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Schatten und Licht 4: Schattenträume von Juan Santiago und Celine Blue

Als Kommissar Matthias Schwarze zusammen mit Corva den Körper des verschwundenen Derek findet, beschließt dieser, entgegen der Absprache mit seinem Liebsten Muri doch Fragen zu stellen. Doch die Antworten darauf schmecken ihm ganz und gar nicht. Auf der Beerdigung seines besten Freundes Richard erfährt Matze dann ein dunkles Geheimnis – und handelt. Doch seine Gegner schlafen nur tagsüber – und schon bald sieht Matze sich erneut in Bedrängnis…

Schattenträume von Juan Santiago

Schattenträume von Juan Santiago

Produktinformationen

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1037 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 128 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verlag: MAIN Verlag (21. Februar 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00ILA81CU

Leseprobe aus Schattenträume



Muri ist am Morgen kurz vor Sonnenaufgang zu sich nach Hause gegangen, nachdem er sich mindestens dreimal versichert hatte, dass es mir wirklich gut geht. Ich sitze wieder einmal im Büro am Computer und gehe die Mails durch. Andreas ist noch nicht da. Vor einer Stunde habe ich meinen Urlaubsantrag abgegeben. Vier Wochen nur mit Muri. Ungewollt entkommt mir ein zufriedener Seufzer. Allerdings steht mir morgen noch ein Höllentag bevor.

[aartikel]B00ILA81CU:left[/aartikel]Unruhig geworden, stehe ich auf und gehe auf den kleinen Balkon, um eine zu rauchen. Morgen ist Richards Beerdigung. Mit zitterigen Händen stehe ich draußen, die Sonne lacht mir ins Gesicht. Gott, Richard, ich vermisse Dich. Ich habe jemanden gefunden, der auf mich aufpasst, mich liebt und unendlich glücklich macht. Ob Du mit ihm einverstanden gewesen wärst?

»Matthias, hier bist Du. Der Chef sucht Dich!« Abrupt kehre ich in die Wirklichkeit zurück. Mit einem Knurren drücke ich die Kippe aus und gehe an Ralf vorbei. Der Kollege duckt sich weg und verschwindet nach draußen. Einer der wenigen Raucher hier. Ich marschiere auf direktem Weg zum Chef. Den sollte man nicht warten lassen. Vor seinem Büro atme ich noch einmal tief durch, klopfe an und trete nach einem sonoren »Herein!« durch die Glastür ein.

»Herr Schwarze, gut, dass Sie gleich Zeit haben. Setzen Sie sich.« Er deutet mit einer Hand auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch. Das heißt nichts Gutes. Er lässt nicht lange warten, hebt den Kopf und fixiert mich mit einem sehr ernsten Blick.

»Tut mir leid, aber Ihr Urlaub ist bis auf Weiteres verschoben.« Ich will schon nach dem Grund fragen, als er sich räuspert und weiterspricht.

»Gestern wurde eine sehr stark verweste Leiche gefunden. Das Problem war, dass der Fundort ein Friedhof ist und ein Grab geschändet wurde. Wie sich jetzt herausstellte, stimmen das Grab und die Leiche nicht überein. Die DNA der Leiche hat aber ergeben, dass es sich um eine vermisste junge Frau handelt. Leider muss ich dazu sagen, dass dies nicht der erste Leichenfund ist, aber das erste Mal, dass es sich nicht um einen Junkie oder Obdachlosen handelt. Da Sie bisher die höchste Aufklärungsquote haben, werden Sie die Leitung übernehmen. Stellen Sie ein Team zusammen und fangen Sie an.« Völlig geplättet trotte ich in mein Büro zurück, wo mich bereits ein neuer Aktenstapel erwartet. Andreas sitzt an seinem Platz und schaut auf, als ich hereinkomme.

»Was ist los?«, fragt er und dreht sich mir ganz zu.

»Mein Urlaub ist verschoben, dafür darf ich einen Mord aufklären!« Gefrustet schaue ich ihn an. Muri wird das gar nicht gefallen, aber was soll ich machen? Es ist nun mal mein Job.

»Die Friedhofssache?«, erkundigt Andreas sich und sieht besorgt aus. Ich nicke.

»Das ist übel. Ich weiß ein wenig darüber, weil mich die Sache interessiert hat. In den letzten Monaten wurden immer wieder Leichen gefunden, immer auf einem Friedhof. Oft waren sie zu anderen frisch Beerdigten gelegt worden oder man fand frische Gräber, wo keine sein sollten.« Soso, das klingt ja hochinteressant. Ich glaube, ich muss Muri mal fragen, ob er und seine Leute was damit zu tun haben. Beziehungsweise die Alten. Wieder bildet sich der Nebel in meinem Kopf, nur kann ich ihn dieses Mal schneller vertreiben. Was ist das nur?

»Matthias, hörst Du mir überhaupt zu?« Andreas klingt genervt.

»Ja!«, murmele ich und versuche, überzeugend zu klingen.

»Ich soll ein Team zusammenstellen, um das aufzuklären. Ich will, dass Du dabei bist. Und gleich mal zu Deiner Information: Die Leiche, die gestern Nacht gefunden wurde, war eine junge Frau, die seit wenigen Wochen vermisst wurde. Dieses Mal ist es keine Unbekannte. Da die hiesige Polizei derzeit überlastet ist, übernehmen wir den Fall.«

»Danke. Wen willst Du noch im Team haben?«, fragt er und ich zucke mit den Schultern.

»Ich muss mal sehen, wer momentan zur Verfügung steht, aber Harald will ich auf jeden Fall dabei haben!«, sage ich und gehe zu meinem Schreibtisch. Dabei fällt mir ein, dass Corva genau wusste, wo Derek zu finden war und dass auch das ein neues, unbekanntes Grab auf einem Friedhof gewesen ist. Ich glaube, ich werde mich mal ein bisschen näher mit ihr befassen müssen.

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Über den Autor : Juan Santiago


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