Amtliche Mitteilungen

Wie passen Spaß an Fantasy, Kampf gegen AfD und ein Holocaustzeitzeuge in ein Verlagsportfolio?

Was hat Fantasyliteratur, was hat Fantasy mit Zeitgeschichte sowie dem Kampf gegen AfD und Rechtsextremismus zu tun?

Auf den ersten Blick mag es verwundern, wenn eine Satire-Behörde mit ihrem Verlag und Portal für Fantasyliteratur im Verlagsportfolio einen Autor wie Ivar Buterfas-Frankenthal und dessen Buch „Von ganz, ganz unten“ führt. Was hat Fantasyliteratur, was hat Fantasy mit Zeitgeschichte sowie dem Kampf gegen AfD und Rechtsextremismus zu tun?

Das vor mehr als zehn Jahren gegründete „Bundesamt für magische Wesen“, gedacht als Persiflage auf den deutschen Charakterzug, alles als in Ordnung zu betrachten, was geregelt und verwaltet ist, denn damit wäre auch die Existenz von Hexen, Drachen, Vampire und Werwölfen kein Problem, setzt sich von Anbeginn seiner Existenz für humanitäre Werte, Toleranz, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und bunte Vielfalt ein.

Ein magisches Fotoshooting, Flüchtlingshilfe, Ausbildung und mehr

Es fing an mit der Anfrage der Fotografin Stefanie Ehl, die für den Verein „Wünsch Dir was!“ aktiv ist. Dieser Verein erfüllt kranken Kindern und Jugendlichen Herzenswünsche und manchmal sind es auch deren letzte Wünsche.

Ein magisches Fotoshooting für Saskia, vermittelt vom Verein Wünsch dir was (Foto: Stefanie Ehlen)
Ein magisches Fotoshooting für Saskia, vermittelt vom Verein Wünsch dir was (Foto: Stefanie Ehlen)

Saskia von der Waldau
Ganz so hart war es bei Saskia nicht. Sie litt an den Einschränkungen, denen sie durch ein nahezu fehlendes Immunsystem ausgesetzt war. Ein normaler Schulbesuch, für Jugendliche normale Aktivitäten wie Sport, Treffen mit Freunden, all das war ihr wenn überhaupt nur mit sehr großen Einschränkungen möglich. Immer in der Angst, eine Infektion zu bekommen, die für sie lebensgefährlich sein könnte.
Saskia hatte einen Herzenswunsch. Sie wünschte sich ein Fantasymodelshooting als Waldfee. Etwas magisch angehaucht, passend in Szene gesetzt – einmal ein wenig der Realtität entfliehen und etwas träumen dürfen. Das BAfmW hat ihr diesen Wunsch gern erfüllt. Wir haben sie mit unserem Dienstwagen abgeholt, es wurde von der Fotografin das passende Equipment besorgt und dann wurde Saskia als Waldfee in freier Natur an der Waldau von Stefanie Ehl in Szene gesetzt.

Unter dem Naziregime wäre Saskia von den Nazis abgeholt und während des Transportes vergast worden.

Zwei junge Flüchtlinge aus dem Irak
2015 flüchteten, bedingt durch den Terror des Islamischen Staates, zwei junge Männer aus dem Irak und kamen zu uns. In der über dem Büro der in einem ehemaligen Bonner Postamt ansässigen Verlagsbuchhandlung „Bundesamt für magische Wesen“ gelegenen Wohnung fanden die beiden Ruhe und Sicherheit. Sie begannen, sich ein neues Leben aufzubauen und dabei haben wir gern geholfen.
Zaid Z. hat nach langen bürokratisch bedingten Wirren endlich die Anerkennung seines zahnmedizinischen Studiums erreicht und arbeitet in einer Klinik.
Mustafa J. ist mittlerweile eingebürgert und hat einen Job als Bibliothekswissenschaftler an der Universität Bonn. Er ist auch aktiv in der LGB-Bewegung und setzt sich seinerseits für eine offene und bunte Gesellschaft ein.

Unter den Nazis wären junge Männer wie diese beiden im Konzentrationslager gelandet und die AfD als geistige Erben des Nationalsozialismus wollen ausweislich der unsäglich Potsdam-Konferenz mit ihrem rechtsextremistischen Menschenbild Menschen wie Mustafa und Zaid abschieben.

Ein fantastischer junger Sportler

Der WDR ist bei den Vorbereitungen zum Fantasymodelshooting mit John B. dabei. Gerade bekommt der Junge sein MakeUp als Meeresprinz. (Foto: BAfmW)
Der WDR ist bei den Vorbereitungen zum Fantasymodelshooting mit John B. dabei. Gerade bekommt der Junge sein MakeUp als Meeresprinz. (Foto: BAfmW)

2021 lernten wir den damals 13-jährigen John B. kennen. John kam mit Spina bifida auf die Welt, einer Fehlentwicklung des Rückenmarks während der Schwangerschaft und infolge dieser Fehlentwicklung ist er zeitlebens auf einen Rollstuhl angewiesen. In Bonn fand er lebevolle Pflegeeltern, denn seine eigene Mutter konnte aus verschiedenen Gründen nicht für ihn sorgen. Die Stadt Bonn stellte John einen Inklusionshelfer an die Seite, so dass er nicht auf eine Sonderschule gehen musste. Als Ergebnis kann John mittlerweile einen Notenschnitt von 1,5 vorweisen und der sportbegeisterte Junge ist mittlerweile mehrfacher Deutscher Jugendmeister im Rollstuhltennis. Dieser Junge hat uns so beeindruckt, dass wir ihm zusammen mit der Fotografin Barbara Frommann, die uns bei unserer Arbeit schon lange unterstützt, sowie mit freundlicher Unterstützung der Bundeskunsthalle ein Fantasyshooting als kleiner Meeresgott in den Fontänen der Installation von Jeppe Hein organisiert haben.
John hat dank dieser Inklusionsmaßnahmen und Hilfen ein lebenswertes Leben vor sich.

Auch John wäre unter den Nationalsozialisten abgeholt und vergast worden. Eine AfD hat wie Björn Höcke schon mehrfach erkennen ließ, auch nichts für Inklusion übrig.

Als Feuerwehrmann aktiv für die Gesellschaft

Model Berkan A. als Teenwolf bei einem Fantasy- und Modelshooting im BAfmW-Dienstwagen (Foto: Barbara Frommann)
Model Berkan A. als Teenwolf bei einem Fantasy- und Modelshooting im BAfmW-Dienstwagen (Foto: Barbara Frommann)

Bei einem CSD lernten wir Berkan kennen. Er umkreiste unseren Stand mehrfach, traute sich aber nicht so recht zu uns. Kurzerhand haben wir ihn „verhaftet“ und so das Eis gebrochen. Er war neugierig, bekam alles erklärt und von uns das Angebot, sich doch einmal als Model vor der Kamera auszuprobieren. Wir brauchten gerade jemand, der die Shirts und Hoodis aus unserem Fanhsop präsentieren konnte. Und einen Teenwolf brauchten wir auch. Gerade achtzehn Jahre alt geworden, brachte er zum Modelshooting seine Mutter mit, die wissen wollte, was wir mit ihrem Sohn vorhatten. Es wurde alles festgelegt und dann begann das Modelshooting mit Berkan. Es lief so gut, dass wir mit ihm später noch weitere Shootings machten und ihn auch zu den Dreharbeiten für die Sendung „Deutschlands größte Geheimnisse“ engagierten. So hat er sich Fahrstunden für den Führerschein finanziert, den er für seine Ausbildung brauchte.
Berkan machte eine Ausbildung in Uniform und ist seither bei der Feuerwehr aktiv.

Auch Berkan wäre unter den Nazis im Konzentrationslager gelandet. Seitens der rechtsextremistischen und identitären AfD würde er als Bürger zweiter Klasse behandelt. Als Feuerwehrmann hat er jetzt schon mehr gesellschaftliches Engagement gezeigt als es der Faschist Björn Höcke je an den Tag gelegt hat.

Die AfD ist ein einziger Verstoß gegen §1 GG „Die Würde des Menschen ist unantastbar“

In unseren Augen und auch aufgrund direkter persönlicher Erfahrungen mit AfDlern stellt diese Partei in jeder Beziehung einen Verstoß gegen diesen alles überstrahlenden Grundsatz der deutschen Verfassung dar, weshalb wir uns als Verlagsbuchhandlung und Portal „Bundesamt für magische Wesen“ auch ganz klar für ein Verbot der AfD aussprechen, beginnend bei der als gesichert rechtsextrem eingestuften ostdeutschen Landesverbände sowie der Jugendorganisation „Junge Alternative“.

Für uns sind AfDler keine Opfer oder gar Märtyrer, als die sie sich gern inszenieren. Es ist eine perfide Täter-Opfer-Umkehrstrategie. Genausowenig wie sich ein Serienbrandstifter vor Gericht als Opfer der Häuser inszenieren kann, die er abfackelte – er ist ein Täter und nur so und nicht anders kann man die AfD betrachten.

Ebensowenig verfängt der Satz „… aus Protest gewählt.“ Wer sich für eine Partei engagiert, dort aktiv ist und sich für ein Landtags- oder Bundestagsmandat bewirbt, der tut das nicht mit dem Verweis auf sein „Protestwählbarkeitspotential“. Im Bundestag sitzen jetzt und später nicht Linke, Grüne, SPD, Union sowie FDP und „aus Protest“, sondern da sitzen neben Abgeordneten von Linke, Grüne, SPD, Union sowie FDP die Vertreter einer völkischen Partei, die schon vielfach haben erkennen lassen, dass sie ein Deutschland wollen, welches nicht im Einklang mit den Werten des Grundgesetzes steht.

„Euer Haus ist ja jetzt nichts mehr wert….“

2016 hatten wir eine Besuchergruppe in unserer Verlagsbuchhandlung. Man ließ sich alles erklären, was das Bundesamt für magische Wesen als Satirebehörde schon so erlebt hat und fand das alles auch recht witzig. Dan kam Mustafa kurz dazu, grüßte höflich und fragte mich etwas. Danach kippte die Stimmung. Es fiel angesichts unseres Mitbewohners folgender Satz:

„Euer Haus ist ja jetzt nichts mehr wert, wenn da sowas wohnt. Bei uns in Chemnitz würde man das warm lösen. Das ist der legitime Freiheitskampf des deutschen Volkes und wenn erst einmal die richtige Partei an die Macht kommt, wirst du schon sehen, was man mit Volksverrätern macht.“

Diese sächsischen AfD-Fans fanden es völlig in Ordnung, würde man unser Haus abfackeln. Im weiteren ergoss sich ein Shitstorm in den Socials über uns, als wir das publik machten. Es gab Einbrüche und Hakenkreuzschmierereien in unserem früheren Imkereibetrieb.

Es hat einige Zeit gedauert, bis wir uns davon erholt hatten. Aber wir haben uns dafür entschieden, uns dem Hass der Völkischen immer entgegenzustellen und deshalb war es nur folgerichtig, die Autobiographie „Von ganz, ganz unten“ mit den Lebenserinnerungen von Ivar Buterfas-Frankenthal in unser Verlagsportfolio aufzunehmen.

Weitere Vorträge an Schulen, kein Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse

Wir werden auch 2024 mit Ivar Buterfas-Frankenthal auf Vortragstour gehen, hauptsächlich an Schulen und öffentlichen Institutionen, darunter solche in NWR, Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Wie wir haben feststellen mussten, ist die Frankfurter Buchmesse kein Ort für kleine Verlage wie die Verlagsbuchhandlung „Bundesamt für magische Wesen“. Auf der Frankfurter Buchmesse laufen Besucher Gefahr, zu Tode getrampelt zu werden. Ausstellende Verlage werden tagelang und reihenweise durch das unseriöse Marketingverhalten von Verlagen wie Lyx sowie die Tatenlosigkeit der Messeveranstalter blockiert. Dieser Gefahr werden wir unseren 91-jährigen Autor nicht aussetzen. Da gehen wir lieber in die AfD-Hochburgen Brandenburg, Sachsen und Thüringen, um unseren jugendlichen Gästen an Schulen zu zeigen, was passiert, wenn man den Völkischen das Feld überlässt.

Es sind die Mitschüler, Geschwister, Freunde und Nachbarn der jungen Gäste des Holocaust-Zeitzeugen Ivar Buterfas-Frankenthal, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fallen würden und unter einem AfD-Regime keine guten Persepketiven auf ein menschenwürdiges Leben hätten – darunter Menschen mit LGB- oder Migrationshintergrund oder solche mit einer körperlichen Beeinträchtigung.

 

Verbreiten Sie des Amtes allumfassende Weisheit und Zuständigkeit!

Hagen Ulrich

Hagen Ulrich wurde am 16.11.1967 in Celle geboren, ging dort zur Schule und kam zum Studium nach Bonn. Seine Interessen umfassen Themen der Politik, aber auch Länder und Kulturen des Maghreb und ganz besonders LGBT-Themen sowie Religion.

Seine Urban Fantasy Romane schreibt er für schwule junge Erwachsene, die Spaß haben an Fantasy, und als Jungs eben auch mal von einem fantastischen Traumprinzen, ob mit spitzen Zähnen, pelziger Gesichtsbehaarung oder sonstigen fantastischen Eigenschaften träumen. Fantasy ist für Hagen Ulrich aber nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein literarisches Stilmittel, mit dem sich Themen aus Politik, Kultur und Gesellschaft diskutieren lassen.

Er lebt mit Mann und sieben Katzen in Bonn am Rhein und hat dort 2013 mit anderen Autoren und Fantasyfans das Bundesamt für magische Wesen begründet. Der Fantasyautor genießt es, seine Bücher im Rosengarten des Bundesamtes für magische Wesen zu schreiben. Der Autor steht auch gern für Lesungen und Vorträge an Schulen zur Verfügung.

Hagen Ulrich schreibt Fantasyromane, die im Bundesamt für magische Wesen als Taschenbuch erscheinen, darunter die Reihe Hochzeit der Vampire. Die Bücher von Hagen Ulrich sind erhältlich im gutsortierten Buchhandel und im Onlinebuchshop des Bundesamtes für magische Wesen.

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