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Tylwyth Teg von Sandra Busch

Tylwyth Teg, ein Gay Romance Fantasyroman von Sandra Busch

Der Guardian Loy ist durch einen Angriff entstellt und wird von seinen Schwarmmitgliedern gemieden. Nur Findil, der selbst gern ein Guardian wäre, bewundert ihn. Als ein Dieb die Farben der Tylwyth Teg stiehlt, sieht Findil seine Chance gekommen, sich zu beweisen. Gemeinsam mit dem widerspenstigen Loy macht er sich auf die Suche, und ihm wird immer klarer, dass er Loy nicht nur bewundert …

Produktinformation

  • Broschiert: 196 Seiten
  • Verlag: Dead Soft Verlag; Auflage: 1 (15. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3943678784
  • ISBN-13: 978-3943678789
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,8 x 1,6 cm

 

Leseprobe aus Tylwyth Teg:

„Er ist so hässlich.“

Findil schaute auf und wischte sich über das schweißnasse Gesicht. Die Frühlingssonne brannte heute heiß vom Himmel und die anstrengende Arbeit brachte ihn zum Schwitzen. Dabei lief er wie jeder Tylwyth Teg barfüßig und mit bloßem Oberkörper herum, sobald es warm genug dazu war. Blütenstaub geriet in seine Nase. Er nieste.

„Richtig abstoßend sieht er aus.“

Er folgte dem Blick seines Freundes Inno, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre. Es war klar, von wem Inno sprach. Mit seinen Flügeln begann sich Findil kühle Luft zuzufächeln.

„Er kann nichts dafür“, sagte er leise.

„Er ist eine Beleidigung fürs Auge.“

Tylwyth Teg von Sandra Busch
Tylwyth Teg von Sandra Busch

„Das ist nicht fair.“ Findil wusste selbst nicht, warum er einen Mann verteidigte, mit dem er bislang kein einziges Wort gewechselt hatte. Außerdem war Inno nicht der Einzige, der der Meinung war, dass jemand mit diesem Äußeren weggesperrt gehörte. Er dagegen betrachtete den Guardian mit einigem Mitleid.

„Sein Name ist Loy“, murmelte er.

Erstaunt sah Inno ihn an. „Woher weißt du das?“

„Ich habe gehört, wie ihn die anderen Guardian so genannt haben.“

„Hast du etwa wieder bei ihren Nestern herumgelungert?“

Findil zog ein störrisches Gesicht, gab aber keine Antwort. Sein Freund wusste genau, dass er sich nichts sehnlicher wünschte, als selbst ein Guardian zu werden. Leider war er von der Kommission für Sicherheit und Ordnung als untauglich befunden und daher als Gatherer eingeteilt worden, was empfindlich an seinem Selbstwertgefühl kratzte. Außerdem klebte man nach dem Sammeln von Blütenpollen ganz furchtbar.

„Lass uns weitermachen“, sagte er und stieß Inno an, der den Guardian weiterhin abfällig anstarrte. „Unsere Beutel sind erst zu zwei Dritteln voll.“

„Findest du nicht, dass er eine Beleidigung aller Tylwyth Teg darstellt?“, fragte Inno. Wenigstens wandte er sich endlich seiner Arbeit zu. Es wäre sehr peinlich, wenn die Guardian zum Feierabend hin nur auf sie warten müssten.

„Mich beleidigt er durch sein Aussehen nicht. Er ist im Kampf so entstellt worden, weil er eine Gruppe Gatherer retten wollte. Gewiss hat er es sich nicht ausgesucht, derartig verletzt zu werden.“ Findil erinnerte sich gut an die Aufregung, als Arbeiter ihres Schwarms von einer Drachenechse angegriffen wurden. Es hatte glücklicherweise keine Verluste gegeben, weil die Guardian wachsam gewesen waren. Einer von ihnen hatte sich todesmutig auf die Echse geworfen und ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, damit die anderen fliehen konnten. Und das war Loy gewesen. Da hatten seine Flügel ein wunderschönes Dunkelblau mit silbernen Sprenkeln besessen, um die ihn viele Tylwyth Teg beneidet hatten. Jetzt waren Loys Flügel vollkommen schwarz, dunkler als ein sternenloser Nachthimmel. Seine linke Gesichtshälfte und der Schulterbereich waren trotz des großen Könnens der Kommission für Gesundheit mit roten Brandnarben bedeckt und sein Auge hatte er ebenfalls verloren. Findils Meinung nach war Loy ein Held und Helden sperrte man nicht einfach weg, bloß weil sie ihre Schönheit eingebüßt hatten. Er sah Inno schräg von der Seite an. Auch sein Freund hätte zu diesem Zeitpunkt seine kupferroten Flügel liebend gern gegen Loys dunkelblaue getauscht, wenn das möglich gewesen wäre. Waren seine Äußerungen etwa eine Folge des einstigen Neides?

„Das musste ja kommen“, brummte Inno neben ihm. „Du siehst das viel zu romantisch. Sei froh, dass dich die Kommission als Guardian abgelehnt hat. Du könntest heute ein genauso abstoßendes Bild bieten.“

„Und dann würdest du mit mir ebenfalls nichts mehr zu tun haben wollen? Wäre ich in diesem Fall für dich genauso eine Zumutung?“

„Natürlich würden wir uns weiterhin treffen. Schließlich sind wir Freunde. Allerdings würdest du den Anstand besitzen und dich nicht mehr in der Öffentlichkeit bewegen, sondern dich zurückziehen.“

Wenn sich Inno da mal nicht täuschte. Findil fand es ziemlich mutig, dass sich Loy weiterhin zeigte. In diesem Moment drehte sich der Guardian um und sah direkt zu ihnen herüber. Findil schenkte ihm ein kleines Lächeln. Der Guardian lächelte nicht zurück.

„Beeil dich, Findil. Er guckt schon ganz grimmig.“

Dabei war es doch Inno, der trödelte, denn Findils Beutel war beinahe voll.

„Komm, hier ist nichts mehr zu holen.“ Er breitete seine Flügel aus und flatterte zur nächsten Blüte weiter. Wenigstens hatte Inno nichts an Findils Farben auszusetzen. Aber Findil fand seine Flügel selbst schön: petrolfarben an den Schultern und türkis auf den Flächen.

„Beeilt euch!“, ertönte ein Ruf. „Es geht gleich zurück zum Mutterbaum.“

Dieser Hinweis reichte aus, damit alle Gatherer in Hast verfielen und die letzten Pollen zusammenrafften, die sie noch erhaschen konnten. Wenig später ertönte ein melodiöses Trillern. Dies war das Zeichen zum Sammeln. Findil atmete auf und schnürte seinen Beutel zu, dessen Riemen er sich um die Schulter schlang.

„Inno, bist du fertig?“ Er wandte sich zu seinem Freund um, trat dabei versehentlich auf einen Nektartropfen und rutschte aus. Wild mit den Armen rudernd und mit flatternden Flügeln kämpfte er um sein Gleichgewicht. Alles vergebens! Findil stürzte zwischen den Blütenblättern in die Tiefe. Seine Flügel verhedderten sich in dem Trageriemen seines Sammelbeutels und er schrie erschrocken auf. Rasend schnell kam ihm der Boden näher. Plötzlich wurde er gepackt und sein Sturz jäh gebremst. Pfeifend stieß Findil den Atem aus. Er spürte einen warmen Körper hinter sich und kräftige Arme, die ihn umfangen hielten. Sanfter Flügelschlag brachte sie zu Boden, wo er losgelassen wurde. Findil fuhr herum, um Inno dankbar um den Hals zu fallen. Dabei stand gar nicht Inno vor ihm.

„Loy!“, flüsterte er überrascht.

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Über Sandra Busch

Sandra Busch

Am 23.02.1972 warf mich ein Storch direkt über Braunschweig ab und gab mir als Fallschirm die Leidenschaft für Bücher mit auf dem ziemlich luftigen Weg.

Daher nahm ich mir bereits als Dreikäsehoch felsenfest vor, später einmal dort zu arbeiten, wo mich Bücher umgeben würden. Je mehr, desto besser.

Ich wurde Beamtin.

Um meinem Leben etwas mehr Sinn zu verleihen, besuchte ich die Abendschule, erwarb mein Fachabitur und sorgte für einen Abschluss als Diplom-Verwaltungswirtin (FH) im Studiengang Verwaltungsbetriebswirtschaft.

Jetzt zählte ich schon zu den wichtigen Beamten.

Ich sammelte Bücher, bis sich die Regale bogen; heiratete; ließ mich wieder scheiden; zähmte einen Drachen und strickte abends nicht nur Socken sondern auch Geschichten.

Die schrieb ich nieder und versenkte sie im Nirgendwo.

Bis eines Tages ein entscheidender Satz fiel:

Wetten, dass du es nicht schaffst, ein richtiges Buch zu schreiben?

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