen Charakter schließen ließen? Vielleicht war es ihr für mein Empfinden wohlproportioniertes Gesicht: hohe Wangenknochen, volle Lippen, schön geschwungene Augenbrauen. Es war etwas an ihr, das ich nicht erklären konnte, mich aber trotzdem anzog. Das sprichwörtliche gewisse Etwas?

Ich beobachtete sie eine Weile, bis sie die Tanzfläche verließ und zur Bar ging. Mein Blick folgte ihr beinahe ungewollt. Sie hielt das Glas ihres Cocktails fest umklammert und spielte mit dem Strohhalm. Drehte ihn linksherum, rechtsherum, stieß ihn ins Eis, als könnte sie es mit dem Plastikröhrchen zerstoßen. Führte ihn an ihre ungeschminkten Lippen und tat einen kräftigen Zug, ohne den Strohhalm loszulassen. Als müsste sie ihn bändigen, um aus ihm trinken zu können.

Es war wohl die sinnlichste Szene, die sich mir je in so einem Klub geboten hatte. Von einem Geschöpf, auf das die Beschreibung sinnlich nicht passen wollte. Ich war fasziniert.

Ich fing ihren Blick ein und ging zu ihr. In dem Moment, in dem ich sie ansprach, schien ein anderes Wesen die Kontrolle über meine Zunge übernommen zu haben. Ich konnte bei den ersten an sie gerichteten Worten innerlich nur entsetzt mit dem Kopf schütteln. Das war nicht der verführerische, wortgewandte Dorian. Es war ein Wunder, dass sie sich nicht sofort weggedreht hatte.

Keine Ahnung, welcher Teil meiner Persönlichkeit das Sprechen für mich übernommen hatte. Ich hoffte, er versaute es nicht noch ganz. Es gab drei Grundregeln, das hatte ich bereits gelernt, wenn man bei einer Frau landen wollte. Erstens: Gib ihr niemals die Zügel in die Hand. Zweitens: Gib ihr niemals die Zügel in die Hand, und drittens: Gib ihr niemals die Zügel in die Hand. Und mach ihr Komplimente. Das war keine Grundregel, das sollte Mann sowieso tun. Mein anderes Ich schien nicht eine dieser Regeln zu kennen. Das Kompliment, das ihm einfiel, war eine Beleidigung, selbst für mein eher männlich geprägtes Empfinden.

Ich schüttelte innerlich resigniert den Kopf, war ich doch kurzzeitig besessen von einer absolut unerfreulichen Seite meines Selbst – und hatte es tatsächlich versaut.

*

»Dreh dich jetzt bloß nicht um«, rief Annie mir durch die laut dröhnende Musik hinweg zu. »Auf sechs Uhr. Der mit den längeren Haaren starrt dich schon die ganze Zeit an. Sieht sexy aus. Und schicke Klamotten!« Sie riss vielsagend die Augen auf.

Ich drehte mich unauffällig beim Tanzen in die besagte Richtung. Das R7, einer der beliebtesten Klubs der Stadt, war sehr gut besucht, und das ewig flackernde Stroboskoplicht machte es zusätzlich schwer, etwas zu erkennen. »Wer denn?«

»Helle Haare, dunkelblaue Jeans, Designerhemd, hält ein Glas in der Hand. Er hat einen durchdringenden Blick, sieht ziemlich gut aus und lächelt hier herüber.«

Ich starrte sie an. Wahrscheinlich sahen achtzig Prozent der Typen hier so aus. Ich drehte mich noch einmal tanzend und glaubte, ihn entdeckt zu haben. Er war auf den ersten Blick nicht wirklich interessant und entsprach nicht meinem »Beuteschema«. Ich gab Annie ein Zeichen.

Wir verließen die Tanzfläche und gingen an ihm vorbei. Ich war hier, um jemanden kennenzulernen, und machte mir nicht die Mühe, um den heißen Brei herumzureden, beziehungsweise zu laufen. Außerdem musste ich nah genug heran, um etwas erkennen zu können. Das Auge isst schließlich mit, wie man so schön sagt.

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Über Sandra Florean

Sandra Florean
andra Florean wurde 1974 als echte Kieler Sprotte geboren und wohnt noch jetzt in der Nähe der Kieler Förde. Zum Schreiben schlug sie einen komplizierten Weg ein: Obwohl sie bereits als Jugendliche Geschichten und Gedichte zu Papier brachte, absolvierte sie erst die Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Rechnungswesen und dann die Ausbildung zur Schifffahrtskauffrau, um eine solide Grundlage zu haben. Seitdem arbeitet sie als Sekretärin in der Verwaltung. Dem Fantastischen blieb sie jedoch treu und schneidert historische und fantastische Gewandungen, zehn Jahre lang sogar nebenberuflich selbstständig mit einer kleinen Schneiderei. Noch heute trifft man sie regelmäßig in der fantastischen Szene in unterschiedlichen Kostümen an. Erst die „Nachtahn“-Reihe brachte sie zurück zum geschriebenen Wort. Seit ca. 2011 widmet sie sich ihren erdachten fantastischen Welten intensiver und veröffentlicht regelmäßig in unterschiedlichen Verlagen.

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