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Der Verrat – Zwischen Göttern und Teufeln von Laya Talis

Wenn der Pakt bricht, wird nichts mehr sein wie es war …

Es geht weiter in der Welt „Zwischen Göttern und Teufeln“, in der es für Verräter nur eine Strafe gibt: Den Tod!

Jeremias‘ Verdacht wird zur grausigen Gewissheit. Seine Nachforschungen enthüllen ein jahrelanges, im Geheimen aufgebautes Lügengeflecht der Organisation, in das Menschen aus aller Welt und den höchsten, politischen Positionen verwickelt sind. Die Vampire wurden verraten, der einst mühsam erkämpfte Pakt gebrochen. Und während Jeremias versucht Jessica von der Wahrheit zu überzeugen, geht Marcus, einer der ältesten und mächtigsten Vampire, auf einen grausamen Rachefeldzug, der innerhalb weniger Stunden tausende Opfer fordert. Ein von den Menschen offenbar von langer Hand geplanter Krieg gegen die Unsterblichen scheint unvermeidlich.

Der Verrat - Zwischen Göttern und Teufeln von Laya Talis

Der Verrat – Zwischen Göttern und Teufeln von Laya Talis

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 782 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 297 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verlag: epubli GmbH (10. November 2013)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00GDKJW7S

Erhältlich in allen Buchshops.

Leseprobe aus „Der Verrat – Zwischen Göttern und Teufeln“ von Laya Talis

Prolog:
Mein Name ist Ephraim Van Soehlen. Ich bin viertausend Jahre alt und wurde von meinem Gott auf die Erde entsandt, um ein Volk zu erschaffen und über dieses zu herrschen. Ich tat, was mir befohlen wurde und verwandelte die ersten Vampire. Kreaturen der Nacht mit übermenschlicher Macht, die sich vom Blut der Sterblichen ernähren. Wir sind die Verdammten.

Ich habe mir Menschen erwählt, da sie, ihre Kinder, ihre Kindeskinder und all ihre Nachfahren mir und meinem Volk dienen sollen. Diese Auserwählten haben sich zu einem Bund zusammengeschlossen, den sie `Die Organisation` nennen. Mit der Hilfe meiner Vampire sind sie zu großer Macht gelangt. Dies ist der Ausgleich für die Dienste, die die Sterblichen uns leisten. Das ist unser Pakt, das ist es, was den Frieden zwischen den Menschen und uns Vampiren erhält. Die Menschen sollen über Ihresgleichen herrschen und ich über die Meinen. Das ist die Ordnung der Welt, wie mein Gott es bestimmt hat.

Aber die Menschen sehen nach zweitausend Jahren meinen Gott plötzlich als Teufel an, sehen nur sich selbst noch als Geschöpfe ihres Gottes. Doch sie tun gut daran, an der alten Ordnung nicht zu rütteln.

Wenn der Pakt bricht, wird nichts mehr sein wie es war …

Es geht weiter in der Welt `Zwischen Göttern und Teufeln`, in der es für Verräter nur eine Strafe gibt: Den Tod!

Kapitel eins
Marcus

Carda klebte förmlich an der Autoscheibe und konnte sich gar nicht sattsehen an dem, was ihr New York bot. Es war noch überwältigender, als sie gedacht hatte. So viele Eindrücke. Der Lärm, die Menschen, oh, so viele Menschen. Dazu unzählige Gerüche, Autos, ein Meer von Licht und keine Dunkelheit, obwohl es Nacht war … so viel Leben. Carda hatte ihre zarten Hände in ihren weißen, langen Rock gekrallt. Sie trug dazu eine weiße, enge und modische Seidenbluse, die ihre schlanke Taille umschmeichelte. Ihr blondes Haar hatte sie zu einem Zopf geflochten und hochgesteckt, so dass ihr schlanker Hals, den sie erneut verbog, da sie vergeblich versuchte die Spitzen der Hochhäuser zu erblicken, vorzüglich zur Geltung kam. Sie saß mit Marcus auf der schwarzen, ledernen Rückbank in seinem dunkelgrauen Mercedes. Welches Modell der Wagen war, wusste Marcus nicht. Das Auto war groß und die Sitze weich und bequem. Das mochte er und es gehörte ihm. Mehr musste er nicht wissen.

„Oh, seht nur. Menschen. Überall! Sie drängen sich schon aneinander, um Platz zu finden auf diesen riesigen Bürgersteigen. Und das um diese Zeit! Und diese Farben und Lichter, es ist hell wie am Tag“, seufzte Carda fasziniert. Sie waren beide nicht angeschnallt, so behinderte sie nichts, als sie unruhig auf dem Sitz hin und her rutschte. Marcus spielte mit einer kurzen, lockigen Strähne in ihrem Nacken, die sich aus ihrem Zopf gemogelt hatte und amüsierte sich über ihre kindliche Begeisterung, die kein Ende zu nehmen schien. „Fahren wir an der Freiheitsstatue vorbei? Werde ich sie sehen? Ich würde sie so gern sehen. Fahren wir da lang?“, fragte sie aufgeregt und blickte ihn mit einem strahlenden Lächeln an. „Bitte!“
„Es liegt nicht auf unserem Weg“, sagte er sachlich.
„Ohh!“ Vor Enttäuschung verschwand kurz das Glitzern in ihren dunkelgrünen Augen. Sie nickte schwach und wandte sich wieder dem Fenster und den Eindrücken da draußen zu. Der unsägliche Lärm der Stadt war sogar im Wageninneren zu vernehmen, doch selbst diese nervenden Geräusche entzückten seine Gemahlin augenscheinlich.

„Findest du den Weg zu meiner Wohnung, wenn wir an der Freiheitsstatue vorbeifahren, Torben? Wie viel länger wären wir unterwegs?“, fragte Marcus seinen Sklaven, der den Wagen fuhr. Irina saß neben Torben auf dem Beifahrersitz und starrte ähnlich überwältigt wie Carda aus dem Fenster. Wie seine Gemahlin war Irina ganz in Weiß gekleidet, aber auch ihre Garderobe entsprach der Mode der heutigen Zeit und nicht der des antiken Roms, wie ansonsten üblich. Marcus wollte nicht, dass sie in der Öffentlichkeit unnötig Aufmerksamkeit auf sich zogen.
„Ja, Herr, ich kenne mich hier gut aus. Es kostet uns ungefähr eine Stunde. Es ist kein großer Umweg. Wir kämen somit in spätestens zwei Stunden in Eurem Penthouse an. Vermutlich eher.“
Die Sonne würde erst in etwas über drei Stunden aufgehen. Sie hatten demnach ausreichend Zeit. „Dann fahre diesen anderen Weg“, bestimmte Marcus.
„Ja, Herr.“

Carda ergriff seine Hände und küsste sie überschwänglich. „Ich danke Euch!“ Sie glitt zu ihm herüber und kuschelte sich an seine Brust, ohne jedoch ihren Blick von der Stadt zu nehmen. Marcus streichelte die weiche Haut ihrer Halsbeuge und blickte auch aus dem Fenster. Irgendwo in dieser riesigen Stadt war Madleen! Hoffentlich fand er sie schnell, um seinen Aufenthalt in New York möglichst kurz zu halten. Er hatte schon genug von dem Lärm und den vielen Menschen.

„Marcus?“, flüsterte Carda, umschloss mit beiden Händen eine von seinen. „Ich- ich … Es tut mir leid, dass ich Euch im Flugzeug erzürnte.“ Sie schob ihren Kopf in den Nacken, um ihm ins Gesicht sehen zu können. „Ich hatte weder das Recht, so mit Euch zu sprechen, noch gabt Ihr mir Anlass an Eurer Liebe zu mir zu zweifeln.“
„Fürchtest du dich jetzt vielleicht doch ein wenig davor, an den Hof des Königs zu gehen?“ Wie Jekaterina war sie noch nie dort gewesen und seine Sklavin hatte sich sehr verunsichert und verängstigt gezeigt. Von Unsicherheit oder gar Furcht war bei Carda aber nichts zu bemerken.
„Nein. Nicht, wenn ich an Eurer Seite bin. Ihr werdet mich beschützen. Ich brauche mich vor nichts zu fürchten. Ihr seid der Erste Vampir und mein Gemahl. Ihr würdet mich nirgendwohin bringen, wo ich in Gefahr wäre.“ Sie hob ihren Kopf und küsste seine Lippen. Sanft, zärtlich – verheißend, was ihn später im Hotel für Freuden erwarten würden. „Ich liebe Euch. Ihr seid mir ein guter Gemahl und ich will Euch die Frau sein, die Ihr wünscht und verdient. Bitte vergebt mir meine Worte, die ich aus Dummheit und Eifersucht zu Euch gesagt habe. Ich meine, was ich im Flugzeug … Bitte.“ Sie senkte reuig den Blick.
„Ich zürne dir nicht mehr“, sagte Marcus versöhnlich.
Sie lächelte und küsste ihn erneut. Dieses Mal leckte sie mit ihrer Zunge über seine geschlossenen Lippen und schaute dann mit einem Seufzen wieder aus dem Fenster. „Ich bin erleichtert, dass Ihr das sagt.“ Sie zeigte mit ihrem Finger auf ein gigantisches Haus und stieß einen Schrei aus. „Mein Gott. Auf diesem Haus sind gigantische Bilder, die sich bewegen! Das sind Bilder von Menschen. Als würden sie leben. Wie Riesen … Was ist das?“
Marcus lachte und legte seinen Arm um ihren Oberkörper, um sie eng an sich zu ziehen. „Es ist wie ein riesiger Fernseher“, erklärte er.
„Ein Fernseher?“, fragte sie und holte ihren New Yorker Reiseführer aus dem Fußraum. „Hier steht irgendwo, dass die Hotelzimmer alle so etwas haben, aber es war nie erklärt, was das ist. Haben in einem Hotel alle Fenster solch bewegte Bilder?“ Sie blätterte durch die Seiten, schien aber nicht zu finden, wonach sie suchte und warf das Buch seufzend wieder nach unten.
Marcus lachte erneut, was auf Cardas hübscher, eigentlich glatter Stirn ein Runzeln verursachte. „Lacht mich nicht aus!“, mahnte sie ihn und stupste ihn mit dem Ellenbogen in seine Rippen, doch sie lächelte dabei resigniert. „Ich habe wohl etwas sehr Dummes gesagt.“
„Nein, meine Liebe. Du wirst sehen, was ein Fernseher ist. In meinem Penthouse gab ich Jeremias die Erlaubnis, sich dort etwas einzurichten, als er vor einigen Jahren für längere Zeit hier für mich zu tun hatte. Das tat er; allerdings sehr eigensinnig. Seitdem habe ich dort Fernseher.“ In seinem Heim in St. Petersburg gab es so etwas nicht. Marcus mochte die modernen Medien nicht, dazu gehörte für ihn auch ein Fernseher.

Carda schaute wieder aus dem Fenster und staunte wie ein Kind über die Wunder dieser Zeit. „Ich bin so froh, dass Ihr mich mitgenommen habt.“ Plötzlich sehr ernst geworden, drückte sie seine Hand. „Nicht, weil ich mich so freue, all dies zu sehen und zu erleben, auch wenn ich das natürlich tue. Ich bin glücklich, da ich an Eurer Seite bin. Ohne Euch würde es mir nichts bedeuten.“ Sie küsste ihn auf seine kühle Wange und lehnte ihren Kopf erneut gegen seine Brust. „Ich schwöre es Euch.“
Ein Schwur. Kein Vampir konnte schwören die Wahrheit zu sagen und dann lügen. Täte er es, würde er verbrennen. Die Kräfte, die man nach der Verwandlung erhielt, nahmen einem auch immer etwas fort. Ein Ausgleich für die gewonnene Macht. Alles hatte seinen Preis. Besonders die Unsterblichkeit.

Marcus streichelte wieder ihre Halsbeuge und war zufrieden. Wenn nur alles so leicht wäre, wie Carda zu erfreuen. Diese unwillige Hure Madleen einzufangen zum Beispiel, konnte doch eigentlich nicht so viel schwerer werden. Wie er sie indes überzeugen sollte, so zu tun als wäre es ihr Wunsch zu John zurückzukehren, das war für Marcus ein Hindernis, von dem er nicht wusste, wie er es bewältigen sollte. Vielleicht gab es nur eine Möglichkeit. Ihre Furcht vor Antonius könnte sie gefügig machen – oder in den Selbstmord treiben. Seit Madleen aus der Gefangenschaft der Organisation, aus den Klauen von Tom Sander, befreit worden war, war ihr Verstand, den Marcus schon immer als gestört betrachtet hatte, zeitweilig so zerbrochen, dass sie sich wie eine Geisteskranke verhielt. Nun, vielleicht war sie ja auch genau das. Eine Hülle, die schöner war als die Sonne, deren Inneres, ihr Geist, aber völlig zerstört war. Dies machte sie nur umso unberechenbarer.

Marcus hing weiter seinen Gedanken nach, bis Carda sich kerzengerade aufrichtete und erneut einen leisen Schrei ausstieß. „Da ist sie! Seht nur, wie sich die Lichter der Stadt im Wasser spiegeln. Wie erhaben die Statue über New York wacht … Oh!“ Carda hatte ihre Handflächen auf die Fensterscheibe gepresst und sich mit ihrem ganzen Oberkörper über Marcus‘ Beine gebeugt, um aus seinem Fenster sehen zu können. Zärtlich streichelte er Cardas Rücken.
„Sie war ein Geschenk der Franzosen“, sagte er.
Carda nickte. „Ich weiß … Ein Symbol für Freiheit. So auch ihr Name.“
„Sehnst du dich nach Freiheit, meine Liebe?“, fragte er. War sie deshalb so fasziniert von diesem Monument? Er hatte einige seiner Ehefrauen verloren, da sie in den Freitod gegangen waren. Sie hatten es nicht ertragen, dass er so besitzergreifend, eifersüchtig und dominant war. Ihm war durchaus bewusst, dass er Carda, wie seine Gemahlinnen zuvor, einsperrte und völlig beherrschte.
Carda setzte sich auf, küsste ihn stürmisch auf den Mund und hielt mit beiden Händen seinen Kopf gefangen. Ihre Daumen streichelten sanft seine Wangen. „Ich sehne mich manchmal nach meinem Madrid. Oft sogar. Ja, das gebe ich zu. Aber am meisten sehne ich mich nach Euch. Ich gehe dorthin, wo Ihr mich hin befiehlt, bleibe dort und warte auf Euch, wenn ich die Hoffnung in mir tragen kann, dass Ihr zu mir zurückkommt. Ihr seid mir das Wichtigste. Ich will nur bei Euch sein.“
„Du bist mir fürwahr ein gutes Weib, Carda.“ Das war sie. Von Beginn an, und es waren die scheinbar unbedeutenden Momente wie diese, die ihn daran erinnerten. Ihre Ergebenheit, wie ihr weicher, duftender Körper, ließen sein Verlangen entfachen. So wollte er sie und keinesfalls so aufsässig, wie bei ihrer Eskapade im Flugzeug.

Carda bemerkte seine erwachende Erregung sofort und reagierte umgehend darauf. Mit ihren hinreißenden Lippen übte sie einen leichten, aber sinnlich verlockenden Druck, auf sein Kinn aus. Dann glitt ihr Mund küssend von einer zur anderen Wange, bis sie endlich seinen Mund fand. Es war ein langer, inniger Kuss. Ihre Zungen leckten sich, umkreisten sich, tippten sich an und flohen voreinander. Als sie sich schließlich von ihm löste, blitzten ihre Augen vor Begierde auf.
„Wie weit ist es bis zu Eurem Penthouse?“ Sie hatte die Finger ihrer Hände hinter seinem Nacken miteinander verschränkt.
„Wie lange noch, Torben?“
„Etwas mehr als eine Stunde, Herr.“
Ihre linke Hand wanderte über seinen Nacken nach vorn zu seiner Brust und über seinen angespannten Bauch. Am Bund seiner schwarzen Stoffhose hielt sie an und ließ ihre Finger eine Winzigkeit unter seine Hose gleiten. Ihre Fingerspitzen berührten und streichelten die runde Spitze seines steifen, nackten Gliedes, ließen ihn weiter anschwellen und Marcus entwich ein leises Stöhnen. „Eine Stunde. Viel zu lang“, hauchte sie.
„Eine Stunde“, sagte er und schob seine Hand zwischen ihre Beine, die sie bereitwillig etwas spreizte. Die weichen Falten ihres Rockes behinderten ihn kaum. Sie presste ihren Mund auf seinen Hals, um ihr Keuchen zu dämpfen, als er sie mit geübter Hand zu massieren begann. Er fühlte durch den Rock und ihren Slip den Schlitz ihres Geschlechts, ertastete die kleine Perle dazwischen und rieb sie sacht zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann zog er seine Hand zurück und biss ihr zärtlich und tadelnd zugleich in ihre Ohrmuschel. „Du wolltest die Freiheitsstatue sehen. Deshalb sind wir jetzt hier und nicht in deinem Bett. Ich höre nie wieder auf dich, meine Liebe“, raunte er ihr zu.

Carda knurrte, schob schmollend ihre Unterlippe vor und rückte von ihm ab. „Haltet Abstand von mir oder ich errege noch Euer Missfallen, da ich mich diesem Orte entsprechend unangemessen verhalten werde.“
„Mhm … Was du jetzt gerade erregst, ist nicht mein Missfallen. Das ist ja das Problem.“
„Marcus!“ Sie klang gespielt schockiert, kicherte, und war im nächsten Moment schon wieder von der Stadt gefesselt.

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Über den Autor : Laya Talis


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