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Der Schulterdrache Mira von Trollart

Schulterdrache von Trollart im Gebüsch

Guten Tag liebe Mitarbeiter des BAfMW,

mein Name ist Nele Thevissen, ich wohne in Detmold. Vielleicht kennen Sie mich bereits von meinem Twitteraccount “NeoIlvy“, wo ich auch des Öfteren aktiv bin. Vor einiger Zeit, lernte ich meinen Drachen Mira kennen. Aber wie das zu Stande kam, lesen sie am Besten selber:

Schulterdrache von Trollart
Schulterdrache von Trollart

Es war ein für März relativ warmer Tag in meiner beschaulichen Heimatstadt Detmold. Ich wollte sehen, ob bereits Blumen im Garten blühten, als ich ein leises Schnauben vernahm. Erst dachte ich, bei den Lauten würde es sich um meine spielenden Katzen handeln, doch da hatte ich meilenweit daneben geraten. Vorsichtig schlich in den Weg in den Garten hinab und ich konnte meinen Augen kaum trauen. Auf dem Tisch unserer kleinen Terrasse entdeckte ich ein grüngeschupptes Wesen. Langsam und bedächtig näherte ich mich der mysteriösen Gestalt. Ich traute mich kaum zu atmen, als ich das Wesen als Drachen identifizierte. Dort auf unserem Tisch hockte wahrhaftig ein kleiner Drache und badete sich in den ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings. Doch zu schnell verschwand das wunderschöne Geschöpf, mit den schwarzen Hörnern und den grün-braunen Schuppen. Es dauerte über eine Woche, bis ich ihn das nächste mal entdecken konnte. Diesmal mit einem Fernglas und Kamera ausgestattet, war ich besser vorbereitet als das letze mal. Es war ein fantastischer Anblick, wie dieser kleine Drache in den Ästen unseres Apfelbaumes kletterte und kaum noch zu sehen war. Die Schuppen waren doch nicht komplett grün, sondern ebenfalls ein bisschen braun, so dass der Drache perfekt getarnt war. Vielleicht hatte ich ihn sogar schon unzählige Male in den Bäumen gesehen, aber nie wahrgenommen. Mit der Zeit entwickelte sich etwas zwischen dem Drachen und mir. Ich wusste, dass er mich gesehen hatte. Den intensiven Ausdruck in den grünen Augen werde ich nie vergessen. So viel tiefe und Weisheit lag in diesem Blick, dass ich mich unwillkürlich fragte, wie viele Generationen von uns dieses Tier schon gesehen hatte. Auch bei meinen nächsten Beobachtungen war ich mir sicher, der Drache wusste um meine Existenz. Entweder bildete ich mir diese Verbindung nur ein, oder der Drache war genauso neugierig wie ich.

An einem lauen Sommerabend, es waren mindestens drei Monate seit meiner ersten Begegnung mit “meinem” Drachen vergangen, da passierte etwas Außergewöhnliches. Das kleine Tier landete nur wenige Meter entfernt auf dem Apfelbaum und schien mich zu mustern. Schnell bemerkte ich jedoch, dass der Drache nicht alleine war. Nein, ein zweiter folgte dem ersten und landete ebenfalls in dem Baum. Doch er war größer und seine Schuppen waren goldbraun. Ich blieb ganz ruhig und wollte mich nicht bewegen, wollte diese Vertrautheit noch einen Moment länger genießen. Es handelte sich wohl um ein Drachenpaar, so vertraut wie sie miteinander umgingen. Doch das Band zwischen meinem Drachen und mir blieb bestehen, auch jetzt noch. Wir sahen uns gegenseitig an, als wollten wir die Seele des anderen erkunden. Die untergehende Sonne schimmerte auf den Schuppen der beiden Drachen, während mein Drache langsam die Flügel ausbreitete. Ich war mir sicher, dass es sich um ein Weibchen handelte. Ich wusste nicht warum, es war einfach so ein Gefühl. Der geschmeidige Körper des Wesens hatte mich völlig in seinen Bann gezogen. Die kräftigen Flügel und das Spiel der Muskeln unter der schuppigen Haut. Bedächtig erhob das Tier sich in die Lüfte, schlug ein paar mal mit den seidig glänzenden Flügeln und landete wenige Zentimeter von meinen Füßen entfernt. Ich atmete ganz langsam, um den Drachen nicht zu erschrecken und beobachtete die Bewegungen. Neugierig schnüffelte der Drache in der Luft und behielt mich genau im Blick. Aus der Nähe betrachtet, sah das Tier noch schöner aus als aus der Entfernung. Die kleinen Hörner waren nach hinten gebogen und ich konnte eine feine Riffelung erkennen, die mir vorher noch nie aufgefallen war. Ich spürte den warmen Atmen des Drachen auf meinen nackten Beinen und eine Gänsehaut überzog meinen Körper. Ein Name schwirrte mir durch den Kopf “Mira”. Ich wusste nicht warum oder woher der Name kam, aber er war plötzlich da und kreiste in meinen Gedanken. Ich hatte den Namen schon öfter einfach so ein meinen Gedanken gehabt, doch jetzt ergab das alles einen Sinn. “Mira”, flüsterte ich atemlos und der Drache sah hoch. “Ist das dein Name?”, fragte ich aufgeregt und der Drache legte den Kopf schief. Wie als Antwort auf meine Frage, kam eine kleine Rauchwolke aus den Nüstern des Drachen. Die nächsten Abende näherte ich mich meiner Mira weiter an. Ich hatte herausgefunden, dass sie es liebte, wenn ich ihr vorlas. Ihr Partner hockte neben uns im Baum, während sie immer in meiner Nähe auf dem Boden saß. Während ich las, rollte sie sich stets zusammen und ihre wachsamen Augen ruhten auf meinem Körper. Stunde um Stunde verbrachte ich bei uns im Garten, um Mira näher zu sein. Es war fast so, als könne ich sie verstehen. Es war nicht so, dass sie redete. Viel mehr hatte ich das Gefühl, als würde sie mir in den Kopf gucken und mir irgendwie Gefühle vermitteln. Ich verspüre eine seltsame, tröstende Wärme, wenn sie mich so musterte. Es war ein angenehmes Gefühl und hatte etwas sehr Tröstliches. Ich genoss ihre Nähe und auch die Nähe ihres Partners. “Elliot”, wie ich ihn stets nannte.

Eines Tages, als ich ein neues Buch mitgenommen hatte, konnte ich weder Elliot noch Mira entdecken. Traurigkeit breitete sich in mir aus. Hoffentlich war meinen Drachen nichts passiert. Ich machte mir Sorgen, doch ich begann dennoch zu lesen. Vielleicht kamen sie ja doch noch. Es war mittlerweile fast dunkel und ich gab die Hoffnung auf, Mira heute noch zu sehen. Da spürte ich eine sanfte Berührung auf meiner Schulter. Es war ein Luftzug und als ich meinen Kopf umwandte, entdeckte ich grüne Schuppen! Danach fühlte ich warme Haut in meinem Nacken und Krallen, die über meine Haut fuhren. Mira war doch noch gekommen und hatte sich um meinen Nacken gelegt. Eine sanfte und warme Berührung ihrer Schuppen und eine gleichmäßige Atmung. Sie strahlte eine außergewöhnliche Wärme ab und war leichter als gedacht. Ihre schuppige Haut schmiegte sich an meine und ich spürte einen dumpfen Herzschlag auf der Haut.
Ich blieb ganz ruhig, wagte kaum zu atmen. Auf meiner Schulter lag wahrhaftig ein echter kleiner Drache!

Das Gefühl war atemberaubend und kaum mit Worten zu beschreiben. Ich hatte mir die Schuppen spitz und irgendwie schmerzhaft vorgestellt, aber sie waren ganz warm und angenehm. Vorsichtig streckte ich meine Hand aus und streichelte ganz sacht über den Kopf des Drachen. Mira stieß eine kleine Rauchwolke aus und ich spürte, wie ein Gefühl der Wonne und Freude mich durchströmte. Mira kommunizierte über Gefühle, auch wenn mir nicht klar war, wie sie das machte.

Noch heute lesen mein Drache und ich Abend für Abend in einem Buch, während sie auf meiner Schulter sitzt und gebannt den Worten lauscht.

Wie ich herausgefunden habe, entstammt Mira der Rasse der Schulterdrachen von Trollart. Gesichtet wurde sie erstmal in Leipzig und jetzt lebt sie in der schönen kleinen Stadt Detmold an meiner Seite. Solange ich lebe wird Mira meine stolze Begleiterin sein.

Im Anhang sind auch noch zwei Bilder von Mira zu finden. Ich hoffe, Sie hatten Spaß beim Lesen meiner Geschichte über Mira und mich. 🙂

Liebe Grüße,

Nele

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