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Schatten und Licht 6: Winkelzüge von Juan Santiago & Celine Blue

Welt der Schatten Band 6 von Juan Santiago und Celine Blue

Matthias und Marc fliehen mit Corva nach Frankfurt, wo sie von Gina di Angelo Schutz erhalten und neue Einblicke in das Leben der Alten gewinnen. Aber so sicher Matthias’ Zuflucht auch ist, er kann seine Angst um das Leben seines Mannes nicht verdrängen. Wird ihre Beziehung diese Belastungsprobe überstehen?

Mit Band 6 endet der erste Akt von “Schatten und Licht”, der Gay Romance mit Spannung und Biss! Wie gehabt erscheint monatlich ein weiterer Band.

 

Produktinformation

116 Seiten, 3,49€.

Leseprobe aus Schatten und Licht 6: Winkelzüge

Welt der Schatten Band 6 von Juan Santiago und Celine Blue
Welt der Schatten Band 6 von Juan Santiago und Celine Blue

Schnell – das alles ging viel zu schnell! Ich blinzele und versuche zu erfassen, was passiert ist und in welcher Zeit. Mein Zeitgefühl darf sich nicht verschieben, dann habe ich verloren. Ich zwinge meinen Geist also, sich zu erinnern. Matze habe ich in Sicherheit gebracht, in der letzten Sekunde, irgendwann zu Beginn der letzten Nacht. Ich hatte meinen Anzug noch nicht fertig angezogen, als fünf Leute mein Büro betraten. Ich konnte sie hören und, was wichtiger war, ich konnte sie riechen. Mächtiges Blut, der Duft erfüllte den Raum, als ich ihn betrat. Die fünf Männer, die da standen und auf mich warteten, waren mir völlig unbekannt. Das schließt deutsche und spanische Angehörige des Sabbats aus. Die hätte ich erkannt … … Das hier scheinen Osteuropäer zu sein, also Ramirez’ Leute. Sie gehören zusammen, ein Rudel, die gleichen, kurz geschorenen Haare, beinahe dieselbe Größe und Statur. Der, der mit mir redet, ist eine Handbreit größer als die anderen und einen Tick eleganter in der Haltung. Der Anführer des Rudels, schließe ich. »Mitkommen!« Seine Stimme ist nicht einmal unfreundlich, nur bestimmt. Er schreit nicht, er tut nichts. Er ordnet nur an. Und mein Körper gehorcht seinem Befehl. Ich bin in einem Film, einem furchtbar realen Film. Ich folge den Männern, ferngesteuert, wie eine Marionette. Gegen den geistigen Befehl des Rudelführers komme ich nicht an. Es passiert einfach zu schnell. Wir gehen nach unten, in die Kerker meines Hauses. Den Ort, den Matthias nicht kennt. Ich hätte ihn nie … Ein Kichern reißt mich aus meinen Gedanken. Ein tiefes, kehliges Lachen. Ich verstehe sofort. Ich bin mit meinen Gedanken nicht mehr allein. Das Lachen sagt mir, dass ich einen Angehörigen des Clans der Wahnsinnigen im Rücken habe. Er lauscht offenbar jedem meiner Gedanken. Ich leere also meinen Kopf, lasse zu, dass einzig der Befehl zu folgen darin widerhallt. Der Kerker ist kalt. Ich hatte irgendwann im letzten Jahrzehntwohl vergessen, wie kalt. Doch ein weiterer, kurzer Befehl und meine Kleider landen auf dem Boden. Die Kälte durchdringt meine Haut. Ich friere. Es ist lange her, dass mir das zum letzten Mal passiert ist. Eine menschliche Reaktion. Habe ich wieder menschliche Reaktionen? Verdammt! Wieder ein Kichern, während einer der anderen mir Ketten anlegt. Ich bin nicht mal in der Lage zu reagieren. Ich spüre die Wut meines Tiers, doch der Befehl hält mich an Ort und Stelle. Das Kichern klingelt in meinen Ohren. Der Wahnsinnige hört immer noch mit. Ich muss mich mehr konzentrieren. Meine Arme werden nach oben gezogen, über meinen Kopf. Meine Beine werden ebenfalls an Ringen in dem eklig feuchten Boden fixiert. Ich komme hier nicht mehr raus. Unbewusst hole ich Luft, als der Druck des Befehls sich von meiner Brust löst. Jetzt habe ich zwar die Kontrolle über meinen Körper zurück, doch ich bin nicht in der Lage mich zu bewegen. Die Ketten halten mich an meinem Platz. »Ich will es Ihnen leicht machen!«, schnurrt der Rädelsführer. Offenbar reicht seine Macht nur bis zu meinem Körper, nicht aber in meinen Geist. »Sie gestehen, wir lassen Sie gehen. Wenn Ihre Verfehlungen entsprechend gering sind, können Sie alles behalten – Ihr Amt, Ihre Rudel – alles! Zeigen Sie sich kooperativ!« »Was wollen Sie?« Ich fauche leicht, was meine Wut unterstreicht. Ich bin weder beeindruckt noch verängstigt. Das ist gut. Schon wieder! Der dämliche Wahnsinnige kichert schon wieder. Ich knurre noch deutlicher. »Ist das ein Nein?« Wieder spricht der etwas Größere mich an. Ich nicke leicht, obwohl ich aus dem Augenwinkel wahrnehme, dass einer der beiden anderen Männer nach der schweren Bullenpeitsche greift. Ich versuche, vor dem ersten Schlag weit weg zu sein, doch ich schaffe es nicht. Vermutlich blockiert mich der Irre. Jedenfalls nimmt mir dieser erste Schlag fast den Atem. Ich muss nicht atmen. Schwarze Kreise tanzen vor meinen Augen. Punkte hüpfen auf und ab. Der Schmerz frisst sich durch meinen Körper. Ich weiß, dass da, wo das kalte Leder der Peitsche die Haut berührt, Striemen entstehen. Sollte die Peitsche die Haut da noch einmal streifen, wird die Haut reißen. Ich habe den Gedanken kaum zu Ende gebracht, als der Strang der Peitsche mich von der anderen Seite trifft. Die Striemen treffen sich. Ich spüre den Schmerz, als die Haut einreißt. Spüre ein winziges Rinnsal über meinen Rücken laufen. Irgendwo zwischen diesem Schlag und dem letzten versinkt die Welt in Schmerz. Ich kann nicht mehr zwischen den Schmerzen unterscheiden, die von den Schlägen kommen, und dem pulsierenden Schmerz von den offenen Wunden, die über meinen Rücken und meine Beine verteilt sind. Ich bin kaum in der Lage, mich zu bewegen. Selbst jetzt nicht. Ich hänge mehr in den Ketten, als dass ich stehe. Und ich höre ihre Stimmen, die Lauter werden, Schritte, die näher kommen. »Guten Abend, mein Kardinal!«, spottet der Wahnsinnige. Sein Anführer gebietet ihm Einhalt. Ein Dritter greift erneut zur Peitsche … und es wird dunkel um mich.

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