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Sachiko – Blutige Tränen von Doris Lösel

Sachiko - Blutige Tränen, ein Fantasyroman von Doris Lösel

Was tut “frau”, wenn sie feststellt, dass der süße Typ, in den sie verknallt ist, ihre Gefühle erwidert und fest dazu entschlossen ist, sie für sich zu gewinnen?
Genau!

Sie läuft weg.

Als Sachiko den sexy Schauspieler Aiden Burnett kennen lernt, spürt sie sofort, dass auch sie ihm nicht gleichgültig ist. Wie von einer fremden Macht getrieben, zieht es beide zueinander hin.

Doch Sachiko ist nicht das, was sie zu sein vorgibt, und ein einziger Kuss von ihr, könnte nicht nur Aidens Karriere beenden … sondern auch sein Leben.

 

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 345 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 204 Seiten
  • Verlag: Doris Lösel (10. Mai 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00CQNTWJ4

Erhältlich als ebook bei: Amazon

 

Leseprobe aus “Sachiko – Blutige Tränen”

„Chiko … bist du wach?“

Amaya Fellows klare Stimme hallte durch das Treppenhaus und bohrte sich mit grausamer Intensivität in die Ohren der kleinen Träumerin.

Mit einem Stöhnen vergrub Sachiko ihr Gesicht in ihrem Kopfkissen und grummelte vor sich hin. Doch da sie nur allzu gut wusste, dass ihre Mutter in exakt fünf Sekunden … vier … drei … zwei … eins … erneut …
„Chiiiiiiiko!“
Sachiko verdrehte seufzend ihre noch immer geschlossenen Augen, was an sich schon ein kleines Kunststück war, wie sie kichernd feststellte … nun, zumindest war sie jetzt tatsächlich wach.

„Ich bin wach, Oka san, ich bin wach!“, rief sie und beeilte sich, ihre wohlgeformten schlanken Beine aus dem Bett zu schwingen. Ein Blick auf ihren Wecker, der die Form einer japanischen Glückskatze hatte, bestätigte sie in ihrem Verdacht, dass ihre Mutter mal wieder nicht in der Lage gewesen war, die Uhrzeit richtig abzulesen.

„Ach, Mom“, seufzte Sachiko, doch ein zärtliches Lächeln glitt über ihr Gesicht.

Amaya Fellow, ihres Zeichens geliebte Gattin von Brendan Fellow und Japanerin, wie sie im Buche stand, hatte auch noch nach all den Jahren Probleme, die richtige Uhrzeit abzulesen, was sie selbstverständlich kategorisch bestritt und den Wecker mit den Digitalziffern, den ihr Sachiko letztes Jahr an Weihnachten geschenkt hatte, rundheraus ablehnte … Chiko, ich KENNE die Uhr!

Nun, einen Vorteil hatte das Ganze: Sachiko konnte sich im Bad alle Zeit der Welt lassen!

Sachiko - Blutige Tränen von Doris Lösel
Sachiko – Blutige Tränen von Doris Lösel

Gott, wie froh sie war, dass dieses Aufstehen zu unchristlichen Zeiten in zwei Wochen ein Ende haben würde.

Denn auch wenn ihre Mutter sie nicht eine Stunde zu früh weckte, fand Sachiko, dass sieben Uhr in der Frühe unmöglich gesund sein konnte für einen jungen, noch im Wachstum begriffenen Menschen.

Okay, jung war Sachiko mit Sicherheit, in vier Wochen würde sie ihren achtzehnten Geburtstag feiern.

Das mit dem Wachstum war allerdings eine Sache, die Sachiko sich zwar verzweifelt wünschte, allerdings hegte sie die nicht unbegründete Befürchtung, dass dieser Wunsch sich nicht mehr erfüllen würde.

Obwohl zur Hälfte Amerikanerin, hatte Sachiko viel zu viel von ihrer japanischen Mutter mitbekommen und japanische Frauen waren in der Regel nun mal keine Riesinnen.

Sachiko war mit ihren einhundertsiebenundfünfzig Zentimetern zwar immerhin zehn Zentimeter größer als ihre Mutter, doch neben ihren Schulkameradinnen nahm sie sich beinahe aus wie eine Fünftklässlerin.

Was den männlichen Teil ihrer Schulkameraden jedoch nicht im Geringsten davon abhielt, ihr schöne Augen zu machen und sich gegenseitig auszustechen, um bei ihr landen zu können –  was sicher auch daran lag, dass Sachiko zwar noch nicht mal einen Zentner auf die Waage brachte und ihre Figur auch eher als knabenhaft bezeichnet werden konnte.

Dennoch war Sachiko an den strategisch wichtigen Punkten mit durchaus perfekten weiblichen Formen ausgestattet.

Schnell schüttelte Sachiko ihre mitternachtsblauen taillenlangen Haare, um den Anflug von Traurigkeit wieder aus ihrem Kopf zu vertreiben. Ihr glatter Pony, der exakt auf Höhe ihrer perfekt geschwungenen Augenbrauen endete, wippte noch einige Sekunden nach.

Sachiko lief, in ein flauschiges Badetuch gehüllt, zurück in ihr Zimmer und riss die Türen ihres Kleiderschranks auf.

Ihr geübter Blick flog über die Kleidungsstücke, die, ordentlich und nach Farben sortiert, auf Bügeln aufgereiht, den Kleiderschrank füllten.

„Oka san“, flüsterte sie gerührt.

Ja, ihre Mutter hatte wahrhaftig nichts anderes zu tun, als Sachiko zu verwöhnen.

Die linke Seite des Schrankes, die aus fünf großen Regalen bestand, enthielt ihre T-Shirts, Blusen und Pullis. Die rechte Seite quoll über von Jeans und den heißesten Fummeln, die für Geld wo auch immer zu bekommen waren.

Sachiko trat ans Fenster und öffnete es zaghaft.

Oh, Glück gehabt! Trotz der noch frühen Stunde war es bereits warm genug, um Shorts und T-Shirt anzuziehen.

Sachiko runzelte ihre Stirn und überlegte … kurz … bevor sie zielgerichtet Kleidungsstücke aus ihrem Schrank zog.

Ihr war heute mal nach blau, tiefblau, um genau zu sein. Lässig schlüpfte Sachiko in Shorts und Shirt. Als sie sich noch kurz vor dem riesigen Spiegel betrachtete, kam sie nicht umhin, zu bemerken, dass ihr T-Shirt mit der Farbe ihrer wunderschönen Augen konkurrierte – und den Kampf eindeutig verlor.

Sachiko hatte zwar die glatten blau-schwarzen Haare von ihrer Mutter geerbt, auch die wunderschönen mandelförmigen Augen waren ein japanisches Erbstück, doch die Farbe ihrer Augen hatte sie von ihrem Daddy … tiefdunkelblau, beinahe violett, leuchteten sie in ihrem elfenbeinfarbenen Gesicht. Eine kleine gerade Nase und ein hübscher Mund rundeten die Komposition ab und machten selbst dem größten Deppen unmissverständlich klar, warum die Hälfte aller männlichen Schüler über dreizehn nicht in ihren Bemühungen nachließ, Sachiko für sich zu gewinnen …

Dennoch hatte nicht ein Einziger bisher Erfolg gehabt.

Sachiko war nett und höflich zu allen ihren Schulkameraden – doch mehr auch nicht.

Sie hatte auch zwei Freundinnen, wenn man mal von der Tatsache absah, dass Nell und Lea sie zwar mit allem möglichen Klatsch versorgten und ihr ihre Sehnsüchte anvertrauten, Sachiko dies aber nicht erwiderte … nicht erwidern konnte!
Heilige Scheiße … warum nur quälten sie solche Gedanken bereits in aller Herrgotts Frühe?

Konnte nicht mal jemand dafür sorgen, dass sie abgelenkt wurde?

Sachikos Blick wanderte hoffnungsvoll zu ihrem Wecker … und dann erwartungsvoll zur Tür … da wurde diese auch schon schwungvoll geöffnet und Amaya Fellow wirbelte, frisch wie der neue Tag, ins Zimmer.

 

2)

 

„Chiko, tenshi, du siehst wie immer bezaubernd aus.“

Amaya umarmte ihre Tochter und drückte ihr, wie jeden Morgen, einen Kuss auf die Stirn.

Dass sie sich hierzu auf die Zehenspitzen stellen musste und Sachiko leicht ihren Kopf neigte, geschah vollkommen automatisch.

Sachiko schnupperte genießerisch. Ihre Mutter roch genauso, wie ihr Name aussagte: wie ein frischer Nachtregen!

„Ohaio gozaimasu, Oka san“, begrüßte Sachiko Amaya höflich mit der traditionellen japanischen Anrede, um gleich eine Frage folgen zu lassen, „ist Dad noch da?“

Amaya Fellow schüttelte ihren Kopf. „Dein Vater ist bereits seit zwei Stunden weg, Chiko, er fliegt doch heute nach London, du weißt schon …“

Ein Anflug von Traurigkeit huschte über Sachikos Gesicht, dann nickte sie.

Selbstverständlich wusste sie, aber sie vergaß es immer allzu gerne.

Die zwei Monate waren wieder um und ihr Dad musste für Nachschub sorgen …

Sachiko liebte ihren Vater abgöttisch und hätte sich gerne noch von ihm verabschiedet, doch ihre Mutter riss sie aus ihren Gedanken.

„Zeit für dein Frühstück, tenshi!“

Während sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter auf den Weg ins Erdgeschoss machte, hob sich Sachikos Stimmung wieder etwas. Amaya hatte bereits den Frühstückstisch im Wintergarten gedeckt und die Morgenröte schickte eben ihre sanften rosa Farben durch die riesigen Fenster.

Wie sie diese Zeit des Tages liebte! Sachiko saugte das zarte Licht geradezu auf.

Sie nahm auf dem bequemen Rattansessel Platz

„Chiko, oh ich beneide dich so sehr“, sprudelte Amaya aufgeregt hervor.

Sachikos Augenbrauen hoben sich fragend.

„Worum?“, nuschelte sie undeutlich, da es sich nun mal mit annähernd zweihundertfünfzig Gramm Cornflakes im Mund nicht deutlicher sprechen ließ.

Amaya sah ihre Tochter perplex an. „Du hast es vergessen?“, quiekte sie.

„Was?“ Sachiko schluckte die von der Milch vollständig aufgeweichten Cerealien hinunter und überlegte mit einem leichten Anflug von Panik, was um alles in der Welt sie vergessen hatte.

„Chiko, Chiko …“, tadelte ihre Mutter und unterstrich ihren Tadel, indem sie mit ihrem manikürten Zeigefinger wedelte, „weißt du denn nicht, was für ein Tag heute ist?“

„Montag?“, fragte Sachiko mit unschuldigem Augenaufschlag. Sie wusste tatsächlich nicht, auf was ihre Mutter hinauswollte.

Amaya seufzte abgrundtief.

„Ja, Montag, Chiko … aber nicht irgendein Montag … heute ist doch der Tag …“

„… an dem das Filmteam an unsere Schule kommt … oh mein Gott …“, beendete Sachiko mit panisch aufgerissenen Augen den Satz.
Bei allen Heiligen, jetzt war ihr alles wieder eingefallen.

Ein Filmproduzent hatte vor einigen Wochen angefragt, ob die Dreharbeiten zu seinem neuesten Film an ihrer Schule stattfinden dürften.

Nachdem feststand, dass die Dreharbeiten erst beginnen würden, wenn das Schuljahr beendet war, hatte der Direktor der Sacramento-Highschool keine Einwände gehabt und war sogar stolz, dass man seine Schule ausgewählt hatte, Schauplatz einer der zur Zeit gehäuft erscheinenden und bei den Teenagern total angesagten Vampir-Filme zu sein.

Der Produzent hatte ebenfalls anklingen lassen, dass er für seinen Film noch jede Menge Statisten benötige und natürlich übertrafen sich die Mädchen bereits seit Tagen gegenseitig mit der neuesten und hippesten Mode, um nur ja in den maximal drei tausendstel Sekunden, die sie vermutlich zu sehen sein würden, so fotogen wie irgend möglich rüber zu kommen.

Natürlich war Sachiko genau so aufgeregt, wie ihre Mitschülerinnen, allerdings aus einem ganz anderen Grund.

Sie wollte im Gegensatz zu ihnen nicht für eine Statistenrolle ausgewählt werden … sie wollte für gar keine Rolle ausgewählt werden … sie wünschte, sie müsste heute nicht in die Schule gehen.

Amaya, die die verschiedenen Stadien der Panik auf Sachikos Gesicht verfolgte, verstand ihre Tochter nicht.

„Komm schon, tenshi, du musst dir keine Sorgen machen! Du machst das ganz prima und bisher ist doch noch niemals etwas passiert … also, was ist dein Problem?“

Sachiko presste ihre Lippen aufeinander.

Natürlich hatte ihre Mutter Recht. Alles lief super, geradezu perfekt, und dennoch … es lief nur deshalb so gut, weil Sachiko es bisher vermieden hatte, sich zu verlieben, denn das würde verdammt noch mal gewaltige Probleme nach sich ziehen.

Und was Amaya Fellow nicht wusste … nicht wissen durfte und am besten auch niemals erfahren würde … war, dass es da einen ganz bestimmten jungen Mann gab, für den ihre hübsche Tochter mehr als nur schwärmte … einen jungen Mann, der ihre Träume beherrschte … einen jungen Mann, der bisher für sie vollkommen außer Reichweite gewesen war … bis heute!

Sachiko hatte das ungute Gefühl, dass der heutige Tag ihr Leben, wie sie es bisher gelebt hatte, schlagartig verändern würde … nur die Richtung war ihr noch nicht ganz klar.

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Über Doris Lösel

Doris Lösel
Doris Lösel wurde vor Äonen von Zeiten in der Nähe von Frankfurt/Main geboren, wo sie noch immer lebt. Die Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits in frühester Jugend, wobei sie täglich Erlebtes in Form von Kurzgeschichten verarbeitete. Familie (das Großziehen von zwei wundervollen Söhnen) und Beruf (medizinische Sekretärin im Institut für Pathologie) sorgten lange Zeit für ein Ruhen ihres Hobbies. Vor drei Jahren begann sie wieder mit dem Schreiben, zunächst in Fan-Foren mit der Veröffentlichung von Fanfictions. Ermutigt durch die Reaktion ihrer Leser/innen reichte sie eine Kurzgeschichte für eine Anthologie ein, welche prompt angenommen wurde. Inzwischen erschienen bereits drei Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien, u.a. „Musik war meine erste Liebe“, „Der Tod lauert unter dem Weihnachtsbaum“, „Zwischen Mythos und Wirklichkeit“, die vom CODI-Verlag publiziert werden. Zwei weitere Anthologien sind in Vorbereitung und werden ebenfalls Kurzgeschichten der Autorin enthalten. Ein Jugendbuch mit dem Titel „Blind vor Angst“ ist geplant und wird 2014 ebenfalls im CODI-Verlag erscheinen. Unter dem Namen C.C.Masen veröffentlichte Doris Lösel bei Amazon ihr erstes selbst publiziertes EBook mit dem Titel „Shadowangels“, eine erotische Fantasy-Romance Eine Fantasy-Serie, die im Bereich „All age“ anzusiedeln ist, und die unter dem Haupttitel „Kobaltblaue Träume“ erschien, veröffentlichte die Autorin unter ihrem eigenen Namen. Neben dem EBook ist hier auch eine gedruckte Version erhältlich. Desweiteren erschienen inzwischen die Kurzgeschichten „Push up“ und „Sachiko – blutige Tränen“. Das Pseudonym Kay Monroe bleibt Lesern der Gay-Romance vorbehalten. Unter diesem Namen veröffentlichte Doris Lösel ihr Erstlingswerk in diesem Genre – „Yari – my love„. Eine Fortsetzung der „Kobaltblauen Träume“ ist für 2014 geplant, ebenso wie weitere Bücher im Genre Gay-Romance.

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