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Es gibt zahlreiche literarische Belege für die Existenz von Dschinn, Ifrit, Marids und Rasad sowie Guls, sowohl solche wissenschaftlicher, theologischer wie auch juristischer Art. Und natürlich auch im Bereich der Belletristik. In Zeiten, in denen Migration ein großes Thema ist, muß natürlich auch damit gerechnet werden, daß ein Dschinn nach Deutschland einwandern und sich hier niederlassen will, um seinen Interessen nachzugehen. Das Bundesamt für magische Wesen sieht es als seine Aufgabe an, zunächst einmal im groben über die verschiedenen Geister und Dämonen aus dem orientalischen Raum zu informieren. Dies ist nicht einfach, da bereits die klassische arabische Literatur sich nicht einig ist, was Dschinnen sind. Inwieweit sind es Persönlichkeiten mit eigenem Charakter, wie und wo leben sie, was wollen sie? Diesbezügliche Angaben schwanken und bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass es in keinem Fall Äußerungen aus dem Mund eines Dschinns gibt.

Sind Dschinnen schüchtern oder scheu?

Der Dschinn-König, (c) Bibliothèque Nationale de Paris

Der Dschinn-König, (c) Bibliothèque Nationale de Paris

Das Bundesamt für magische Wesen bemüht sich deshalb, Kontakt zur Dschinn-Community aufzunehmen. Sicher scheint zu sein, daß es sieben Dschinn-Königreiche gibt, zumindest sind die Namen der Könige bekannt. Auch existiert ein Bild eines der Könige aus dem Mittelalter. Eine literarische Studie, das Buch “Mensch und Tier vor dem König der Dschinnen” von den Lauteren Brüdern von Basra, wurde von S.H. Sheikh Dr. Sultan bin Mohammed Al-Qassimi III., dem regierenden Emir von Sharjah gefördert. Die Namen der Könige sind Madhab, Mudahab, al-Ahmar, al-Abyad, Maimun, Barquan und Schamhurisch (Abdarrahman als Nachfolger). Maimun soll eine Art Oberhoheit einnehmen, Madhab in der Rangfolge am unteren Ende stehen. Sie alle sollen Iblis unterstehen. Doch wer genau verbirgt sich hinter Iblis? Man weiß es nicht.

Doch was sind Dschinnen überhaupt?

Dschinn sind arabische Dämonen oder Geister, die auf das Leben der Menschen einwirken. Sie sind nicht unbedingt böse oder gut, sie können beides sein. Ihre Geschichte reicht lange zurück, angeblich etwa 70.000 Jahre. Es heißt, dass sie aus Feuer geboren wurden, und zwar in dem Bereich der Kerzenflamme, der farblos ist. Dieses Feuer ist das sogenannte tote Feuer und kann vom Menschen getragen werden, weil es ihn nicht verbrennt. Dschinnen sollen von feinstofflicher Konsistenz sein und das menschliche Auge soll nicht in der Lage sein, sie unter normalen Umständen wahrzunehmen. Andererseits können sich die Dschinnen dem Menschen zeigen, mit ihm Kontakt aufnehmen, ihn ärgern, heimsuchen oder beglücken, ja es soll sogar gut funktionierende Ehen zwischen Dschinnen und Menschen geben. Die Dschinnen sollen ein Leben führen, das dem der Menschen entspricht, über ihre Lebensdauer ist wenig bekannt, manche sollen nahezu unsterblich sein, andere wiederum nur einige Hundert Jahre alt werden.

Ein Dschinn informiert sich am Stand des Bundesamtes für magische Wesen auf der Role Play Convention 2015 über alternative Jobchancen

Ein Dschinn informiert sich am Stand des Bundesamtes für magische Wesen auf der Role Play Convention 2015 über alternative Jobchancen

Zumindest ist bekannt, daß 1963 einer der Dschinn-Könige, Schamhurisch, verstorben ist, jedoch einen Sohn hatte, der ihm als König Abdarrahman nachfolgte. Seine Residenz soll in der Höhle von Maqta bei Fez, Marokko gelegen haben und das Grab des Dschinnen-Königs soll auf dem Djebel Toubkal, dem höchsten Berg Marokkos liegen. Anderen Angaben zufolge soll nicht ein Sohn, sondern ein weiblicher Dschinn, eine Dschinniyah namens Nedjma, die Nachfolge angetreten haben. Eine Dschinn-Königin, ein weibliches Staatsoberhaupt in der arabischen Welt wäre ein Novum. Das Bundesamt für magische Wesen hat deswegen einen in Fragen der Monarchie höchst versierten Experten kontaktiert und gebeten, mit den royalen Dschinnfamilien Kontakt aufzunehmen, um Näheres zu erfahren. Das Bundesamt geht davon aus, daß es Rolf Seelmann-Eggebert in Bälde gelingen wird, ein Interview mit einem der sieben Dschinnen-Könige zu führen. Jedoch gilt, dass alle vorliegenden Informationen mit Vorsicht zu genießen sind, da sie häufig durch die Brille religiöser Wahrnehmung gefärbt und beeinträchtigt sind. Solche Berichte sind häufig tendenziös, diskriminierend und einseitig. So verwundert schon die Verortung von Dschinnen; es heißt, sie sollen vornehmlich auf Aborten leben, unter Türschwellen hausen oder verlassene sowie vom Einsturz gefährdete Häuser, also Ruinen bewohnen. Ebenso Höhlen und Wüsten. Dies ist alarmierend, denn es könnte auf Ausgrenzung hindeuten oder, im günstigsten Fall, auf üble Propaganda. Das Bundesamt für magische Wesen geht dem Hinweis nach, dass an Orten, wo frühmorgens die Melodie “Auferstanden aus Ruinen” ertönt, bereits ganze Dschinn-Familien ansässig sein sollen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Dschinn

Der Marid

Wunderlampen arabischer Dschinnen fallen nicht unter das EU-Glühlampenverbot

Wunderlampen arabischer Dschinnen fallen nicht unter das EU-Glühlampenverbot

Bekannt aus der Geschichte von Aladin und der Wunderlampe ist der Marid, Plural Marade, welcher seinen feinstofflichen Körper soweit zusammenziehen kann, daß er in eine Öllampe paßt. Dies soll schon König Salomo ausgenutzt haben, um alle erreichbaren Marid einzusperren. Hin und wieder wird so eine Lampe angespült und dann soll es zu Vorkommnissen kommen, wie sie Aladin zugeschrieben werden. Es fällt auf, daß der jeweils betroffene Marid oder Dschinn an und für sich gutmütig ist, Wünsche erfüllt, aber doch sanften Nachdruck braucht, um solcherart zu reagieren. Man sollte als Finder Verständnis zeigen, schließlich zehren solche lange Haftzeiten an Nerven und Verstand des Betroffenen. Mit den richtigen Umgangsformen scheint jedoch eine gute und stabile Beziehung möglich zu sein, wie Ralf König in Dschinn Dschinn beschreibt. Ein Marid soll auch dafür verantwortlich gewesen sein, Bilquis, die Königin von Saba, samt Troß an den Hof König Salomos gebracht zu haben. Binnen weniger Augenblicke! Aus dem Jemen nach Palästina, was eine gewaltige Leistung ist. Wir vermuten, dass dieser Marid über eine besonders aufnahmefähige Form der modernen Damenhandtasche verfügte, welche bekanntermaßen unergründlich sind. Manche Ehemänner bemühen in diesem Zusammenhang gern den Vergleich mit dem Weltraum und unendlichen Weiten. Vieles spricht also dafür, dass ein Marid zu jenen Dschinn gehört, mit denen gut Kirschen zu essen sein dürfte. Aber auch hier schwanken die Angaben, Hadsch Ahmad Yussuf nennt den Marid als den boshaftesten, gefährlichsten Dschinn. Der Gul oder die Gula Ein ganz anderes Kaliber hingegen ist der Gul oder die Gula, ein menschenfressendes Wesen von haarsträubendem Äußeren, welches sich über Leichen hermacht und von ihnen ernährt. Anderen Quellen zufolge soll ein Gul oder eine Gula mit dem Beginn der Mahlzeit nicht unbedingt warten, bis die betreffende Person den Zustand der Leiche erreicht hat. Oder aber nachhelfen. Dies ist einigermaßen besorgniserregend, doch liegen aus jüngerer Zeit keine entsprechenden Berichte vor, so dass das Bundesamt für magische Wesen davon ausgeht, dass diese Berichte entweder stark übertrieben sind oder aber Gule ausgestorben sind. Der Ifrit Auch nicht eben bestens beleumundet ist der Ifrit, Plural Afarit. Verwirrend ist, daß sie wie die Marade als böse und gefährlich bezeichnet werden und böser als die Schayatin sein sollen. Schaytan wieder ist als der Teufel das Böse schlechthin, aber wie kann etwas böser als das Böse schlechthin sein? Jedenfalls kann der Ifrit jede Gestalt annehmen, in einsamen Gebirgen und an Flußtälern vorkommen. Fartacek berichtet von einer Begebenheit, wo ein Ifrit die Gestalt einer alten Frau annahm und versuchte, einen freundlichen Wanderer in ihre Gewalt zu bringen. Der Quarin oder die Quarinah Diese Dschinn sind das Ebenbild des Menschen und auch hier herrscht wieder Verwirrung. So soll in manchen Gegenden ein Mann einen männlichen Quarin als Spiegelbild haben, in anderen wiederum soll sein Spiegelbild eine Quarinah, das ist ein weiblicher Dschinn, eine Dschinnyah sein. In Syrien soll sie eine Art Kindbettdämonin sein und nicht wirklich zur angenehmen Nachbarschaft zählen. Der Rasad Ein Rasad nimmt Wächterfunktionen wahr und ist oftmals Hüter großer Schätze. Das müssen nicht unbedingt Reichtümer sein, es können auch Kulturgüter sein, Baudenkmäler vergangener Kulturen. Mit ihm ist nicht so gut Kirschen essen, wenn man sich an den Schätzen des Dschinns zu schaffen macht. Der Rasad soll angeblich auch die Hilfe lokaler Behörden in Anspruch nehmen, wenn sich Räuber über seine Güter hermachen.   Zusammenfassend steht definitiv fest, dass die Erforschung der Dschinn noch in den Anfängen steht. Wenn sich bewahrheitet, daß Dschinn unter den Menschen leben, jedoch drei Viertel des menschlichen Lebensraumes in Anspruch nehmen, ohne dass die Menschen es besonders bemerken, dann mutet dies seltsam an. Auffällig ist auch, daß Dschinn besonders in öffentlichen Bädern und Saunen vorkommen sollen. Es wird von sexuellen Erfahrungen berichtet. Das Bundesamt wartet zunächst einmal das Interview ab, dass einer der Dschinn-Könige Rolf Seelmann-Eggebert zugesagt hat.

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