Äthiopistik

Äthiopistik ist die Wissenschaftsdisziplin, die sich mit Sprachen und Kulturen sowie der Geschichte Äthiopiens und Eritreas befasst. Sie ist ein Teilbereich der Orientalistik.

Entstehung des Faches Äthiopistik

Historisch gesehen hat sich die Äthiopistik aus der klassischen Orientalistik entwickelt, die sich mit dem christlichen Orient und semitischen Sprachen befasste. Im Mittelpunkt der Forschung standen die antike christliche Kultur und die Literatur, die vor allem auf Altäthiopisch verfasst war – der einzigen Literatursprache des Landes bis zum frühen 19. Jh. und heutigen Sprache der Liturgie (Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche). Die klassische Äthiopistik war deswegen insbesondere im 19. Jahrhundert eine reine Philologie (Textkritik) des Altäthiopischen, auf den entsprechenden Sprachforschungen basierend, verbunden mit der Geschichte der Region, wie sie aus altäthiopischen Quellen erschließbar war.

Mit der Entwicklung schriftlicher Kultur in anderen Sprachen und der verstärkten Konzentration auf Feldforschung, und damit auch nicht-schriftliche Aspekte der Kulturen, erweiterten sich die Grenzen der Äthiopistik. Allerdings hatte auch Hiob Ludolf, der Begründer der Äthiopistik, bereits im 17. Jahrhundert eine umfassende Darstellung aller Kulturen, Völker und verschiedenen Staatswesen in der äthiopischen Region versucht. Dieses umfassende kulturwissenschaftliche Forschungsprogramm wurde erst wieder im späten 20. Jahrhundert durch die Ethnologie (darunter Ulrich Braukämper in Göttingen) und die klassische Äthiopistik in Hamburg aufgenommen.

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