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WAZ: Ein Schriftsteller mit Faible für blutsaugende Nachtgestalten

Hohenlimburg. Er nennt sich Paul M. Hermann, obwohl er eigentlich ganz anders heißt, besitzt eine Vorliebe für Vampire und ist Mitglied im „Bundesamt für magische Wesen“. Vieles deutet also darauf hin, dass es sich bei dem Hohenlimburger um einen leicht abgedrehten Zeitgenossen handelt. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Der Hohenlimburger Bernd Pollok schreibt Mystery-Krimis

Der Hohenlimburger Bernd Pollok schreibt Mystery-Krimis

Bernd Pollok, so sein richtiger Name, zeichnet sich vielmehr durch Bodenständigkeit aus. Der 42-Jährige ist verheiratet, geht als Walzwerker einer geregelten Arbeit nach und hat ein nicht mal außergewöhnliches Hobby: Er mag Fantasy-Literatur. Im Gegensatz zu anderen Liebhabern dieses Genres genügt es Pollok jedoch nicht, über Vampire zu lesen. Mittlerweile schreibt er unter dem Pseudonym Paul M. Hermann seinen dritten Roman über die lebenden Toten mit den langen Zähnen.

Schon als Kind verfasste der gebürtige Hohenlimburger Kurzgeschichten; viele Jahre später – Pollok befand sich mit seiner Frau Christina auf dem Weg nach Berlin – kam der Stein in Sachen Schriftstellerei dann richtig ins Rollen. Seine Gattin hatte für die Autofahrt nämlich das Hörbuch „Weiblich, ledig, untot“ ausgesucht. Pollok verfolgte die Vampir-Geschichte eine Zeit lang kritisch und befand schließlich: „So etwas kann ich auch schreiben.“ Worauf seine Frau nur antwortete: „Dann mach doch!“ Gesagt, getan.

Story entwickelt Eigendynamik

Denn Pollok setzte sich 2010 tatsächlich an den Computer und haute in die Tasten. Zunächst sollte sein Werk eine Parodie auf besagtes Hörbuch werden, doch schon bald entwickelte die Story eine Eigendynamik – die Geschichte gewann Seite um Seite an Struktur. Im Mittelpunkt des Mystery-Krimis „Blutsauger undercover“ steht der Nachtwächter und ehemalige Militärpolizist Marc Degenhardt. Lächelnd erzählt Pollok, dass er nicht zufällig einen Mann mit leicht machohaften Zügen zum Helden des Romans auserkor: „Es sollte jemand sein, der sich ein bisschen prügeln und zudem schießen konnte.“

Nach zehn Monaten hatte der Hohenlimburger den letzten Buchstaben getippt und brachte 2011 sein Erstlingswerk heraus, das nach eigenen Angaben aus „50 Prozent Krimi, 45 Prozent Vampirgeschichte und einem Spritzer Erotik“ besteht. Doch wie bei Dracula und Co. der Durst auf Blut, so war auch Polloks Lust aufs Schreiben nur für kurze Zeit gestillt. Fast zwei Jahre arbeitete er an der 2013 erschienenen Fortsetzung „Mission Wiener Blut“, in der es Neu-Vampir Marc Degenhardt mit osteuropäischer Prostitution und afghanischem Heroin zu tun bekommt. Zeitgleich schloss sich der Hohenlimburger dem „Bundesamt für magische Wesen“ an, wofür es – man höre und staune – durchaus rationale Gründe gab: Denn bei der Organisation handelt es sich nicht um eine Ansammlung von Spinnern, sondern um einen seriösen Kreis von Fantasy-Autoren.

Und auch beim Blick in die Zukunft bleibt Pollok ganz Realist: „Ich mache mir nichts vor – die Schriftstellerei ist ein Hobby und wird ein Hobby bleiben.“ Ein gleichermaßen spannendes wie blutiges.

Michael Schuh

Erschienen am 4.2.2014 in der Westfälischen Rundschau und in der Westfalenpost
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Über den Autor : Paul M. Hermann


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