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Wolfszorn – Ein Mondwandler-Roman von Ulli Schwan

Wolfszorn, ein Urban Fantasyroman von Ulli Schwan

Mein Name ist Nathaniel Palmer. Mein Auftrag ist der Schutz der Kartheiser-Sippe: Werwölfe, die seit Jahrhunderten unerkannt im Rheinland leben. Wir sind perfekt in die menschliche Gesellschaft integriert. Nachts jagen wir nur Wild, am Tag machen wir Big Business. Um unerkannt zu bleiben, halten wir sogar andere Monster von den Menschen fern.

Doch jetzt holt mich meine Vergangenheit ein. Einige von uns sehen in Menschen nur Beute und sie machen unsere Stadt zu ihrem Jagdrevier. Ich nehme den Kampf auf. Schon färben sich die Straßen blutrot und die Zeit drängt. Noch sehen Presse und Polizei nicht die wahren Zusammenhänge, aber wie lange werden wir unerkannt bleiben?

Ein Urban-Fantasy-Thriller mit viel Action und einem zynischen Blick auf die Welt, die Menschen und Monster sich teilen.

 

Das sagt die Presse:

„Hat alles, was man von guter Urban Fantasy erwartet.“ – Geek 15 / 2014

„Wieder toughe Action und interessante Überlegungen des fraglos coolsten Werwolf-Detektivs der Urban Fantasy … Nonstop-Lesematerial für eine schlaflose Nacht.“ – Teilzeithelden.de

„Wer einen Werwolf-Roman mit realistischen Figuren statt strahlenden Helden und sprücheklopfenden Zauberern sucht, sollte unbedingt in die Mondwandler-Reihe hineinsehen!“ – grimoires.de

 

Produktinformation

  • Taschenbuch: 360 Seiten
  • Verlag: Wolfszorn – Ein Mondwandler-Roman; Auflage: Original Edition (9. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3000459685
  • ISBN-13: 978-3000459689
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1353 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 335 Seiten
  • Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00KVEK8R0

 

 

Leseprobe aus “Wolfszorn”

Ich erwachte als Mensch, gefesselt und mit einem Messer an meiner Kehle. Hilflos dem kalten Stahl ausgeliefert, den Cesidio hielt. Wie würde er sich entscheiden? Wann würde er mein Leben beenden?

Wolfszorn Mondwandler von Ulli Schwan
Wolfszorn Mondwandler von Ulli Schwan

Cesidio gewährte mir eine Galgenfrist. Er winkte über die Schulter, hin zu der Leiche, die in ihrem trockenen Blut lag. Im Mondlicht sah man die tödlichen Wunden kaum, dafür war das Blut dunkel wie Teer. Es waren ein paar Liter. Jene Liter, die aus dem Offizier strömten, nachdem sein Körper zerrissen worden war. Von mir zerrissen.

»Ich brauche nicht mehr an Monster zu glauben.« Cesidio sah mich intensiv an. »Jetzt weiß ich, dass es sie gibt!«

Könnte ich mich schnell genug wandeln, um ihn zu überraschen? Schneller, als er mir die Messerklinge in den Hals rammen könnte? Nein, unmöglich. Eine Wandlung dauerte etwa eine Minute – eine elend lange Zeit, wenn man in der Gewalt eines bewaffneten Verbrechers ist.

Vom Jäger zum Opfer. Das war nur fair.

Cesidio grinste. »Ein Werwolf«, flüsterte er. Stand auf und lachte. »Das ist so cool!«

Mit einem Schnappen fuhr die Klinge des Messers in den Griff zurück.

Ich hatte mit vielem gerechnet, aber damit nicht. Ich starrte ihn an, für einen Moment so überrascht, dass ich meine Lage völlig vergaß. Sollte er nicht Angst vor mir haben? Oder Hass auf die Bestie empfinden? Ich hatte gerade vor seinen Augen einen Menschen zerfleischt, ihn in Sekunden getötet und damit bewiesen, wie gefährlich ich als Werwolf war. Kein Mensch konnte einen Kampf mit der Bestie bestehen, und ein zweites Mal würde Cesidio nicht so viel Glück haben, mich zu übertölpeln. Es musste doch in Cesidios eigenem Interesse sein, diese Gefahr – und damit mein Leben – so schnell er konnte zu beenden.

Offensichtlich sah er das ganz anders. Statt mir die Kehle aufzuschlitzen, lachte er mich an. »Ich habe es immer gewusst. Es gibt euch wirklich. Die Werwölfe und Vampire und Frankensteins Monster. Hast du es schon gesehen?«

Immer noch perplex ob seiner Begeisterung, steuerte ich nur bei: »Äh, nö.«

Er ging vor mir in die Knie. »Gibt es noch mehr von euch? Wurdest du von deinem Rudel getrennt?«

Ich dachte an meinen Vater. Er war der einzige Werwolf, den ich kannte. Unsere Trennung war in bösem Blut geschehen. Ich hatte nicht vor, ihn jemals wiederzusehen, denn seine Antwort auf den Wolf war es, sich jeden Vollmond selbst einzusperren. Das war nicht das Leben, das ich führen wollte.

Die Welt stand mir offen und ich hatte die Bestie unter Kontrolle. In den Vollmondnächten gewann sie die Oberhand, daher musste ich einfach nur darauf achten, nicht in der Nähe von Menschen zu sein. Dem Wolf war es egal, ob er Menschen oder Tieren nachstellte, so lange sein Jagdfieber gestillt wurde.

Den Rest des Monats hatte ich ihn unter Kontrolle. Dies vermochte ich aufgrund der Disziplin, die mein Vater mir eingebläut hatte. Auch wenn es mir lieber war, mir einzureden, ich hätte es auch ohne seine Lektionen geschafft.

Cesidio wartete auf meine Antwort. Ich räusperte mich und sagte: »Ich bin Einzelgänger.«

»Musstest wohl fliehen und bist ins Meer gesprungen.«

»So ähnlich.« Ich sah an ihm vorbei zu dem toten Körper. Eben hatte er noch gelebt. Nicht der Wolf hatte ihn getötet, sondern ich. Der Wolf und der Mensch waren zwei Abbilder meiner Selbst. Ich trug die Verantwortung für diese Tat, so wie ich die Verantwortung für die beiden Toten auf der Alexa trug.

Dort hatte ich in Notwehr gehandelt, aber Kapitän Jamskoi hätte mich trotzdem der Polizei als Mörder übergeben. Der Tote in dieser Nacht war gestorben, weil die Bestie Blut schmecken wollte und ich sie nicht zurückgehalten hatte. Wenn ich ehrlich zu mir war: Ich hatte den Blutgeschmack genossen. Ich hatte sie nicht aufhalten wollen. Um das zu verhindern, hatte ich die Schlaftabletten geschluckt – ein halbherziger Versuch, wie ich mir eingestehen musste. Schon da hatte der Wolf meine Handlungen geführt und ich hatte mich in Sicherheit gewogen. Ich hatte das Leben eines Mannes beendet, um meine Blutlust zu stillen und vor mir saß mein Richter. Mit trockener Kehle fragte ich ihn: »Was wirst du tun?«

Er sah hinter sich, wieder zu mir und klatschte in die Hände. »Du hast mir nur die Arbeit abgenommen. Der Kerl hätte sich nicht bestechen lassen, also war er fällig.«

»Du schmuggelst«, stellte ich fest, mich an den Streit zwischen den beiden erinnernd.

»Jap, im großen Stil. Wenn ich die Ladung sicher nach Dover kriege, übernehmen meine Freunde die Ware und wir verdienen eine gute Summe. Was dagegen?«

»Nicht mein Problem.«

»Gute Antwort. Nächste Frage: Was wirst du tun, wenn ich dich losschneide?«

So jovial sein Tonfall auch war, eines war sicher: Meine Antwort würde über Leben und Tod entscheiden. Kalter Schweiß sammelte sich auf meiner Stirn, während ich nachdachte. Cesidio war ein Schmuggler und ich traute ihm zu, dass er eher meine Kehle durchschneiden würde, als Gefahr zu laufen, von mir verraten zu werden. Um diese Nacht zu überleben, musste ich also etwas tun, um sein Vertrauen zu gewinnen. Aber wollte ich diesen Weg gehen? Mich einem Schmuggler anschließen? Einem Mörder?

Warum nicht? Ich war auch einer, es steckte in meinem Blut. Also warum nicht jemandem folgen, der seinen Weg auf dieser Welt im Verborgenen ging? Wenn Jamskoi meine Morde an Bord der Alexa gemeldet hatte – und warum sollte er nicht? – würde mein Name bei allen Polizeistationen bekannt sein. Sobald ich als Mikail Rudenko in der Grenzkontrolle gemeldet war, würde man mich festnehmen. Was dann? Wenn die Polizei mich einsperrte, würde ich hinter Gittern sitzen bei der nächsten Wandlung. Mein Geheimnis wäre keines mehr.

Die nächsten Schritte konnte ich mir nur zu gut ausmalen: Entweder massakriert bei einem Kampf mit der Polizei oder als Untersuchungsobjekt auf einem Seziertisch. Vermutlich beides. Diese Zukunft machte mir Angst.

In den letzten beiden Nächten hatte ich drei Menschen getötet. Ein rechtschaffener Mensch würde sich den Behörden stellen und die Strafen ertragen, die auf seine Taten folgten.

Ich beschloss, Überleben wichtiger zu finden als Rechtschaffenheit.

So antwortete ich: »Ich würde dir helfen, die Leiche über Bord zu werfen und das Blut von Deck zu schrubben. Keinem würde ich etwas von dem Schmuggel sagen, wenn ich dafür einen neuen Pass bekäme.«

Cesidio nickte. »Ich könnte tatsächlich etwas Hilfe gebrauchen, denn der Kapitän hat ein Auge auf mich. Und wer könnte mir besser Rückendeckung geben als ein Monster?«

Sein Messer schnappte auf und er kappte meine Fesseln. Ich stand auf und wir musterten uns einen langen Moment. Dann packten wir den Leichnam und trugen ihn Richtung Reling. Dabei erklärte Cesidio: »Ich habe extra die Nachtwache übernommen. Habe die Beobachtungskameras manipuliert, damit keine diesen Bereich filmt. Der Kahn läuft eh auf Automatik, aber ich muss bald wieder ans Ruder.«

»Ich kümmere mich um das Blut.«

»Leckst du es auf oder so?«

Ich warf ihm einen warnenden Blick zu.

»Hey, keine Aufregung. Bist mein erster Werwolf.«

Wir hatten die Reling erreicht und ohne ein weiteres Wort warfen wir den Toten ins Meer. Er schlug aufs Wasser auf, wurde vom Rumpf des Schiffes zur Seite gestoßen und trieb ins offene Meer. Wir beide standen an der Reling und sahen zu, wie er in der Nacht verschwand. Ein weiterer Vermisster auf See.

Cesidio sprach zuerst. »Du meintest, du brauchst einen neuen Pass?«

Ich nickte.

»Lässt sich machen. In Dover ist der Lotse mein Kontaktmann, der bringt dir deine neuen Papiere mit. Er schleust dich durch den Zoll und wenn du erst einmal an Land bist, hast du es geschafft. Irgendwelche Wünsche wegen deines Namens?«

Ich stand immer noch an der Reling, sah jetzt nach vorne, dorthin, wo mein neues Leben beginnen würde. Mein Blick fiel auf die Buchstaben an der Bordwand. Ich lächelte.

»Nathaniel Palmer.«

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Über Ulli Schwan

Ulli Schwan

Geboren 1972, lebe ich in Köln und leite das Zentrale Archiv einer Klinik.

Meine Liebe zur Fantastik, und hier im besonderen zur Science-Fiction begründet sich wohl aus einem Kinobesuch im Alter von sechs Jahren: es lief „Krieg der Sterne“. Ich wäre am liebsten im Kino geblieben, mein Vater musste mich aus dem Sessel ziehen. Seitdem bin ich der phantastischen Literatur, insbesondere der Science-Fiction verfallen. Ich las als Junge natürlich „Perry Rhodan“, aber auch die „Commander Perkins“-Jugendbücher und verpasste keine Folge von „Raumschiff Enterprise“. Überhaupt war ich ein williger Leser von actionreichen Geschichten und so fand ich mich gern in der Welt der Geisterjäger John Sinclair und Dorian Hunter wider. Doch schnell war mir das Lesen nicht genug, und ich erfand eigene Geschichten. Ich erschuf das »Trickser«-Universum und hatte das Glück, zwei Romane beim ubooks-Verlag unterzubringen. Diese sind jetzt als Sammelband bei neobooks erschienen.

Aber neben der SF finde ich es spannend, mir zu überlegen, wie fantastische Wesen und Magie in unsere alltägliche Welt finden könnten – und was sie auslösen würden. So ersann ich die Parallelwelt der »Brücken«. Aber auch Nathaniel, einen Werwolf dessen Auftrag es ist, seine Sippe zu schützen. Auch wenn man oft hört, zu diesem Thema sei in den letzten Jahren schon alles gesagt worden, kann ich nur erwidern: Nicht von mir.

Ein besonderes Projekt war die Realisierung eines Hörbuchs, basierend auf einer Kurzgeschichte mit Nathaniel. »Grund der Furcht« könnt ihr hier hören.

Auch wenn ich Technik und Magie spannend finde, so sind für mich die Charaktere doch das Wichtigste – und das Schwerste an einer Geschichte. Nur wenn der Leser sich mit ihnen identifizieren kann und sie gerne auf ihrem Weg begleitet, ist eine Geschichte gelungen. Das zu beurteilen steht mir nicht an, und ich hoffe ihr nehmt euch die Zeit, euch auf dieser Seite einen kurzen Eindruck zu verschaffen.

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