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Ein Steinwurm, gemeldet von Andrea Hoffmann

Porträt eines Schlänglers, auch als Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm bekannt

Ihr habt ja zur Drachenzählung aufgerufen und dann habe ich mich auch mal zuhause umgeschaut. Also bei uns wohnt auch ein schwedischer Langdrachen. Er beschützt ganz standesgemäß das Prinzessinnenzelt nebst Prinzessin und nebenbei noch meine Bücherwand.

Der Schlängler, auch Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm

Ein Schlängler, auch als Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm bekannt
Ein Schlängler, auch als Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm bekannt

Allerdings habe ich noch folgendes Exemplar im Garten gefunden:
Ein Schlängler, auch Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm genannt. (Diese Bezeichnung ist etwas irreführend, da es sich nicht um Stein handelt, sondern um ein sandsteinähnliches Aussehen.)

Gattung: Draco vulgaris terrestris (gemeiner Erddrache)
Spezies: Saxum (steinern)

Weibliche Exemplare werden Schlinger genannt (was mit dem Paarungsverhalten zutun hat)
Männliche Exemplare bezeichnet man als Kopfstoßer oder nur als Stoßer (siehe Paarungsverhalten)
Alle Jungtiere werden ab dem 1. Lebensjahr  als Jungschleicher, Einlinge oder Enterlinge bezeichnet. Bis zum 1. Lebensjahr werden sie Schlüpfer genannt. Nach Erreichen der Geschlechtsreife mit ca. 3 Jahren werden die Geschlechter erst unterschieden.

Größe:

ausgewachsene Männchen – ca. 100 cm

ausgewachsene Weibchen  – ca.   60 cm

Jungtiere (Schlüpfer)           – ca.   10 cm

(Einlinge)             – ab      5 cm

Beide Geschlechter sind in ihrem Aussehen sehr ähnlich, unterscheiden sich lediglich anhand der Größe und das männliche Exemplar hat noch einen Rückenkamm in Zackenform, der dem weiblichen Drachen fehlt. Sie speien kein Feuer, sondern graben Gänge, ganz wie Maulwürfe. Also liebe Gärtner nicht jeder Hügel im Garten ist ein Maulwurfshügel!!! Die Körperform ist schlangenähnlich, auch die Bewegungen erinnern an Schlangen.
Bei diesem Exemplar handelte es sich um ein voll ausgewachsenens Männchen, also um einen Kopfstoßer, der sich in meiner Blumenschale gesonnt hatte. Leider ist der Kamm nicht zu sehen.

Paarungsverhalten:

Porträt eines Schlänglers, auch als Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm bekannt
Porträt eines Schlänglers, auch als Erdschleicher, Würmler oder Steinwurm bekannt

Treffen zwei paarungswillige Stoßer und eine Schlinger zusammen, findet zunächst eine “formelle” Herausforderung statt. Beide Stoßer umkreisen einander mehrere Male, um dann parallel  mehrere Meter  nebeneinander herzukriechen. Ist eines der beiden Männchen deutlich größer, ist der “Kampf” damit entschieden, daß sich das kleinere Männchen zurückzieht (da es aufgrund seiner Größe auch keine Chance bei dem Weibchen hat). Sind beide ziemlich gleich groß, beginnt das Duell indem sich die Stoßer aufrichten und mit den Köpfen Stoßbewegungen in Richtung Gegner machen. Ziel ist es, den anderen zum Aufgeben zu zwingen oder in quasi auszuknocken. Gewinnt einer der männlichen Drachen das Duell, beginnt der eigentliche interessante Paarungsteil. Der Stoßer packt die Schlinger am Schwanzende und beißt sich daran fest, während das Weibchen mit ihm im Schlepptau durch die Gänge kriecht, bis es die Bruthöhle erreicht hat. Dort läßt der Kopfstoßer los und die Schlinger (Achtung! Daher kommt der Name) windet (schlingt)sich um ihn, um die Paarung einzuleiten. Der eigentliche Paarungsakt dauert wenige Minuten, wobei das Weibchen durch Zuziehen der Windungen die Samenflüssigkeit regelrecht herauspresst. Anschließend zieht sich das erschöpfte Männchen an die Erdoberfläche zum Ausruhen zurück.

In ihrer Bruthöhle legt die Schlinger dann zwischen 4 – 10 weiße, steinähnliche Eier ab. Nach einer Dauer von 14 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Eine Besonderheit ist, daß das Gelege von einem gelartigen Polster umgeben ist. Eine chemische Reaktion von Eihülle und der Samenflüssigkeit plus Sauerstoff ergeben dieses Polster, von dem die Jungtiere sich nach dem Schlüpfen bis zu einer Woche ernähren können. Dann verlassen sie die Bruthöhle um ihre eigenen Wege zu gehen.
Das Exemplar auf den Fotos hat eine Verletzung (Abplatzung) im vorderen Lippenbereich, die wohl von einem Paarungskampf stammt. In aller Regel sind solche Verletzungen nicht weiter tragisch und auch nicht hinderlich.

Diese Erdwürmer ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Schnecken und auch Grünfutter (Gras und auch Blüten werden gern genommen). Sie sind harmlos und werden eher in ihren Löchern verschwinden, wenn man ihnen zu nahe kommt. In die Enge getrieben, fangen sie an zu zischen und das Maul aufzusperren um den Angreifer einzuschüchtern. Dieser Stoßer ist noch nicht ganz ausgewachsen und hat sich beim Verlassen oder Durchschlängeln des Unterholzes mit abgestorbenen Pflanzenteilen “dekoriert”.


Stunde der Drachen 2015

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Weitere Infos: Drachenzählaktion des Bundesamtes für magische Wesen

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Über Hagen Ulrich

Hagen Ulrich, Jahrgang 1967, lebt mit Ehemann und sieben Katzen in Bonn am Rhein. Hexen, Drachen, Vampire und andere magische Wesen sind kein Problem, wenn man sie ordentlich verwaltet. Schließlich hat in Deutschland alles seine Ordnung. Basierend auf dieser Idee, entwickelte er die Idee einer Behörde, die sich um die Belange magischer Mitbürger kümmert. So entstand das Bundesamt für magische Wesen. Hagen Ulrich kam nach dem Besuch einer Ladys Night zu Twilight zum Schreiben und veröffentlicht seine Romane im Himmelstürmer Verlag in Hamburg.

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