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Mana Loa: Familienbande von Astrid Rose

Mana Loa - Familienbande von Astrid Rose

Nina Lorenz ist durch eine Gewalttat geprägt. Mehr noch ist sie aber mit einer Gabe gesegnet: Durch die Berührung eines Fremden werden ihr in Visionen Aufgaben auferlegt, um dessen Leben zu ändern, zu schützen oder zu retten.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 866 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: BookRix GmbH & Co. KG (29. Juli 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU  S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00AMXNV5G

Leseprobe aus „Mana Loa – Familienbande“

Mana Loa: Familienbande von Astrid Rose
Mana Loa: Familienbande von Astrid Rose

Eine Szene aus „Alles ist vorherbestimmt“

Für einen Moment herrschte Ruhe. Eine unnatürliche schwere Totenstille hing in der Luft und nicht mal der Wind wagte es, einen Lufthauch von sich zu geben.

»Es ist an der Zeit, dass du die Wahrheit über dich erfährst.« Er ging zielstrebig auf die nahestehende Bank zu, setzte sich und klopfte dreimal mit der flachen Hand auf die leere Stelle neben sich. »Hele Mai Nina. Komm zu mir, wenn du wissen willst, warum dein Leben diese schreckliche Wendung nahm.« Bittend sah er mich an und brachte dadurch meinen Puls wieder auf Normallevel.

Neugierig geworden, folgte ich seiner Aufforderung.

Sofort nahm er meine Hände und führte sie an seine Schläfen. »Konzentrier dich auf den Tag, der dein Leben änderte, dann siehst du, was ich weiß …«

Ich hatte noch nicht einmal den ersten Gedanken gefasst, da sah ich die Kartenlegerin in der schlecht beleuchteten Grotte auf dem Steinboden sitzen. »Ein Mädchen vom Leben gezeichnet belegt mit einer Gabe auserkoren, um zu ändern was die Vergangenheit bewahrt und die Zukunft bereithält Berührt von der Liebe eines Mannes, dessen Dasein in ihren Händen weilt begibt sich auf eine Reise zu sich selbst«, murmelte sie.

Ihre bereits schon trüben Augen verdunkelten sich zusehends und die klare Flüssigkeit, die vor ihr in einer Holzschüssel stand, begann zu sieden. Die Alte sprach nun mit einer völlig fremden Singstimme »Berichtige ihr Leben. Ihr Schicksal entscheidet über die Welt!«

Die Fackeln, die zuvor nur noch glommen, standen nun wieder in Flammen und ließen den Raum hell erleuchten. Ihr Blick klärte auf und sie erhob sich, um zu dem Altar zu gehen, der hinter ihr an der Wand stand.

»Ka La `Ano Ka La maika` i«, sagte sie.

»Wofür ist heute ein guter Tag?«, fragte ich mit einer männlich herben Stimme.

Die Greisin drehte sich zu mir um. »Hea mai i ke aumoe.«

»Iho Ki, du sprichst wieder einmal in Rätseln. Welcher Schlaf lockt dich in der Nacht?«

Selig lächelte sie mich an. »Der ewige Schlaf.«

Unwillkürlich richtete ich mich auf und straffte meine Muskeln. »Du meinst, du wirst heute Nacht sterben?«

Die Greisin nickte leicht.

»Es tut mir leid«, flüsterte ich.

»Das braucht es nicht. Ich habe ein erfülltes Leben geführt. Jetzt rufen die ‘aumakua nach mir. Die Familiengötter brauchen mich, um meine Nachfolgerin wieder auf den richtigen Weg zu bringen …«

»Du weißt, wer sie ist?«, unterbrach ich sie.

Die alte Frau nickte. »Ja. Nur weiß sie nicht, dass sie eine Noelani ist und wofür sie auserkoren wurde.« Iho Ki drehte sich wieder gen Altar und zündete mit zittriger Hand eine Kerze an. »Die Aufgabe, die ich heute Nacht zu erfüllen habe, ist die schwerste meines Lebens.« Sie blies das Streichholz aus, welches sie noch immer in der Hand hielt. Erneut wandte sie sich mir zu. »Ich muss den Tod bringen, um das Leben zu schenken.«

»Was?« Alles in mir sträubte sich gegen diese Ankündigung.

»Glaube mir. Es wird mir nicht leicht fallen. Und wenn das Wesen, welches ich töten soll, schon eine Seele hätte, würde ich mich nicht dem Willen der ‘aumakua beugen.«

Für einen Moment herrschte Stille in der Höhle.

»Bist du von allen guten Geistern verlassen? Hast du überhaupt eine Ahnung davon, wie viel Unglück du der Frau bereitest, indem du ihr Ungeborenes tötest?«, fragte ich sie entsetzt, als mir gewahr wurde, was ihre Aussage bedeutete.

»Natürlich weiß ich das«, antwortete sie traurig. »Aber es nicht aus dem Weg zu schaffen, könnte den Untergang der Welt bedeuten. Dieses Wesen darf nicht geboren werden, sonst wird die Magie an das falsche Kind gehen. Versteh doch: Das Schicksal des Mädchens wurde geschrieben, noch bevor sie zur Welt kam. Dieses Kind war nie Teil ihrer Vorsehung und deswegen werde ich das Leben des Mädchens wieder in die richtigen Bahnen lenken. Ab heute Nacht wird alles, was geschehen wird für sie vorherbestimmt sein. So, wie es dir vorgegeben ist, den Mana Loa zu bewahren und ihn ihr zu übergeben.«

»Ich  Wieso ich?«, fragte ich überaus überrascht.

»Weil dein Leben an das ihre gebunden ist«, antwortete sie knapp.«

»Wie meinst du das? Wie ist mein Leben an ihres gebunden?«

Iho Ki lächelte. »Das wirst du selbst herausfinden müssen.« Die Kerzen auf dem Altar flackerten. »Ich muss bald gehen, um die Zukunft zu begradigen. Das Wesen muss weichen, damit die Eine, die verloren scheint, heimkehren kann.«

»Aber ich dachte immer, Okelani sei nur eine Legende eine alte Geschichte.« Ich trat auf sie zu. »Du darfst kein Leben opfern für einen Aberglauben!«

Die Fackeln loderten, der Raum verdunkelte sich und die Alte sah mich böse an. »Die Legende der Okelani ist wahr! Die aus dem Himmel wird zurückkommen und sich den Götterschwestern erneut entgegenstellen.«

Ich umfasste nun ihre Schultern und schüttelte sie leicht. »Iho Ki, auch wenn es wahr wäre, so ist es dennoch nicht richtig. Du weißt nicht, wie es ist ein Kind zu verlieren Einen größeren Schmerz gibt es nicht. Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr es einen zerreißt, wenn ein Teil von dir genommen wird.« Während ich dies sagte, brachen meine alten Gefühle wieder hervor. Zum zweiten Mal in meinem Leben fühlte ich die Qualen eines Elternteils, welches sein Kind verloren hatte.

Die Greisin sah mich mitfühlend an. »Peni‘amina, es tut mir leid.« Sie atmete tief ein. »Es gibt Seelen, die im Po verweilen, bis ihnen ein neuer Körper und damit ein neues Leben geschenkt wird. Dies geschieht nicht allzu oft. Doch wenn es passiert, hat es eine größere Bedeutung, als uns jemals klar sein wird. Diesen Seelen muss der Zugang zum Diesseits gewährt werden, egal, welche Opfer es mit sich bringt …«

Die Fackeln fingen an, unruhig zu flackern und die Kerzen auf dem Altar erloschen.

Unruhig sah ich mich um, doch Iho Ki blieb ganz still und murmelte: »Meine Zeit wird knapp …« Sie wurde kreidebleich und knickte ein.

Im letzten Moment konnte ich sie gerade noch auffangen, bevor sie auf den harten Boden aufkam.

»Bitte Peni‘amina«, flüsterte Iho Ki. »Bewahre ihn für sie auf«, bat sie mich. Sie fummelte an ihrer linken Hand herum und zog den Ring ab. »Übergebe ihn ihr und erzähle ihr von Okelani Aber bleib bei der Wahrheit, damit sie auch versteht, warum sie diesen Ring mit ihrem Leben verteidigen muss.«

Ein derber Windhauch ließ die Fackeln erzittern und löschte die Kerzen, die auf dem Boden standen. Iho Ki ließ sich davon anscheinend nicht beirren, denn sie hielt mir jetzt den Ring mit zittriger Hand entgegen »Nimm ihn und schwöre mir, dass sie ihn von dir erhält.«

Erneut blies ein Wind durch den Raum und die erste Fackel erlosch.

Ich nahm den Ring an mich und flüsterte: »Ich schwöre es dir bei den ‘aumakua.«

»Mahalo, jetzt kann ich in Frieden gehen«, lächelte sie und stand auf, als wenn nichts gewesen wäre.

»Das ist nicht dein Ernst«, schnauzte ich sie an. »Du spielst hier die Sterbende, nur damit ich einer Wildfremden den Ring gebe?«

Die Polynesierin strafte mich mit einem gütigen Blick. »Vielleicht findest du deinen Humor wieder, wenn dein Herz geheilt ist.«

»Verdammt noch mal Iho Ki. Kannst du nicht einmal ernst bleiben?«

Sie lachte. »Nein, es macht zu viel Spaß dich zu ärgern.«

»Okay, du hattest dein Vergnügen, könnten wir zum eigentlichen Thema zurückkehren?«, fragte ich richtig angesäuert.

Die Alte grinste über beide Ohren. »Oh, ich habe es nie gewechselt.«

»Pupule!«, schimpfte ich. »Du bist verrückt!« Ich pfefferte ihr den Ring vor die Füße und kehrte ihr den Rücken zu.

Wer jetzt mehr lesen möchte, ist dazu eingeladen sich das halbe Buch kostenlos und unverbindlich zu lesen. Die XXL Leseprobe ist unter der ISBN: 9783730938966 oder der ASIN: B00ECV8APK zu finden.

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Über Astrid Rose

Astrid Rose
Astrid Rose erblickte im Jahre 1974 im Oldenburger-Münsterland das Licht der Welt. Zusammen mit ihrem Ehemann, ihren zwei Buben und einer Tochter lebt sie immer noch in dieser schönen Gegend. Schon als Teenager bemerkte sie, dass manche Träume sie bis in den Tag hinein verfolgten. Sie nutzte diese Fähigkeit, indem sie ihre Träume zum Einschlafen wieder in ihre Gedanken zurückholte und weiter ausbaute. Am 07. August 2009 beschloss sie aus "Jux und Tollerei" ihrem damaligem Dauertraum ein Gesicht zu geben und tippte die ersten Zeilen ihres Romans "Mana Loa ~ Familienbande" in den PC. Fortan machte sie die Nacht zum Tag und schrieb in jeder freien Minute an ihrem Traum weiter. Da der Roman zum Teil auf Oahu, einer der fünf größten Hawaiianischen Inseln spielte, recherchierte sie nächtelang im Internet nach hawaiianischen Wörtern und Redewendungen, Ortschaften, Traditionen, als auch nach Mythen und Legenden. Neben ihrer Schreiberei, engagiert sich unsere Mitarbeiterin auch dahin gehend, freien Autoren, wie sie Independent bzw. Selfpublisher Autoren gerne mal nennt, bekannter zu machen oder ihnen einfach mal unter die Arme zu greifen.

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