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Das Referat für Meerjungfrauen, Wassermänner und Atlantis-Bewohner

Tritonenknaben im Venetian

Dieses Referat beschäftigt sich mit den magischen Meerwesen, zu denen Meerjungfrauen und Wassermänner ebenso gehören wie die Bewohner des sagenhaften Kontinents Atlantis.

Die Existenz der magischen Meerwesen war schon in der Antike bekannt, sodass uns zum Glück zeitgenössische Darstellungen überliefert werden konnten. Diese Reliefs, Skulpturen und Mosaike zeigen die Meerwesen meist in der Reinform ihrer Erscheinung – mit einem Fischschwanz.

Meerjungfrauen / Nereiden

Eine Nereide rettet einen Schiffbrüchigen
Eine Nereide rettet einen Schiffbrüchigen

In der griechischen Mythologie sind diese Meeresnymphen die Töchter des Nereus und der Doris. Sie werden als schöne junge Frauen dargestellt, mit und ohne Fischschwanz. Unabhängig davon können sie sich mühelos unter Wasser bewegen.

Von den Nereiden heißt es, dass sie Schiffbrüchige retten und an Land bringen wie die nebenstehende Illustration belegt.

Wassermänner / Tritonen

Poseidons Prunkwagen
Poseidons Prunkwagen

Zunächst gab es in der griechischen Mythologie nur Triton, den Sohn des Poseidon und der Amphitrite. Doch bald schon etablierten sich die Tritonen als wilde männliche Gegenstücke zu den sanften Nereiden. Tritonen wurden oft mit Muschelhörnern dargestellt. Man findet auch häufig Szenen, in denen sie Menschenfrauen rauben und in ihr Reich entführen. Die meisten der geraubten Frauen sehen aber gar nicht so unwillig aus, was am rauen Charme der Tritonen liegen muss.

Wie die Nereiden werden sie auch mit einem Fischschwanz oder zwei Fischschwänzen statt Beinen dargestellt. Eine Sonderform zeigt die Tritonen mit menschlichem Oberkörper, der in einen Pferdeleib übergeht (komplett mit Vorderbeinen) und in einem Fischschwanz endet.

Die Ursache dafür liegt wahrscheinlich darin, dass ein kurzsichtiger Künstler einen Triton auf einem Seepferd gesehen hat, das gerade den Kopf unter Wasser hatte. So hielt er die beiden für ein einziges Wesen.

Seepferde / Hippokampoi

Antikes Mosaik mit Seepferd
Antikes Mosaik mit Seepferd

Die Darstellung der mythologischen Seepferde, halb Pferd und halb Fisch, waren in der Antike bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. im ganzen Mittelmeerraum beliebt. Man findet sie auf Münzen, als Reliefs und als Statuen, besonders häufig aber als Bodenmosaiken in Thermen. Sie galten als die Reit- und Zugtiere des Meeresgottes Poseidon.

Später fand man heraus, dass die Milch der Stuten über besondere Heilkräfte verfügt und in einer bestimmten Dosierung auch Menschen für eine kurze Zeit Kiemen wachsen lässt, sodass sie sich unter Wasser ohne Atemgerät bewegen können.

Andere magische Meerwesen

Unter den magischen Meerwesen gibt es auch Seekühe, Seewidder, Seeleoparden, etc. Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Seepferden: Der Oberkörper der Tiere gleicht ihren Verwandten auf dem Land, der Rest ist Fisch.

Über die besonderen Eigenschaften dieser Wesen ist noch nicht viel bekannt – hier gibt es noch ein großes Forschungspotential.

Wo kann man die magischen Meerwesen finden?

Die Darstellungen magischer Meerwesen lassen darauf schließen, dass sie auch an diesen Orten zu finden sind. Zudem lieben besonders Tritonen das spezielle Flair von Machtzentren.

Rom

Die Nereide auf der Piazza Navona
Die Nereide auf der Piazza Navona

Das Mittelmeer ist nicht weit und so ist es kein Wunder, dass es hier besonders viele Exemplare gibt. Antike Darstellungen findet man in den Kapitolinischen und Vatikanischen Museen sowie in Ostia Antica, neuere auf der Piazza del Popolo und besonders schöne auf der Piazza Navona.

London

Als meerumspültes Machtzentrum ist auch London ein beliebter Aufenthaltsort für magische Meerwesen. Sogar die Kaserne der Horseguards schmückt sich mit Seepferden.

Berlin

In den 1920er Jahren wagten sich die Meerwesen auch weiter ins europäische Inland hinein und eroberten Berlin. Man findet ihre Darstellungen aber auch hier meist in Wassernähe: an der Brücke an der Innsbrucker Straße, an der Gotzkowskybrücke, an der Marchbrücke und an der Schloßbrücke, an diversen Brunnen – und wahrscheinlich noch an vielen anderen Orten.

Las Vegas

Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts landeten die magischen Meerwesen dann ihren größten Coup: Sie ließen sich in der Wüste des amerikanischen Südwestens nieder, in Las Vegas. Wahrscheinlich wieder unter Führung der machthungrigen Tritonen unterwanderten sie das Spielerparadies und gehören jetzt fest zum Erscheinungsbild der Sin City, direkt am Strip, der Hauptschlagader der Stadt, befinden sie sich in den attraktivsten Hotels:

Tritonenknaben im Venetian
Tritonenknaben im Venetian

Im Caesars Palace Las Vegas Hotel & Casino gibt es nicht nur eine SEAHORSE Lounge, sondern auch noch mehrere Seepferde- und Tritonen-Brunnen im Innen- und Außenbereich. The Venetian Las Vegas Casino, Hotel & Resort hat schöne Deckenmalereien mit Tritonen-Knaben und am Eingang des Treasure Island Hotel & Casino Las Vegas findet man attraktive Nereiden.

Schon bei den antiken Darstellungen fällt auf, dass die menschlichen Meerwesen durchaus auch ohne den charakteristischen Fischschwanz auftauchen können. Die zunehmende Verbindung mit Menschen war die Ursache dafür, dass die Meerwesen-Eigenschaften im Laufe der Zeit immer weiter verloren gingen. Selbst die Kiemen, die den menschlichen Meerwesen angeboren sind, waren nicht mehr bei jedem Neugeborenen zu finden. Die Meerwesen fanden allerdings heraus, dass die Stutenmilch der Seepferde diesen Mangel wieder beheben konnte – was diese Tiere besonders wertvoll macht.

Dr. Regina Schymiczek

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