Mendig, Schwäbisch Hall (BafmW) Der Festival- und Open-Air-Sommer gestaltetete sich 2016 noch ungemütlicher als sonst. Mit einem Besuch beim Notarzt endete der Festivalbesuch bei Rock am Ring für 81 Besucher, zwei Personen mussten reanimiert werden. Außerdem entstand erheblicher Sachschaden durch Blitzeinschläge und Starkregen. Das Unwetter traf die Feiernden völlig unvorbereitet: Innerhalb von Minuten habe sich der Himmel verdunkelt, so eine anwesende Moderatorin des SWR. Der Deutsche Wetterdienst sprach davon, dass die Unwetter dieses Sommers „absolut außergewöhnlich“ an Heftigkeit und Dauer seien.

Verletzte durch Blitze bei Rock am Ring

Sven Mandel / CC-BY-SA-4.0: Der Himmel über dem Gelände von Rock am Ring war auch am Tag nach dem Unwetter nicht besonders vertrauenerweckend.

Der Himmel über dem Gelände von Rock am Ring

Wegen der Verletzten ermittelte die Staatsanwaltschaft – die Ermittlungen wurden allerdings vor einigen Wochen eingestellt. Offensichtlich gehen die Behörden davon aus, dass die Veranstalter ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind.

Rock-Oper im Regen

Auch die Ereignisse bei der Aufführung von „Jesus Christ Superstar“ am 20. August in Schwäbische Hall spotten jeder Beschreibung: Weil es einigermaßen trocken zu werden versprach, wurde die Veranstaltung nicht abgesagt. Fünf Minuten nach Beginn der Vorstellung begann es zu regnen, das Publikum saß also im Nassen. Sänger und Chor turnten waghalsig über die glitschige Treppe, getreu des Mottos: Die Show muss weitergehen.

Exakt fünf Minuten nach Ende des Schlussapplauses hörte es auf zu regnen.

Rockmusik hat viele Feinde

Jesus Christ Superstar ist eine Rock-Oper aus dem Frühwerk von Andrew Lloyd Webber. Geschildert werden die letzten Tages des Jesus von Nazareth – eine traurige Geschichte, die, sofern sie der Wahrheit entspricht, alle am guten Willen des  G.Ott zweifeln lässt.

Die Fidelen Apöstelsche zu Rom e.V. haben mit der Oper keine Probleme – sie wurde sogar bereits im Radio Vatikan ausgestrahlt. Kleinere christliche Vereine hingegen sind mit der vorgeblich respektlosen Darstellung der Ereignisse überhaupt nicht einverstanden.

Weniger freundlich stehen alle Kirchen dem Heavy Metal gegenüber, der zusammen mit Sex, Drogen (oder wenigstens Alkohol) und gemäßigterem Musikstilen bei Festivals wie Rock am Ring zelebriert wird. Es hält sich hartnäckig die Meinung, dass hier nicht nur einige Bands, sondern alle Musiker samt Fans dem Satanismus frönen.

Unwetter magisch verursacht?

Dieser Hintergrund veranlasste die Veranstalter, das Bundesamt für magische Wesen einzuschalten. Hatten hier konservative Religiöse den Regen ud Gewitter herbeigebetet oder waren sie gar eine unheilige Allianz mit einem Dämonenbeschwörer eingangen? Traf eine verschnupfte Wetterhexe die Schuld?

Wir können Entwarnung geben

Für das Wochenende vom 3./4. Juni waren sieben, für den 20. August fünf Wetterzauber offiziell angemeldet. Zumeist ging es dabei um Grillfeiern unter Beteiligung magischer Wesen, die Wetterhexen in der Bekanntschaft haben. Es handelte sich dabei um Mikrozauber von der Größe eines Schrebergartens. Im Gegensatz zum allgemeinen Glauben können Wetterhexen das Wetter nicht großflächig beeinflussen, sondern höchstens einen Regenschauer um einige Stunden verschieben. Sie können unter keinen Umständen dafür sorgen, dass es überhaupt nicht regnet. Auch auf die Niederschlagsmenge haben sie keinen Einfluss.

Die in der Eifel ansässige Wetterhexe weilte zum Wochenende von Rock am Ring auf Mallorca. In der Hohenlohe sind uns keine anerkannten Wetterhexen bekannt. Derzeit werden von uns auch keine verdächtigen Personen ohne Erlaubnis beobachtet.

Um unserer Aufgabe Genüge zu tun, untersuchten wir die Aufzeichnungen unserer Beobachtungsgeräte für die betroffenen Gegenden. Diese zeichnen zum einen Ansammlungen von Ektoplasma auf, welche auf Geisteraktivitäten hinweisen. Zum anderen messen sie infraschwarze Strahlung, welche beim Öffnen von Höllentoren aus der Unterwelt dringt.

An den betroffenen Wochenenden konnten wir keine infraschwarze Strahlung messen.

Es wurde für Samstag, den 20. August, in Schwäbisch Hall eine geringe Erhöhung von Ektoplasmawerten festgestellt, welche mit einem freikirchlichen Gottesdienst korreliert, aber keineswegs hoch genug ist, um ein Wetterphänomen zu erklären.

In diesem Falle können wir also Entwarnung geben. Entweder war das Wetter Zufall, oder G. Ott wusste, dass Mitarbeiterinnen unseres Amtes im Publikum waren …

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